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	<title>Literatur Blog</title>
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	<description>von LeserInnen für LeserInnen</description>
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		<title>Heinrich Veith: Die Macht des Apothekers</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 11:14:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sündi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Veith, Heinrich]]></category>
		<category><![CDATA[Heinrich Veith]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir schreiben das Jahr 1962. Alfredo Sutterlüthy ist 52 Jahre alt und Apotheker in Moosten, einem kleinen Bergdorf in der Schweiz. Von seiner pflegebedürftigen Mutter tyrannisiert, ansonsten aber frauenlos und auch noch Jungfrau gilt er als eher seltsamer Zeitgenosse &#8211; stellt euch vor, das war auch früher schon so!
Eines Tages unterläuft ihm bei der Herstellung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-386" title="Die_Macht_des_Apothekers" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Die_Macht_des_Apothekers.jpg" alt="" width="130" height="192" />Wir schreiben das Jahr 1962. Alfredo Sutterlüthy ist 52 Jahre alt und Apotheker in Moosten, einem kleinen Bergdorf in der Schweiz. Von seiner pflegebedürftigen Mutter tyrannisiert, ansonsten aber frauenlos und auch noch Jungfrau gilt er als eher seltsamer Zeitgenosse &#8211; stellt euch vor, das war auch früher schon so!<span id="more-385"></span></p>
<p>Eines Tages unterläuft ihm bei der Herstellung eines Herzmedikaments für einen Feriengast ein fataler Dosierungsfehler. Der Tourist verstirbt an Herzversagen, aber niemand entdeckt die wahre Todesursache und die Polizei schließt Fremdeinwirkung aus. Die anfängliche Bestürzung Sutterlüthys verwandelt sich rasch in ein bisher nie gekanntes Überlegenheitsgefühl. Der Apotheker erkennt die Macht seines Berufes und wird zum Herrscher über Leben und Tod in Moosten.</p>
<p>Auguste Tiefenbach, eine unangenehme alte Frau, die ihn regelmäßig erniedrigt, wird sein nächstes Opfer. Er ersetzt den Inhalt von Filmtabletten gegen Verstopfung mit handelsüblichen Gips und verschließt damit die Verdauungsorgane der alten Frau endgültig. Doch dies ist erst der Anfang sich häufender Todesfälle im idyllischen Schweizer Bergdorf.</p>
<p>Beim Begräbnis seiner Mutter (ja, auch sie musste dran glauben!) trifft Sutterlüthy seine Großnichte Marie, die seit dem letzten Treffen zu einer bildhübsche jungen Frau herangewachsen ist. Marie steht vor dem Abschluss ihres Pharmaziestudiums und würde gerne das anschließende Praktikum in Onkel Alfredos Apotheke absolvieren. Sutterlüthy willigt schließlich ein, allerdings nicht ohne Hintergedanken, da er sich der Anziehungskraft der jungen Frau nicht entziehen kann. Marie erscheint dann zum Dienstbeginn nicht allein, sondern gemeinsam mit ihrem Freund Max – aber wo ein Wille ist, da gibt es immer auch einen Weg.</p>
<p>Am Cover des Buches steht das Wort Thriller, aber so richtig elektrisierende Spannung will bei der Lektüre des Romans nicht aufkommen. Zu einfach gestrickt, zu vorhersehbar läuft die Handlung ab, überraschende Wendungen, Aha-Erlebnisse, sprich echte Spannungsmomente fehlen zur Gänze.</p>
<p>Die Sprache von Heinrich Veith ist einfach, aber das ist nicht das Problem – nicht jeder kann oder muss ein literarisches Genie wie Fred Vargas sein. Mit Fortdauer der Handlung gleiten die sexuellen Obsessionen des Apotheker (halten sie mich bitte nicht für prüde)  ins leicht Pornographische ab, aber auch dafür gibt es Liebhaber.</p>
<p>Was allerdings ein veritables Problem des vorliegenden Buches darstellt ist das Lektorat. Selten las ich einen derart schlampig redigierten Text, der vor Fehlern nur so strotzte und meinen Textmarker zum Dauereinsatz nötigte. „Mann (sic!) musste nicht studiert haben, um die Verbindung des Feriengastes und seinem Medikament herauszufinden.“ Man/frau muss auch nicht studiert haben, um ein Buch zu lektorieren, aber die Beherrschung der jeweiligen Sprache und eine gewisse Akribie sind schon unabdingbare Voraussetzungen.</p>
<p>Die Lektorin Frau Mag. Gertraud Mayr-Rosska dürfte ihrer Aufgabe, wenn überhaupt, so doch sehr mangelhaft nachgegangen sein. Dies deckt sich übrigens mit der Rezension meines geschätzten  Kollegen Andreas über das „Iduna-Projekt“ und ich finde dies wirklich äußerst schade.</p>
<p>Weil die Intention des Verlags „federfrei“ ist es eine Plattform für junge SchrifstellerInnen zu bieten, wo sie regionale Kriminalromane publizieren können. Und dies ist eine absolut lobenswerte und begrüßenswerte Initiative. Aber mit dieser Performance wird das ein bisschen schwierig werden.</p>
<p>Leider möchte ich noch anfügen!</p>
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		<title>David Schalko: Weisse Nacht</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 13:06:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sündi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Schalko, David]]></category>
		<category><![CDATA[David Schalko]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie entsteht eigentlich ein Bestseller? Nun, da hat man/frau die Möglichkeit so genial zu schreiben, dass die Welt an diesem Text einfach nicht vorbei kann. Oder es wird ein „Skandal“ inszeniert  – denken sie beispielsweise an die „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche. So auch geschehen beim vorliegenden Buch von David Schalko. Aber nicht der Autor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-383" title="Weisse_Nacht" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Weisse_Nacht.jpg" alt="" width="150" height="238" />Wie entsteht eigentlich ein Bestseller? Nun, da hat man/frau die Möglichkeit so genial zu schreiben, dass die Welt an diesem Text einfach nicht vorbei kann. Oder es wird ein „Skandal“ inszeniert  – denken sie beispielsweise an die „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche. So auch geschehen beim vorliegenden Buch von David Schalko. Aber nicht der Autor persönlich oder das Werk an sich sorgte für Aufsehen, sondern eigentlich ein „Unbeteiligter“, nämlich der von seinem Lebensmenschen und anscheinend allen guten Geistern verlassene Stefan Petzner.<span id="more-382"></span></p>
<p>Der bekennende Solariumfanatiker klagte, nicht so sehr weil er sich in seinem höchstpersönlichen Lebensbereich angegriffen fühlte, nein, er forderte Tantiemen (sic!) und scheiterte kläglich. Übrigens erst vier Monate nach Erscheinen des 134-seitigen(!) Buches – und ich dachte immer der niederösterreichische Landeshauptmann sei ein Langsamleser.</p>
<p>Schalko erzählt in „Weisse Nacht“ die Geschichte von Thomas, einem naiven, intellektuell eher unterdurchschnittlichen jungen Mann der auf seinen Lebensmenschen trifft und diesem bedingungslos verfällt. „Als er mir die Hand reichte, hielt ich sie fest. Er zog sie nicht zurück. Er spürte sofort, dass ich ab jetzt einer der Seinen war. Er sagte nur: ‚Komm!’ Und ich kam. Er sagte: ‚Bleib in meiner Nähe.’ Und ich wich nicht mehr von seiner Seite.“</p>
