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	<title>Literatur Blog</title>
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	<description>von LeserInnen für LeserInnen</description>
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		<title>Daniel Glattauer: Ewig Dein</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 19:14:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glattauer, Daniel]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Glattauer]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Versprechen oder eine Drohung?  Oder ein Versprechen, das sich mehr und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1582" title="Ewig Dein" src="/wp-content/uploads/Ewig-Dein.jpg" alt="" width="150" height="244" />Ein Versprechen oder eine Drohung?  Oder ein Versprechen, das sich mehr und mehr als Drohung entpuppt? Auf die Spur der bedrohlichen Bedeutung dieser Phrase macht sich Daniel Glattauer und kehrt damit, nach seinem phänomenal erfolgreichen Ausflug in das Genre der &#8220;Email-Romane&#8221;,  zurück in die Welt der &#8220;normalen Romane&#8221;. <span id="more-1581"></span></p>
<p>Die meisten Leserinnen und Leser werden Glattauer nur von &#8220;Gut gegen Nordwind&#8221; oder &#8220;Alle sieben Wellen&#8221; kennen, Doch bereits davor gab es den Schriftsteller Daniel Glattauer, der u.a. mit &#8220;Darum&#8221; oder &#8220;Der Weihnachtshund&#8221; Bücher über Zwischenmenschliches schrieb die mir, ehrlich gesagt, noch besser gefielen als seine danach erschienenen internationalen Bestseller.</p>
<p>Gespannt also schlug ich &#8220;Ewig Dein&#8221; auf um zu lesen, wie diese Rückkehr gelungen ist. Gleich der erste Eindruck: witzig. Geistreich und originell, das wird ein Spaß beim Lesen.</p>
<p>Judith sieht Hannes zuerst im Supermarkt, dann in ihrem Geschäft und bald auch in ihrem Herzen. Alles scheint auf ein Versprechen der beiden zueinander hinaus zu laufen. Bis, ja bis die Zuneigung von Hannes überschäumt, wie das Wasser i9m Kochtopf. Nur dass man bei Hannes nicht so einfach die Energie herunter drehen kann, er kocht und schäumt und libt immer wieter, immer mehr. Und wird vom Versprechen zur Drohung.</p>
<p>Aber der Reihe nach: wir sind dabei, als in Judiths Gedanken aus der flüchtigen Bekanntschaft mit Hannes, dem Architekten, zuerst Sympathie und dann eine immer stärker werdende Zuneigung wird.  Kein Detail an ihm entspricht irgendeinem Traumbild, doch in der Summe seines Wesens trifft er bei ihr genau den richtigen Ton. Und alle lieben ihn, bald auch Judith.</p>
<p>Zuneigung wird zu Sehnsucht und Sehnsucht wird zu Leidenschaft. Etwas ungleich verteilt, aber immerhin.</p>
<p>Nun ja, während aller dieser Phasen gab es durchaus Momente, in denen Zweifel hätten aufkommen können, hätte sie nur genauer hingesehen/hingehört. Aber wenn man/frau einmal auf diesen Weg der Leidenschaft eingeschwenkt ist, dann neigt man/frau nun einmal zum Übersehen, zum Nicht-Zur-Kenntnis-Nehmen von Offensichtlichem.</p>
<p>Wenn es nun normalerweise zu einer gewissen Konsolidierung im weiteren Ausbau einer Beziehung kommt, so verhält es sich bei Hannes völlig anders. Der nämlich möchte jeden Tag ein neues, noch höheres  Gefühlslevel erreichen, er ist immer in der Nähe, Tag und Nacht,  und ..  jetzt sind wir beim Thema Bedrohung angelangt. Hannes ist allgegenwärtig, er macht Judith zur Gefangenen seiner überbordenden Liebe. Nicht körperlich, aber seelisch dringt er in Judiths Leben ein, die immer verzweifelter nach einem Ausweg aus dieser wie unter einem Zwang stehenden Beziehung sucht.</p>
<p>Diese Judith, irgendwie kenne ich sie. Oder zumindest kenne ich Menschen, die ihr sehr ähnlich sind. Das sind alles Menschen, die ich mag, und so ist es nur logisch, dass ich das ganze Buch über mit Judith mitleiden, mitverzweifeln, mitfühlen musste. Und Daniel Glattauer hat es mir mit der Art und Weise wie er dieses Buch geschrieben hat, immens leicht gemacht, die Geschichte zu erleben und zu erfühlen. Ich fühlte mich von Hannes fast  genauso bedrängt wie es Judith schon nach wenigen Beziehungswochen war, dann genauso bedroht wie sie, als sich Hannes&#8217; Leidenschaft als Obsession entpuppte, war gleichsam Co-Gestalkter und Co-Opfer und oft genauso gehetzt wie Judith selbst (Obwohl, nur um es zu erwähnen, Hannes und ich persönlich wohl kaum in eine solche Situation gekommen wären).</p>
<p>Zusammengefasst: Gut, dass Glattauer von einer Fortsetzung seiner Email-Erfolge absah und sich wieder der normalen Prosa zuwandte.</p>
<p>Denn deshalb gibt es ein enorm fesselndes Buch, bei dessen Lektüre ich öfters selbst fast atemlos war, so sehr geht die Geschichte zuerst unter die (Gänse)Haut und dann durch Mark und Bein. Und das Schlimmste/das Beste dabei ist: man kann sich vorstellen, wie so etwas tatsächlich passiert.</p>
<p>&#8220;Ewig Dein&#8221; hat &#8211; das war mir schon nach den ersten 10 Seiten völlig klar &#8211; erneut das Zeug zum (verdienten) Bestseller. Und mit einem solchen literarischen Erfolgslauf kann einem dieser Glattauer schön langsam richtig unheimlich werden.</p>
<p>PS: zu den 5 Sternen mindestens noch 2 dazu!</p>
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		<title>Benjamin Stein: Replay</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/02/benjamin-stein-replay/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 16:28:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Stein, Benjamin]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin Stein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man von Geburt an mit einem Handicap zu leben hat, dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1579" title="Replay" src="/wp-content/uploads/Replay.jpg" alt="" width="150" height="245" />Wenn man von Geburt an mit einem Handicap zu leben hat, dann ist es doch die beste Chance, die man bekommen kann: über eine Technik zu verfügen, die nicht nur über dieses Handicap hinweg hilft, sondern viel mehr Möglichkeiten eröffnet, als sie ein Mensch von Natur aus haben könnte.<span id="more-1578"></span></p>
<p>Ed Rosen hatte diese Chance. Sein entstelltes (und wie man sagen muss von Ärzten noch weiter verpfuschtes) Auge durch ein Implantat zu ersetzen. Zu verdanken hat er diese Chance dem Professor Matana, seinem Boss, der in seinem Unternehmen alles bereit stellte, was zur Entwicklung nötig war und ihn, Ed Rosen als ersten Träger eines solchen Wundergerätes auswählte.</p>
<p>Jetzt trägt er es, dieses künstliche Auge. Die grausame Zeit seiner Jugend ist längst überwunden, denn damals kam zum wirklichen Leid auch noch das eingebildete dazu, das war seine Vorstellung, wie sehr er auf alle abstossend wirken musste, etwas das ihn mit dem Erwachsenwerden zumindest nicht mehr belastete.</p>
<p>Er erinnert sich genau, wie es war an jenem Morgen, als er dieser physischen Transformation seiner selbst zustimmte, wie es war, als er an jenem Morgen erwachte und meinte, anstatt seines Fußes einen Huf zu sehen. Dort wo sein Fuß sein sollte, sah er einen Huf unter der Decke heraus ragen! Und genau da entschloss er sich, zu zu dem Prototypen für einen neuen, technisch verbesserten Menschen zu werden.</p>
<p>Magisch und hypnotisch, diese beiden Attritute kamen mir schon beim Lesen von Stein&#8217;s Buch &#8220;Die Leinwand&#8221; in den Sinn und hier ist es wieder, dieses Gefühl: es beginnt ganz unscheinbar, unauffällig, beiläufig und doch &#8211; schon nach wenigen Absätzen haben  sich ganz eigene Welten aufgebaut. Die Welt im Kopf des Ed Rosen und die Welt um ihn herum.</p>
<p>In Rückblenden erzählt sich sein Leben, Schritt für Schritt nähern wir uns über die Jahre hinweg der Zukunft, die gleichzeitig die eigentliche Gegenwart des Buches ist. Dabei wechseln sich Abschnitte, in denen Tage, Wochen in wenigen Sätze beschrieben werden, ab mit Abschnitten, in denen es seitenweise um nur wenige Minuten in Eds Leben geht.</p>
<p>Das gibt dem Buch einen ganz eigenen Rythmus, in dem sich auch noch der (zeitliche) Standort verschiebt, in dem sich die Frage nach Gegenwärtigem oder Vergangenem meistens nicht zweifelsfrei beantworten lässt -  oder anders ausgedrückt: es ist nicht klar was heute geschieht, was nur eine Erinnerung an gestern ist, denn wir wissen lange gar nicht, wann diese Geschichte spielt.</p>
<p>Und dann, fast nebenbei, mitten drinnen im Buch, liest man eine sehr interessantes Statement zum Thema Soziale Netzwerke: wie schafft es zB. ein Unternehmen wie Facebook (aber auch viele andere, machen wir uns da keine Illusionen), Millionen Menschen jede beliebige Information heraus zu locken, sie eines Teiles ihrer (Persönlichkeits)Rechte zu berauben und sie dazu auch noch dauerhaft an sich zu binden. Etwas, das einfach das ganze Leben durchschaubar, transparent macht, das es mit einer Zeile, einem Bild, einem Video zerstören oder aufbauen kann, hält uns schon heute fest in seinem Griff. Wir aber wollen es nicht bemerken, halten uns selbst für stärker als das System.</p>
