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	<title>Literatur Blog</title>
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	<description>von LeserInnen für LeserInnen</description>
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		<title>Ken Follett: Das zweite Gedächtnis</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 07:34:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Follett, Ken]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Ken Follett]]></category>

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		<description><![CDATA[Bevor und nachdem Ken Follett mit den &#8220;Säulen der Erde&#8221; zu einem der meistgelesenen Schriftsteller wurde, veröffentlichte er eine ganze Reihe von Agententhrillern, die meistens die Zeit des Kalten Krieges zum Leitthema hatten. Bei Bastei-Lübbe-Verlag wurde in diesem Jahr &#8220;Das zweite Gedächtnis&#8221; aus dem Jahr 2000 neu aufgelegt. Eine gute Gelegenheit, sich die Follett-lose Zeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1735" title="Das zweite Gedächtnis" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Gedaechtnis.jpg" alt="" width="150" height="237" />Bevor und nachdem Ken Follett mit den &#8220;Säulen der Erde&#8221; zu einem der meistgelesenen Schriftsteller wurde, veröffentlichte er eine ganze Reihe von Agententhrillern, die meistens die Zeit des Kalten Krieges zum Leitthema hatten. Bei Bastei-Lübbe-Verlag wurde in diesem Jahr &#8220;Das zweite Gedächtnis&#8221; aus dem Jahr 2000 neu aufgelegt. Eine gute Gelegenheit, sich die Follett-lose Zeit bis zum Herbst zu verkürzen*).<span id="more-1734"></span></p>
<p>Ohne Umschweife gleich zu einer Kurzfassung des Inhaltes: ein Mann (namens Luke, wie wir schon bald erfahren) wacht in der öffentlichen Toilette der Union Station in Washington D.C. auf. Seine Kleidung lässt darauf schließen, dass er ein Obdachloser ist, doch er selbst kann sich an rein gar nichts erinnern. Nur das Gefühl treibt ihn an, dass etwas an seinem gegenwärtigen Erscheinungsbild ganz und gar nicht stimmt.</p>
<p>Luke macht sich auf die Suche nach seiner Identität. Dabei stellt er immer wieder überrascht fest, über welche Kenntnisse und Fähigkeiten, die nach seinem Verständnis über das normale Maß hinaus gehen, er verfügt. Und eben das bringt ihn schon bald an sein Ziel und gibt ihm seinen Namen wieder. Dass es ihn auch in erhebliche Schwierigkeiten bringen würde, das konnte er nicht wissen.</p>
<p>Denn mit der Erkenntnis wer er ist, kommen schon die nächsten Fragen: wie ist er in diese Lage gekommen? Wer ist dafür verantwortlich? Wer sind seine Feinde, wem kann er vertrauen? Obwohl er nun seinen Namen und seine Herkunft kennt, so fehlt ihm doch weiterhin jegliche Erinnerung an die letzten Tage. Sicher ist nur, dass er beschattet wird.</p>
<p>Alles, und damit ist die Vorgeschichte der Hauptdarsteller in diesem Buch gemeint, beginnt am Vorabend des 2. Weltkrieges und zieht sich hinein bis weit in die 1950er Jahre, als der Kalte Krieg seinem ersten Höhepunkt entgegensteuerte und als die Sowjetunion mit dem Start des ersten Weltraumsatelliten die USA technologisch in den Schatten gestellt hatte.</p>
<p>Und hier beginnt sich alles zu konzentrieren: Geheimdienste, Spionage, Raketentechnologie, geheime Experimente, Verrat. Luke scheint einer sehr wichtige Sache auf die Spur oder ihr zumindest zu nahe gekommen zu sein.</p>
<p>Folletts Agententhriller habe ich bisher immer verschlungen (genauso wie die historischen Romane), also freute ich mich, auf einen neuen, alten Roman, der mir bis dato verborgen geblieben war. Und es ist, wie zu erwarten war, ein Roman mit akribisch recheriertem Hintergrund.</p>
<p>Doch so richtig wollte das erhoffte, prickelnde Agententhriller-Feeling nicht aufkommen. Nur sehr spröde nimmt die Handlung Fahrt auf und wirkt dabei manchmal etwas wirklichkeitsfremd und konstruiert. Spannend ja, temporeich in der zweiten Hälfte des Buches, aber begeisternd &#8211; leider nein. Ein Grund dafür ist sicher auch, dass die Zufälle in der Handlung zu oft zu unverhofft eintreten. So viel Glück kann man nicht haben, auch dann nicht, wenn man, so wie Luke, einer dieser (fast) einsamen Helden ist, der als einziger das Unheil verhindern kann.</p>
<p>Misst man den Roman an Follett-Maßstäben, dann ist er gutes Mittelmaß. Wäre er der Erstling eines Newcomers, dann sähe die Sache wahrscheinlich anders aus und man würde ihr/ihm eine große Zukunft in der Thriller-Schriftstellerei voraussagen. So ungerecht kann es zugehen. </p>
<p>*) PS: denn dann erscheint <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3785724659/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=wwwtourenbike-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3785724659">Winter der Welt: Die Jahrhundert-Saga. Roman</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=wwwtourenbike-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3785724659" alt="" width="1" height="1" border="0" /></p>
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		<title>Christian Klinger: Winzertod</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 14:20:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klinger, Christian]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Klinger]]></category>

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		<description><![CDATA[Damit man gleich weiß, wohin man von diesem Krimi entführt wird: zu Beginn steht eine kurze Gebrauchsanweisung für Wien, eine, aus der man leicht heraus lesen kann, dass der Autor nicht nur dort lebt, sondern das auch sehr gerne tut. So eingestimmt, ist es an der Zeit ein neues Mitglied der ( soeben von mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1672" title="Winzertod" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Winzertod.jpg" alt="" width="150" height="230" />Damit man gleich weiß, wohin man von diesem Krimi entführt wird: zu Beginn steht eine kurze Gebrauchsanweisung für Wien, eine, aus der man leicht heraus lesen kann, dass der Autor nicht nur dort lebt, sondern das auch sehr gerne tut. So eingestimmt, ist es an der Zeit ein neues Mitglied der ( soeben von mir erfundenen) Vereinigung der österreichischen Kriminalliteratur-Helden kennen zu lernen:  Marco Martin (spricht man das eigentlich mit Betonung auf der 1. oder der 2. Silbe aus?), Privatdetektiv mit gehobener Klientel und Wohnsitz mitten im noblen Heurigengürtel der Stadt.<span id="more-1625"></span></p>
<p>Zu seinem neuesten Fall kommt Martin dann auch wegen der geografischen Nähe seiner Wohnung zum Tatort. Der gehört einem gewissen Fadinger, seines Zeichens Neustifter &#8211; pardon &#8211; Neufrieder Szenewirt, wo sich allabendlich alles und jede/r mit Lust auf persönlicher Präsenz in einer Adabei-Kolumnen oder -Sendungen versammelt. Martin fühlt sich von der Angelegenheit sofort direkt betroffen, denn das Sirenengeheul der Feuerwehr und der Brandgeruch hatten ihn an jenem Morgen aus dem Bett geholt und direkt zu Fadingers Anwesen geführt.</p>
<p>So weit &#8211; nämlich zu wissen, dass es sich um ein Verbrechen handelt &#8211; sind wir noch nicht, denn noch brennt es und die Polizei schickt alle Schaulustigen weg, Martin inklusive. Doch es gibt sie eben, die Detektiv-Spürnase, und sogleich versucht Martin mehr zu erfahren, denn so eine &#8220;warmer Abriss&#8221; erscheint ihm doch reichlich seltsam. Seltsam angesichts der permanenten Versuche von Baufirmen, in der Gegend statt der Heurigen und Weinberge immer mehr und immer teurere Appartmenthäuser und Villen zu errichten.</p>
<p>Martin riecht förmlich (mitten durch den beissenden Gestank des richtigen Feuers) einen neuen Auftrag, denn alles andere als Brandstiftung muss unter solchen Umständen wohl ausscheiden. Dieser Verdacht erhärtet sich, als die verkohlte Leiche eines alten Mannes gefunden wird.</p>
<p>Und dann geschieht in Oberlaa, genau am entgegengesetzten Ende der Stadt, ein Mord und wieder ist das Opfer ein alter Mann. Und auch diese Tat hat etwas mit Grundstücken und Baufirmen zu tun. Die Gemeinsamkeiten mögen reiner Zufall sein, wer will das wissen? Noch sieht niemand eine Verbindung, sowohl Marco Martin als auch Gruppeninspektor Krasberger (der Ermittler im Fall Oberlaa) tappen anfangs völlig im Dunkeln. Aber, wie es eben bei guten Ermittlern so ist, lassen beide nicht locker, was uns als LeserIn ein fortgesetzt ungetrübtes Lesevergnügen beschert.</p>
<p>Weiter soll auch nichts über die Geschichte enthüllt werden, vielmehr kommen jetzt Buch und Autor an die Reihe. Was mir von Anfang an ausnehmend gut gefällt, das sind die kleinen, aber äußerst feinen, Bonmotscherln, mit denen uns Christian Klinger versorgt. Man kann richtig nachvollziehen, wie da einer durch die Strassen und Gassen wandert und mit scharfem Blick sieht, was oberflächlich betrachtet nicht auffällt. Und dabei treffend und pointiert charakterisiert. Gut, Klinger überlässt das in diesem Fall natürlich dem Marco Martin, aber der muss es ja auch von irgendwo her haben.</p>
<p>Treffsichere Formulierungen sind die eine Seite, eine spannend und logisch aufgebaute Handlung die andere. &#8220;Winzertod&#8221; ist ein Krimi, der es versteht, beim Lesen zu fesseln und der Umfang des Romans lässt es zu, das an einem verregneten Wochenende zu schaffen. Die Handlung kreist um etwas Unsichtbares, man spürt, dass man sich einer zentralen Erkenntnis nähert, doch weiß lange nicht, worum es sich dabei handelt, zappelt gewissermaßen an der langen Leine des Autors.  Gut, das sich das Wetter an jenem Wochenende, an dem ich das Buch gelesen habe, mit ausreichend Regen sehr kooperativ zeigte, denn ich wollte &#8220;Winzertod&#8221; keinesfalls zur Seite legen, bevor ich das Ende kannte.</p>
<p>Mit Marco kommt ein neuer Krimiheld daher, der ein wenig einsam durch die Welt geht (klar, das passiert einem Privatdetektiv ja oft, verlassen zu werden gehört ja praktisch zur Jobbeschreibung). Eigen sind ihm auch die nötige Hartnäckigkeit und eine gute Portion Mitgefühl. Ein netter Mensch also, mit dem man sich auch einmal privat (auf ein Kracherl natürlich) zum Heurigen setzen könnte.</p>