<p>Satirisch überhöht zeichnet der Autor die Ästhetik der sogenannten „Buberlpartie“ rund um die erloschene Sonne des südlichsten Bundeslandes nach. Schalko liefert eine Mischung aus Heimat-, Groschen-, Schund- und Fantasyroman bis hin zum esoterischen Ratgeber ab – Trash ist wohl der richtige Ausdruck dafür.</p>
<p>Im Mittelpunkt der Geschichte steht die homoerotische Beziehung zwischen Thomas und dem Kärntner Landesheiligen, der allerdings niemals beim Namen genannt wird und nur als „Er“ oder „Messias“ auftritt. „Wir lachten wie kleine Kinder, die der Welt einen gemeinsamen Streich gespielt hatten. Plötzlich hielt er inne, schüttelte den Kopf und kam langsam näher. Wie ein Fuchs, der hinter seinem Bau hervorlugte. Er näherte sich meinem Ohr, hielt die Nase nur einen Hauch entfernt. Ich konnte seinen warmen Atem spüren. Wie ein sanfter Wellengang am See. Lebkuchen. Und er flüsterte: ‚Eternity, Thomas.’“</p>
<p>Der Autor entwirft Kärnten als Mischung aus Spaßgesellschaft, Deutschtümelei, Katholizismus und Esoterik, wo das Projekt „Endless Summer“ ausgerufen wurde und er, wie es sich für einen Messias geziemt, alles Negative (das „Anti“) auf seine Schultern lädt. Blaue Bergseen, grüne Wiesen, fröhlich zwitschernde Vögel, eine „Landesmutter“, die sich ständig im „Tal der Wölfe“ auf der Jagd befindet, alles vor dem Hintergrund der Bedrohung durch die „amerikanische Ostküste“.</p>
<p>Wirklich witzig ist das Buch nur, wenn Schalko das Kulturverständnis der rechten Recken seinen persiflierenden Betrachtungen unterzieht. „Das Schöne an Empty Art war, dass es nichts zu interpretieren gab. Derjenige, der am wenigsten darüber zu sagen hatte, war auch meistens im Recht.“</p>
<p>Alles in allem ist „Weisse Nacht“ ein ziemlich chaotisches Büchlein oder vielleicht sollte ich es eher als Experiment bezeichnen &#8211; bitte fragen sich mich nicht nach der Handlung. Aber etwas anderes sollte man/frau sich von David Schalko auch nicht erwarten. Schließlich ist er der Erfinder des legendären TV-Formats „Sendung ohne Namen“.</p>
<p>Trotzdem wird es sich ganz gut verkaufen. Dafür hat schon Sunnyboy Petzner gesorgt.</p>
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		<title>Deon Meyer: Dreizehn Stunden</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 06:52:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Meyer, Deon]]></category>
		<category><![CDATA[Deon Meyer]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Tag beginnt für Inspektor Bennie Griessel um 5:37 Uhr, als ihn ein Anruf aus dem Schlaf reisst.Vusi Ndabeni ist einer von mehreren jüngeren Ermittlern, die Griessel als Mentor bei ihrer Arbeit unterstützen soll &#8211; helfen, Tipps geben, unterstützen, das eigene Wissen weiter geben. Und jetzt ruft Vusi an um seinen Mentor zum Fundort der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-380" title="rl_meyer_13stunden_rz.indd" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Dreizehn_Stunden.jpg" alt="" width="130" height="224" />Der Tag beginnt für Inspektor Bennie Griessel um 5:37 Uhr, als ihn ein Anruf aus dem Schlaf reisst.Vusi Ndabeni ist einer von mehreren jüngeren Ermittlern, die Griessel als Mentor bei ihrer Arbeit unterstützen soll &#8211; helfen, Tipps geben, unterstützen, das eigene Wissen weiter geben. Und jetzt ruft Vusi an um seinen Mentor zum Fundort der Leiche einer jungen Frau zu bestellen.<span id="more-379"></span></p>
<p>Zur selben Zeit hetzt eine andere junge Frau durch Anhöhen rund um Kapstadt. Sie ist in Todesangst, schon seit Stunden auf der Flucht vor mehreren Männern, die ihr immer dichter auf den Fersen sind. Sie ist fremd in dieser Stadt, weiß nicht, wohin sie sich wenden soll.</p>
<p>Die Tote und die junge Frau auf der Flucht: schon bald ist für Griessel und die Ermittler klar, dass die beiden zusammen gehören, dass die Männer, die die junge Frau verfolgen auch die Mörder der anderen sind. Als sich auch noch heraus stellt, dass es sich umTouristinnen aus den USA handelt, wird der Fall noch komplizierter, denn nun schalten sich auch die vorgesetzten Stellen ein.</p>
<p>Das alleine wäre schon genug Arbeit für einen Tag, aber es kommt noch mehr: ein toter Musikproduzent, erschossen in seinem eigenen Haus. Neben ihm wird seine Frau gefunden, die Waffe in der Hand, doch Griessel zweifelt von Anfang an daran, dass sie die Mörderin ist.</p>
<p>Sobald die einzelnenen Handlungsstränge des Romanes aufgebaut sind, geht es erst so richtig los mit der der Spannung. Griessel versucht am Anfang noch, an seiner Rolle als Mentor fest zu halten und die Kolleginnen, die die einzelnen Ermittlungen leiten,  zu beraten und zu untzerstützen. Doch dass funktioniert nicht allzu lange. Denn je mehr die Polizei über die Fälle erfährt, desto mehr neue Unklarheiten treten zu Tage. Griessel muß mehr und mehr die Leitung übernehmen um die Arbeit zu koordinieren.</p>
<p>Immer näher führen die Spuren zueinander, immer öfter  kreuzen sich die Wege der ErmittlerInnen, wenn unterschiedliche Hinweise sie zu gleichen Ergebnissen führen und das ist genau das, was einen wesentlichen Teil der immer größer werdenden Spannung ausmacht.</p>
<p>Es sind Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, die in den Fällen ermitteln und alle müssen sich mit den sehr unterschiedlichen Reaktionen ihrer Umwelt  auseinander setzen. Die Volksgruppen, die Südafrika als Land ausmachen, sind noch immer nicht zu einer Gemeinschaft geworden. Ob man Farbiger, Schwarzer oder Weißer ist, das ruft nach wie vor sehr unterschiedliche Reaktionen hervor und das prägt die Menschen selbst in ganz unterschiedlicher Weise.</p>
<p>So schildert Deon Meyer nicht nur in einer immens dichten und fesselnden Handlung den Fortgang der Ermittlungen, er erzählt auch von einem Land, das sein Selbstverständnis als Nation noch lange nicht gefunden hat, in dem nach wie vor zuerst gefragt wird, welche Hautfarbe man hat, bevor man sich nach dem Menschen selbst fragt.  Das Mißtrauen anderen Volksgruppen gegenüber steht immer noch im Vordergrund, rasches Vertrauen fasst man nur zu Menschen der gleichen Herkunft, alles wird noch verstärkt durch viele unterschiedliche Sprachen und Dialekte.</p>
<p>Ein durch und durch rasante und spannende Geschichte. Normalerweise kann ich dabei nicht aufhören zu lesen, doch hier war es anders: hin und wieder musste ich das Buch zur Seite legen um selbst ein wenig Atem zu holen. Aber immer nur für ein paar Minuten, dann war die Neugier schon wieder stärker.</p>
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		<title>Herta Müller: Atemschaukel</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/03/herta-muller-atemschaukel/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 10:44:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sündi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Müller, Herta]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Herta Müller]]></category>