<p>Nun: in der gar nicht so fernen zukünftigen Gegenwart des Ed Rosen hat etwas über unsere köperliche und geistige Seite schon längst die Oberhand gewonnen und wir lassen es uns genauso wie heute frohen Mutes gefallen.</p>
<p><strong>Ein futuristischer Roman, der zutiefst in der Gegenwart verwurzelt ist.</strong><br /><strong>Eine spannender Thriller über das Ausufern der Dinge.</strong><br /><strong>Ein beeindruckendes Bucherlebnis.</strong><br /><strong>Eine besondere Empfehlung.</strong></p>
<p>PS: Warum das Buch den Titel &#8220;Replay&#8221; trägt, findet man beim Lesen heraus. Für mich aber könnte dieses Buch mit dem Titel &#8220;Replay&#8221; auch eine Art moderne Neuinszenierung &#8211; ein Replay &#8211; eines anderes Buches sein. &#8220;1984&#8243;.</p>
<p>PPS: Und warum ist Benjamin Stein mit seinem Blog <a href="http://turmsegler.net/20091021/turmsegler-benjamin-stein-hat-0-fans/">Turmsegler</a> auf Facebook?</p>
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		<title>Monica Kristensen: Suche</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 01:49:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Kristensen, Monica]]></category>
		<category><![CDATA[Monica Kristensen]]></category>

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		<description><![CDATA[Spröde. Das ist das erste Wort, das mir zu diesem Buch einfällt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1572" title="Suche" src="/wp-content/uploads/Suche.jpg" alt="" width="150" height="238" />Spröde. Das ist das erste Wort, das mir zu diesem Buch einfällt. Spröde und kalt. Spitzbergen ist der Schauplatz dieses Kriminalromans. Es ist Winter, das heißt ewige Nacht &#8211; die Bevölkerung der kleinen Insel wartet sehnsüchtig auf jenen Tag, an dem die Sonne wieder einmal den Horizont überqueren wird und damit der langen Winternacht ein Ende macht.<span id="more-1565"></span></p>
<p>Scheinbar friedlich leben die Menschen in Longyearbyen, der Hauptstadt von Spitzbergen. Man kennt einander. Einige wenige Fremde, die aus Gründen, die nur sie selbst kennen, ihren Wohnsitz auf dem Eiland nehmen, tupfen das &#8220;Einheitsgrau&#8221; mit etwas Farbe.</p>
<p>Die Stadt selbst hat wenig zu bieten, bis auf eines: Den Bergbau. Kohle wird dort abgebaut und zwar schon mehr als 100 Jahre lang und bis heute. Dieses Bergwerk sichert der Stadt die Existenz.</p>
<p>Dann verschwindet ein Kind, ein kleines Mädchen, aus dem örtlichen Kindergarten. Die Eltern sind ebenfalls &#8220;Zugereiste&#8221;, Fremde in Longyearbyen. Der Vater ist Bergbauingenieur, der im Kohlebergwerk der Stadt seine letzte berufliche Chance erhalten hat. Die Mutter, eine verhuschte, kleine, zarte Frau, die Arbeit im Kindergarten findet. Das dunkle Geheimnis? Der Mann trinkt und schlägt dann gerne zu &#8211; besonders seine Frau.</p>
<p>Und nun ist ihre gemeinsame Tochter weg, verschwunden &#8211; aber wohin? Und wer hätte ein Interesse an der Entführung eines Kindes?</p>
<p>Soweit so spannend. Monica Kristensen versteht ihr Handwerk &#8211; sie ist nicht nur Autorin sondern auch eine bekannte norwegische Polarforscherin. Sie schreibt wie die Landschaft in der ihre Geschichte spielt: Knapp, ohne viele Worte, eben spröde. Die Kälte kriecht aus jeder Seite.</p>
<p>Das ist aber auch einer der Kritikpunkte an diesem Buch: Die Figuren sind gut gezeichnet, aber sie bleiben merkwürdig distanziert und blutleer. Die Geschichte wird ausschließlich von außen geschildert, so &#8211; als blicke man durch eine dieser Schneekugeln. So ist die Handlung zwar durchaus interessant, hängen bleibt sie aber nicht.</p>
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		<title>Holt &amp; Holt: Kammerflimmern</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 01:42:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Holt, Anne & Even]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Anne und Even Holt]]></category>

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		<description><![CDATA[Stellen Sie sich vor, Sie sind herzkrank und leiden regelmäßig unter Kammerflimmern. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1570" title="Kammerflimmern" src="/wp-content/uploads/Kammerflimmern.jpg" alt="" width="150" height="250" />Stellen Sie sich vor, Sie sind herzkrank und leiden regelmäßig unter Kammerflimmern. Das bedeutet, Ihr Herz pumpt hektisch vor sich hin, kann aber keine ausreichende Blutmenge mehr transportieren &#8211; Sie sterben. Außer natürlich, ein Team von versierten KardiologInnen setzt Ihnen einen winzig kleinen Herzschrittmacher ein. Dieser erkennt es, wenn Ihr Herz unregelmäßig schlägt und sendet elektrische Impulse an ihr Herz, um den dessen Schlag wieder zu normalisieren.<span id="more-1566"></span></p>
<p>Wie werden nun diese winzigen Herzschrittmacher (sie werden übrigens unter dem Schlüsselbein implantiert und mittels Elektrode direkt mit dem Herzen verbunden) auf Ihren Herzschlag programmiert? Richtig! Mit Hilfe eines Computerprogramms. Und damit sind wir schon mitten in dieser spannenden Geschichte des Geschwisterpaares Anne und Even Holt. Sie &#8211; eine bekannte Thrillerautorin, er ein renommierter Kardiologe &#8211; gemeinsam für Gänsehautmomente ideal.</p>
<p>Ein bekannter Mediziner braucht einen Internen Cardiodefibrillator (so heißen diese Herzschrittmacher auf Medizindeutsch). Die Operation verläuft relativ problemlos. Die ebenso renommierte Herzchirurgin Sara Zuckerman setzt das Teil ein. Operation gelungen, Patient lebt&#8230; vorerst noch&#8230;</p>
<p>Sara Zuckerman ist Norwegerin, hat sich in den USA ihre Meriten erworben und ist nun als Chefärztin eines großen Krankenhauses in Oslo in ihre alte Heimat zurück gekehrt.</p>
<p>Zwei Tage nach dem Eingriff verstirbt jener Patient, dem sie den ICD erfolgreich eingesetzt hatte. Man denkt sich nichts dabei. So etwas kann schließlich passieren, auch der beste Schrittmacher kann den Herztod nicht immer verhindern.</p>
<p>Dann aber stirbt noch jemand, dem ein ICD dieses bestimmten Unternehmens eingesetzt wurde. Und Sara Zuckerman macht sich, gemeinsam mit ihrem Kollegen Ola Farmen auf die Suche nach den Ursachen für diese Todesfälle.</p>
<p>Soviel sei verraten: Sie kommen einem gewaltigen Komplott auf die Spur. Dieser Roman ist &#8220;Who`s done it?&#8221; auf allerhöchstem Niveau. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite.</p>
<p>Dabei nicht nur spannend erzählt. Die ProtagonistInnen erwachen zum Leben. Sara Zuckerman, die die USA verlassen hat, um ihr Taufkind zu adoptieren, dessen Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen sind. Ole Farmen, Familienvater mit fünf Kindern, Arzt und Ingenieur mit der richtigen Nase. Ein mächtiger Konzernchef, zerstörte Existenzen &#8211; dies alles findet sich in diesem Buch, das man kaum mehr aus der Hand legen kann.</p>
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		<title>Wiens erster Buch-Expressdienst: soziales Engagement inklusive</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/wiens-erster-buch-expressdienst-soziales-engagement-inklusive/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 08:51:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[Ab sofort gibt es einen Buch-Webshop mit einem Buch-Expressbotendienst für ganz Wien. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ab sofort gibt es einen Buch-Webshop mit einem Buch-Expressbotendienst für ganz Wien. Wer jemanden mit einem Geschenk überraschen möchte oder keine Zeit für Besuche hat… – kann nun völlig unkompliziert und kostengünstig ‚ein Buch auf Besuch’ schicken. <span id="more-1575"></span></p>
<p>Falls man rechtzeitig bestellt (lt. &#8220;Buchbesuch.at&#8221; wochentags bis 15:30 Uhr), erfolgt die Zustellung sogar noch am selben Tag.</p>
<p>Die Besonderheit dabei ist, dass dieses Projekt gemeinsam mit der Organisation JUGEND AM WERK umgesetzt wird. Die gesamte Buch-Expresszustellung – von der Geschenksverpackung bis hin zur logistischen Abwicklung und persönlichen Botenzustellung – erfolgt seitens der ‚<a href="http://www.jaw.at">JUGEND AM WERK Werkstätte &amp; Tagesstruktur Landstraße</a>’ – wodurch Menschen mit Behinderung ein kleiner, aber wichtiger Schritt in unsere Gesellschaft ermöglicht wird.</p>
<p>Detailinfos mit Zustellzeiten, Preisen, Online-Shop unter: <a href="http://www.buchbesuch.at">www.buchbesuch.at</a></p>
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		<title>Georges Simenon: Der Mörder</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/georges-simenon-der-morder/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 00:14:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Simenon, Georges]]></category>
		<category><![CDATA[Georges Simenon]]></category>