<p>Fazit:  Christian Klinger erschuf eine neue Figur, deren Persönlichkeit eine Vielzahl an Facetten hat, von denen in diesem Roman erst ein paar zum Vorschein kommen. Es bleibt, so mein Eindruck, noch viel zu erzählen und viel zu entdecken &#8211; was auf weitere &#8220;Marco-Martin-Krimis&#8221; hoffen lässt.</p>
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		<title>Helga Schimmer: Mord in Wien: Wahre Kriminalfälle</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 08:09:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Schimmer, Helga]]></category>
		<category><![CDATA[Helga Schimmer]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch wenn das Buch &#8220;Mord in Wien&#8221; heisst, so bedient die Autorin Helga Schimmer doch nicht (und das ist erfreulich) irgendwelche Klischees über ein ach so morbides Wien. Mord in Wien ist vielmehr eine rein geografische Betrachtung, gäbe es da nicht viele bekannte Straßennamen, wäre auch &#8220;Mord in der Großstadt&#8221; ein passender Titel. Eines muss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1724" title="Mord in Wien" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Mord-in-Wien.jpg" alt="" width="150" height="251" />Auch wenn das Buch &#8220;Mord in Wien&#8221; heisst, so bedient die Autorin Helga Schimmer doch nicht (und das ist erfreulich) irgendwelche Klischees über ein ach so morbides Wien. Mord in Wien ist vielmehr eine rein geografische Betrachtung, gäbe es da nicht viele bekannte Straßennamen, wäre auch &#8220;Mord in der Großstadt&#8221; ein passender Titel.<span id="more-1723"></span></p>
<p>Eines muss man den Leuten lassen: als Mörderinnen und Mörder entwickeln sie eine schier ungeahnte Energie und manchmal auch Kreativität. Zu unser aller Beruhigung nimmt man aber erleichtert zur Kenntnis, dass daneben das geistige Potential nicht mithalten kann und somit die meisten der Bösewichte erwischt und abgeurteilt werden.</p>
<p>Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Motive für Mord- und Totschlag nicht allzu sehr geändert, nur die ausgewählten Methoden, einen anderen Menschen ins Jenseits zu befördern, gingen mit der Zeit. Mit Hilfe einer Vielzahl an Quellen schafft die Autorin nicht nur detaillierte Schilderungen der Verbrechen sondern bringt auch ein wenig Lichts ins Dunkel des Verstandes einer Mörderin/eines Mörders. </p>
<p>Helga Schimmer erzählt diese historischen Fälle in einer sehr schwungvollen Art und Weise und liefert dabei immer auch ein Abbild der jeweiligen Zeit mit. Wie es sich lebte, wie die Leute dachten, wie die Polizei arbeitete und welche Möglichkeiten ihr jeweils zur Verfügung standen, um die Verbrechen aufzuklären. In Summe werden so aus den einzelnen Fällen sehr authentische Porträts und sehr realitätsnahe Berichte.  Eine Sonderstellung nehmen dabei die geschilderten Verbrechen in der NS-Zeit ein, bei denen wohl mehr die Polizisten Täter oder zumindest Mittäter waren.</p>
<p>Beschrieben sind auch einige Fälle aus der jüngsten Vergangenheit. Ich muss gestehen, dass ich keinen einzigen davon kannte, obwohl diese vor Grauslichkeiten nur so strotzen und daher ein ordentliches Medienecho hervorgerufen haben.</p>
<p>Ein kleine Beanstandung habe ich: ein paar Jahreszahlen sind vertauscht/verdreht/falsch, sodass ich ein paar Mal erst überlegen musste, wie die nun die Chronologie eines Falles wirklich war. Davon abgesehen ist das Buch eine sehr spannende, informative und empfehlenwerte Lektüre.</p>
<p>Aber bitte: Lesen JA, Nachmachen NEIN.</p>
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		<title>Christian Kracht: Imperium</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/05/christian-kracht-imperium/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 04:55:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kracht, Christian]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Kracht]]></category>

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		<description><![CDATA[Zur Wende vom 19. zum 20. Jarhundert sonnen sich die Menschen Europas in ihrer vermeintlichen Rolle als Gipfel der Schöpfung, sind die Einheimischen in Asien, Afrika und anderswo wenig mehr Tagelöhner, die zum Wohle ihrer Herren zu arbeiten arbeiten. Noch scheint der Kolonialismus eine Einrichtung für die Ewigkeit zu sein. In jene Zeit führt und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1722" title="Imperium" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Imperium.jpg" alt="" width="150" height="241" />Zur Wende vom 19. zum 20. Jarhundert sonnen sich die Menschen Europas in ihrer vermeintlichen Rolle als Gipfel der Schöpfung, sind die Einheimischen in Asien, Afrika und anderswo wenig mehr Tagelöhner, die zum Wohle ihrer Herren zu arbeiten arbeiten. Noch scheint der Kolonialismus eine Einrichtung für die Ewigkeit zu sein. In jene Zeit führt und der Roman über die Reise des August Engelhardt. <span id="more-1721"></span></p>
<p>Engelhardt, der in seiner Heimat Deutschland ein Sonderling ist, einer, der sich abseits der Strömungen des Lebens der Massen bewegt, der beseelt ist von idealistischen Vorstellungen, mit deren Hilfe er dem Wahren, dem Göttlichen nahe kommen will. Weit entfernt davon, ein religiöser Eiferer zu sein, ist er vielmehr ein Utopist, der geradlinig an der Verwirklichung seiner Vorstellungen arbeitet.</p>
<p>Seine Ziel, das Ziel seiner Reise ist die deutche Kolonie in Neu Guinea. Ein Ort, an dem er seine Pläne in Taten umsetzen will. So weit ist er zu Beginn aber Realist und der Welt der Normalmenschen verbunden, dass er mit neuen Geschäftsideen genügend Geld zusammenbringen will, um damit sein eigenes Utopia zu schaffen.</p>
<p>Tausende Kilometer von seiner hinter sich gelassenen Heimat Deutschland entfernt beginnt er ganz nach seinen Idealen zu leben. Ins Zentrum seiner Überlegungen, ja seines ganzen Lebenswandels stellt er die Kokosnuss, aus der er all das herstellen will, was ein Menschen zum Leben benötigt. Nahrung, Tinkturen, Werkzeuge, Brennstoff &#8211; alles das und noch viel mehr lässt sich aus dieser Frucht gewinnen. Dazu erwirbt er eine Plantage auf einer Insel, weitab vom Festland und von der Zivilisation.</p>
<p>Akzeptanz und Anerkennung findet er mit seiner Lebensart nur bei den Einheimischen, die sich bereit erklären für ihn zu arbeiten. Die deutschen Landsleute  in der Kolonie hingegen bedenken ihn vorrangig mit Spott und begegnen ihm mit Skepis und Unverständnis, wenn er in sich in größeren Abständen dort einfindet um seine finanziellen Angelegenheiten zu regeln.</p>
<p>Ein solches Aussteigerszenario, wie Christian Kracht es beschreibt, lässt sich heutzutage nicht mehr verwirklichen. Wo kann man sich noch um wenig Geld eine eigene Insel zulegen, wo kann man ganz und gar seine eigene Lebensweise genießen. Nichts ist in unsere Gegenwart so abgelegen, so einsam, dass man es sich dort einrichten könnten wie August Engelhardt.</p>
<p>Der Roman stellt schon mit seiner Form, seinem Stil klar , dass wir uns in einer vergangenen Epoche befinden. Die Sprache, die Formulierungen, die Wortwahl lassen an ein Buch glauben, das vor mehr als hundert Jahren geschrieben wurde. So als hätte ein Zeitgenosse Engelhardts Tagebuch über dessen Leben geführt.</p>
<p>Stil, Form und Inhalt machen diesen Roman gleichmaßen zu einem wehmütigen Abgesang auf frühere Zeiten und Ideen, wie auch zu einer Abrechnung mit den damals geltenden Vorstellungen von Moral und Menschlichkeit. Dies aber geschieht nicht in einer schulmeisterlichen, vorwurfsvollen Art, es bettet sich wie selbstverständlich in die Geschichte des August Engelhardt ein, der letztendlich, aller seiner idealistischen Ziele zum Trotz, doch auch nur eine Kind seiner Zeit ist, geprägt vom Kolonialismus im Kopf und Intoleranz im Handeln.</p>
<p>Ein Buch, das sich als als leichter Lesestoff tarnt, mit dem man dann aber die Unterschiede der Jahrhunderte für sich entdecken und dabei das Bild über die gute alte Zeit zurecht rücken kann.</p>
<p>Sätze, die sich wie in sanften Mäandern ausbreiten (manchmal aber auch ausufernd kein Ende finden wollen). Formulierungen, die wie von selbst auf den Punkt kommen (gelegentlich aber irgendwo den Faden verlieren). Eine Sprache, die es leicht macht in den passenden Rythmus des Lesens zu kommen (kein aber). Eine Geschichte, die ein wenig von jenem Bewusstsein für die Natur vorweg nimmt, das heute das Gebot der Stunde sein sollte.</p>
<p>Damals gab es keinen Platz für ökologisches Denken und für den Abbau der Überheblichkeit und des Rassismus der Weißen, weil die Menschen in ihrer überkommenen, vielfach kleingeistigen Denkweise viel zu sehr verhaftet waren. Und die in den danach kommenden Jahren noch viel weiter in diese zuerst nur irrigen und dann fanatischen, mordlustigen Welten abglitten. All das bildet des Rahmen der Geschichte des August Engelhardt.</p>
<p>Was sich in all den dazwischen liegenden Jahren geändert hat? Viel zu wenig.</p>
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		<title>Martin Walker: Delikatessen</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 13:34:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Walker, Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Walker]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Ortspolizist versteht Bruno sich weniger als strenger Hüter von Recht und Ordnung, sondern mehr als Vermittler zwischen Einheimischen und Touristen, Durchreisenden und sonstigen Gästen im Tal rund um Saint Denise. Getreut dem Motto, dass es allen Menschen gut gehen soll, denn dann herrscht Frieden und Beschaulichkeit &#8211; typisches Landleben in Frankreich eben. Aber leider [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1719" title="Delikatessen" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Delikatessen.jpg" alt="" width="150" height="240" />Als Ortspolizist versteht Bruno sich weniger als strenger Hüter von Recht und Ordnung, sondern mehr als Vermittler zwischen Einheimischen und Touristen, Durchreisenden und sonstigen Gästen im Tal rund um Saint Denise. Getreut dem Motto, dass es allen Menschen gut gehen soll, denn dann herrscht Frieden und Beschaulichkeit &#8211; typisches Landleben in Frankreich eben. Aber leider lässt sich dieses Vorhaben nicht immer durchhalten.<span id="more-1718"></span></p>