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		<description><![CDATA[„Alles, was ich habe, trage ich bei mir.“ Mit diesem schlichten Satz beginnt eines der atemberaubendsten Sprachkunstwerke der zeitgenössischen deutschen Literatur. Nach der Lektüre von „Atemschaukel“ war mir restlos klar, warum Herta Müller im Dezember des vergangenen Jahres den Literaturnobelpreis verliehen bekam. Schlicht und einfach, so wie ihre Sprache, weil sie ihn sich verdient hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-377" title="Atemschaukel" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Atemschaukel.jpg" alt="" width="150" height="245" />„Alles, was ich habe, trage ich bei mir.“ Mit diesem schlichten Satz beginnt eines der atemberaubendsten Sprachkunstwerke der zeitgenössischen deutschen Literatur. Nach der Lektüre von „Atemschaukel“ war mir restlos klar, warum Herta Müller im Dezember des vergangenen Jahres den Literaturnobelpreis verliehen bekam. Schlicht und einfach, so wie ihre Sprache, weil sie ihn sich verdient hat und ein Werk von derartiger sprachlicher Intensität seinesgleichen sucht und wahrscheinlich nur schwer oder gar nicht zu finden sein wird.<span id="more-376"></span></p>
<p>Herta Müller erzählt in 64 kurzen, eigenständigen Kapiteln die Autobiographie von Leopold Auberg, einem deutschstämmigen Rumänen aus Hermannstadt, der wie 80.000 seiner Landsleute im Jänner 1945 im Alter von 17 Jahren in ein russisches Arbeitslager deportiert wurde. Im August 1944 wechselte das bis dahin mit Hitlerdeutschland verbündete Rumänien die Fronten und schlug sich auf die Seite der Sowjetunion &#8211; Stalin forderte daraufhin den Arbeitseinsatz zur Beseitigung der Kriegschäden.</p>
<p>Die Autorin versucht Extremerfahrungen einer Volksgruppe wie beispielsweise permanenten Hunger, schwerste Zwangsarbeit und lebensbedrohliche Gefangenschaft mit Worten begreifbar zu machen. Dies gelingt ihr mit einer sprachlichen Meisterschaft, mit einer poetischen Sprachgewalt, die wie schon gesagt ihresgleichen sucht.</p>
<p>„Ich wollte langsam essen, weil ich länger was von der Suppe haben wollte. Aber mein Hunger saß wie ein Hund vor dem Teller und fraß.“</p>
<p>Der „Hungerengel“ im Arbeitslager ist allgegenwärtig, dominiert Denken und Sprache, ist ein inneres totalitäres System, führt zum Verlust der Menschlichkeit und zwangsläufig zum Verlust der Individualität. Ob Mann oder Frau spielt unter diesen Umständen keine Rolle mehr.</p>
<p>Ein Rechtsanwalt isst seiner Frau die tägliche Suppenration weg, bis sie schlussendlich verhungert. „Die Heidrun Gast hatte schon das Totenäffchengesicht, das Schlitzmaul von einem Ohr zum anderen, den weißen Hasen in den Dellen der Wangen und gequollene Augen.“ Jeder ist sich hier selbst der Nächste und keiner kennt sich mehr selbst. Selbstenfremdung wird zur irreparablen Konstante. Entmenschlichung kann sozialisiert werden, wie auch „Die Sterblichen“ von Yiyun Li drastisch vor Augen führen.</p>
<p>Wenn es nichts mehr gibt, was als Nahrung dienen könnte, wird die Sprache zum Überlebensmittel. „Kochrezepte erzählen ist eine größere Kunst als Witze erzählen. Die Pointe muss sitzen, obwohl sie nicht lustig ist. Hier im Lager beginnt der Witz schon mit: MAN NEHME. Dass man nichts hat, das ist die Pointe. Aber die spricht niemand aus, Kochrezepte sind die Witze des Hungerengels.“ Manche essen Sand oder Kot.</p>
<p>Herta Müller entreißt einige „Sträflinge“ aus der buntgemischten Zwangsgemeinschaft des Lagers der alles verschlingenden, unersättlichen Vergessenheit. Irma Pfeiffer, die in einer Mörtelgrube umkommt, Trudi Pelikan, die „nur“ ihre Zehen verliert, den aufgrund seines Berufes privilegierte Lagerfrisör Oswald Enyeter, den Trommler Anton Kowatsch, den Akkordeonspieler Konrad Vonn, Albert Gion, mit dem Leo im Schlackekeller arbeitet oder die geistesschwache Planton-Kati, die fünf Jahre lang nicht weiß, wo sie ist. Und noch viele andere mehr.</p>
<p>Das zweite Hauptthema des Romans ist das Gefühl des Heimweh, das bei vielen Lagerinsassen im Lauf der Zeit in Heimatlosigkeit übergeht. Ein einziges Mal bekommt Leo Post von zu Hause, eine Postkarte von seiner Mutter mit einem Foto auf dem ein einziger Satz steht: „Robert, geb. am 17. April 1947.“ Für Leo bedeutet diese Nachricht: „Meinetwegen kannst du sterben, wo du bist, zu Hause würde es Platz sparen.“</p>
<p>Als Leo Auberg  im Januar 1950 nach Hermannstadt zurückkehrt erkennt er, dass sich die im Lager selbst anerzogene „Heimwehlosigkeit“ in ein anderes, bedrohliches „Heimweh“ verkehrt hat.</p>
<p>Die Lagererfahrungen sind allgegenwärtig, beherrschen unkontrollierbar jede Wahrnehmung, bis in die Träume hineinreichend. Das Ticken der Uhr im elterlichen Wohnzimmer wird zur „Atemschaukel“, in seiner Brust zur „Herzschaufel“. In einer Fabrik, wo Leo ein Jahr lang Holzkisten zusammennagelt, erkennt er nur „kleine Särge aus frischem Fichtenholz“.</p>
<p>Herta Müller wollte das Werk gemeinsam mit ihrem Kollegen Oskar Pastior verfassen, auf dessen Erinnerungen die Geschichte basiert. Die Mutter der Autorin war ebenfalls in einem Arbeitslager interniert, konnte aber über ihre Erfahrungen und Erlebnisse nicht sprechen. Herta Müller hat nach dem Tod von Pastior ein Jahr lang mit sich selbst gerungen, bis aus dem &#8220;Wir&#8221; ein &#8220;Ich&#8221; wurde und sie die &#8220;Atemschaukel&#8221; alleine zu Papier brachte.</p>
<p>Mir ist durchaus bewußt, dass meine Rezension dem sprachlichen Genie der Nobelpreisträgerin nur unzureichend bis gar nicht gerecht werden kann. Man/frau sollte dieses Buch einfach selbst lesen. Trotz der erschütternden Thematik ist die poetische Sprache ein reiner Genuss und die Sprachbilder sind von beinahe unheimlicher Präzision.</p>
<p>Wie sang einst der Barde Wilfried so treffend: &#8220;Spann deine Schwingen, flieg Ikarus. Nicht das Gelingen, nur der Versuch zählt am Schluss!&#8221;</p>
<p>PS: Zum Schluss meldet sich der Historiker in mir. Der Unterschied zwischen einem russischen Arbeitslager und einem Konzentrationslager der Nazis ist trotz allem noch ein sehr großer. Deshalb finde ich es höchst provokant und eine Schande, wenn in unserem Land eine Präsidentschaftskandidatin auftritt, die keine klaren Worte zu dieser Zeit findet.</p>
<p>PPS: Ich werde sie nicht wählen und je weniger es tun, desto besser!</p>
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		<title>Edwin Haberfellner: Projekt Iduna</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/02/edwin-haberfellner-projekt-iduna/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 14:44:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Haberfellner, Edwin]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Edwin Haberfellner]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch nie habe ich nach 10 gelesenen Seiten begonnen, die Rezension zu schreiben.  Diesmal ging es aber nicht anders, denn nach diesen 10 Seiten war ich schon dabei, das Buch weg zu legen. Wie kann man denn wissen, wie das Buch wird, ob spannend oder nicht ? Berechtigte Frage! Es ging aber gar nicht um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-374" title="Projekt_Iduna" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Projekt_Iduna.jpg" alt="" width="150" height="221" />Noch nie habe ich nach 10 gelesenen Seiten begonnen, die Rezension zu schreiben.  Diesmal ging es aber nicht anders, denn nach diesen 10 Seiten war ich schon dabei, das Buch weg zu legen. Wie kann man denn wissen, wie das Buch wird, ob spannend oder nicht ? Berechtigte Frage! Es ging aber gar nicht um Spannung oder nicht, es ging um deutsche Sprache  oder nicht.<span id="more-373"></span></p>