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		<description><![CDATA[Hans Kuperus ist ein Mörder. Ein eiskalter Mörder, der seine Tat ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1562" title="Der Mörder" src="/wp-content/uploads/Der-Moerder.jpg" alt="" width="150" height="266" />Hans Kuperus ist ein Mörder. Ein eiskalter Mörder, der seine Tat ein Jahr lang vorbereitete. Von dem Moment vor einem Jahr an, als er den anonymen Brief erhielt, durch den er von der Affäre seiner Frau erfuhr. Von diesem Moment an wuchs in ihm die Wut und nun hatte er es getan.<span id="more-1561"></span></p>
<p>Seine Frau und ihr Liebhaber sind tot, er hat beide umgerbracht. Einen raffinierten Plan hat er sich zurecht gelegt. Er, der sein Leben in den immer gleichen geregelten Bahnen zu leben pflegte, hatte diese Routine für diesen Moment durchbrochen und seine Frau und ihren Liebhaber erschossen.</p>
<p>Sicher, man würde ihn, den Mörder, früher oder später finden, aber bis dahin wollte er seinen Erfolg auskosten und sich daran erfreuen, wie er alle anderen hinters Licht geführt hatte. Und er wollte sich seinen Rang in der Gesellschaft wieder holen, alles, wobei ihm dieser Mann, der sich zu allem Überfluss auch noch seine Frau ins Bett geholt hatte, im Weg gestanden war.</p>
<p>Der unweigerlichen Bestrafung durch das Gesetz kann er somit getrost ins Auge sehen, wenn sie denn kommen würde. Doch nichts geschieht, der Doppelmord bleibt ungeklärt und Kuperus mit sich und seiner Tat alleine. Niemandem kann er sich mitteilen, alles muss er in sich selbst behalten.</p>
<p>So entsteht das Psychogramm eines Mörders, der über seine Tat immer wieder nachdenken kann und muss. So sehr er von Angang an damit rechnete, ausgeforscht zu werden, so sehr ist er nun darauf erpicht, unerkannt zu bleiben. Die Routine seines Lebens vermischt sich mit dem Misstrauen, dass er nun allem und jedem entgegenbringt. Nie ist ihm klar, ob es Einbildung ist, oder ob sich die Menschen ihm gegenüber nun anders verhalten. Die Kluft zwischen ihm und seinen Mitmenschen wird tagtäglich größer und er vermeint hinter jedem Blick hinter jedem Satz zu erkennen, dass man ihn für den Mörder hält.</p>
<p>Es ist ein Krimi von Georges Simenon und es ist einer ohne Maigret. Den vermisst man aber nicht wirklich, denn es ist auch ohne den Kommissar ein wirklich großer Krimi. Entstanden im Jahr 1937 hat man eine sehr moderne und aktuelle Form eines Psychothrillers in der Hand. Sein Entstehungsjahr merkt man diesem Roman nur anhand der Orte und Schilderungen des tägliches Lebens und der damaligen Lebensumstände an. Abgesehen davon könnte er auch im Jahr 2012 geschrieben worden sein.</p>
<p>Und wäre er im Jahr 2012 geschrieben und neu erschienen, dann wäre er unter dem besten des Jahres, fände sich mit Sicherheit in allen Bestenlisten (auch wenn sich hie und da ein paar logische Fehler eingeschlichen haben, aber die mag man beim Lesen selbst finden). Denn  &#8220;Der Mörder&#8221; ist einfach ein toller und beeindruckender Kriminalroman!</p>
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		<title>Tanja Kinkel: Das Spiel der Nachtigall (Hörbuch)</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/tanja-kinkel-das-spiel-der-nachtigall-horbuch/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 01:30:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historienromane]]></category>
		<category><![CDATA[Kinkel, Tanja]]></category>
		<category><![CDATA[Tanja Kinkel]]></category>

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		<description><![CDATA[Walther von der Vogelweide galt neben Wolfram von Eschenbach als einer der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1568" title="Das Spiel der Nachtigall" src="/wp-content/uploads/Spiel-der-Nachtigall.jpg" alt="" width="150" height="231" />Walther von der Vogelweide galt neben Wolfram von Eschenbach als einer der berühmtesten Minnesänger Europas. Und das nicht etwa, weil er so hehre Minnelieder sang. Vielmehr war der Sänger für seine scharfzüngigen Kritiken der herrschenden Verhältnisse berühmt und durchaus auch berüchtigt, für die er dennoch so spannende Worte fand, dass alle ihm beinahe lauschen MUSSTEN.<span id="more-1564"></span></p>
<p>In diesem Buch wird dem Minnesänger ein wunderschön erzähltes Denkmal gesetzt. Tanja Kinkel stellt ihm eine Frau zur Seite, die &#8211; mirabile dictu für die Zeit in der das Buch spielt, eine Ärztin ist.</p>
<p>Zwar ist die Figur der Begleiterin Walthers erfunden &#8211; es hätte sie aber immerhin geben können, denn im Mittelalter existierte im italienischen Salerno tatsächlich eine Medizinschule, die nicht nur Männer jedweder Konfession (damals ungewöhnlich genug), sondern auch Frauen zu Ärztinnen ausbildete.</p>
<p>Gelesen von Uve Teschner und Kathrin Fröhlich erwacht mit diesem Hörbuch ein farbiger mittelalterlicher Bilderbogen zum Leben. Denn die beiden ProtagonistInnen bewegen sich in heiklen Zeiten &#8211; mitten im heftigen Streit zwischen Welfen und Staufern um die Nachfolge auf den deutschen Königs- bzw. Kaiserthron. Und das ist beileibe keine Kleinigkeit: Von sämtlichen adeligen Haushalten abgesehen (die damals den deutschen König zu wählen hatten) bis hin zur höchsten Geistlichkeit (diesfalls des Papstes, der zu dieser Zeit in Avigno residierte) reicht das intrigante Spiel um Macht und Herrschaft.</p>
<p>Dazwischen sind es Menschen wie Irene, eine byzantinische Prinzessin, die wie eine Schachfigur (und damals für adelige Frauen üblich) mit dem deutschen Staufer Philipp verheiratet wird.</p>
<p>Da ist der intrigante Kaufmann Stephan, der alles daran setzen möchte, den Welfen Otto auf den deutschen Thron zu setzen. Dieser ist nämlich der Neffe des englischen Königs und könnte daher jede Menge Handelsprivilegien bringen.</p>
<p>Und da ist &#8211; neben Walther &#8211; Judith, die jüdische Ärztin und Nichte von Stephan, der zum Christentum konvertiert ist. Ihr Beruf ist ihr Berufung und dies wird von Tanja Kinkel ebenso spannend geschildert, wie das Leben und die Lieder Walthers.</p>
<p>Die Lesenden tauchen unglaublich tief in dieses Buch ein &#8211; erwecken die Charaktere zum Leben und nehmen die Hörende auf eine packende Reise ins Hochmittelalter mit. Empfehlung!</p>
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		<item>
		<title>Wolfgang Ruge: Gelobtes Land</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/wolfgang-ruge-gelobtes-land/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 02:26:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biographie]]></category>
		<category><![CDATA[Ruge, Wolfgang]]></category>
		<category><![CDATA[Eugen Ruge]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Ruge]]></category>

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		<description><![CDATA[Von einem, der, wie er glaubte und hoffte,  ins Land der Verheissung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1549" title="Gelobtes Land" src="/wp-content/uploads/Gelobtes-Land.jpg" alt="" width="150" height="231" />Von einem, der, wie er glaubte und hoffte,  ins Land der Verheissung zog und dessen Überzeugung dort auf eine harte Probe gestellt wurde. Der Weg des Wolfgang Ruge aus Nazideutschland in Stalins Sowjetunion und wieder zurück in die DDR.<span id="more-1548"></span></p>
<p>Ein Lebensweg, den man wohl eher als Leidensweg bezeichnen muss. Wolfgang Ruge durchlebte fast alles, was Europa im 20. Jahrhundert an Diktaturen und Diktatoren und an Unterdrückung zu bieten hatte, Flucht vor den Nazis, Straflager und jahrelange Verbannung im Gulag inklusive.  Er durch- und überlebte es, was er angesichts seiner Erlebnisse lange Zeit wohl nicht als selbstverständlich annehmen konnte.</p>
<p>Wolfgang Ruge kehrte im Jahr 1957 aus der Sowjetunion nach Deutschland zurück und wurde in der DDR einer der führenden Historiker. Liest man seine Erinnerungen, dann muss man sich die Frage stellen, warum er trotz all der Unterdrückung, die er unter Stalin erleiden musste, in einem kommunistischen Land leben wollte und konnte.</p>
<p>In den Jahren 1984-1986, rund 30 Jahre nach seiner Rückkehr, schrieb er den ersten Teil seiner Erinnerungen nieder, 1998-1999 und somit erst 10 Jahre nach dem Ende der DDR verfasste er den den zweiten Teil, in dem es Straflager, Verbannung und Rückkehr geht. Die Veröffentlichung blieb allerdings seinem Sohn Eugen Ruge vorbehalten, der die Manuskripte, fünf Jahre nach dem Tod des Vaters, aus Herausgeber in Buchform heraus brachte.</p>
<p>Es sind die Erinnerungen eines damals noch jungen Mannes, der in seinem Innersten (es öffentlich zu tun hätte wohl das sofortige Todesurteil bedeutet) die Politik unter Stalin in Frage stellte, der unter dieser Politik jahrelang zu leiden hatte, einzig wegen des Umstandes, dass er Deutscher war. Und das, obwohl er sich, schon lange bevor Hitlerdeutschland die Sowjetunion überfiel, für den Kommunismus entschieden hatte und nach Moskau gekommen war um von dort aus die Revolution in die Welt hinaus zu tragen. Er schildert eine Welt, in der sich die Mehrzahl der Menschen in ihr Schicksal fügt, in der das Regime den Hunger als Waffe einsetzte. Wer täglich ums Überleben kämpft, hat nicht die Kraft für Widerstand. Und viele Millionen hatten auch nicht die Kraft zum Überleben.</p>
