Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Endstation für neun
Ein Kommissar-Beck-Roman, Band 4

Gerade als es eine Zeit lang ruhiger in der Mordkommission geworden war, mobilisiert ein Verbrechen, das man in dieser Form bisher nur aus anderen Ländern kannte, alle verfügbaren Kräfte der Polizei.

In einem Doppeldecker-Linienbus an der Stadtgrenze von Stockholm werden neun Menschen gefunden. Acht sind tot, einer ist gerade noch so am Leben und sein Überleben ist fraglich. Sie alle wurden Opfer eines Massakers, das, so weit scheinen es die Spuren am Tatort zu belegen, von einer einzelnen Person mit einer Maschinenpistole angerichtet wurde. Die Insassen hatten keine Chance, zu schnell muss alles gegangen sein, siebenundsechzig Kugeln fanden ihr Ziel. Unter den Toten ist auch Åke Stenström, ein Kollege von Kommissar Martin Beck: doch auch Stenström konnte nicht eingreifen, er wurde getötet, als er gerade seine Waffe zog.

Rasch finden Beck und sein Kollege und Freund Lennart Kollmann heraus, dass Stenström anscheinend an etwas arbeitete, von dem niemand im Präsidium etwas wusste; doch sie haben keine Idee, was das gewesen sein könnte. Da sich zunächst aus dem Umfeld der anderen Opfer keine weiteren Ansätze für die weitere Ermittlung finden lassen, machen sich Beck und das Team auf die Suche nach dem, was Stenström in den Wochen vor seinem Tod beschäftigte.

Die folgenden Tage und dann Wochen sind voll von akribischer, letztendlich aber erfolgloser Ermittlungsarbeit. Es werden Türklinken geputzt, doch endlich etwas neues herausgefunden wird, dann bringt auch diese Information keine Fortschritte. Die Berichte, die vollgeschriebenen Seiten werden immer umfangreicher, die Erkenntnisse jedoch nicht.

Viel zu lange bleibt es im Dunklen, was das Motiv des Attentäters im Bus war. War Stenström auf eine verhängnisvolle Spur gestoßen oder war er doch nur rein zufällig im Bus? Waren es die kriminellen Machenschaften einiger der Fahrgäste?

Die Ermittlungen kommen nicht voran und das bevorstehende Weihnachtsfest verdrängt bald das Verbrechen aus den der öffentlichen Erinnerung.

Man merkt diesem Roman nicht an, dass er schon vor 50 Jahren, im Jahr 1968, veröffentlicht wurde. Nur wenige Details, wie die Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg, erinnern daran. Davon abgesehen sind sowohl der Fall als auch das Vorgehen der Polizisten so real, so aktuell, wie man es auch heute in einem sehr guten Krimi lesen oder sehen würde.

Ein Krimi, der ohne reisserische Wendungen auskommt, sondern nur seine dichte Erzählweise ungemein spannend ist. 


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