<p>Vor der kurzen Inhaltsbeschreibung deshalb ein paar Worte zum Lektorat: eine Deutsch-Matura wäre damit nicht zu schaffen gewesen, auch der Aufstieg in die Oberstufe der ab 15-jährigen eher fraglich. Meine Deutschprofessorin hätte  mehrere Kugelschreiber (Farbe: Rot) für &#8220;Satzstellung!&#8221;, &#8220;Sinn?&#8221;, &#8220;Wortwiederholung!&#8221;, und das Schreiben von noch viel mehr dieser Anmerkungen verbraucht. Fünf, Setzen!</p>
<p>Subjektive Einbildung ?  Nun gut, dann ein paar Original-Zitate:</p>
<p>&#8220;Gläserne Gänge verbanden die beiden Trakte, vorausgesetzt man war im Besitz der erforderlichen Berechtigungskarte&#8221; <br />
 <em>Wen oder was verbindet diese Karte: die Gänge, die Trakte, die Architekten oder die LeserInnen?</em></p>
<p>&#8220;Die Zeit drängte und es war  nur mehr eine Frage der Zeit, wann das Gen-Lab an der Gerüchtebörse gehandelt werden würde&#8221;<br />
 <em>So ein &#8220;Gähn-Läb&#8221; hat es anscheinend ziemlich eilig, gerüchteweise gehandelt zu werden<br />
 </em></p>
<p>Rote Kugelschreiber waren es zwar nicht, aber ein Packerl Post-It hat dran glauben müssen &#8211; ein Zetterl hineingepickt zu  jedem der schlimmeren Fälle. Ich habe zwar schon schlechte Bücher gelesen, aber noch nie hat mich ein so schlechtes Lektorat vom Inhalt abgelenkt. Abgesehen von den offensichtlichen Fehlern auch noch insgesamt der Stil eines mittelmäßigen Schulaufsatzes.</p>
<p>Trotzdem kommt natürlich jetzt noch der Versuch, die Handlung zu skizzieren (Versuch, weil vielleicht habe ich nicht alles richtig verstanden)</p>
<p>David Boosfeld reist im Auftrag seiner Firma, einem der weltweit führenden Pharamaunternehmen, aus Kapstadt nach Wien, um sich mit der Projektleiterin jener Softwarefirma zu treffen, die die benötigten Programme für das automatische Gen-Lab entwicklen soll.  Aber in der letzten Zeit sind die Wiener im Verzug, also ist es höchste Zeit, sich selbst ein Bild zu machen. Er landet in Schwecht, nimmt sich ein Taxi um letztendlich auf die U-Bahn und damit dem stickenden Autoverkehr auszuweichen.</p>
<p>Als er auf die nächste U-Bahn wartet, wird er Zeuge, wie gleich neben ihm eine junge Frau fast vor den einfahrenden Zug stürzt, von jemandem angerempelt, wie sie später meint. Und dann, Zufälle gibts, ist diese junge Frau ausgerechnet die Projektleiterin der Softwarefirma. Wie man sich so eben einmal zufällig trifft zwischen Kapstadt und Wien.</p>
<p>Böse Pharmafirma,  fanatische Kirchenextremisten, eine unerwartete Erbschaft,  ein paar EinzelkämpferInnen die das Unheil abwenden wollen &#8211; typischer Thriller-Stoff nach nachdem uns der gute alte Ost-Westkonflikt von 20 Jahren als Thrillerthema anhanden kam.  Klingt jedenfalls  so, wie es ist &#8211; schon oft gehört und gelesen, aber leider anderswo viel spannender und besser geschrieben. Story abgedroschen, Spannung lau, Logik Fehlanzeige, haarsträubende Zufälle, holprige und gefühllose Sprache,  krampfhaftes aber vergebliches Bemühen und vor allem das Lekorat: siehe oben.</p>
<p>Auf Seite 65 war dann endgültig Schluß mit Lesen.</p>
<p>Brrrr. Nein danke.</p>
<p>PS: Vielleicht wird es danach besser, aber das werde ich nie wissen. Falls es jemand weiß, dann bitte um Kommentare.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>David Safier: Jesus liebt mich</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/02/david-safier-jesus-liebt-mich/</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 11:29:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sündi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Safier, David]]></category>
		<category><![CDATA[David Safier]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man/frau zu Weihnachten ein Buch mit dem Titel „Jesus liebt mich“ geschenkt bekommt, so ist dies einerseits orginell und andererseits auch ein schlüssiges Präsent.
Wenn der Roman dann auch noch von David Safier verfasst wurde, der mit „Mieses Karma“ ein echt witziges Buch geschrieben hat, ist die Erwartungshaltung dort wo sie hingehört, nämlich in luftigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-371" title="Jesus_liebt_mich" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Jesus_liebt_mich.jpg" alt="" width="150" height="246" />Wenn man/frau zu Weihnachten ein Buch mit dem Titel „Jesus liebt mich“ geschenkt bekommt, so ist dies einerseits orginell und andererseits auch ein schlüssiges Präsent.</p>
<p>Wenn der Roman dann auch noch von David Safier verfasst wurde, der mit „Mieses Karma“ ein echt witziges Buch geschrieben hat, ist die Erwartungshaltung dort wo sie hingehört, nämlich in luftigen Höhen.<span id="more-370"></span></p>
<p>Marie, eine Frau in der Mitte der Dreißiger hat das weitverbreitete weibliche Talent sich regelmäßig in die falschen Männer zu verlieben. Schließlich landet sie aber doch vor dem Traualtar und obwohl für Marie kaum die Chance besteht mit Julia Roberts verwechselt zu werden, wird sie zur Braut die sich nicht traut und lässt die Hochzeit mit Sven in der Kirche platzen.</p>
<p>Voll Schuldgefühlen zieht sie sich in das Haus ihres Vaters zurück und lernt dort den Zimmermann Joshua kennen, der gerade den Dachstuhl repariert. Marie kann sich dem ungeheuren Charisma dieses Mannes nicht entziehen und verliebt sich augenblicklich in ihn. Joshua scheint aber ein Problem zu haben: Er hält sich für Jesus.</p>
<p>Männer ab einem gewissen Alter haben die Neigung sich alles Mögliche einzubilden: Denken sie nur an Karl Heinz Grasser, der glaubte er sei ein Finanzminister oder Jörg Haider, der sich für einen begnadeten Landeshauptmann hielt, Dominik Heinzl begreift sich als Journalist, usw. usf.</p>
<p>Marie verbringt viel Zeit mit Joshua und muss zur Kenntnis nehmen, dass dieser Mann wirklich Jesus ist. Eigentlich eine optimale Wahl, da Liebe für den Sohn Gottes ja kein Problem darstellen sollte. Wäre da nicht die Mission mit der Joshua nach beinahe 2000 Jahren wieder auf die Erde zurückgekehrt ist. Er soll sich nämlich auf das Jüngste Gericht vorbereiten, den Endkampf zwischen Gut und Böse, die Schlacht gegen die Reiter der Apokalypse.</p>
<p>Da Marie ein wenig gottgefälliges Leben geführt hat und eher nicht das Himmelreich, sondern das ewige Fegefeuer zu erwarten hat, steht sie vor einem veritablen Problem. Und sie hat nur mehr bis Dienstag Zeit eine Lösung zu finden, also drängt sie!</p>
<p>David Safier auch bekannt als Drehbuchautor der TV-Serie „Berlin, Berlin“ mit der zuckersüßen „Lolle“ hat ein nicht sonderlich orginelles, aber sehr liebenswürdiges Buch, gespickt mit Cartoons vorgelegt. Ideale Lektüre für den Strand nach einer sangriadurchtränkten Nacht oder in der Sauna nach dem dritten Aufguss. Intellektuelle Überforderung tritt nicht ein. Romantisch veranlagt sollte man /frau aber schon ein bisschen sein. Bibelfestigkeit ist ebenfalls nicht erforderlich, da genügt das rudimentäre Wissen aus dem Religionsunterricht.</p>