<p>Die beiden ersten Teile des Buches muten fast wie eine Erzählung an, manchmal so, als ob Wolfgang Ruge über die Erlebnisse ines andere Menschen berichete. Die Emigration, die Jahre in Moskau, die zeit, in der das Regime Schritt für Schitt brutaler wurde.</p>
<p>Es ist der dritte Teil in dem der Irrsinn und die Qual fast körperlich spürbar werden. Es sind die Leidensjahre im Arbeitslager, dominiert von Hunger, Kälte, Intrige und Angst. Jetzt wird die Ausdrucksform härter, jetzt bekommt man den Hauch einer Ahnung und kann dabei kaum verstehen, wie all dies zu überleben war. Und dann, wenn man glaubt, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann (und als Mitteleuropäer des Jahres 2012 keine Ahnung hat, wie zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch jemand am Leben sein konnte), folgt ein Kapitel mit dem Titel &#8220;Die schlimmste Zeit beginnt&#8221;.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund ist es schwer zu verstehen, wie tief der Glaube an den Kommunismus als Zukunftsmodell in einem Menschen verankert sein konnte. Da vermochten auch die Verbrechen des Stalinismus nichts daran zu ändern, die Kenntnis vom Leiden und Sterben vieler Millionen Menschen. Marx, Engels, Lenin blieben über jeden Zweifel erhaben, ihre Lehren und ihr Vermächtnis das Ideal.</p>
<p>Wolfgang Ruge beschreibt seinen Lebensweg in den Jahren 1933 &#8211; 1956. Die Welt zu dieser Zeit wird lebendig, aber nicht so lebendig, dass man sich vorstellen könnte, wie es damals war &#8211; das kann man aus heutiger Sicht einfach nicht &#8211; aber so real und lebensnah erzahlt, wie es ihm nur möglich war. Dabei zieht er immer wieder eine Grenze zwischen dem war gerade geschieht (die Diktatur Stalins) und dem wie es sein sollte (der reine Kommunismus als gelobtes Land für die Menschen). Es ist diese Grenzziehung, die ihm wohl den fortgesetzten Glauben an diese Ideologie ermöglichte.</p>
<p>Wir werfen einen Blick auf das Innere von Geschehnissen, über die nicht mehr viele erzählen konnten, denn die meisten haben die Lager nicht überlebt. Dann, langsam nach Ende des Krieges, beginnen sich die Lebensumstände zu etwas verbessern, doch die entscheidene Veränderung lässt noch viele Jahre lang auf sich warten. Erst mit dem Tod Stalins im Jahr 1953 geht ein Aufatmen durch das riesige Land.</p>
<p>Ruge berichtet darüber, wie schnell sich die Verhältnisse ändern, wie schnell die Kritik am toten Diktator einsetzt, wie schnell sich schon auf die kleinsten Veränderungen die Hoffnung auf das endgültige  Entstehen eines menschlichen Kommunismus/des wahren Sozialismus  gründet. Doch das ist, wie wir wissen, letztendlich auch nur ein kurzen Aufflackern gewesen. </p>
<p>Vor kurzem habe ich <a title="Timothy Snyder: Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin" href="/2011/10/timothy-snyder-bloodlands-europa-zwischen-hitler-und-stalin/">Bloodlands</a> gelesen, die wissenschaftliche Aufarbeitung der Zeit Hitlers und Stalins. Wolfgang Ruges Erinnerungen sind dazu eine sehr wertvolle, enthüllende und ehrliche Ergänzung: so fühlte sich an, was die unfassbar grausamen Regime des 20. Jahrhunderts mit und aus den einzelnen Menschen machten. Und manchmal berichten beide Bücher in sehr ähnlicher Art und Weise von den gleichen Begebenheiten.</p>
<p>Für mich ein wichtiges und lehrreiches Buch zum Verstehen dieser Zeit. Und eines jener Bücher, die man nützen sollte, um die damals begangenen Verbrechen niemals zu vergessen.</p>
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		</item>
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		<title>Walter Fanta: Puschnig</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/walter-fanta-puschnig/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 00:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fanta, Walter]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Fanta]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Politik in Kärnten ist seit vielen Jahren ein praktisch unerschöpflicher Quell [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1442" title="Puschnig" src="/wp-content/uploads/Puschnig.jpg" alt="" width="150" height="250" />Die Politik in Kärnten ist seit vielen Jahren ein praktisch unerschöpflicher Quell an Kuriositäten, Peinlichkeiten und ein paar weiteren Eigenschaften, die beim Namen zu nennen die Gefahr eines gerichtlichen Nachspieles in sich bergen (weshalb ich sie nicht nenne, sondern es die Leserin/den Leser ersuche, sich selbst etwas auszusuchen).<span id="more-1441"></span></p>
<p>Anstatt sich also an einklagbare Fakten zu halten, kann man zwei unterschiedliche Dinge tun.</p>
<p>Variante 1 ist, einfach nur ein paar  Namen der Hautpdarsteller der Kärntner Provinzposse zu nennen und jede und jeder kann sich seinen Teil dazu vorstellen: Jörg Haider (vormals Landeshauptmann und Phaeton-Schnellfahrer, nun Landesheiliger), Stefan Petzer (immer auf der Suche nach einem sonnenstudiogebräunten Lebensmenschen/sonnenstudiogebräunt  immer auf der Suche nach einem Lebensmenschen), Gerhard Dörfler (das ist der Landehauptmann, der sich gerne mit einem Glas in der Hand in der Öffentlichkeit zeigt, ansonsten aber kaum erwähnenswert ist -  ausser vielleicht, dass gerichtlich festgestellt wurde, dass er&#8217;s nicht versteht), Uwe Scheuch (einer, der Englisch kann und dies mit dem Satz &#8220;Part Of The Game&#8221; grandios beweist und für den, wie für alle anderen auch, sicherheitshalber die Unschuldsvermutung gilt) und top-aktuell: Josef Martinz (für den 6 Millionen EURO für ein paar ausgedruckte Seiten auch nur ein Klacks sind, er muss das ja nicht aus eigener Tasche zahlen).</p>
<p>Variante 2 ist, eine Satire darüber zu schreiben, so wie es Walter Fanta getan hat. Das ist auch recht ungefährlich, vor allem dann, wenn man die Namen aus Variante 1 nicht nennt, sondern sich die Lebensgeschichte des Herrn Puschnig einfallen lässt (und nein, der Namen bedarf es nicht, um zu wissen, wen Walter Fanta meint). Im Unklaren bleibt dabei, ob Puschnig und seine Geschichte nicht doch etwa Realität sind/waren.</p>
<p>Ausnahmweise nehme ich für die Kurzbeschreibung des Buch-Inhaltes die Verlagstext, weil man kaum besser beschreiben kann:</p>
<p>Puschnig, der prototypische Kärntner, dient sich aus Ortstafeltälern ins Landeshauptmannsbett hoch und verschwindet 1990 als Zeuge eines ominösen Geschehens am Ulrichsberg. Der junge David P. stößt 2008 auf seine Fährte, recherchiert, entdeckt Grausliches, gerät in die Mühlen von Puschnigs Rache und in die Landeskatastrophe des 10./11. Oktober 2008. Die als Thriller/ Melodram getarnte Kärnten-Satire als Mittel der Katastrophenbewältigung lässt das Land über die Landespotentaten und die eigene Verführbarkeit lachen. Doch Kärnten ist überall.</p>
<p><em>(Variante 3 wäre, so wie einst Stermann &amp; Grissemann, ein paar der strammen Kärntner derart vorzuführen, dass man praktisch aus dem Land gejagt wird &#8211; das aber wollte sich Walter Fanta als Kärntner Bürger verständlicherweise nicht antun.)</em></p>
<p>Doch irrt man wenn man glaubt, dass es in Kärnten nur die Mitglieder der in die Jahre gekommenen Buberlpartie bei FPÖ, FPK, BZÖ sind, die für irritierende/skurrile  Schlagzeilen sorgen. Auch die Landesorganisationen von SPÖ und ÖVP lassen sich zum Thema Kleingeist und Machterhaltung schon seit Jahrzehnten nicht nachsagen, dass sie untätig wären (und hoffentlich habe ich jetzt keine der regionalen Gruppierungen vergessen, es täte mir leid..)</p>
<p>Wer also einen schrägen Blick auf das Kärntner Politbiotop werfen möchte, der/dem sei dieses kleine Büchlein ans Herz gelegt. Wenn man dazu noch regelmäßig die Nachrichten über Österreichs südlichstes Bundesland verfolgt, dann ist man rundum bestens unterhalten. Lei-Lei!</p>
<p><strong>Zum Weiterlesen: Infos aus dem Land der Politpossen<br /></strong>(eine kleine Auswahl)<strong><br /></strong></p>
<ul>
<li><a title="Link zu Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Part-of-the-Game-Aff%C3%A4re">Part of the Game</a></li>
<li><a href="http://derstandard.at/1326502895774/Causa-Birnbacher-Josef-Martinz-geht-als-Landesrat">Martinz tritt zurück (immerhin)</a></li>
<li><a href="http://www.florianklenk.com/2009/08/11/fall-eins-die-abgewurgten-ortstafel-ermittlungen/">Er versteht es halt nicht</a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=hhPnXxQA-s0">Dörfler und Strache auf YouTube: eine Posse fürs dumme Volk (dazu möchte ich nur sagen: rechts o)</a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=OULXKPYj7kU">Fehlurteile und Politjustiz &#8220;die Welt ist immer so böse zu uns&#8221;</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>H.G. Wells: Von kommenden Tagen</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/h-g-wells-von-kommenden-tagen/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 02:17:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Science Fiction]]></category>
		<category><![CDATA[Wells, H.G.]]></category>