<p>Diesmal sind es ambitionierte, aber wenigstens nicht sonderlich militante,  Tierschützer und ein Skelett, das man aus einer archäologischen Fundstätte geborgen hat.  Die Tierschützer verhelfen ein paar tausend Enten und Gänsen zur, wenn auch nicht dauerhaften, Flucht und das Skelett ist nicht ein paar tausend Jahre alt sondern höchsten ein paar Jahrzehnte und wurde mit Hilfe einer Kugel ums Leben gebracht. Klarer Mord!</p>
<p>Ganz nebenbei findet in Brunos Gebiet auch noch ein französisch-spanisches Ministertreffen statt, für das, wegen des nahen Baskenlandes, erhöhte Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen.</p>
<p>Kurzum: lauter Ereignisse, die Bruno vom schönen und geruhsamen Leben, von romantischen Treffen mit Pamela, von hie und da einem kleinen Plausch mit den Stadtbewohnern und überhaupt vom liebgewonnenen beschaulichen Lebensrythmus abhalten. Und eine ganze Menge Polizisten und Geheimdienstler in die Gegend bringen, da kann man fast sicher mit einigen &#8220;Missverständnissen&#8221; mit den Ortansässigen rechnen.</p>
<p>Martin Walker betont (man könnte auch sagen:verklärt)  in diesem vierten Fall von Bruno dessen Lebesart noch stärker als bisher und lässt sich dabei durch nichts abhalten. Soll heissen, dass diese Lebensart einfach das Maß aller Dinge ist und alles andere nur schlechter sein kann.</p>
<p>Beispiele gefällig?</p>
<p>Einmal dieses: Tierschützer sind immer kleine Radikalinskis,  machen grundsätzlich erst einmal etwas kaputt, finden aber mit Brunos selbstloser Hilfe den Weg zurück in unsere Gesellschaft. Das passiert in diesem Buch, wie auch schon in ähnlicher Form den Bücher zuvor und lässt mich glauben, dass für Mr. Martin Walker der Tierschutz nur etwas für spätpubertäre Wirrköpfe ist, die es (was auch immer) nur noch nicht verstanden haben, es aber irgendwann lernen werden.</p>
<p>Oder das: Gänsestopfleber schmeckt gut und es ist ein Kulturgut und wird deshalb auch weiter so gemacht, ob es den Gänsen gefällt oder nicht. Vor allem Bruno ist ein ganz besonderer Fan. Ein Absatz hat mich dabei wirklich massiv gestört: Walker lässt einen polnischen Studenten erzählen, dass sich Gänse ja selbst mit Nahrung für den Flug in den Süden nur so vollstopfen und dabei ja schon ganz alleine für eine Fettleber sorgen. Wer findet denn so etwas lustig??? Ich frage bei Gelegenheit einmal eine Gans, was sie davon hält.</p>
<p>Und natürlich: Jucheissa, die Jägerei ist so schön! Man muss nicht König von Spanien,  Landeshauptmann von Tirol oder kleiner Landadeliger im Burgenland sein, um sich am Abschießen zu ergötzen. Nein, auch für einen Dorfpolizisten und seine Freunde ist ein ein richtiger Spass.</p>
<p>Aus den drei Vorgängerromanen bekannte Sterotypen bilden also den Rahmen auch für den vierten Fall von Bruno Courreges, Chef de Police. Und weil ich gerade beim herummotzen bin: der Weg vom englischen Originaltitel &#8220;The Crowded Cave&#8221; zu &#8220;Delikatessen&#8221; ist auch recht verschlungen und mir nicht verständlich. Eine einfache Übersetzung hätte es wahrscheinlich besser getroffen, auch wenn es in diesem Buch über weite Strecken natürlich um &#8220;delikat Essen&#8221; geht &#8211; aber das ist bei Bruno weder neu noch originell, da hätte man die vier Fälle/Bücher gleich mit &#8220;Delikatessen I &#8211; IV&#8221; betiteln können.</p>
<p>Was gibt es über den Roman zu berichten?</p>
<p>Es ist die schon sehr bekannte Vorgangsweise, mit der Bruno zu Ergebnissen kommt und dabei all die hochgerüsteten Spezialisten von Polizei, Gendamerie und Geheimdienst düpiert. Denn ihn treibt ja, wie es nach Band 4 nun wirklich jede/r zur Genüge weiß, nur das Wohl seiner Mitbürger und der Wunsch nach Harmonie und dem Savoir vivre. Die Verklärung des Titelhelden kommt machmal gefährlich nahe an Übertreibung und Verklärung heran.</p>
<p>Die Klärung des Falles (der Fälle) ist recht spannend, flüssig und nervenschonend geschrieben und verzichet im weiteren Verlauf auch auf weitere schräge Statements (wie zB. jenem zu den Gänsen). Insgesamt aber bisher der schwächste Roman der Serie.</p>
<p>Für einen fünften Fall reicht es allerdings nicht mehr, das sollte sich Martin Walker etwas anderes überlegen für seinen sanftmütigen Polizisten. Sonst wird aus sanft ziemlich schnell langweilig und Bruno zu sehr zum Alleskönner und Übermenschen.</p>
<p>Für NeueinsteigerInnen:  eine schwungvolle, leichte Lektüre, mit der man sich ein paar Stunden lang unbeschwert die Zeit vertreiben kann.</p>
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		<title>Jasper Fforde: Es ist was faul</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/04/jasper-fforde-es-ist-was-faul/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 11:55:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Fforde, Jasper]]></category>
		<category><![CDATA[Jasper Fforde]]></category>

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		<description><![CDATA[Völlig ausser Rand und Band. Jasper Fforde ignoriert jegliche Grenze der Fantasie und reiht einen genialen Einfall an den anderen. Das mag vielleicht ein wenig über-euphorisch klingen, aber was soll ich machen: es ist einfach genial! Wir befinden uns in Buch 4 der Thursday Next-Romane und noch immer gibt es in ihrer Welt neues zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1713" title="Es ist was faul" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Es-ist-was-faul.jpg" alt="" width="150" height="224" />Völlig ausser Rand und Band. Jasper Fforde ignoriert jegliche Grenze der Fantasie und reiht einen genialen Einfall an den anderen. Das mag vielleicht ein wenig über-euphorisch klingen, aber was soll ich machen: es ist einfach genial!<span id="more-1712"></span></p>
<p>Wir befinden uns in Buch 4 der Thursday Next-Romane und noch immer gibt es in ihrer Welt neues zu entdecken. Diesmal beginnt die Sache etwas anders als gewohnt, denn Thursday benötigt ein wenig Auszeit von der Bücherwelt und verlässt, kurz nach einem kleinen Intermezzo im Wilden Westen, ihre Arbeit und wechselt ins normale Leben. Normal mit ihren Maßstäben gemessen &#8211; aber mit unseren?</p>
<p>Nun denn, jetzt der Versuch, einen Überblick über die Handlung zu geben:</p>
<p>Thursday hat nach zwei Jahren in der Bücherwelt genug von alledem und beschließt, wieder in die normale Welt zurück zu wechseln (normal? was soll da normal sein!?). Der kleine Friday soll schließlich in der Realität auswachen und ausserdem gilt es, ihren Ehemann wieder in die Zeit zurück zu holen (wir sprechen hier von jenem Landen, der, wie allgemein bekannt, genichtet wurde, lange bevor er seine Frau kennen lernen und heiraten konnten. Geschweige denn mit ihr einen Sohn bekommen, der dann Friday heisst und in der realen Welt aufwachsen sollte. Und den Thursay, &#8230; na egal &#8230;). </p>
<p>In ihrem Schlepptau kommt auch Haljet &#8211; ja, der Dänen-Prinz &#8211; mit nach Swindon, wo sich nach zwei Jahren Abwesenheit zwar nicht sehr viel verändert, doch das Wenige um so unerfreulicher ist.</p>
<p>Da wäre einmal Yorrick Kaine, der aus einem Buch entkam &#8211; noch weiß man nicht aus welchem, denn der Bösewicht benützt auch noch einen falschen Namen &#8211; und nun auf dem Weg ist, sich zum Diktator von England aufzuschwingen. Was, nebenbei erwähnt, für einen dänischen Prinzen durchhaus gefährlich werden kann.</p>
<p>Dann muss Thursday feststellen, dass sie ihren Job als Literatur-Agentin bei SpecOps verloren hat. Was, so unter uns gesdagt, kein Wunder ist, wenn man zwei Jahre lang unentschuldigt bei der Arbeit fehlt. Das wiederum hatte zur Folge, dass ihr Konto die ganze Zeit über, sehr zur Freude ihrer Bank, ins Minus rutschen konnte. Ein Minus, das alle Aktivitäten, die die Wiederherstellung von Landen zum Ziel haben, nur noch schwieriger macht.</p>
<p>Nicht unerwähnt darf bleiben, dass die Goliath Cooperation, sie wissen schon, dieser Mega-Konzern, der überall seinen Finger drinnen hat, gerade dabei ist, sich in eine Religionsgemeisnchaft umzuwandeln. Auf Anraten der Marketing-Abteilung, wie es scheint, die sich davon enorme Zuwachsraten bei der Popularität erwartet. Und irgendwie gelingt es diesen Leuten, ihre Botschaft mit fast unheimlichem Nachdruck und Erfolg unter die Menschen zu bringen.</p>
<p>Gut. So viel zur Einleitung.</p>
<p>Wie das alles zusammenspielt und wie Thursday Next wieder einmal all Ihr Können, Glück und den zeitreisenden Papa auspacken muss, das herauszufinden bleibt den LeserInnen selbst überlassen und sie werden sich in einem Feuerwerk an un-ein-zwei-drei-deutigen Anspielungen, genialen Wortspielen und schrägen Einfällen finden und gar nicht mehr heraus wollen.</p>
<p>Eines darf man dabei aber nicht übersehen/überlesen: zwischen all dem finden sich laufend Hinweise auf Geschehnisse unserer Realität, die Jasper Fforde auf diese Weise mit sehr spitzer Feder manchmal kommentiert,  manchmal fast (aber eben nur fast) bis zur Unkenntlichkeit verfälscht in die Handlung einfließen lässt.</p>
<p>Obwohl ich jetzt schon einige Bücher von Jasper Fforde gelesen habe, bin ich immer wieder aufs neue verblüfft und überrascht, wie viele Einfälle, wie viel Fantasie ein Mensch alleine haben kann, um im Rahmen einer Buchserie immer wieder Neues hineinzuschreiben, das wie selbstverständlich im Handlungsrahmen Platz findet. Und mit jedem neuen Einfall öffnet sich der Weg zu nächsten.</p>
<p>Nicht zu vergessen sind dabei die kurzen Einleitungen am Anfang jedes Kapitels. Von denen reichen die meisten schon alleine für eine ganze Erzählung oder zumindest für eine Kurzgeschichte.</p>
<p>PS: dies ist der 4. Thursday-Next-Roman, der 5. liegt schon in meinen &#8220;Noch-zu-lesen-Regal&#8221; und Band 6 erscheint unter dem Titel <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3423249153/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=wwwtourenbike-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3423249153">Wo ist Thursday Next?</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=wwwtourenbike-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3423249153" alt="" width="1" height="1" border="0" /> im Herbst 2012!</p>