<p>Einige skurille Figuren verleiten immer wieder zum Schmunzeln, wie beispielsweise der Pastor Gabriel &#8211; niemand geringerer als der Erzengel mit zwei großen Narben am Rücken – das haben sie aber aus „Dogma“ geklaut herr Safier! Oder der Satan persönlich, der abwechselnd als Georg Clooney oder Alicia Keys erscheint und anscheinend über einen guten Draht zu einem kalifornischen Gouverneur verfügt Und natürlich der obligatorisch brennende Dornbusch, der aber auch als Emma Thompson auftritt, was meine persönliche Vermutung nährt, dass Gott ziemlich sicher eine Frau ist.</p>
<p>Die Sprache des Romans ist einfach – manchmal fast zu einfach, aber dieses Buch soll nur unterhalten und das gelingt Safier über weite Strecken. Der Humor ist deutsch und dies ist natürlich für uns Ösis ein gewisses Manko. Weil so wirklich witzig sind unsere germanischen Nachbarn nicht, von den Bayern mal abgesehen, aber die sind ja bekanntlich keine Deutschen.</p>
<p>Man/frau unterstelle mir bitte keinen Humorchauvinismus, da ich weiß wovon ich schreibe, bestehe ich doch selbst aus beiden Teilen &#8211; meinen legendären „Schmäh“ habe ich eindeutig von meiner Mama und die ist seit ihrer Geburt Österreicherin.</p>
<p>Auf der Rückseite des Buchs steht: „Verschenken sie es an jemanden, der sie liebt – oder den sie lieben“ schreibt die BUNTE – also wie gesagt ein sehr liebenswürdiges Buch!</p>
<p>PS: Wenn sie mal was wirklich Witziges zum Thema lesen wollen empfehle ich ihnen Christopher Moore „Die Bibel nach Biff – Die wilden Jugendjahre von Jesus, erzählt von seinem besten Freund“</p>
<p>PPS: Oder verschenken sie gleich &#8220;Mieses Karma&#8221;, weil Buddhisten sind ja schließlich anfangs auch Menschen.</p>
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		<title>Kristof Magnusson: Das war ich nicht</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 14:36:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Magnusson, Kristof]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Kristof Magnusson]]></category>

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		<description><![CDATA[Meike ist Übersetzerin, Jasper ist Banker und Henry ist Schriftsteller &#8211; drei Menschen, die eines gemeinsam haben: Probleme. Zuerst jede/r für sich alleine dann aber mehr und mehr alle drei  gemeinsam. Da ist es nebensächlich, dass zu Beginn weder räumliche noch persönliche Bindungen zwischen ihnen bestehen, denn nach Nachrichten, Wirtschaft und Terror werden nun eben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-368" title="Das_war_ich_nicht" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Das_war_ich_nicht.jpg" alt="" width="150" height="239" />Meike ist Übersetzerin, Jasper ist Banker und Henry ist Schriftsteller &#8211; drei Menschen, die eines gemeinsam haben: Probleme. Zuerst jede/r für sich alleine dann aber mehr und mehr alle drei  gemeinsam. Da ist es nebensächlich, dass zu Beginn weder räumliche noch persönliche Bindungen zwischen ihnen bestehen, denn nach Nachrichten, Wirtschaft und Terror werden nun eben auch Einzelschicksale ver-globalisiert <span id="more-367"></span></p>
<p>Und das geht so: Henry, der Pulitzer-Preisträger,  hat sich mit seiner Ankündigung, als nächstes den größen Roman über  9/11 zu schreiben viel zu weit vorgewagt und kämpft mit einer Schreibblockade. Schon ist der Abgabetermin für das Manuskript verstrichen, doch noch immer ahnt niemand, dass er noch nicht einmal eine einzige Zeile geschrieben hat. Das Bild eines Bankers in der Zeitung beschert ihm endlich die lang ersehnte Inspiration: es ist das Bild eines Mannes, dem die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben ist.</p>
<p>Meike wartet dringend auf das nächste Manuskript von Henry um es ins Deutsche  zu übersetzen.  Denn mit dem Honorar dafür kann sie sich ihr neu gekauftes Bauernhaus im Norden von Hamburg auch tatsächlich leisten und, schon weit banaler, sich überhaupt ihr Leben leisten, das so ganz ohne Geld überaus kompliziert werden kann. Den Kredit für den Kauf ihrer neuen Bleibe hatte sie über eine dieser dynamischen britischen  Banken erhalten, die praktisch niemals nach Sicherheiten fragen und von Meike auch keine hätten bekommen können.</p>
<p>Jasper ist Banker in Chicago, gerade zurück von einem Seminar, das ihm in seinem Job den richtigen Anschub geben soll, tritt an um die  nächsten Stufe der Karriereleiter zu erklimmen. Ein kleiner Fehler, der aus der Gefälligkeit einem Kollegen gegenüber entsteht, wird schon nach kurzer Zeit zu einem Pyramidenspiel, in dem der Einsatz immer weiter erhöht werden muß.  Die Aktien jener Bank, die Meike zu ihrem Kredit verhalf, beginnen zu seinem ganz persönlichen Waterloo zu werden und rein zufällig ist Jasper auch der Mann auf dem Bild in der Zeitung, das Henry in seine Bann gezogen hat.</p>
<p>Als Meike sich mit dem letzten Rest ihrer finanziellen Reserven nach Chicago aufmacht, um Henry, den sie bis dahin noch nicht persönlich kannte, zu treffen und sich das Manuskript selbst  abzuholen,  beginnen sich die Wege der drei Menschen auch in der realen Welt zu überschneiden.</p>
<p>Meike sucht Henry, trifft dabei auf Jasper, der gleich starke Gefühle für sie hegt.</p>
<p>Jasper sucht Meike,  trifft dabei  Henry, der 15 Jahren nach der Trennung von Andrew endlich der Einsamkeit entfliehen will und dabei alle Vorsicht gegenüber Jasper ausser Acht lässt.</p>
<p>Meike trifft Henry, der ihr nicht verziehen hat, dass sie einige Monate zuvor in einem Brief ein paar Passagen seines letzten Buches hinterfragt hatte &#8211; denn das steht einer Übersetzerin nicht zu!</p>
<p>So wird wird alles zu einem Buch über die Finanzkrise, über die Einsamkeit von Menschen inmitten von tausenden anderer Menschen, über den Versuch, den eigenen Vorstellungen über sich selbst gerecht zu werden.</p>
<p>Eine rasante Geschichte, die davon lebt, dass sich das Karussel der  Ereignisse rund um  Heike, Jasper und Henry immer schneller dreht. So schnell, dass man aufpassen muss, nicht selbst schwindlig dabei zu werden und den Faden zu verlieren.</p>
<p>Unter welchen Umständen wird das nächste Treffen erfolgen ? Wo werden Zufall und Ereignisse Meike, Jasper und Henry wieder zusammen bringen ? Daraus entsteht der eine Teil der Spannung der Geschichte. Der andere Teil ensteht aus der  Gegenüberstellung von eigenen Gedanken und Überlegungen zum dem, was wirklich passiert. Dafür ist die Ich-Form, in der alle drei unabhängig voneinander die Geschichte erzählen, genau die richtige Stil-Form.</p>
<p>Macht insgesamt viel Spaß beim Lesen &#8211; immer mehr, je länger man liest -  und am Ende kann man sich auch noch vorstellen wie das alles begann mit der Finanzkrise, damals im Jahr 2008 <img src='http://www.literatur-blog.at/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Yiyun Li: Die Sterblichen</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 14:54:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sündi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Li, Yiyun]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Yíyun Li]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich könnte ich es mir leicht machen und das vorliegende Werk in einem Satz beschreiben: „Die Sterblichen“ ist ganz ganz große Literatur, schlicht und einfach Weltliteratur! Lesen sie es selbst und tauchen sie ein in die absolute Düsternis aus der es kein Entrinnen gibt.