		<category><![CDATA[H G Wells]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ein richtiger utopischer Roman. Aus der Sicht des ausgehenden 19. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1546" title="Von kommenden Tagen" src="/wp-content/uploads/Von-kommenden-Tagen.jpg" alt="" width="150" height="238" />Es ist ein richtiger utopischer Roman. Aus der Sicht des ausgehenden 19. Jahrhunderts erzählt H.G. Wells über das 22. Jahrhundert. Heraus gekommen ist dabei die Beschreibung einer Welt, die einerseits einiges enthält, das schon wahr geworden ist, andererseits wird von einer Gesellschaft berichtet, die noch weiter auseinander gedriftet ist, als wir es schon heute erleben.<span id="more-1545"></span></p>
<p>Beim Lesen hatte ich andauernd die Bilder von Fritz Langs &#8220;Metropolis&#8221; vor Augen. Genau so erschien mir Well&#8217;s Schilderung der Stadt im 22. Jahrhundert: ein Moloch, in dem oben die kleine Schicht der Besitzenden viel Sonnen abbekommt, darunter die große Masse der praktisch zu reinen Arbeitssklaven verkommenen Mehrheit im Dunklen schuftet und ohne Aussicht auf Besserung dahin vegetiert. Keine gute und schöne Welt also, vor allem dann nicht, wenn man kein Geld hat.</p>
<p>Für die Oberschicht gibt es vieles, das wir auch heute schon kennen (Smartphones, Linienflüge), aber auch soziale Zwänge, die für alle Menschen dieser Zukunft das Leben einschränken. Da hat Liebe im heutigen Sinn keinen Platz mehr. Das ist der Punkt, an dem die Geschichte von Elizebeth und Denton beginnt, die sich ineinander verlieben, auf die ganz klassiche, altmodische Art. Doch Elizebeths Vater hat einen anderen für sie ausgesucht, einen, der aus einer höheren sozialen Schicht kommt, als der arme und fast mittelose Denton.</p>
<p>Wie die beiden gemeinsam aus dem engen gesellschaftlichen  Korsett ausbrechen wollen, wie sie daran scheitern, in dieser Welt eine eigene Nische für ihre Liebe zu finden und wie am Ende doch Mitgefühl siegt. Darum geht es in dieser kleinen aber feinen Erzählung.</p>
<p>PS: Ist es jetzt ganz falsch, wenn man, Parallelen zur Gegenwart zieht? Ich glaube das darf man schon: wir leben zwar nicht übereinander gestapelt, aber so etwas wie eine Clique an der Sonne (ich sage nur Spekulation, Hedgefond, Bank) hält sich eine Mehrheit, die fürs Geld und für die Produktivität sorgt (Steuerzahler).</p>
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		<title>Josef Rainer: Das Leben des Benvenuto Cellini und der Diebstahl der Saliera</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/josef-rainer-das-leben-des-benvenuto-cellini-und-der-diebstahl-der-saliera/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 01:32:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer, Josef]]></category>
		<category><![CDATA[Josef Rainer]]></category>

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		<description><![CDATA[Das &#8220;Leben&#8221; der Saliera, des berühmtesten Salzfasses der Welt, erzählt in einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/Rainer.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1405" title="Der Diebstahl der Saliera" src="/wp-content/uploads/Rainer.jpg" alt="" width="150" height="210" /></a>Das &#8220;Leben&#8221; der Saliera, des berühmtesten Salzfasses der Welt, erzählt in einer Form, die dem durchaus bewegten Leben des kleinen Kunstwerkes und seines Schöpfers entspricht.<span id="more-1404"></span></p>
<p>Vom Diebstahl der Saliera haben wir alle gehört &#8211; zumindest wenn wir in Österreich wohnen. Denn nicht oft können wir in der Kategorie Kunstraub mit dem Rest der Welt mithalten. Die großen Diebe wenden sich lieber an publikumswirksamere Orte wie zB.  den Louvre in Paris.</p>
<p>Nun, da wir endlich auch unseren eigenen Jahrhundertraub hatten, war es folgerichtig und an der Zeit, dies auch künstlerisch umzusetzen.</p>
<p>Also schuf Josef Rainer ein Bilderbuch, in dem er die Geschichte des Kunstwerkes, über das Leben seines Schöpfers und jenes des Diebes erzählt.</p>
<p>Eine kleine Geschichte, in der man überraschen viel erfährt &#8211; so auch, dass Schöpfer und Dieb in gewisser Weise über die Jahrhunderte verbunden, in mancher Hinsicht Verwandte im Geiste sind. Nicht in jeder, denn der gute Benvenuto Cellini war nicht nur ein begnadeter Künstler sondern auch Mörder und Betrüger,</p>
<p>Ein amüsantes Heftchen, geeignet und unterhaltsam für Alt und Jung.</p>
<p>Zum Thema findet am im Web jede Menge Informationen, u.a.:</p>
<ul>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Saliera">Wikipedia</a></li>
<li><a href="http://derstandard.at/2313508">Der Standard</a></li>
<li><a href="http://www.zeit.de/2003/21/Der_Raub_der_Saliera">Zeit Online</a></li>
<li><a href="http://www.josefrainer.net">Josef Rainer</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Jean-Christophe Grangé: Das schwarze Blut</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/jean-christophe-grange-das-schwarze-blut/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 01:57:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grangé, Jean-Christophe]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-Christophe Grangé]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch einmal Gruselstimmung: Der französische Autor, den das &#8220;normale Böse&#8221; nicht interessiert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1541" title="Das schwarze Blut" src="/wp-content/uploads/Das-schwarze-Blut.jpg" alt="" width="150" height="237" />Noch einmal Gruselstimmung: Der französische Autor, den das &#8220;normale Böse&#8221; nicht interessiert, begibt sich erneut in die Untiefen eines Menschen, der Dinge tut, die für einen normal denkenden Menschen kaum oder gar nicht nachzuvollziehen sind.<span id="more-1537"></span></p>
<p>In die Tiefe entführt der Autor diesmal. Die Hauptperson, ein Franzose, ist ein Apnoetaucher. In Malaysia eines abscheulichen Verbrechens bezichtigt, setzt sich in Frankreich ein abgehalfterter Sensationsreporter auf die Spur dieses Verbrechens.</p>
<p>Früher angesehener Nachrichtenmann hat ihn der Tod seiner Verlobten zum erfolgreichen Paparazzo werden lassen &#8211; Einbrüche in die Villen Prominenter inklusive. Der Tod der englischen Prinzessin Diana schließlich hat ihn erneut eine andere Form der journalistischen Karriere suchen lassen: Nunmehr beschäftigt er sich intensiv mit den abscheulichsten Verbrechen.</p>
<p>Als Jaques Reverdi, jener Apnoetaucher, der eine junge Frau ermordet haben soll, in Malaysia ins Gefängnis geworfen wird und dort auf seine Hinrichtung wartet, will Mark Dupeyrat unbedingt heraus finden, was den Mörder zu seinen Verbrechen getrieben hat.</p>
<p>Er setzt sich auf seine Spur, bereist jene Gegenden in Asien, in denen Reverdi Morde vorgeworfen werden, bleibt allerdings erfolglos: Er findet gar nichts heraus.</p>
<p>Zurück in Paris, entwirft er einen Plan: Er tritt in Gestalt einer jungen Frau in Briefkontakt mit dem Mörder &#8211; und dieser Plan funktioniert schließlich. Reverdi springt auf die Erfundene an &#8211; ein reger Kontakt entwickelt sich, und Mark bricht erneut auf Spurensuche nach Asien auf &#8211; diesmal erfolgreich.</p>
<p>Grangé gelingt es wieder einmal, mit fesselnden Personen und einem ungemein herausfordernden Plot den Leser/die Leserin in seinen Bann zu ziehen. Er versteht es außerordentlich gut, die Leserin/den Leser auf falsche Fährten zu locken &#8211; und das Ende ist einmal mehr außerordentlich ungewöhnlich. Lesenswert.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Michael Hjorth, Hans Rosenfeldt: Der Mann, der kein Mörder war</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/michael-hjorth-hans-rosenfeldt-der-mann-der-kein-morder-war/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 01:06:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hjorth, Michael]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Rosenfeldt, Hans]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Rosenfeldt]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Hjorth]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Sie werden es lieben, ihn zu hassen&#8221; steht auf dem Buchrücken hinten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1543" title="Der Mann, der kein Mörder war" src="/wp-content/uploads/Der-Mann-der-kein-Morder-w.jpg" alt="" width="150" height="231" />&#8220;Sie werden es lieben, ihn zu hassen&#8221; steht auf dem Buchrücken hinten drauf und das trifft es genau. Gemeint ist damit aber nicht der Mörder, der ja laut Titel gar keiner ist, sondern der Kriminalpsychologe Sebastian Bergmann. Und dann ist der Untertitel auch noch &#8220;Die Fälle des Sebastian Bergmann&#8221; &#8211; na toll, ein bekennender Ungustl, ein, Zitat,  &#8220;sozialer Super-Gau&#8221; als Hauptdarsteller eines Krimis!<span id="more-1542"></span></p>
<p>Dabei ist Bergmann nicht der einzige, den man nicht mögen wird in diesem Buch. Aber keine Angst, es gibt auch die Guten und Sympathischen, die Mitglieder der Mordkommission unter Kommissar Torkel Höglund.</p>