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		<title>Wolfgang Burger: Der Mord des Hippokrates</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/04/wolfgang-burger-der-mord-des-hippokrates/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 09:26:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burger, Wolfgang]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Burger]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie im Kino. Sagen wir: wie im Kino bei einem Hitchcock-Klassiker.  Die Hauptrolle ist zwar nicht mit Gregory Peck oder James Steward besetzt, aber auch der weniger bekannte Dr. Quentin ist ein würdiger Hauptdarsteller. Ein Mann begeht einen Mord. Wie im Trance findet er sich am Tatort, weiß zwar, wie es geschah, wie es dazu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1710" title="Der Mord des Hippokrates" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Hippokrates.jpg" alt="" width="150" height="237" />Wie im Kino. Sagen wir: wie im Kino bei einem Hitchcock-Klassiker.  Die Hauptrolle ist zwar nicht mit Gregory Peck oder James Steward besetzt, aber auch der weniger bekannte Dr. Quentin ist ein würdiger Hauptdarsteller.<span id="more-1709"></span></p>
<p>Ein Mann begeht einen Mord. Wie im Trance findet er sich am Tatort, weiß zwar, wie es geschah, wie es dazu kam, weiß aber nicht, wie er in diese Situation geraten konnte. Zuerst fallen ihm die Ereignisse der letzten Stunden ein, denn es dauerte kaum mehr als 30 Stunden um aus ihm, dem angesehen und wohlhabenden Arzt einen Mörder zu machen.</p>
<p>Dr. Quentin wurde von seinen tief verborgenen Instrinkten angetriben in dieser kurzen Zeitspanne. Die Frau, die seine Praxis betragt, die kaum ein Wort sprach, die ihn mit ihrem Blick in wenigen Sekunden überwältig hatte. Der Zettel mit ihrer Adresse, den sie wie zufällig aus ihrer Handtasche zog. Und dann sein Entschluss, am Abend zu dieser Adresse zu fahren und wie er dort jede Hemmung verlor.</p>
<p>Das lag nur ein, knapp zwei Tage in der Vergangenheit und doch hatten die seither vergangen Stunden ausgereicht, sein gesamtes Leben umzukrempeln. Ein Einbruch, eine Drohung, alles kam wie eine Folge seines Abenteuers.</p>
<p>Und nun sitz er in dieser Wohung und hat die Frau umgebrahct.</p>
<p>Wolfgang Burger schreibt einen Thriller, der sich zum großen Teil nur im Kopf des Mörders abspielt. Nein, es ist dabei keine psycho-was-weiss-ich-Geschichte, es ist vielmehr ein fugenloses Zusammenfügen von Realität und Einbildung. Einbildung darüber was geschieht, wenn man sich unrettbar in eine Vorstellung verläuft, wenn man nicht mehr links und rechts sieht, wenn man mit einem Tunnelblick nur mehr das sieht und hört, was man sehen will. Oder glaubt, in dieser Situation sehen zu müssen.</p>
<p>Das gelingt ganz großartig!</p>
<p>Wie schon zu Beginn gesagt: das wäre auch ein Stoff für einen Krimi-Klassiker für die Leinwand, wert einen der großen, alten Hollywoood-Stars für die Hauptrolle zu engagieren.</p>
<p>Der Untertitel &#8220;Ein Heidelberg-Krimi&#8221; ist dabei allerdings überflüssig, denn Heidelberg dient nur als Namensgeberin für ein paar Straßen (nehme ich zumindest an). Die Handlung passt aber tatsächlich in jeden Ort dieser Welt. Ein Roman, ganz anders als die Gerlach-Krimis: dichter, aufregender, überraschender. Toll!</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wolfgang Burger: Die falsche Frau</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 10:40:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burger, Wolfgang]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Burger]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Universitätsstadt beherbergt Heidelberg schon zu normalen Zeiten ein buntes Gemisch aus Menschen aus der ganzen Welt. Wenn sich dann noch ein internationaler Wirtschaftgipfel mit Beteiligung eines US-Ministers und vielleicht sogar der deutschen Kanzlerin ankündigt, dann besteht durchaus die reale Gefahr, dass aus dem fröhlichen Gemisch eine leicht chaotische Mischkulanz wird. Nun, in solch einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1687" title="Die falsche Frau" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/0000469566.jpg" alt="" width="150" height="238" />Als Universitätsstadt beherbergt Heidelberg schon zu normalen Zeiten ein buntes Gemisch aus Menschen aus der ganzen Welt. Wenn sich dann noch ein internationaler Wirtschaftgipfel mit Beteiligung eines US-Ministers und vielleicht sogar der deutschen Kanzlerin ankündigt, dann besteht durchaus die reale Gefahr, dass aus dem fröhlichen Gemisch eine leicht chaotische Mischkulanz wird.<span id="more-1686"></span></p>
<p>Nun, in solch einer (chaotische Mischkulanz) findet sich Alexander Gerlach wieder. Geheimdienste und ganze Abteilungen der Polizei sind angereist, die nicht nur die Stadt sondern auch sein Büro bevölkern. Obwohl Gerlach, weil er ja nur der Chef der lokalen Kripo ist, mit der Sicherheit, den Anti-Terror-Maßnahmen, den verdeckten Ermittlungen nicht direkt zu tun hat, so muss er doch stets dabei sein, wenn es Sitzungen über neue Erkenntnisse oder Organisations-Pläne gibt &#8211; langweilig genug!  Das Schlimmste ist jedoch, dass er sich, als Folge des Platzmangels , sein eigenes Büro mit einer aus Wiesbaden angereisten Kollegin vom BKA teilen muss.</p>
<p>Während man versucht, Religiöse Fundamentalisten, Globalisierungsgegener und Chaoten von Rechts und Links im Auge zu behalten, kümmert sich das ganz alltägliche Verbrechen wenig um so wichtige Ereignisse. Und so haben Gerlach und seine Abteilung auch bald einen Fall von Brandstiftung zu bearbeiten, der zwei, vorerst unbekannten Menschen das Leben kostete. In Zeiten wie diesen stellt sich dann natürlich gleich die Frage, ob dieses Verbrechen etwas mit dem Gipfel zu tun hat? Und wenn ja, was? Doch zuerst gestaltet sich noch die Identifizierung der Toten äußerst schwierig, am Tatort finden sich kaum verwertbare Spuren.</p>
<p>Je mehr die Polizei zu diesem Verbrechen in Erfahrung bringt, desto mehr rückt eine Frau in den Mittelpunkt der Erkenntnisse und vor allem in den Mittelpunkt der offenen Fragen. Es ist eine gefährliche Frau aus der Vergangenheit, deren Spur schon vor vielen Jahren verloren wurde. Ein Frau, der man nicht nur zutraut, die Bombe gelegt zu haben, die das Feuer auslöste, sondern der man auch zutraut, auf dem Wirtschaftsgipfel ein Inferno zu entfachen. Die Frage ist nur: ist sie noch am Leben und wenn ja, wo ist sie untergetaucht?</p>
<p>Mit diesem Buch dringt Wolfgang Burger ein wenig in die derzeit gerne aufgegriffenen Themen Wirtschaftkrise und Krisengewinnler, Fundamentalismus und Terror ein und macht daraus einen Heidelberg-Thriller. Damit wird aber auch Alexander Gerlach ein bisschen mehr zum Ermittler und, so mein Eindruck,  ist ein bisschen weniger der Familienmensch, als den man von seinen bisherigen Fällen gewohnt ist.</p>
<p>Die Nebenrollen seiner beiden Töchter und von Theresa, seiner Geliebten, haben diesmal etwas weniger Gewicht bekommen, was aber durch die aufkommende Spannung spielend leicht kompensiert wird (In diesem Punkt ist man als LeserIn der bisherigen Gerlach-Romane durchaus im Vorteil und kann sich immer den privaten Teil aus Gerlachs Leben jeweils dazu vorstellen).</p>
<p>Oder, um es anders auszudrücken: auf Wolfgang Burger ist einfach Verlass! Wenn man einen seiner Gerlach-Krimis in die Hand nimmt kann man sicher sein, dass man für einige Stunden bestens unterhalten wird. </p>
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		<title>Leseprobe aus Christian Klingers &#8220;Winzertod&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 09:22:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Klinger]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon in wenigen Wochen ist der neue Krimi von Christian Klinger im Buchhandel, schon jetzt gibt es bei uns die erste Leseprobe aus &#8220;Winzertod&#8221;: Privatdetektiv Marco Martin und sein erster Fall in einem spannenden und überraschenden Krimi. Wir vom Literatur-Blog haben schon mehr davon gelesen und wissen: da wird gerade einer der besten österreichischen Krimis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon in wenigen Wochen ist der neue Krimi von Christian Klinger im Buchhandel, schon jetzt gibt es bei uns die erste Leseprobe aus &#8220;Winzertod&#8221;: Privatdetektiv Marco Martin und sein erster Fall in einem spannenden und überraschenden Krimi. <span id="more-1700"></span></p>
<p>Wir vom Literatur-Blog haben schon mehr davon gelesen und wissen: da wird gerade einer der besten österreichischen Krimis des Jahres 2012 gedruckt!</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1702 noborder" title="Leseprobe Winzertod 1" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Leseprobe_Winzertod-1.gif" alt="" width="694" height="1488" /><br /><img class="alignnone noborder size-full wp-image-1703" title="Leseprobe Winzertod 2" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Leseprobe_Winzertod-2.gif" alt="" width="690" height="1488" /><br /><img class="alignnone noborder size-full wp-image-1704" title="Leseprobe Winzertod 3" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Leseprobe_Winzertod-3.gif" alt="" width="748" height="1433" /><br /><img class="alignnone size-full noborder wp-image-1705" title="Leseprobe Winzertod 4" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Leseprobe_Winzertod-4.gif" alt="" width="700" height="1496" /><br /><img class="alignnone size-full noborder wp-image-1701" title="Leseprobe Winzertod 5" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Leseprobe_Winzertod-5.gif" alt="" width="660" height="881" /></p>
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		<title>Emily Walton: Mein Leben ist ein Senfglas</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 00:13:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Walton, Emiliy]]></category>
		<category><![CDATA[Emily Walton]]></category>