Yiyun Lis Meisterwerk beginnt am 21. März 1979, jenem Datum, an dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-365" title="Die Sterblichen" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Die_Sterblichen.jpg" alt="" width="150" height="230" />Eigentlich könnte ich es mir leicht machen und das vorliegende Werk in einem Satz beschreiben: „Die Sterblichen“ ist ganz ganz große Literatur, schlicht und einfach Weltliteratur! Lesen sie es selbst und tauchen sie ein in die absolute Düsternis aus der es kein Entrinnen gibt.<span id="more-364"></span></p>
<p>Yiyun Lis Meisterwerk beginnt am 21. März 1979, jenem Datum, an dem Tag und Nacht gleich sind, wie es alle Menschen in einem sozialistischen System sein sollten.</p>
<p>Es herrscht Festtagsstimmung in Hun Jiang (Schlammiger Fluss), einer der neuen Städte im chinesischen Nirgendwo, ca. 1000 Kilometer von Beijing entfernt. Ein nüchterner, am Reißbrett entworfener Ort mit kleinen Fabriken und noch kleineren Häusern, die anonym in Reih und Glied stehen wie ihre Bewohner.</p>
<p>Es herrscht Festtagsstimmung, niemand muss arbeiten, da die Hinrichtung der 28-jährigen Gu Shan bevorsteht, zum Tode verurteilt wegen Konterrevolution – das Standardurteil in totalitären Systemen. Die Einwohner versammeln sich im Stadion der Stadt um der sogenannten „Denunziationszeremonie“ beizuwohnen, die der Abschreckung dienen soll.</p>
<p>Gu Shan werden „sicherheitshalber“ vorher die Stimmbänder durchtrennt und auch die Nieren bei lebendigem Leib entnommen – diese sind für einen älteren Parteikader reserviert. Da der Boden noch gefroren und hart ist, wird der Leichnam nur mit Steinen beschwert im Wald abgelegt und so kann sich auch noch ein perverser Alter an ihrem Körper vergehen. „Der Tod ist nicht das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann.“</p>
<p>In Hun Jiang leben 80.000 Menschen, hauptsächlich Zuwanderer vom Land und wie ein Dokumentarfilmer beleuchtet Li einige typische Menschen, deren Namen bereits einen Vorgeschmack auf die Atmosphäre geben: der alte Hua, Lehrer Gu, ein Hund namens Ohr, die missgebildete zwölfjährige Nini und ein heranwachsender Junge namens Bashi.</p>
<p>Alle sind sie Opfer einer verkrüppelten Gesellschaft, die praktisch die Menschlichkeit geächtet und Unschuld zu einem Verbrechen gemacht hat. In dieser kaputten Welt versucht sich jeder so gut es geht durchs Leben zu schlagen. Alte Männer durchwühlen den Müll, Ratten werden gekocht, der Mehlkleister wird abgeleckt mit dem die Bekanntmachungen an die Mauern geklebt werden.</p>
<p>Ein älteres Ehepaar nimmt eine ganze Reihe ausgesetzter kleiner Mädchen auf und zieht sie groß, bevor sie ihnen wieder weggenommen werden. Die Grundlage der chinesischen Gesellschaft, die Familie, ist zerstört.Das Vaterland ist eine Gesellschaft von Waisen, selbst nach dem Ende der Kulturrevolution, als die Menschen nach dem Zwangsaufenthalt auf dem Land in die Städte zurückkehren.</p>
<p>Wie mit einer Kamera schwenkt Li mit ruhiger, konzentrierter Geduld über dieses Panorama des Leids und versammelt dabei eine Anthologie von Horrorgeschichten. Die Schilderungen der Kinderschicksale sind von Dickens’scher Intensität.</p>
<p>Li interessiert sich nicht für das System an sich, sondern für die Kosten und Konsequenzen, die sich aus einer verrückt gewordenen Gesellschaft ergeben, in der Kapitulation als höchste Tugend und Mitgefühl als Sünde betrachtet wird. Die Regierung im fernen Beijing bleibt im Roman so gesichtslos und fern, wie sie es auch in Wirklichkeit gewesen sein muss – Deng Xioapeng, der neue Führer wird nicht erwähnt.</p>
<p>Entweder versucht man/frau in dieser Welt unauffällig zu bleiben und sich durchzulavieren oder man erhebt sich gegen das System und kommt dabei höchstwahrscheinlich um. Der einzige Weg das Überleben zu sichern, ist irgendeine Form von Verbrechen – ein Junge lernt, dass er seinen Vater nur beschützen kann, wenn er Unschuldige denunziert.</p>
<p>Die verdrehte Logik des Systems führt dazu, dass das Wohlergehen jeder einzelnen Person stets mit dem Leid einer anderen verbunden ist: Überleben bedeutet Selbstschutz und sich selbst beschützen bedeutet den Nachbarn verraten. Das Ergebnis ist eine Welt, in der Mütter hoffen, dass ihre Kinder keine Ausbildung erhalten, denn Bildung bedeutet Denken und Denken bedeutet Ärger.</p>
<p>Die Handlung der „Sterblichen“ spielt im Frühling, der auf die Hinrichtung folgt, als plötzlich Flugblätter auftauchen, die ketzerisch fragen, warum freiheitliche Vordenker wie Gu Shan hingerichtet werden müssen. Aus Beijing kommt die Nachricht, dass eine „Mauer der Demokratie“ errichtet worden ist, die es den Menschen erstmals ermöglicht, ihren Protest zu äußern.</p>
<p>Immer mehr tapfere Bürger, zumeist Mütter, versuchen nun ihre verängstigten Nachbarn zu mobilisieren und die Massen, die vorher zur „Denunziationszeremonie“ marschiert sind, gehen nun dieselbe Strasse entlang, um einen Dissidenten zuzuhören, der zu den Waffen ruft.</p>
<p>Die Kraft und das Genie von Lis Roman liegt darin, uns zu zeigen, wie in diesem auf den Kopf gestellten Universum die Integrität selbst eine Form von Gewalt sein kann: Eine tapfere Frau, die sich gegen das System ausspricht, bringt damit nur Elend und Demütigung über ihre Mutter und zerstört die Zukunftsaussichten ihrer jüngeren Schwester.</p>
<p>In klarer, äußerst präziser Sprache schildert die Autorin die Mechanismen eines totalitären Staates, der wie der Name schon suggeriert in alle Lebensbereiche eindringt.</p>
<p>„Die Sterblichen“ endet nach 40 Tagen, und dies nicht zufällig, mit den kommunistischen Feierlichkeiten zum Ersten Mai.</p>
<p>Obwohl Yiyun Li 1979 noch ein Kind war, kann man/frau spüren, wie sehr sie von den Grausamkeiten, die sie beschreibt geprägt worden ist, auch wenn sich ihre menschenfreundlichen Geschichten von Leid und gelegentlicher Freundschaft in die entgegengesetzte Richtung wenden. „Die Sterblichen“ ist ein herzzerreißendes, düsteres, von konzentriertem, unterdrücktem Zorn getragenes Buch, wie ein endloser Alptraum aus dem es kein Erwachen gibt. Li sammelt die grauenhaften Ereignisse, häuft sie Abschnitt für Abschnitt auf zu einer soliden Mauer aus Ziegelsteinen, wie sie am Cover des Romans zu sehen sind.</p>
<p>Die Autorin gehört für mich neben Junot Diaz zu den ganz großen &#8220;jungen&#8221; amerikanischen Schriftstellern und Diaz hat im letzten Jahr den Pulitzerpreis bekommen – Yiyun Li wäre eine absolut würdige Nachfolgerin!</p>
<p>„Die Sterblichen“ erinnert an die unzähligen, namenlosen Toten, die nur ein paar Zentimeter tief unter dem Boden liegen, unterhalb der neuen Flut aus Reklametafeln, die die Errungenschaften der letzten chinesischen Revolution des 21. Jahrhunderts preisen. Einer Revolution, die sich schlauerweise entschlossen hat, ihre Raubzüge mit Armani und Calvin Klein zu bemänteln.</p>
<p>PS: Der Roman endet am 1.Mai 1979 und einen Monat später, am 3. und 4.Juni kam es zum Massaker am Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen). Das offizielle China sprach von 200 toten Zivilisten, das chinesische Rote Kreuz von 2600 getöteten Menschen. Aber Yiyun Li schreibt von Krankenhäusern, wo sich  in den Garagen und Lagerräumen die Leichen bis an die Decke stapelten. Im Zweifelsfalle ist es immer angeraten der eigenen Beobachtung trauen!</p>
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		<title>Alfred Komarek: Polt muß weinen</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/02/alfred-komarek-polt-mus-weinen/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 12:34:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Komarek, Alfred]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Alfred Komarek]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ist er: der Ur-Polt, der Vater aller Brunnbach-Krimis. Der spielt in einer Zeit, als es noch Gendamerie, Fernschreiber und den Schilling gab und Handys noch etwas exotisches an sich hatten. Allerdings, dort in Brunndorf im Weimviertel, läuft alles viel unaufgeregter ab als anderswo &#8211; so unaufgeregt, man kann sich leicht vorstellen, dass auch heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-362" title="Polt_muss_weinen" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Polt_muss_weinen.jpg" alt="" width="150" height="247" />Das ist er: der Ur-Polt, der Vater aller Brunnbach-Krimis. Der spielt in einer Zeit, als es noch Gendamerie, Fernschreiber und den Schilling gab und Handys noch etwas exotisches an sich hatten. Allerdings, dort in Brunndorf im Weimviertel, läuft alles viel unaufgeregter ab als anderswo &#8211; so unaufgeregt, man kann sich leicht vorstellen, dass auch heute noch alles so ist wie damals.<span id="more-361"></span></p>
<p>Doch selbst eine derartige Idylle ist nicht davor gefeit, Schauplatz von Verbrechen zu sein. Als Albert Hahn tot in seinem Weinkeller gefunden wird, trauert niemand um ihn, selbst seine Witwe ist mehr erleichtert als bedrückt. Der Gemeindearzt bestätigt dazu noch die Todesursache Gärgas und somit einen Unfall &#8211; keine Arbeit für die Gendamerie.</p>
<p>Wäre da nicht Simon Polt, der zwar zuerst noch keinen offiziellen Ermittlungsauftrag hat, dafür aber das Gespür dafür, wenn etwas nicht ganz astrein ist, dann wäre das wohl alles für immer im Verborgenen geblieben:</p>
<p>&#8230;  das aufgesetzte weltmänische Gehabe von Florian Swoboda, der sind gerne als Freund der Prominenten und Einflussreichen sieht.</p>
<p>&#8230;  die Gründe warum der Architekt Pahlen mehr Zeit als einem gebildeten Menschen zustehen würde mit dem Hahn verbracht hat.</p>
<p>&#8230; was es mit dem Bartl auf sich hat, der obwohl verwahrlost und meist sturzbetrunken regelmäßig bei Hahn zu Besuch war.</p>
<p>Noch nach seinem Tod  säht Albert Hahn Zwietracht im kleinen Ort, ja sogar einen Brief an den Polt &#8211; ein Testament der Bosheiten gewissermaßen &#8211; hat er zu Lebzeiten noch verfasst und bringt damit alle noch mehr gegeneinander auf.</p>
<p>Da die Bewohner, die froh sind, dass der Intrigant nicht mehr lebt und dort der Gendarm Polt, der einerseits  seiner Moral folgt um den Fall zu klären aber andererseits auch gut den Unwillen seiner Freunde und Bekannten im Ort versteht, die das Kapitel Hahn endlich abgeschlossen sehen wollen.</p>
<p>Wie der Polt so das Buch: beide nehmen sich Zeit &#8211; der eine um mehr zu erfahren, das andere um mehr zu enthüllen. Langsam pendelt es zwischen den Kellergassen  hin und her, wird stetig ein wenig schneller, bleibt sich aber immer treu und hält noblen Abstand zu all den rasanten und reisserischen Geschichten, die sonst die Bestsellerlisten füllen.</p>
<p>Man sieht sie förmlich, die kleine Welt der  kleinen Dorfgemeinschaft, man spürt die Atmosphäre der alten Weinkeller. Leicht zu verstehen, dass diesem Ur-Polt noch einige weitere folgten und dass daraus auch noch ein Film wurde.</p>
<p>Aber halt! Eines noch! Auch wenn es vielleicht so ist in einer Weingegend, so kommt für mich das dauernde Wein trinken samt darauf folgendem Rausch (mal weniger, oft mehr, meistens täglich) zu sehr verharmlost daher. Fast so als ob es zwingendes Kulturgut wäre und deshalb schon in Ordnung. Darum auch nur 4 statt 5 Punkte.</p>
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		<title>Deon Meyer: Weisser Schatten</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 00:56:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meyer, Deon]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Deon Meyer]]></category>

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		<description><![CDATA[Drei Dinge geschehen innerhalb kurzer Zeit: Emma le Roux glaubt, in den Fernsehnachrichten ihren vor langer Zeit verschwundenen Bruder Jacobus zu erkennen und wenige Tage später dringen maskierte Männer in ihr Haus ein.
