Burger, Wolfgang: Schwarzes Fieber

verfasst am 05.11.2009 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Burger, Wolfgang, Kriminalromane

schwarzes-fieberDie sommerliche Hitze lähmt Heidelberg. Alexander Gerlach, Chef der Kripo, wäre viel lieber auf Urlaub, aber der ist für ihn leider schon vorbei. Mit seiner reduzierten Mannschaft hat er zwei, scheinbar voneinander unabhängige, Verbrechen zu klären.

Da ist die unbekannte Frau, die man mit schwere Kopfverletzungen im Wald gefunden hat und die allem Anschein nach nicht sprechen kann. Im letzten Moment war sie von ein paar Motorradfahrern auf einer Böschung neben der Straße entdeckt worden, nur wenig später, so sagen die Ärzte, und sie hätte nicht überlebt. Die Spurensicherung findet nichts, was Hinweise auf den Täter liefern kann.

Und dann ist da der Schwarzafrikaner, dessen Leiche erst Wochen nach seinem Tod im Wald gefunden wird. In seiner Brieftasche findet man eine Menge Hundert-Dollar-Noten, ein Raubüberfall kann daher ausgeschlossen werden. Auch an diesem  Tatort findet man zum Leidwesen der Polizei nichts Verwertbares.

Jede Bewegung im Freien wird zur schweißtreibenden Anstrengung, doch Gerlach bleibt nichts übrig, als die wenigen Spuren zu sammeln, zu analysieren und daraus die Hinweise für die Aufklärung zu finden. Eine deutsche Botschaft in Angola, eine Fremdenpension in Heidelberg mit einem sehr britischen Besitzer und ein paar junge, recht verworren klingende Punks helfen ihm, einen Puzzlestein nach dem anderen zusammen zu tragen.

Ein Krimi mit Familenanschluss, der zweite mit Alexander Gerlach, den ich gelesen habe. Die beiden Töchter, die sich diesmal in ein Pferd verliebt haben; Theresa die Geliebte, die gleichzeitig leider auch die Ehefrau seines Chefs ist, ist diesmal auf Urlaub und nur eine ferne Leidenschaft per Email. Alles irgendwie vertraut.

Mir gefällt an diesem Krimi, dass er mich direkt ins Heidelberger Leben hineinzieht, ohne dabei mit übermäßigen Details zu langweilen, man ist einfach bei Gerlachs Leben mit dabei.

Nebenbei (oder hauptsächlich) ist die Geschichte auch noch spannend: was zuerst eine Sammlung von einzelnen Spuren und Hinweisen ist, wird mehr und mehr zu einer Geschichte, die weit über Gerlachs normales Umfeld hinaus geht.

Bei einer der, mehrmaligen, Schilderungen der Hitze in der Stadt dachte ich mir doch tatsächlich, dass es bei diesem Wetter kein Spaß sein würde, an diesem Tag noch die Wohnung zu verlassen –  bei mir war es allerdings Oktober und nicht sonderlich heiß (bedenklich….)



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