<p>Zum Einsatz kommt die Gruppe nach einem Mord an einem Teenager. Ein Ritualmord, so wird die Tat von den Medien genannt, denn was anderes soll es sein, wenn dem Opfer das Herz heraus gerissen wird. Eine schwedische Kleinstadt wird zum Schauplatz von Ermittlungen, Gerüchten und falschen Spuren. Der Täter beobachtet die Polizei bei ihrer Arbeit, versucht sie auf falsche Fährten zu locken. Doch auf Dauer kann das nicht gelingen, immer mehr rückt die Privatschule, die das Mordopfer besuchte, in den Mittelpunkt des Geschehens. Eine Schule, zu der Bergmann auch noch sein ganz persönliches und spezielles Verhälnis hat.</p>
<p>Bergmann, der Ungustl, ermittelt zunächst gar nicht mit, nur ein Zufall führt ihn zum Ermittlungsteam. Er hat seine eigenen Pläne, die Mordermittlung interessiert ihn im Grunde überhaupt nicht, doch er braucht das Informationsnetzwerk der Polizei um für sich selbst Informationen zu sammeln. Also spielt er seinem früheren Kollegen Höglund ungeniert eine Charade vor, heuchelt Interesse und schafft es prompt, ins Team aufgenommen zu werden. Sehr zum Missfallen der anderen Teammitglieder.</p>
<p>Doch das Unerwartete tritt ein: war es zu Beginn nur pures Eigeninteresse, das Bergmann zum Team stossen ließ, so wächst in ihm fast unmerklich und gegen seinen Willen die Faszination an der Arbeit und bald schon findet er sich ungeplant, dafür aber umso engagierter mitten drin.</p>
<p>Es ist fast wie in einem Film. Wie in einem guten und intelligentem Kriminalfilm. Wie auch immer die Autoren das hinbekommen haben, jedenfalls konnte ich die Ereignisse wie auf einer imaginären Leinwand mit verfolgen, so real und lebensecht erschienen mir die Charaktere, die Orte, die Ereignisse  (Aber das ist in Wahrheit ja auch kein Wunder, immerhin kommen die beiden aus der TV-Branche).</p>
<p>Auch wenn die Sache mit dem heraus gerissenen Herzen recht grauslich klingt, so wird uns beim Lesen jegliches Detail dazu (zum Herausreissen nämlich) erspart und auch sonst bleibt es &#8211; eher untypisch für skandinavische Krimis, könnte man sagen &#8211; eine recht blutarme Handlung. Dafür aber umso spannender und vor allem sehr logisch und realistisch: ich hatte immer das Gefühl, dass es genau so passieren muss, dass die Arbeit der PolizistInnen genau so abläuft.</p>
<p>Ich mag Krimis, in denen die Ermittlungsarbeit im Mittelpunkt steht. Wenn man genau miterleben kann, wie die Spuren analysiert, die Hinweise ausgewertet und schlussendlich die Lösungen gefunden werden. Wenn man also beim Lesen ganz genau nachvollziehen kann, wie sich die Sache entwickelt, wo man gerade steht und man auch selbst mitdenken (und mitspekulieren) kann. Genau so ein Krimi ist dieses Buch. Ein Erstling, der daher kommt kommt wie ein ganz großer.</p>
<p>Zurück zum Untertitel: der lautet &#8220;Die Fälle des Sebastian Bergmann&#8221; und das kann doch &#8211; denn in diesem Buch geht es nur úm einen Fall &#8211; nur bedeuten, dass noch mehr kommt!?<br />Das will ich aber auch hoffen!</p>
<p>PS: nicht zu verachten ist, dass man jede Menge Buch (fast 600 Seiten) fürs Geld bekommt !</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Diana Beate Hellmann: Ich fang nochmal zu leben an</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/diana-beate-hellmann-ich-fang-nochmal-zu-leben-an/</link>
		<comments>http://www.literatur-blog.at/2012/01/diana-beate-hellmann-ich-fang-nochmal-zu-leben-an/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 01:53:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biographie]]></category>
		<category><![CDATA[Hellmann, Diana Beate]]></category>
		<category><![CDATA[Diana Beate Hellmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie ist schön, sie ist erfolgreich, sie verdient viel Geld, und sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1540" title="Ich fang nochmal zu leben an" src="/wp-content/uploads/Ich-fang-nochmal-zu-leben-a.jpg" alt="" width="150" height="221" />Sie ist schön, sie ist erfolgreich, sie verdient viel Geld, und sie säuft sich beinahe zu Tode. In diesem Buch der Autorin von &#8220;Zwei Frauen&#8221; kann Diana Beate Hellmann erneut all jene Talente ausspielen, die sich in ihren Romanen nur so schwer finden lassen: Ehrlichkeit, Klarheit im Ausdruck und eine Geschichte, der die Leserin/der Leser sich kaum entziehen kann.<span id="more-1536"></span></p>
<p>Die knapp 40jährige lebt in ihrer Wahlheimat Los Angeles. Und sie trinkt täglich mindestens eine Flasche Wodka. Das fängt schon morgens an: Um aus dem Bett zu kommen, muss zuerst einmal ein Schluck aus der Pulle genommen werden.</p>
<p>Lange Zeit, sehr lange Zeit gelingt es ihr, ihre Sucht vor ihren FreundInnen und ihrer Mutter, die in Deutschland lebt, zu verbergen. Aber irgendwann einmal kommt sie an den Punkt an dem sie merkt: Jetzt geht es nicht mehr. Und: Ich brauche Hilfe.</p>
<p>Sie checkt in der wohl berühmtesten Entzugsklinik der Welt ein: Betty Ford und erlebt, ihren eigenen Angaben zufolge, wie sehr sich AmerikanerInnen und EuropäerInnen voneinander unterscheiden. Im Mittelpunkt der Therapie in der Betty Ford Clinic stehen die Anonymen AlkoholikerInnen und die Tatsache: In der Gruppe bist du aufgehoben, allein bist du verloren.</p>
<p>Nun, wenn eine solche Theorie auf eine Person trifft, die eigentlich liebend gern mit sich allein ist, kann das fast nur schiefgehen. Und so erlebt die Autorin es auch. Sie hasst die gezwungene Gruppenatmosphäre, sie dürstet förmlich danach, allein mit ihren vielen neuen, nüchternen Gedanken zu sein. Denn nüchtern ist sie inzwischen. War sie noch volltrunken in der Entzugsklinik angekommen, hatte sie den körperlichen Entzug relativ rasch hinter sich gebracht.</p>
<p>Wie knapp die Zeit war, erfährt sie im Laufe ihres Aufenthalts: Hätte sie weiter getrunken, wäre sie wohl relativ rasch gestorben. Nun ist sie aber nüchtern. Und sie weiß: Ich halte das hier nicht aus. Freiwillig &#8211; in Österreich würde man sagen &#8220;Auf revers&#8221; verlässt sie die Entzugsklinik.</p>
<p>Und was jetzt? Sie weiß, sie darf nicht mehr trinken &#8211; und sie will auch nicht mehr. Dennoch verfällt sie in eine tiefe Depression. Die sehr enge Bindung an die Mutter (ihr Vater ist vor vielen Jahren an seiner Alkoholkrankheit zugrunde gegangen) hilft ihr auch nicht bei ihrer Gesundung. Also tut sie etwas, von dem sie gedacht hätte, dass sie es niemals tun würde: Sie besucht einen Psychiater. Und hat &#8211; zum ersten Mal in ihrem Leben &#8211; die Möglichkeit, den Ursachen für ihre Alkoholkrankheit auf den Grund zu gehen.</p>
<p>In ihrem Nachwort schreibt sie als letzten Satz: Am Ende ist unwichtig, wie man es schafft. Was zählt, ist einzig und allein, dass man es schafft.</p>
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		<title>Miriam Pharo:  Isar 2066 Fall 1 &#8211; Jimmy der Mops</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 01:21:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Pharo, Miriam]]></category>
		<category><![CDATA[Miriam Pharo]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum gerät man etwas mehr als 50 Jahre in die Zukunft,  schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1534" title="Isar 2066 Fall 1 - Jimmy der Mops" src="/wp-content/uploads/Isar-2066.jpg" alt="" width="150" height="212" />Kaum gerät man etwas mehr als 50 Jahre in die Zukunft,  schon erkennt man die eigene Welt nicht mehr. Detektiv Lucio Verdict lebt und arbeitet neuerdings (wir schreiben das Jahr 2066) in München. Nehmen wir aber einfach einmal an, dass es zu dieser Zeit auch anderswo so ähnlich ausieht: viel Technik, wenig Platz, kaum Natur und ein Hauch von Big Brother &#8211; nun eben genau so wie es unweigerlich kommen muss, wenn wir es in unserer Gegenwart einfach so weiter treiben.<span id="more-1533"></span></p>
<p>In diesem Kurz-Science Fiction-Kriminal-Fantasy-Roman hat Lucio seinen ersten Klienten in München. Ein Coiffeur (ja die gibts auch im Jahr 2066 noch) mit einem kleinen Sprengsatz in der Brust.  Dieser behindert ihn &#8211; es handelt sich beim Opfer um Jimmy &#8220;den Mops&#8221; Marquard &#8211; zwar praktisch nicht, ist aber ansonsten eine recht unerfreuliche Beeinträchtigung.</p>
<p>Unerfreulich, denn erstens hat Jimmy keine Ahnung, wie das Ding in seine Brust gekommen ist, zweitens nahm jemand in der beigefügten Botschaft Anleihen bei Wilhelm Busch und eben diese zwingt Jimmy drittens zu lautstarker Konversation.</p>
<p>Also dann: Lucio übernehmen Sie!</p>
<p>Miriam Pharo braucht gar nicht viele Seiten, um das Szenario dieser Zukunftswelt zu entwickeln und sie verzichtet dabei auch nicht auf den einen oder anderen Seitenhieb auf unsere Gegenwart. Flott, rasant und phantasievoll sind nur ein paar der durchwegs positiven Attribute, die für den Stil dieses Romanes zutreffen.</p>
<p>Der macht Spaß beim Lesen, nimmt sich nicht ernst, beschreibt aber gleichzeitig ein paar durchaus ernstzunehmende Perspektiven. </p>