Die Eindringlinge verhalten sich aber nicht wie normale Einbrecher, sie scheinen ein ganz bestimmtes Ziel zu haben. Mit Hilfe ihres Nachbarn werden die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-359" title="Weisser_Schatten" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Weisser_Schatten_.jpg" alt="" width="150" height="246" />Drei Dinge geschehen innerhalb kurzer Zeit: Emma le Roux glaubt, in den Fernsehnachrichten ihren vor langer Zeit verschwundenen Bruder Jacobus zu erkennen und wenige Tage später dringen maskierte Männer in ihr Haus ein.<span id="more-358"></span></p>
<p>Die Eindringlinge verhalten sich aber nicht wie normale Einbrecher, sie scheinen ein ganz bestimmtes Ziel zu haben. Mit Hilfe ihres Nachbarn werden die drei Unbekannten vertrieben. Als sie dann auch noch  einen mysteriösen Anruf erhält, in dem sie den Namen ihres Bruders zu hören glaubt, möchte  Emma einen professionellen Beistand: Lemmer.</p>
<p>Lemmer ist Bodyguard und Einzelgänger. Umso mehr überrascht es ihn, dass er zuerst am Tisch der Familie von Emmas Gastgebern, die ihr nach dem Einbruch zur Seite stehen, das gemeinsame Abendessen teilt und dann, dass er mit Emma in den Kruger Nationalpark reisen soll. Dort ist ihr Bruder verschwunden und von dort stammen auch die neuen Aufnahmen von dem, der aussieht wie ihr Bruder und der für den Tod von vier Wilderern verantwortlich sein und dann erhält sie einen mysteriösen Anruf, in dem sie den Namen Jacobus zu hören glaubt.</p>
<p>Emma und ihr Bodyguard beginnen die Suche nach ihrem verscholleneb Bruder auf einer Lodge am Rand des Nationalparks.  In der ersten Nacht entrinnen beide nur knapp dem Tod, doch war es ein Anschlag oder war es nur ein Zufall?</p>
<p>In Lemmer, der anfangs nicht so recht davon überzeugt ist, dass Emma wirklich ihren Bruder gesehen hat, sonder merh an eine zufällige Ähnlichkeit glaubt, beginnen sich langsam Zweifel zu regen. Doch auch die Gespräche mit den Bekannten und Freunden des Mannes aus den Nachrichten bringen zunächst keine Hinweise darauf, dass es sich wirklich um Emmas Bruder handelt. Im Gegenteil, jede/r mit dem sie sprechen versichert ihnen, dass dieser Mann aus einer ganz anderen Gegend des Landes käme als Emma und er mit Sicherheit auch keine Schwester habe.</p>
<p>Als dann Emma und Lemmer nur knapp einer Katastrophe entgehen, beschließt der Bodyguard zu handeln</p>
<p>Langsam, ganz langsam baut sich die Spannung auf. So wie eine Welle und man schaut sie an und kann sich nicht entziehen. In diesem Falls ist es aber keine gefährliche Welle, sondern eine, die einen einfach für ein paar Stunden in Atem hält.</p>
<p>Immer schneller wird die Handlung, immer mehr wird sichtbar und immer weniger oft kann man das Buch zur Seite legen.(Na ja, das galt zumindest für mich). Man erfährt einiges über die Geschichte und Gegenwart des Landes Südafrika, denn beides spielt in der Handlung eine gewichtige Rolle. Es spannt sich der Bogen von den frühen 1980er-Jahren bis ins Heute und mit ihm erreichen auch die Geheimnisse, Intrigen und Verschwörungen aus jener dunklen Zeit Emma und Lemmer.</p>
<p>Spannend, schnell, fesselnd &#8211; das heisst ganz eindeutig 5 von 5 Punkten und große Vorfreude auf den nächsten Roman von Deon Meyer. Der erscheint Anfang März und pünktlich dazu von uns die erste Rezension.</p>
<p><em>(und im Hintergrund hört man leise: &#8220;&#8230;. and aih-iaih will ollwäs lav youuuu&#8221;)</em></p>
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		<title>Martin Suter: Der Koch</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/01/martin-suter-der-koch/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 14:50:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Suter, Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Suter]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Buch ist fertig gelesen, aber am Ende weiß ich nicht so recht, was davon zu halten ist. Zuerst einmal das, was ausser Zweifel steht: im Zentrum der Geschichte steht Maravan, Tamile und Asylwerber in der Schweiz.