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		<description><![CDATA[Emily Walton erzählt in ihrem episodenhaften Debutroman eine zartbittere Geschichte über Integration ihrer Figur ‚Poppy Simmons‘, die in Cambridge geboren, wobei der Vater Engländer und die Mutter Deutsche war, und die im Volksschulalter nach Österreich, ins Salzkammergut, verpflanzt wurde.  Dabei wird über Entwurzelung und neue Heimat aus der Sicht einer Person erzählt, die normaler Weise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1697" title="Mein Leben ist ein Senfglas" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Senfglas.jpg" alt="" width="150" height="227" />Emily Walton erzählt in ihrem episodenhaften Debutroman eine zartbittere Geschichte über Integration ihrer Figur ‚Poppy Simmons‘, die in Cambridge geboren, wobei der Vater Engländer und die Mutter Deutsche war, und die im Volksschulalter nach Österreich, ins Salzkammergut, verpflanzt wurde. <span id="more-1696"></span></p>
<p>Dabei wird über Entwurzelung und neue Heimat aus der Sicht einer Person erzählt, die normaler Weise in der weitläufig vorherrschenden Meinung unsereiner gar nicht als Ausländerin wahrgenommen wird (wirklich gelungen in diesem Zusammenhang ist die Passage, als der dem Alkohol zugetane Begleiter einer Jugendfreundin  die bereits in Wien studierende Poppy verwundert fragt. „Was, du bist Türkin?“, nachdem sie, auf den Ausländeranteil in ihrem Wiener Wohnbezirk angesprochen, vermeldet, sie dürfe sich ja auch als Ausländerin bezeichnen). </p>
<p>Emily Walton beschreibt eine Entwurzelung, die passiert, wenn Kinder aus dem wohlbehüteten Schiff, welches sie Sonntags in dem Bett ihrer Eltern erblickt, herausgerissen wird, um ihr weiteres Leben in einem fremden Land zu erfahren. Wie es sich anfühlt, wenn man plötzlich den gewohnten Mikrokosmos, bestehend aus der Großmutter,  Freunden und Sprache verlassen muss. Wie gemein Kinder dem Andersartigen oft gegenüberstehen, auch wenn sie es nicht immer böse meinen, aber der Fingerzeig auf diejenige, die nach der Schreibe spricht und die nicht dieselben Kinderfiguren kennt, ist halt da. Nicht weniger schwer wiegt die die Ignoranz, die manche Erwachsene ihr entgegenbringen. Das beginnt schon bei einer ständig unrichtigen Namensnennung (Die Bandbreite recht von Siemens bis Simpson).</p>
<p>Walton schreibt sehr bildlich (‚Der  Tod ist eine Möwe‘) und, was für mich, als Erwachsenem, der eher der Generation ihres Vaters verwandt wäre,  interessant war, mit einem hohen Identifikationsgrad mit der Protagonistin. Zwar gibt es ein sehr berührendes Kapitel,  beschreibend das Ableben der geliebten Großmutter in England,  so überwiegt ansonsten auf weiten Teilen des Buches  der Wort- und Sprachwitz. Auch die Auseinandersetzung mit dem Englischprofessor im Gymnasium ist, so hart es damals für die Autorin (die durchaus autobiografische Züge ihrer Hauptfigur bei der Buchpräsentation zugegeben hat) gewesen sein muss, ständig von einem besserwisserischen Lehrer übervorteilt zu werden, ein wunderbares Beispiel für die Überheblichkeit der Erwachsenenwelt heranreifenden Jugendlichen gegenüber.</p>
<p>Auch die Probleme, die ein native speaker (muss man das eigentlich gendern?) im Englischunterricht bekommen kann, etwa weil sie nicht sofort die passende Übersetzung findet. Die Autorin erklärt uns warum: „Meist, weil es keine passende Übersetzung gab. […] Und wie übersetzt du Kaiserschmarren? Etwa <em>scrambled emperor?</em>“</p>
<p>Von der Beziehung zu ihren Eltern abgesehen, beschreibt Poppy Simmons auch durchaus intime Details ihres Privatlebens, sie erzählt von einer sommermonatelangen Liebe, die als Teenagerverwirrung zum Scheitern verurteilt war,  oder wer nach dem Sex aufsteht, um Kleenex zu holen, und dabei lernen wir, dass es Sex erst nach dem Zähneputzen gibt. Doch damit wird kein voyeuristisches Fenster aufgestoßen, es handelt sich um keine sabbernde, rein fleischliche Gier, das Herz schwingt immer mit. In den Gedanken, in den Umarmungen und auch in der Dämmerphase vor dem Einschlafen.</p>
<p>Den Inhalt mit ein paar Zeilen wiedergeben zu wollen ist ein ebenso sinnloses Unterfangen, wie den Titel hier zu erklären, weshalb nur die Lektüre dieses gelungenen Romans empfohlen werden kann.</p>
<p>Emily Walton beweist, dass Integration funktioniert.  Das stellt sie schon allein mit ihrer Sprache unter Beweis.</p>
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		<title>Yoko Ogawa: Das Geheimnis der Eulerschen Formel</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/04/yoko-ogawa-das-geheimnis-der-eulerschen-formel/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 06:24:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ogawa, Yoko]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Yoko Ogawa]]></category>

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		<description><![CDATA[Der alte Professor lebt in einer Welt, die zum einen Teil aus Vergessen und zum anderen Teil aus Mathematik besteht. Allen, die vielleicht nicht nur positive Erinnerungen an das Fach Mathematik in der Schule haben, sei gesagt: im richtigen Umfeld werden auch Formel und Zahlen zu Poesie und mit Hilfe dieses Buches wird man es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1689" title="Das Geheimnis der Eulerschen Formel" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Das-Geheimnis.jpg" alt="" width="150" height="234" />Der alte Professor lebt in einer Welt, die zum einen Teil aus Vergessen und zum anderen Teil aus Mathematik besteht. Allen, die vielleicht nicht nur positive Erinnerungen an das Fach Mathematik in der Schule haben, sei gesagt: im richtigen Umfeld werden auch Formel und Zahlen zu Poesie und mit Hilfe dieses Buches wird man es herausfinden.<span id="more-1688"></span></p>
<p>Die neue Haushälterin findet sich im Haus des Porfessors in einer ganz eigenen Welt wieder. Der alte Mann hat ein Gedächtnis, das nur 80 Minuten in die Vergangenheit reicht. Nach einem Verkehrsunfall mehrere Jahre zuvor blieb ihm nur die Erinnerung an die Zeit davor &#8211; und eben dieses kleine Fenster in die Gegenwart. Nun lebt er gewissermaßen in einer Zeit, die er niemals kennen wird.</p>
<p>Auf kleinen Zetteln, die er überall platziert hat, notiert er die wichtigen Momente in seinem erinnerungslosen Leben, versucht in dieser Form, eine Struktur zu finden.</p>
<p>Die neue Haushälterin findet sich auf einem dieser Zettel wieder und bald auch ihr Sohn, der eines Tages zu Besuch kam und vom Professor sofort ins Herz geschlossen wurde. Der alte Mann vermag es, Mutter und Sohn mehr und mehr für die Magie der Zahlen zu begeistern. Für ihn ist dies alles, was ihm geblieben ist, den beiden verschafft er mit seiner Begeisterung neue Einblicke in ihr Leben und ihre Umwelt.</p>
<p>Zwischen Sohn und Professor findet sich noch eine zweite Ebene der Begeisterung: das Baseball-Spiel. Der Professor kennt nur die Daten, Fakten und Namen, die vor vielen Jahren, bis zu seinem Unfall, aktuell waren, für den Sohn sind dies alles Informationen aus ferner Vergangenheit. Schritt für Schritt finden sie mit Hilfe der Zahlen und mit Hilfe des Spieles eine gemeinsam Sprache, eine Ebene die Verständigung, in der auch das Vergessen seinen legitimen Platz hat.</p>
<p>Ich habe bisher noch niemals &#8211; zumindest kann ich mich nicht erinnern &#8211; ein Buch gelesen, das so sanft, so einfühlsam, so harmonisch geschrieben ist. Die Frau, die ehemalige Haushälterin des Professors, erzählt aus ihrer Erinnerung über die Wochen, Monate und Jahre, die sie und Ihre Sohn zuerst in der täglichen Gesellschaft und später als Freunde des Professors verbrachten.  Dabei spielte es keine Rolle, ob der alte Mann sich an sie erinnern konnte oder nicht, ob seine Erinnerung immer mehr nachließ. Denn über die Sprache der Zahlen fanden sie immer wieder eine neue Verbindung.</p>
<p>Obwohl im Grunde eine traurige Geschichte, entwickelt sich daraus eine heitere, optimistische Erzählung, die einfach nur schön zu lesen ist.</p>
<p>PS: jetzt finde ich es schade, dass meine Professorinnen im Gymnasium nicht über diese Gabe des Professors verfügten, die Zahlenwelt mit der realen zu verbinden. Das hätte mir das Leben damals leichter gemacht :-)</p>
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		<item>
		<title>Paul Collins: Der Mord des Jahrhunderts</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Apr 2012 10:31:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Collins, Paul]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Collins]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.literatur-blog.at/?p=1684</guid>
		<description><![CDATA[Gehen wir auf eine Zeitreise zurück in das Jahr 1897 und tauchen wir ein in die Welt des ausklingenden 19. Jahrhunderts. Doch bevor es um dieses Buch geht, ein (ganz) kurze Einstimmung auf das Jahr 1897 &#8211; was geschah auf der Welt zu jener Zeit? In Österreich regiert Kaiser Franz-Josef, in Deutschland Kaiser Wilhelm II., [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1685" title="Der Mord des Jahrhunderts" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Mord-des-Jahrhunderts.jpg" alt="" width="150" height="233" />Gehen wir auf eine Zeitreise zurück in das Jahr 1897 und tauchen wir ein in die Welt des ausklingenden 19. Jahrhunderts. Doch bevor es um dieses Buch geht, ein (ganz) kurze Einstimmung auf das Jahr 1897 &#8211; was geschah auf der Welt zu jener Zeit?<span id="more-1684"></span></p>
<p>In Österreich regiert Kaiser Franz-Josef, in Deutschland Kaiser Wilhelm II., in Russland Zar Nikolaus  und in Großbritannien Königin Victoria. Der US-Präsident ist seit Anfang dieses Jahres William McKinley. Johannes Brahms und Sebastian Kneipp sterben, William Faulkner und der spätere Papst Paul der VI erblickten das Licht der Welt. In der Alten Welt scheint also die alte Welt noch weitgegehend intakt, während in sich in der neuen Welt die Welt des 20. Jahrhunderts ausbreitet.</p>
<p>Womit wir bei diesem Buch angelangt sind: es ist ein Kriminalroman über ein wahres Verbrechen und eine spannende zeitgeschichtliche Dokumentation über die Entwicklung des Pressewesens, insbesondere über den Boulevardjournalismus, und die Arbeit der Ermittlungsbehörden. Die Kombination von beidem ergibt ein wirklich tolles Buch, das die Leserin/den Leser ganz tief in diese Zeit eintauchen lässt. 1897, New York, die Lebensumstände &#8211; sie alle werden hier bildhaft lebendig.</p>