<p>&#8220;Isar 2066&#8243; gibt es nur als E-Book. Das ist, zumindest für mich, recht schade, denn für mich wird es erst ein Buch, wenn es im Regal stehen kann. Weil das so ist, wäre ich von alleine nie dazu gekommen und es bedurfte eines kleinen Hinweises durch die Autorin selbst &#8211; danke dafür!</p>
<p>Denn jetzt bin ich ein Fan und freue ich mich schon auf weitere Fälle! (auch wenn es nicht wirklich ein Krimi ist)</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Diana Beate Hellmann: Aus Liebe zu ihm</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 01:32:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hellmann, Diana Beate]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Diana Beate Hellmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Ihr erinnert Euch vielleicht noch: Diana Beate Hellmann ist jene Autorin, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1532" title="Aus Liebe zu ihm" src="/wp-content/uploads/Aus-Liebe-zu-ihm.jpg" alt="" width="150" height="223" />Ihr erinnert Euch vielleicht noch: Diana Beate Hellmann ist jene Autorin, die vor einigen Jahren mit der Geschichte ihrer Krebserkrankung, die unter dem Titel &#8220;Zwei Frauen&#8221; erschienen ist, einen Weltbestseller landete. Seitdem schreibt Sie &#8211; mit teilweise erheblichem Erfolg &#8211; weitere Bücher. Soweit &#8211; so gut.<span id="more-1530"></span></p>
<p>Wenn Sie eigene Erfahrungen verwertet, so ist das meist sehr spannend, zumal Frau Hellmann extrem ehrlich gegen sich selbst ist. Wenn Sie aber meint, eigene (oder die Erfahrungen anderer, so genau ist das bei diesem Buch nicht ersichtlich) Erfahrungen auch noch in eine spannende Handlung einbetten zu müssen, so ist dies zum Scheitern verurteilt.</p>
<p>Dies gilt auf jeden Fall für dieses Buch. Es geht erneut um eine Grenzerfahrung &#8211; und daran ist das Leben der Autorin wahrlich nicht arm &#8211; wie in einer weiteren Rezension, die morgen folgt, zu lesen sein wird: Ihr Mann, den sie sehr liebt, erkrankt an Prostatakrebs.</p>
<p>Was sie da erzählt, ist durchaus spannend und nachvollziehbar: Sie beschreibt die Ängste, die ein Paar mittleren Alters hat, wenn einer der beiden an Krebs erkrankt. Wunderbar offen und ehrlich ist zu lesen, was auf einen Mann zukommt, der sich einer radikalen Prostatektomie (einer Komplettentfernung der Prostata) unterziehen musste.</p>
<p>Auch auf die Veränderungen, die das für eine Paarbeziehung mit sich bringt, geht sie, erfreulicherweise, viel offener ein, als das in anderen Werken zu lesen ist. Vor allem diese Ehrlichkeit, auch sich selbst und ihrem Partner (wenn es sich denn um die beiden handelt) ist frappant und manchmal direkt körperlich schmerzhaft. So wird der Partner durchaus nicht immer liebenswert dargestellt, sondern wohl eher so, wie er ist, ein ziemlicher Chauvinist. Und die Ich-Erzählerin? Neurotisch ist noch das netteste Wort, das mir dazu einfällt.</p>
<p>Gerade deshalb ist dieser &#8211; in der Reihe &#8220;Erfahrungen&#8221; erschienene Band &#8211; trotzdem lesenswert.</p>
<p>Wieso allerdings diese an sich schon mehr als tragfähige Geschichte unbedingt in eine abstruse Serienmörderstory eingepackt werden musste, verstehe ich nicht. Sollte dies das Buch &#8220;spannender&#8221; machen? Mehr &#8220;romanhafter&#8221;? Meiner Ansicht nach ist das nicht nur nicht notwendig, sondern macht einen interessanten Erfahrungsbericht zu einem verschwurbelten Roman. Und das ist schade.</p>
<p>Müsste ich spekulieren, würde ich sagen, sie tut das, um das Geschehene aus einer distanzierteren Position betrachten zu können; um die eigene Geschichte nicht zu nah an sich heran lassen zu müssen. Das ist nicht gelungen und wertet das Buch, das an sich sehr interessante Informationen für Betroffene liefert, deutlich ab.</p>
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		<title>Helmut A Gansterer, Christiane Scholler: Erwin Pröll &#8211; Profil eines Politikers</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 07:53:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biographie]]></category>
		<category><![CDATA[Gansterer, Helmut A]]></category>
		<category><![CDATA[Scholler, Christiane]]></category>
		<category><![CDATA[Christiane Scholler]]></category>
		<category><![CDATA[Helmut A Gansterer]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ausserhalb des Landes Niederösterreich der Name &#8220;Erwin Pröll&#8221; fällt, dann rollen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1528" title="Erwin Pröell" src="/wp-content/uploads/Erwin-Proell.jpg" alt="" width="150" height="241" />Wenn ausserhalb des Landes Niederösterreich der Name &#8220;Erwin Pröll&#8221; fällt, dann rollen die meisten mit den Augen, fallen wenig schmeichelhafte Bezeichungen wie &#8220;Landeskaiser&#8221;, &#8220;Parteibonze&#8221; (das sind noch die freundlichsten, weiteres dazu lasse ich unerwähnt, sonst verklagt mich noch jemand) und alle freuen sich, dass in ihrem eigenen Bundesland der Pröll nicht an der Spitze der Landesregierung sitzt.<span id="more-1527"></span></p>
<p>Über einen Politiker, der für die meisten ÖsterreicherInnen wohl der Inbegriff des Politik-Machtmenschen ist, haben Helmut Gansterer und Christiane Scholler ein Buch geschrieben, das bislang unbekannte Einblicke in den Menschen Pröll verspricht. Schön, denkt man sich da, warum nicht, vielleicht ist das Bild des Erwin Pröll ja ein ganz falsches und in Wahrheit ist er ein ganz lieber und umgänglicher Mensch. Und außerdem schätz(t)e ich Helmut Gansterer noch aus seiner Zeit beim &#8220;Trend&#8221;, als pointiert und zielsicher formulierenden Journalisten.</p>
<p>Das also war die Ausgangsbasis.</p>
<p>Gleich vorweg: das Ergebnis ist gleichsam erschütternd wie peinlich.</p>
<p>Was man geliefert bekommt, ist eine völlig unkritische Betrachtung des Erwin Pröll, die dieser den beiden AutorInnen sichtlich direkt in die Tastatur diktiert hat (wer hat das kürzlich auch noch gemacht? Genau! Der Herr von und zu Guttenberg!). Nicht nur unkritisch sondern gleichsam verklärend. Ein Politiker, der &#8211; verkauft wird uns LeserInnen das im Buch als &#8220;Zitate&#8221; &#8211; anscheinend in der Lage ist, Gedanken und Sätze aus dem Stegreif zu formulieren, wie sie jeden großen Lyriker und Denker vor Neid erblassen lassen, einer, der aber gleichzeitig -  ganz,  ganz ehrlich und wirklich -  einer von uns Normalsterblichen geblieben ist. Ist das nicht schön?! Er ist einer, der zu allem eine,  und dann auch immer genau die richtige, Meinung hat. Von dem Mann können wir noch so viel lernen.</p>
<p>Ganz lieb sind auch die &#8220;Handschriftlichen Notizen&#8221; des E.P., die man als Scan im Buch bewundern kann. Welch wunderbare Handschrift, welch wunderbare Gedanken uns da geboten werden &#8211; und anscheinend ganz spontan hingeschrieben und den beiden AutorInnen überreicht. Einfach nur schön und ergreifend.</p>
<p>Das alles ist ein paar Seiten lang amüsant, wird aber, weil es bis zum Ende dieses Buches in einer schier endlosen Leier und Lobhudelei dahin geht, bald langweilig und schlussendlich nur noch peinlich. Nichts wird hinterfragt, alles ist echt und ursprünglich, alles ist voll super und toll.</p>
<p>Erwin, der Freund der Mächtigen dieser Welt (untermauert mit so wunderschönen Bildern), der gütige Landesvater, der gute Übermensch, der uns behütet, für uns denkt und uns mit liebevoller Hand lenkt. Mariazell würde sich da für die Seligsprechung schon zu Lebzeiten direkt anbieten und irgendwer wird sich sicher bereit finden, mindestens ein Pröll&#8217;sches Wunder zu bestätigen. Personenkult vom Feinsten!</p>
<p>Auffallend ist, dass es zu diesem Buch bisher praktisch keine Besprechungen gibt, die über den vom Styria-Verlag herausgegebenen Pressetext hinaus gehen. Gefunden habe ich vielfache Erwähnung in den ÖVP Haus-und-Hof-Medien (inkl. ORF-NÖ, Niederöst. Nachrichten, etc.) aber wirklich gelesen hat es anscheinend kaum jemand. Ist aber auch logisch, denn wenn kritische Seitenblicke gänzlich fehlen, wie ernst kann man ein solches  Buch überhaupt nehmen?</p>
<p>Und genau an diesem Punkt macht sich bei mir Unverständnis breit: wie konnte ein ansonsten professionell kalkulierender Politiker (so hätte ich ihn bisher eingeschätzt) wie Erwin Pröll glauben, dass eine derart augenscheinliche Selbstbeweihräucherung ihm nützen könnte und warum hat er es also gemacht? Seinen gläubigen Jüngern muss er sowieso nichts mehr beweisen, alle anderen wird er damit mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht für sich gewinnen, eher abstossen. Bleibt nur anzunehmen, dass mit diesem Buch schlicht und ergreifend die Eitelkeit befriedigt werden sollte: wenn man ihn schon nicht als Bundespräsident haben will, dann bitte wenigstens eine Laudatio in Buchform mit einem echt coolen (!) Coverbild vorne drauf.</p>
<p>Fazit: reinster Personenkult in Wort und Bild, über den sich wahrscheinlich auch der selige Kim-Jong Il gefreut hätte. Da kann man sich nur erstaunt die Augen reiben und das Buch erschüttert aus der Hand legen.</p>
<p>PS: Frau Scholler kannte ich bislang nicht, da ist also auch nichts zu revidieren. Meine Meinung über Herrn Gansterer hat sich allerdings nach diesem Buch drastisch geändert, denn mit Journalismus hat das rein gar nichts zu tun, das ist nur noch willfährige &#8220;Hofschreiberei&#8221;.</p>
<p>PPS: weil ich nicht glaube, dass man den Herrn Pröll ausserhalb Österreichs oft kennt und auch als kleine, stimmungsvolle Ergänzung zum Buch: <a title="Link zu YouTube" href="http://www.youtube.com/watch?v=X2MLSZeEoUM">hier ein kleines Beispiel </a></p>
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		<title>Camilla Läckberg: Die Töchter der Kälte</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/camilla-lackberg-die-tochter-der-kalte/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 01:09:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Läckberg, Camilla]]></category>
		<category><![CDATA[Camilla Läckberg]]></category>

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		<description><![CDATA[Der dritte Roman rund um die Schrifstellerin Erica Falck und den Kriminalkommissar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1526" title="Die Töchter der Kälte" src="/wp-content/uploads/Tochter.jpg" alt="" width="150" height="246" />Der dritte Roman rund um die Schrifstellerin Erica Falck und den Kriminalkommissar Patrick Hedström trifft die beiden tief: Ein Kind ist ermordet worden. Die siebenjährige Sara wird im eiskalten Meer gefunden. Schon bald stellt sich allerdings heraus, das war nicht der Ort ihres Todes. Sie wurde in einer Badewanne ertränkt.<span id="more-1515"></span></p>
<p>Die beiden haben vor wenigen Monaten eine kleine Tochter bekommen, was den Fall unangenehm nahe an sie heranbringt. Mit der Mutter der kleinen Sara hat sich ERica in den Monaten zuvor angefreundet. Außerdem leidet die junge Mutter unter einer Depression: So hat sie sich die Mutterschaft nicht vorgestellt: Maja, die kleine Tochter, will niemals schlafen, ständig gestillt werden und stellt die Geduld ihrer Mutter auf eine harte Probe.</p>
<p>Patrick, der sich sehr über seine Tochter freut, ist dennoch froh, jeden Morgen das Haus verlassen zu können, um zur Arbeit zu gehen &#8211; wenn auch mit schlechtem Gewissen. Er ist hin- und hergerissen zwischen einer Mordaufklärung und dem Wunsch, mehr für Frau und Kind da sein zu können.</p>
<p>Dazwischen platzt Anna, Ericas Schwester, die sich &#8211; im zweiten Band &#8211; endlich von ihrem prügelnden Ehemann getrennt hatte &#8211; und die nun wieder zu ihm zurück gekehrt ist, weil er sie unter Druck gesetzt hat.</p>
<p>Und auch hier folgt die Krimiqueen wieder einem bewährten Muster (was das Buch deshalb nicht weniger spannend macht): Es sind die Schatten der Vergangenheit, die jene, die in den Mordfall verwickelt sind, immer wieder einholen.</p>
<p>Warum benimmt sich Niclas, der Vater von Sara so eigenartig, was sein Alibi angeht? Was hat der Nachbarschaftsstreit zwischen Charlottes Mutter und Kaj Wiberg mit dem Mord zu tun &#8211; und welche Rolle spielt Charlottes Stiefvater in der ganzen Geschichte?</p>
<p>Viele Fragen, auf die wir LeserInnen, Camilla Läckberg nur zu gerne folgen &#8211; und erneut mit Überraschung reagieren, wenn sich letzten Endes zeigt, wer das Kind ermordet hat und warum &#8211; und wieso sie möglicherweise nicht das einzige Mordopfer gewesen ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Camilla Läckberg: Der Prediger von Fjällbacka</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 01:06:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Läckberg, Camilla]]></category>
		<category><![CDATA[Camilla Läckberg]]></category>

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		<description><![CDATA[Der zweite Fall des kriminalistischen Duos Erica Falck und Patrick Hedström führt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1524" title="Der Prediger von Fjällbacka" src="/wp-content/uploads/Prediger.jpg" alt="" width="150" height="247" />Der zweite Fall des kriminalistischen Duos Erica Falck und Patrick Hedström führt zurück in jene Tage Schwedens, in denen ein wahrlich gottesfürchtiges Freikirchlertum die Menschen rund um Fjällbacka, in festem Griff hielt. Der Pastor Henric Schartau fand in diesem Flecken Erde, auf dem die Menschen vor allem von der Fischerei lebten, viele Anhänger. Der Schartauanismus findet sich in Spuren immer noch in Fjällbacka, dem Ort des kriminellen Geschehens in diesem Roman.<span id="more-1514"></span></p>
<p>Erica und Patrick sind nunmehr schon seit einer Weile ein Paar und erwarten ihr erstes Kind. Diesmal spielt die Handlung vor der Kulisse des schwedischen Sommers, in der vor allem Horden von TouristInnen die kleinen Orte rund um Fjällbacka heimsuchen. Die Fischerei bringt schon lange nichts mehr ein. Deswegen hat sich die Gegend &#8211; sehr erfolgreich &#8211; auf den Sommertourismus verlegt.</p>
<p>Auch unser Paar macht Ferien, die Hitze drückt die Stimmung (vor allem der hochschwangeren Erica) und mitten in diese Situation hinein findet ein kleiner Junge in einer Schlucht (die gibt es wirklich &#8211; darin wurden etwa Szenen des Filmes &#8220;Ronja Räubertochter&#8221; gedreht) die Leiche einer jungen Frau.</p>
<p>Damit nicht genug &#8211; unter der Toten werden die Skelette zweier weiterer Frauen gefunden, die ebenso ermordet wurden.</p>
<p>Das &#8220;Who`s done it entwickelt sich zu einer Spurensuche, die bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts zurückreicht und immer wieder bei einer Familie ankommt: Den Hulds. Diese Familie, die auf einen freikirchlichen Pastor zurückgeht, der die Menschen mit seiner Stimme, seinem Glauben und seiner Art zu predigen, in den Bann zog, ist seit vielen Jahren tief gespalten: Hier der Zweig, der den gut gehenden Gutshof geerbt hat, dort eine verwahrloste Familie, deren Oberhaupt Solveig und deren beide Söhne Johan und Robert vor allem jenen Zeiten nachtrauern, in denen sie noch in der Gunst des Familienpatriarchen, jenes Ephraim Huld, standen.</p>
<p>Nicht zu vergessen Jacob, Enkelsohn von Ephraim, der ebenfalls freikirchlicher Pastor ist und sich der &#8220;Rettung&#8221; Jugendlicher verschrieben hat, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind &#8211; Glaubensunterweisung inklusive.</p>
<p>Daneben wirft Camilla Läckberg immer wieder Schlaglichter auf Ericas Familie, wie etwa ihre Schwester Anna, die scheinbar unrettbar in den Klauen eines misshandelnden Ehemanns gefangen ist.</p>
<p>Die Autorin versteht es, nachvollziehbare Charaktere zu schaffen, die sehr lebendig und mehrdimensional daher kommen. Die Geschichte zieht die Leserin/den Leser in ihren/seinen Bann. Über stark verästelte Wege beginnt sich langsam ein möglicher Täter/eine mögliche Täterin abzuzeichnen &#8211; aber: Wer war es wirklich? Und wird sich Anna, Ericas Schwester, nun endlich doch von ihrem prügelnden Ehemann lösen können?</p>
<p>Spannung pur: Von der ersten bis zur letzten Seite.</p>
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		<title>Pulpmedia GmbH (Hrsg.): Nutella hat Lichtschutzfaktor 9,7</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/pulpmedia-gmbh-hrsg-nutella-hat-lichtschutzfaktor-97/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 01:02:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Pulpmedia]]></category>

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		<description><![CDATA[Entstanden aus der Facebook-Seite &#8220;Unnützes Wissen&#8221; liegt hier ein Buch vor, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1522" title="Nutella hat Lichtschutzfaktor 9,7" src="/wp-content/uploads/Nutella.jpg" alt="" width="150" height="233" />Entstanden aus der Facebook-Seite &#8220;Unnützes Wissen&#8221; liegt hier ein Buch vor, das zum Zeitvertreib wunderbar geeignet ist. Vor allem für jene LeserInnen, die &#8220;unnützes Wissen&#8221; zu schätzen wissen.<span id="more-1512"></span></p>
<p>In kurzen Sätzen erfährt man weltbewegende Dinge, wie etwa, dass die meisten Katzen laktoseintolerant sind, also keine Milch vertragen, oder dass es verboten ist, in der englischen Westminster Abbey zu sterben (weil wer in dieser Kirche stirbt, das Anrecht auf ein Staatsbegräbnis hat).</p>
<p>Auf 202 kurzweiligen Seiten lässt es sich lachen, amüsieren, aber auch staunen. Oder hätten Sie gewusst, dass Ameisen immer nach rechts umfallen, wenn sie vergiftet werden? Oder, dass Sie 107.791.915 Euro ausgeben müssten, um sämtliche Kombinationen im Lotto einmal zu tippen?</p>
<p>Ich meine, dieses Taschenbuch ist die ideale Badewannenlektüre, zum Entspannen und zum Staunen. Eine witzige Idee, die übrigens nach wie vor auch auf Facebook ihren Niederschlag findet &#8211; denn die Seite &#8220;unnützes Wissen&#8221; besteht nach wie vor und harrt der Kommentare, Ideen und Vorschläge anderer Facebook-NutzerInnen.</p>
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