<p>Nichts ist erfunden, alles geschah tatsächlich und ist durch hunderte Dokumente bis in letzute Detail beschrieben: in New York werden die sorgsam voneinander getrennten Körperteile eines Mannes gefunden, die ersten Leichenteile wurden aus dem Hudson River gefischt. Es herrschte eine unterträgliche Hitze in der Stadt (1897 bedeutete natürlich auch ein Leben ohne Klimaanlage)  und die Polizei werkelte zu Beginn so dilletantisch wie eine Horde von Dorfpolizisten an diesem Fall herum.</p>
<p>Es begann der Kampf der Journalisten um die besten, die exklusivsten, die neuesten Nachrichten. Neben tiefen Einblicken in die Presselandschaft erfährt und lernt man auch, wie die Gerichtsmedizin, die Gerichte, die Anwälte damals dachten und arbeiteten. Alles erscheint beim Lesen derart präsent, dass man gar nicht anders kann, als sich von der Atmosphäre der Stadt und des Geschehens einfangen  zu lassen.</p>
<p>Paul Collins rollt den &#8220;Fall Guldensuppe&#8221;, wie das Verbrechen genannt wurde, von Anfang bis zum Ende minuziös auf. Es  ist faszinierend, wie er ausschließlich reale, belegte Fakten und Aussagen in die Form eines ungemein authentischen Romanes bringt. Vom ersten Leichenteilfund bis zur Identifikation des Opfers. Von der Ausforschung bis zur Verhaftung der Täter. Von der Beweisführung bis zum Prozess und zum Urteil.</p>
<p>Aber keine Angst: selbst wenn man sich über den historischen Hintergrund schon vorher informiert hat, dann kennt man zwar die Fakten, aber der Spannung beim Lesen tut das keinen Abbruch. Ganz und gar nicht!</p>
<p>Bemerkenswert ist, wie die damals Presse die Polizei gewissermaßen vor sicher her trieb, wie Journalisten quasi eingebunden in die Ermittlungen waren und wie sie mehr oder weniger den Fall lösten. Die Konkurrenz der Tageszeitungen untereinander brachte weitaus mehr zustande als die ermittelnden Behörden.</p>
<p>Der Mord des Jahrhunderts markierte des Beginn einer neuen Art von Journalismus, einer Art, bei der die Reporter vor keiner verschlossenen Türe mehr halt machten, keine Tabus mehr kannten. Alles, was gut für die Auflage war, wurde auch gedruckt, auf ein Berufsethos wurde zugunsten der Verkaufsauflage verzichtet. Es war auch ein Höhepunkt im Kampf der Medienmogule Hearst und Pulitzer, aber es war eben nur der erste von vielen Höhepunkten für den neu entstehenden Boulevard-Journalismus. </p>
<p>Das Attribut &#8220;des Jahrhunderts&#8221; verdient dieser Fall, weil mit ihm vieles begann, was die Medienbranchen teilweise bis heute prägt. An Publikumswirksamkeit wurde er natürlich bald von vielen nachfolgenden übertroffen, denn letztendlich war es nicht mehr als ein damals und heute fast alltägliches Verbrechen. </p>
<p>Daraus ein Buch zu machen war eine großartige Idee, die Paul Collins in Form eines literarischen Doku-Dramas beeindruckend umsetzte.</p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<p><a href="http://www.loc.gov/rr/news/topics/guldensuppe.html">In der Bibliothek des US-Kongresses kann man zum Thema stöbern</a></p>
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		<title>Monika Helfer: Die Bar im Freien</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/04/monika-helfer-die-bar-im-freien/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 10:17:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Helfer, Monika]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Monika Helfer]]></category>

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		<description><![CDATA[„Die Bar im Freien“ ist eine Sammlung von Kurzgeschichten über ganz unterschiedliche Menschen, ihre Gedanken, Erlebnisse, Wünsche und Eigenheiten oder über ihren grausamen Alltag. Beim Lesen erschien mir manche Geschichte zu kurz gegriffen. Kaum dachte ich jetzt wird’s interessant, war die Story auch schon wieder aus und vorbei. Einige haben mich trotzdem berührt.  In  „Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1645" title="Die Bar im Freien" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Die-Bar.jpg" alt="" width="150" height="243" />„Die Bar im Freien“ ist eine Sammlung von Kurzgeschichten über ganz unterschiedliche Menschen, ihre Gedanken, Erlebnisse, Wünsche und Eigenheiten oder über ihren grausamen Alltag.<span id="more-1644"></span></p>
<p>Beim Lesen erschien mir manche Geschichte zu kurz gegriffen. Kaum dachte ich jetzt wird’s interessant, war die Story auch schon wieder aus und vorbei. Einige haben mich trotzdem berührt. </p>
<p>In  „Ein wenig, ein wenig“, da liegen drei Kinder schlafend im Garten einer Frau. Sie wussten, so haben die Kinder gehört, dass die Frau niemals die Tür öffnen würde, wenn es läutet. Das habe einen Grund, nämlich den, dass in ihrem Haus schlimme Dinge passieren…</p>
<p>In „Alt werden ist nichts für Jamerlappen““ wird Oma von ihren Enkeln geliftet,  mit eigener Methode…</p>
<p>„Realitätsprinzip“ handelt von einem Mann, der von zuhause auszieht wegen Geringschätzung seiner Frau und Kinder und seiner Interpretation von „Realität“ und Prinzip“.</p>
<p>Manche Geschichte lädt zum Schmunzeln ein, andere wieder sind traurig, poetisch und stimmen nachdenklich.</p>
<p>Aber wirklich überzeugt hat mich das Buch nicht.</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Andreas Pittler: Zores</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Apr 2012 17:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Pittler, Andreas]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Pittler]]></category>

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		<description><![CDATA[In Wien stehen im März 1938 die Fahnen auf Sturm. Nicht nur, dass die verbotenen Nationalsozialisten die Machtübernahme vorbereiten. Nein. Nicht nur Österreich geht quasi die Luft aus. Auch David Bronstein fühlt sich morgens durch eine Herzattacke ziemlich beengt. Das Herz rast, der Brustkorb eng und der Atem wie abgeschnürt. Jessasmarandana! Ein paar Stunden später [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1659" title="Zores" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Zores.jpg" alt="" width="150" height="232" />In Wien stehen im März 1938 die Fahnen auf Sturm. Nicht nur, dass die verbotenen Nationalsozialisten die Machtübernahme vorbereiten. Nein. Nicht nur Österreich geht quasi die Luft aus. Auch David Bronstein fühlt sich morgens durch eine Herzattacke ziemlich beengt. Das Herz rast, der Brustkorb eng und der Atem wie abgeschnürt. <br />Jessasmarandana!<span id="more-1658"></span></p>
<p>Ein paar Stunden später fühlt er sich ein wenig besser und geht in unendlicher Langsamkeit ins Präsidium um dort seine erste „Donau“ zu rauchen. Sein Kollege Cerny erwartet ihn schon mit Arbeit. Ein Mord ist passiert. Walter Suchy, ein Nazi-Bonze, wurde mit durchgeschnittener Kehle gefunden.</p>
<p>Während Bronstein seine Ermittlungen beginnt, gehen die politischen Geschehnisse nicht an ihm vorbei. So sehr er sich ablenkt und in die Arbeit reinkniet, er ist ständig mit der am 13.März geplanten Volksabstimmung konfrontiert. Bundeskanzler Schuschnigg lässt über die Unabhängigkeit Österreichs abstimmen.</p>
<p>Bronstein verhört Verdächtige, geht ins Kaffeehaus um eine Pause einzulegen, doch er begegnet ständig Menschen mit antisemitischer Stimmungsmache und ihren Lieblingsfeinden, den Itzigs. Zu Beginn noch genervt, dann zornig, doch bald macht ihm dieser Fremdenhass Angst. Der Ausgang der Abstimmung ist zu ungewiss. <br />Und er, Bronstein mit seiner jüdischen Abstammung, im Polizeidienst! Keine gute Perspektive auf lange Sicht!</p>
<p>Aber Bronstein redet sich alles wieder schön und hängt sich gemeinsam mit seinem Kollegen in seine Ermittlungen. Sie bringen ihm auch Einblick in eine Politik &#8211; da staunt David Bronstein nicht schlecht – in der selbst der Innenminister Seyss-Inquart fest mitspielt, um mit seiner braunen Brut das österreichische Volk mit seinen Parolen zu unterwandern.</p>
<p>Nichtsdestotrotz versucht Bronstein sich auf seine Arbeit zu konzentrieren. Er und sein Kollege kommen auf ihrer Suche nach dem Mörder auf eine Spur von pädophilen Spielchen, die der Suchy mit Knaben aus sozial schwachen Familie getrieben haben soll.<br /> Und dass das Jahr 1938 für Österreich ein Schicksalhaftes war, das wissen wir. <br />Aber auch für Bronstein beginnt hat dasd Schicksal einen neuen Lebensabschnitt parat.</p>
<p>Nun bin ich traurig, denn „Zores“ ist der letzte Band einer Bücherserie, die die österreichische Geschichte höchst lebendig, kritisch und realistisch darstellt.</p>
<p>Beim Lesen habe ich mit Bronstein mitgefiebert, mitgelitten, wie er manchmal zweifelte, dass das Unhersehbare tatsächlich eintreten könnte. Wie aus Mitläufern und Zweiflern an der Republik, weil auch damals die Armut enorm war, dem hässlichen Mann aus Braunau nachlaufen und Bronstein trotzdem versucht, seinen Optimismus aufrechtzuerhalten.<br />Bis, ja…. Bis…</p>
<p>Ein tolles Buch! Der Autor vermittelt uns die eigene Geschichte über die Gedanken, Dialoge, Aussagen und Ängste der handelnden Personen, während diese versuchen ihren Job zu machen, ihre Armut zu besiegen, ihrem Leben vor der Übernahme Österreichs durch das Dritte Reich einfach nur Sinn einzuhauchen oder eine Perspektive zur damaligen Tristesse zu erkennen glauben!</p>
<p>Andreas Pittler ist für den Friedrich Glauser-Preis nominiert! Gratulation!</p>
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		<title>Petra Ivanov: Tiefe Narben: Ein Fall für Flint und Cavalli</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Apr 2012 15:30:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ivanov, Petra]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Petra Ivanov]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Kriminalpolizist Bruno Cavalli und die Staatsanwältin Regina Flint haben einen grausamen Mord aufzuklären.  Eine Frau, deren Rippen mit einer Gartenschere durchtrennt wurden, die jahrelang in einer Erdgrube gelegen hat, macht dem Duo in ihrer Ermittlungsarbeit schwer zu schaffen. Die Verletzungen deuten auf den „Metzger“ hin, doch beim Todeszeitpunkt der jungen Frau saß dieser bereits [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1633" title="Tiefe Narben" src="/wp-content/uploads/Tiefe-Narben.jpg" alt="" width="148" height="251" />Der Kriminalpolizist Bruno Cavalli und die Staatsanwältin Regina Flint haben einen grausamen Mord aufzuklären.  Eine Frau, deren Rippen mit einer Gartenschere durchtrennt wurden, die jahrelang in einer Erdgrube gelegen hat, macht dem Duo in ihrer Ermittlungsarbeit schwer zu schaffen.<span id="more-1632"></span></p>
<p>Die Verletzungen deuten auf den „Metzger“ hin, doch beim Todeszeitpunkt der jungen Frau saß dieser bereits seit mehreren Jahren im Gefängnis.</p>
<p>Die beiden mit dem Mordfall Betrauten gehen von einem Nachahmungstäter aus. Bajram Selmani, 38jähriger Flüchtling aus dem Kosovo gesteht den Mord. Über Tathergang und sein Motiv schweigt er eisern. Cavalli und Flint glauben ihm kein Wort und verstehen nicht die Hintergründe für seine Verantwortungsübernahme an diesem Verbrechen.</p>
<p>Die Zeit läuft den Ermittlern davon. Plötzlich verschwindet eine weitere junge Frau. Der Täter hat mit gleicher Methode sein Opfer behandelt. Doch davon konnten nur die im ersten Mordfall betraute, und das bereits 10 Jahre vor diesem Mord, gewusst haben.  Bald gibt es einen großen Kreis von Verdächtigen. Und selbst innerhalb der Ermittlungsmannschaft herrscht bald böses Blut zwischen den Kollegen.</p>
<p>Der Pathologe, ehemalige Ermittler und Kollegen werden verdächtigt, auch Cavalli selbst, hatte er doch mit dem Opfer früher ein Verhältnis.<br />Das trifft Regina mitten ins Herz. Sie erwartet ein Baby von Bruno.</p>
<p>Ein missbrauchter Mann, der sich damit abgefunden hat, dass seine Liebe nie erwidert werden wird, zeigt, wozu Menschen in ihren tiefsten Abgründen fähig sind. Und das hinterlässt bei allen Beteiligten tiefe Narben.</p>
<p>Ein schnell verschlungener Krimi, der mit der Liebesgeschichte zwischen den beiden Ermittlern einen zweiten Handlungsstrang hat. Dazu zieht sich das soziale Thema rund um den Krieg in Ex-Jugoslawien und den Schicksalen der Flüchtlinge durch. Eine spannende Kombination, die ich nur weiter empfehlen kann.</p>
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		<title>Thomas Raab: Der Metzger bricht das Eis</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Apr 2012 15:30:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Raab, Thomas]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Raab]]></category>

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		<description><![CDATA[Willibald Adrian Metzger vertreibt sich neuerdings seine Zeit als Babysitter. So fährt er die Tochter seines besten, leider verstorbenen Freundes, im Kinderwagen durch den Park. Zu Beginn hört er noch anderen Müttern zu, die über ihre Kleinsten spannende Ereignisse zu berichten wissen. Der erste Zahn, die schwerste Windel unter allen anderen Windeln… Plötzlich wird Willibald durch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1640" title="Der Metzger bricht das Eis" src="/wp-content/uploads/Metzger2.jpg" alt="" width="150" height="241" />Willibald Adrian Metzger vertreibt sich neuerdings seine Zeit als Babysitter. So fährt er die Tochter seines besten, leider verstorbenen Freundes, im Kinderwagen durch den Park. Zu Beginn hört er noch anderen Müttern zu, die über ihre Kleinsten spannende Ereignisse zu berichten wissen. Der erste Zahn, die schwerste Windel unter allen anderen Windeln…<span id="more-1639"></span></p>
<p>Plötzlich wird Willibald durch ein Geschrei abgelenkt und wird Zeuge, wie ein Obdachloser ein kleines Mädchen vor dem Erstickungstod rettet. Doch unter mysteriösen Umständen kommt der Lebensretter der Kleinen zu Tode. Das lässt dem Metzger keine Ruhe und er versucht herauszufinden, was es mit dem Todesfall auf sich hat.</p>
<p>Der Metzger wollte sich eigentlich bei dem Penner für seine Zivilcourage bedanken. Ist ja selten heutzutage. Doch die Polizei findet den Obdachlosen vor ihm. Tot. Dann stürzt sich auch noch die Mutter des kleinen, geretteten Mädchens vom Dach des Krankenhauses und stirbt. Welch Dramen! Diese gehen dem Willibald gewaltig an die Nieren.</p>
<p>Willibald Adrian hat allerdings im Park ein Kinderhandtäschchen gefunden, das einen Zettel mit einer Telefonnummer beinhaltet. Durch einen Anruf unter dieser Nummer landen Willibald, seine Danjela und Willibalds Halbschwester Sopfie &#8211; die Autofahren nur mit Vollgas beherrscht - in einem kleinen Wintersportort. Dort erfährt das Trio bald, was es heißt, sich in eine Wintersportidylle – nein eigentlich Wintersporthölle &#8211; mit geldgierigen Hoteliers und Familienfehden einzumischen. Als dann die Schneekanone den Abfahrtshang mit rosafarbenen Schnee berieselt, weil da ein Mensch quasi durch den Fleischwolf gedreht wird, bleibt in dem einer Ansichtskarte gleichenden Dorf kein Stein mehr auf dem anderen.</p>
<p>Mit den Geschichten rund um hiesige Familien wie Thuswalder, Axpichl &amp; Co beleuchtet der Autor mit Witz und Ironie die Tourismusbranche des Wintersports.</p>
<p>Witzig, charmant und intelligent geschriebener Krimi, der auch gesellschaftskritische  Themen und den österreichischen Alltag – so schräg dieser auch manchmal aussieht &#8211; eingebindet. Diesmal allerdings einen Punkt weniger, obwohl ich die Metzger-Krimis liebe. Viele Nebenpersonen und ihre Namen haben die Fäden der einzelnen Handlungen eher verworren, als zu einem Stück zusammengeführt.</p>
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		<title>Haruki Murakami: Die Bäckereiüberfälle</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/03/haruki-murakami-die-backereiuberfalle/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 23:01:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Murakami, Haruki]]></category>
		<category><![CDATA[Haruki Murakami]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit Haruki Murakami erlebt man, wie weit sich Gedanken an den Hunger ausbreiten lassen. Ein Gefühl, das wahrscheinlich jeder Mensch schon einmal erlebt hat: so richtig Hunger zu haben &#8211; sei es aus Not oder sei es, weil man schlicht vergessen hatte, dieses Bedürfnis zu stillen. Aber, und das ist für uns alle eine gute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1682" title="Die Bäckereiüberfälle" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Murakami1.jpg" alt="" width="150" height="228" />Mit Haruki Murakami erlebt man, wie weit sich Gedanken an den Hunger ausbreiten lassen. Ein Gefühl, das wahrscheinlich jeder Mensch schon einmal erlebt hat: so richtig Hunger zu haben &#8211; sei es aus Not oder sei es, weil man schlicht vergessen hatte, dieses Bedürfnis zu stillen.<span id="more-1681"></span></p>
<p>Aber, und das ist für uns alle eine gute Nachricht, nur die allerwenigsten gehen dann in die nächste Bäckerei, um sie zu überfallen. Genau das geschieht zwar in diesem Buch, doch es wird kein Verbrechen, es wird ein Tausch. Die verhinderten Räuber haben Hunger, der verhinderte überfallene Bäcker hat Musik, die er mit anderen Zuhörern teilen möchte.</p>
<p>Ein recht eigenwilliger Handel: Musik gegen Brot. Doch solange er in dieser Weise funktioniert, solange ist es wohl ein guter Handel. Ein Handel, der weniger gut erscheint findet einige Jahre später statt. Wieder ist es dieser plötzlich auftretende Hunger. Anders als beim ersten Mal ist nun nicht sein Freund der Partner (oder Komplize, wenn man so will) sondern seine Ehefrau.</p>
<p>Zwei nette kleine Geschichten aus den 1980er-Jahren, die hier zusammengefasst wurden (einzeln hätte sich ein Einband nicht ausgezahlt) . Tiefgründigkeiten oder Denkanstösse sollte man nicht erwarten, dafür aber sehr fantasievolle Gedanken und einen Einblick in die fremden Welten von Haruki Murakami.</p>
<p>Auch wenn die Illustrationen einen wesentlichen Teil des Büchleins einnehmen, so handelt es sich hierbei aber keinesfalls um ein Kunstcomic. Vielmehr zeigen die Zeichnungen zum Teil reale Gegenstände aus der Geschichte, zum Teil Symbole, mit denen daraus eine kunstvolle Darstellung wird. Und so ähnlich verhält es sich ja auch mit Murakamis Sätzen: teils realen Inhalts, teils reine Kunstgebilde.</p>
<p>Ein Büchlein, das in eine Murakami-Komplettsammlung gehört, als Einzelstück (ohne andere Murakamis rundherum) allerdings etwas verloren im Regal stehen wird um dort vergessen zu werden.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mechtild Borrmann: Morgen ist der Tag nach gestern</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/03/mechthild-borrmann-morgen-ist-der-tag-nach-gestern/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 08:36:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borrmann, Mechtild]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Mechtild Borrmann]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.literatur-blog.at/?p=1678</guid>
		<description><![CDATA[Das Haus brennt bis auf die Grundmauern ab und Gustav Horstmann, der Besitzer ist mit verbrannt. Dass aber weder Feuer noch Rauch die Ursache für seinen Tod waren, das stellt die Polizei schon beim Auffinden der Leiche fest. Dann wird im Schutt eine weitere Leiche gefunden, fast hätte man bei den Aufräumarbeiten dieses zweite Opfer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1679" title="Morgen ist der Tag nach gestern" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Morgen.jpg" alt="" width="150" height="250" />Das Haus brennt bis auf die Grundmauern ab und Gustav Horstmann, der Besitzer ist mit verbrannt. Dass aber weder Feuer noch Rauch die Ursache für seinen Tod waren, das stellt die Polizei schon beim Auffinden der Leiche fest.<span id="more-1678"></span></p>
<p>Dann wird im Schutt eine weitere Leiche gefunden, fast hätte man bei den Aufräumarbeiten dieses zweite Opfer übersehen. Dieser Tote bleibt vorerst unbekannt, keine Spur, wie er ins Haus kam. </p>
<p>Und letztendlich, als man endlich auch den Keller untersuchen kann, findet die Polizei dort ein Einrichtungen und Gerätschaften, die das Schlimmste befürchten lassen: ein Bett, Spuren von Vergewaltigung, ein PC, Bilder von Kindern. Mit diesen Funden hat sich der Fall für die Polizei von Kleve zu einem Fall auch für das BKA entwickelt.</p>
<p>Mechthild Borrmann lässt verschiedene Geschichten an unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Zeiten beginnen. Da ist der verzweifelte Vater, dessen Gedanken nur noch um seine verschwundene Tochter kreisen. Der Sohn, der in seiner ganz eigenen Gedankenwelt gefangen ist. Die Stiftung, die sich um die Eltern kümmert, deren Kinder verschwunden sind und in deren Beirat der tote Gustav Horstmann saß.</p>
<p>In der unerträglichen Hitze des Sommers zerren die Funde immer mehr an den Nerven der Ermittler. Die ungeheuerliche Dimension des Falles lässt sich immer weniger ertragen und Auseinandersetzungen innerhalb des Teams sind da gewissermaßen vorprogrammiert. Peter Böhm, Leiter der Kommission, hat oft alle Hände voll zu tun, alles unter Kontrolle zu behalten.</p>
<p>Ein wenig lässt sich die Verzweiflung nachvollziehen, die Eltern verspüren, wenn ihr Kind verschwunden ist, doch so richtig kann man sich nicht hinein versetzen. Das zieht sich durch den Roman: man erhascht von vielen Dingen einen kleinen Blick hinter deren Kulissse, aber ein einprägsames Bild kommt dabei nicht wirklich heraus.</p>
<p>Dabei ist dieser Krimi durchaus spannend und bietet auch eine Lösung, die nachdenklich macht über den Unterschied von Wahrheit und Augenschein.</p>
<p>Für das zu jeder Zeit und überall aktuelle Thema &#8220;Verbrechen an Kindern&#8221; hätte es aber durchaus mehr an Einblicken, Hintergründen und Ursachen sein dürfen.</p>
<p>PS: der Sinn des Titels &#8220;Morgen ist der Tag nach gestern&#8221; blieb mir für dieses Buch leider völlig verschlossen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Francis Spufford: Rote Zukunft</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/03/francis-spufford-rote-zukunft/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 12:44:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Spufford, Francis]]></category>
		<category><![CDATA[Francis Spufford]]></category>

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		<description><![CDATA[Francis Spufford legt sich in der Einleitung zum Buch selbst nicht fest, als was man diesem Roman betrachten bzw. wie man ihn einordnen solle. Und weil sich beim Lesen dann heraus stellt, dass man sich wirklich schwer tut, die &#8220;Rote Zukunft&#8221; in irgendeine Schublade einordnen zu wollen, ich erspare mir einfach diese Einordnung und schreibe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1675" title="Rote Zukunft" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Rote-Zukunft.jpg" alt="" width="150" height="227" />Francis Spufford legt sich in der Einleitung zum Buch selbst nicht fest, als was man diesem Roman betrachten bzw. wie man ihn einordnen solle. Und weil sich beim Lesen dann heraus stellt, dass man sich wirklich schwer tut, die &#8220;Rote Zukunft&#8221; in irgendeine Schublade einordnen zu wollen, ich erspare mir einfach diese Einordnung und schreibe einen Lesebericht über ein Exemplar aus der Liga der &#8220;Ganz Aussergewöhnlichen Bücher&#8221;.<span id="more-1674"></span></p>
<p>Ein wenig passt es in die Linie der &#8220;Was-wäre-wenn&#8221;-Romane (&#8230;die Nazis den Krieg gewonnen hätten &#8230; , &#8230;es die DDR noch gäbe &#8230;, usw.,usf.).  Was wäre also zB., wenn sich die USA und die Sowjetunion fast auf Augenhöhe gegenüber gestanden wären, damals in den 1950er und 1960er-Jahren. Als Nikita Chruschtschow wirklich der festen Überzeugung sein konnte, dass man Eisenhowers Amerika in spätestens einer Dekade öknomisch überholt haben würde. Und hätte das ausgereicht, für die Bürger ein lebenswertes Leben zu bieten oder hätte es nur der Belobigung einiger weniger Apparatschiks gedient?</p>
<p>Was wäre, wenn der Sputnik nur die erste einer Vielzahl an Leistungen und Errungenschaften des Kommunismus gewesen wäre, mit denen man den Kapitalismus zuerst überholen und dann demütigen konnte? Nun, was hätten wir  dann? Genau! Eine Rote Zukunft!  Stalin war (endlich) tot und mit ihm die Zeit des Terrors anscheinend vorbei. Die Menschen atmeten wie befreit auf, schöpften Hoffnung und erwarteten, dass nun endlich alle Versprechungen, die ihnen die Revolution gemacht hatte, eingelöst würden.</p>
<p>Wir wissen,, wie es ausging, wissen, daß es nie soweit kam. Ein sehr kurzer, bescheidener und ein wenig hoffnungsvoller Frühling (der in Wahrheit nur eine Zeit mit etwas weniger Winter war) unter Chruschtschow wich schon bald einer Re-Stalinisierung unter Breschnjew. Und damit waren auch Träume von einer besseren Zukunft nicht nur quasi ein Verrat am Kommunismus sondern auch vollkommen überflüssig, weil nie erreichtbar.</p>
<p>Es geht auch gar nicht so sehr um diese erträumte schöne, heile Welt des Sozialismus sondern es geht darum, wie aus den Verheissungen und dem festen Glauben an die Überlegenheit des Kommunismus dann doch nur eine für die davon Betroffenen entbehrungsreiche und bedrohliche Realität wurde (wohingegen die, die das alles angezettelt und zu verantworten hatten, es sich ja sowieso immer gut gehen ließen ¹).</p>
<p>Spufford mischt äußerst raffiniert historische Wahrheiten mit realitätsnahen Fiktionen. Ob Chruschtschow bei dieser oder jener Gelegeheit wirklich so gedacht oder gesprochen hat, das ist gar nicht so wichtig, wichtig ist nur, dass man es glaubt, dass es so hätte sein können. Manchmal ist es ein fast witziges Verwirrspiel, manchmal liest man über die Scheinwahrheiten der Statistiken, an mit denen sich die Politspitzen der UdSSR schmückten und manchmal darüber wie sich die Wirklichkeit darstellte. </p>
<p>Man liest vom kommenden Paradies und davon, dass nach dem Willen der Parteigranden nur ein paar kleine Schritte dorthin fehlten. Und man liest davon, wie sich für die Untertanen in der Sowjetunion niemals etwas besser wurde.</p>
<p>In der regelmäßigen Abfolge von historischer Dokumentation (jeweils als Einleitung einem Kapitel voran gestellt) und fiktionaler Darstellung des Lebens der Betroffenen verstärkt sich die Wirkung dieses Buches enorm: wie hätte es sein sollen, wie erträumte man es sich und wie wurde es tatsächlich. Mit dieser Gegenüberstellung gelingt es Francis Spufford in einfacher aber schlüssiger Form zu zeigen, warum dieses System niemals funktionieren konnte.</p>
<p>Wie es ausging wissen wir: der Kapitalismus, konnte das unschöne und unappetitliche Darunter länger viel verstecken als der Kommunismus und fuhr einen bravourösen Sieg ein. Mit Blick auf die letzten paar Jahre und die damit sichtbar gewordenen Auswüchse kommen bei mir aber heftige Zweifel ¹) auf, ob das mehr als ein Etappensieg war. Denn zweifelsohne steht das Endergebnis des Duells um den Titel des besten aller Gesellschaftssysteme auch nach dem Ausscheiden des Kommunismus noch aus. Wir müssten dazu nur einen neuen, attraktiven Herausforderer finden!</p>
<p>Dieses Buch war für mich ein wahrer Glücks- und Zufallstreffer. Bis zu einer Info vom Rowohlt-Verlag hatte ich es weder beachtet noch auf meinem Leseplan noch überhaupt von Herr Spufford gehört. Jetzt weiß ich: es wäre tatsächlich ein großes Versäumnis gewesen, es nicht zu lesen.</p>
<p>PS = die Fußnote zu ¹): und da soll noch eine/r sagen, zwischen Kommunismus und Kapitalismus gibt es keine Gemeinsamkeiten&#8230;</p>
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		<title>Jörg Juretzka: Sense</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 04:29:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Juretzka, Jörg]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Juretzka]]></category>

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		<description><![CDATA[Kristof Krysinski soll im Auftrag von Frau Sentz ihren abgängigen Gatten, den Casinobesitzer Sacha, finden. Derzeit fühlt sich der Privatdetektiv dafür gar nicht fit, er tröstet sich gerade mit viel Alkohol, wurde er doch von seiner Freundin allein gelassen. Doch er rafft sich auf und macht sich auf die Suche nach dem Abgängigen! Und diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1631" title="Sense" src="/wp-content/uploads/Sense.jpg" alt="" width="150" height="254" /></p>
<p>Kristof Krysinski soll im Auftrag von Frau Sentz ihren abgängigen Gatten, den Casinobesitzer Sacha, finden.<span id="more-1630"></span></p>
<p>Derzeit fühlt sich der Privatdetektiv dafür gar nicht fit, er tröstet sich gerade mit viel Alkohol, wurde er doch von seiner Freundin allein gelassen. Doch er rafft sich auf und macht sich auf die Suche nach dem Abgängigen! Und diese beginnt mit einer Überraschung!</p>
<p>Auf seiner Suche nach Sascha „Pascha“ Seitz kommt es zu einer Ironie des Schicksals. Er findet den Abgängigen tot. Genick gebrochen! Prekär ist die Situation allerdings deshalb, weil der Tote sich in Kristofs Küche befindet! Was ist da während seines Rauschzustandes passiert?</p>
<p>Immer am Rande der Legalität – sei es beim Autofahren im berauschten Zustand, in der Anwendung fragwürdiger Ermittlungsmethoden – versucht Kristof den Mord aufzuklären. Immerhin geht es auch um seine Reputation. Die Polizei stellt ihm unangenehme Fragen, er selbst ist ja hochverdächtig.</p>
<p>Für seinen Auftrag braucht er zuerst einen fahrbaren Untersatz. Den findet er schnell bei einem bekannten Schrotthändler und los geht es. Begleitet bei seinem Einsatz wird er wieder von seinem dauerbekifften Freund Scuzzi, der Kristof trotz überdimensionaler Rauschmitteldröhnungen so manch wichtigen Hinweis liefert, damit Kristof seinen Hals schlussendlich aus der Schlinge ziehen kann.</p>
<p>Ein Krimi, der schnell gelesen ist weil sehr unterhaltsam. Die Handlung selbst ist teilweise ziemlich abgehoben, aber um die geht es gar nicht.</p>
<p>Ein freche ironische Sprache, ein anarchistischer Lebensansatz und skurrile Protagonisten, denen nichts zu blöd ist, die aber trotzdem erfolgreich sind! Eine tolle Kombination zum Abtauchen aus dem grauen Alltag :-)</p>
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