Sein Beruf und seine Berufung ist Kochen, doch weiter als bis zum Küchengehilfen in einem der angesagten Restaurants der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-356" title="Der_Koch" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Der_Koch.jpg" alt="" width="150" height="241" />Das Buch ist fertig gelesen, aber am Ende weiß ich nicht so recht, was davon zu halten ist. Zuerst einmal das, was ausser Zweifel steht: im Zentrum der Geschichte steht Maravan, Tamile und Asylwerber in der Schweiz.</p>
<p>Sein Beruf und seine Berufung ist Kochen, doch weiter als bis zum Küchengehilfen in einem der angesagten Restaurants der Stadt lässt ihn sein Status als Asylwerber nicht kommen.  Seine Arbeitsstelle  hätte er wahrscheinlich noch lange behalten können, wäre da nicht Andrea in sein Leben geplatzt, die im Service des selben Restaurants arbeitet und allen Angestellten der Kopf verdreht. <span id="more-355"></span></p>
<p>Der einzige, der in den Genuß eines abendlichen Treffens mit ihr kommt, ist Maravan, obwohl die Umstände die dazu führten, im Grunde genommen überhaupt nichts mit Romantik zu tun hatten.</p>
<p>Maravan kocht, Andrea genießt das Essen und im Anschluß auch noch Maravan, obwohl sie doch eigentlich überhaupt nichts mit &#8230;(dieses &#8220;uberhaupt nichts&#8221; sollte man dann selbst lesen).</p>
<p>Kurz und gut: kurz darauf sind beide ihre Job los. Für Andrea, die lange Zeit nicht weiß, wie sie es überhaupt zu dem nächtlichen Abenteuer mit Maravan kommen lassen konnte, bleibt zum Schluß nur eines über: es war das Essen, das Maravan zubereitet hatte. Das ließ sie ihre eigenen Grenzen überschreiten.</p>
<p><em>Love Food</em> wird geboren. Andrea und Maravan bieten dieses ganz spezielle Service für gut zahlende Kunden an, die sich davon neue, erotische Perspektiven erwarten und niemals enttäuscht werden. Maravan kocht, Andrea sorgt für das Ambiente und das Service.</p>
<p>Die Geschichte spielt von März 2008 bis April 2009, also in jenem Zeitraum in dem gerade die Weltwirtschaft am Rande des Abgrundes stand und auch sonst noch einiges schief gelaufen ist. Vom Zusammenbruch von Lehman Brothers über die Steuerhinterziehungsaffäre in Liechtenstein, die Verschiebung von Atomtechnologie in den Iran, die politischen Wirren in Paktistan bis zum Elend der Menschen auf Sri Lanka &#8211; all das liefert gewissermaßen den historischen Rahmen für<em> Love Food</em> und hat auch hie und da direkten Einfluß auf das Geschehen.</p>
<p>Literarische Kniffe waren von Martin Suter nicht zu erwarten, dafür aber ein Spannungsbogen, der sich über kurze und prägnante Sätze legt. Das aber fehlt mir: es sind viele kurze Kapitel, da eine Nebengeschichte, dort ein Ausflug in die Wirtschaftkrise, da die Verzweiflung von Maravan, der seiner Familie auf Sri Lanka nicht wirklich helfen kann, dort ein tamilisches Mädchen, dass sich nicht den alten Familientraditionen unterordnen will. Es geht hin und her und dabei kommt kein Gefühl auf, kein Mitgefühl, keine Spannung.</p>
<p>Es tröpfelt, ist flüssig zu lesen (wegen der kurzen Sätze und Kapitel) und meistens auch verständlich &#8211; außer es geht um die Beschreibung exotischer Speisen oder um schweizerische Spezialausdrücke.</p>
<p>Ingesamt: tendenziell enttäuschend, habe schon Besseres von Suter gelesen.</p>
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		<title>Patrick Süskind: Das Parfum</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 13:33:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sündi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Süskind, Patrick]]></category>
		<category><![CDATA[Patrick Süskind]]></category>

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		<description><![CDATA[Bin wieder da! (Copyright by J. Haider).
In Zeiten wie diesen kein Beitrag zu welch Thema auch immer ohne kleine politische Anmerkung. Beinahe zeitgleich mit dem Aufstieg des inzwischen verblichenen Kärntner Gottmenschen begann sich der Geruch des Parfums auf der Bühne der Weltliteratur auszubreiten. Unfassbare 316 Wochen stand das Buch auf der Bestsellerliste des „Spiegel“, wurde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-354" title="Das_Parfum" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Das_Parfum.jpg" alt="" width="150" height="243" />Bin wieder da! (Copyright by J. Haider).</p>
<p>In Zeiten wie diesen kein Beitrag zu welch Thema auch immer ohne kleine politische Anmerkung. Beinahe zeitgleich mit dem Aufstieg des inzwischen verblichenen Kärntner Gottmenschen begann sich der Geruch des Parfums auf der Bühne der Weltliteratur auszubreiten. Unfassbare 316 Wochen stand das Buch auf der Bestsellerliste des „Spiegel“, wurde in 46 Sprachen übersetzt und erreichte bisher eine Auflage von 15 Millionen.<span id="more-353"></span></p>
<p>Wir schrieben das Jahr 1985 und der Begriff „Hype“ war noch nicht erfunden, aber das war schon so was wie Hysterie. Manche LeserIn dieses Blogs hat vielleicht damals noch gar nicht lesen können, aber heute können sie es, weil sonst wären sie gar nicht bisher gekommen.</p>
<p>Ich habe das Parfum am Erscheinungstag förmlich verschlungen, mich quasi damit imprägniert. Ein viertel Jahrhundert später habe ich nochmals den Flakon geöffnet und der Roman hat absolut nichts von seiner Faszination und seinen sprachlichen Düften verloren. Ein Merkmal welches die Klassiker der Weltliteratur einfach, auszeichnet.</p>
<p>Patrick Süskind erzählt die Geschichte des Mörders Jean Baptiste Grenouille, der am 17. Juli 1738 auf einem schmutzigen, stinkenden Pariser Fischmarkt das Licht der Welt erblickt. Da seine Mutter ihn für nicht lebensfähig hält, will sie ihn am Ende des Tages (Copyright by Herbert Haupt) mitsamt den Fischabfällen in der Seine entsorgen.</p>
<p>Aber ein kräftiger Schrei rettet dem Neugeborenen das Leben und beendet damit jenes seiner Mutter – sie wird kurze Zeit später verurteilt und geköpft. Jean Baptiste wird von Amme zu Amme gereicht. Jede von ihnen möchte ihn so schnell wie möglich wieder loswerden, er sei zu gierig, vom Teufel besessen, er verbreitet Angst und Schrecken. Schließlich landet er im Haus der absolut gefühlskalten Madame Gaillard, die ihn ohne Liebe und Religion aufzieht.</p>
<p>Obwohl Grenouille selbst keinerlei Eigengeruch verströmt, besitzt er doch das exakteste Geruchsorgan, das auf diesem Planeten jemals Luft durch die beiden Löcher einsog. Jeden Geruch, jeden Duft, jeden Gestank kann er in seine Einzelteile zerlegen und nach Lust und Laune die Komponenten zu imaginären neuen Düften zusammensetzen.</p>
<p>Grenouille verlässt sich kaum auf seine anderen Sinnesorgane, er sieht, er ahnt, er denkt, er orientiert sich ausschließlich mit und an seiner Nase. Im Alter von acht Jahren übergibt Madame Gaillard den kleinen Grenouille dem Gerber Grimal, der stets Bedarf an jungen Arbeitskräften hatte.</p>
<p>„Es gab nämlich in dem Gewerbe Arbeiten – das Entfleischen verwesender Tierhäute, das Mischen von giftigen Gerb- und Färbebrühen, das Ausbringen ätzender Lohen –, die so lebensgefährlich waren, dass ein verantwortungsbewusster Meister nach Möglichkeit nicht seine gelernten Hilfskräfte dafür verschwendete, sondern arbeitsloses Gesindel, Herumtreiber oder eben herrenlose Kinder, nach denen im Zweifelsfalle niemand mehr fragte.“</p>
<p>Aber Grenouille hat einen stark ausgeprägten Überlebenswillen und als er dem Parfumeur Guiseppe Baldini eine Lieferung Ziegenleder zustellt, macht er ihn auf seine außergewöhnlichen olfaktorischen Fähigkeiten aufmerksam. Baldini kauft daraufhin Grimal den Jüngling ab und Grenouille erlernt die verschiedensten Techniken der Duftgewinnung.</p>
<p>Durch seine Fähigkeiten verschafft er seinem Maitre höchstes Ansehen in Paris und weit über die Grenzen Frankreichs hinaus. Am 1. September 1953 wird Grenouille vom Duft eines 15-jährigen Mädchens unwiderstehlich angezogen und er begeht seinen ersten Mord – sehr viele sollten noch folgen.</p>
<p>„Sie war so starr vor Schreck, als sie ihn sah, dass er viel Zeit hatte, ihr seine Hände um den Hals zu legen. Sie versuchte keinen Schrei, rührte sich nicht, tat keine abwehrende Bewegung. Er seinerseits sah sie nicht an [...] hielt seine Augen fest geschlossen, während er sie würgte, und hatte nur die eine Sorge, von ihrem Duft nicht das Geringste zu verlieren.“</p>
<p>Daraufhin wird Grenouille sterbenskrank, da die Kenntnisse und Fähigkeiten Baldinis nicht ausreichen, ihm jene Techniken zu vermitteln, um das Parfum eines pubertierenden Mädchens zu destillieren. Schließlich erfährt er aber von Baldini, dass in Grasse im Süden Frankreichs, die besten Parfümeure der Welt tätig sind.</p>
<p>Er schöpft wieder neue Hoffnung, lässt sich von Baldini einen Gesellenbrief ausstellen und macht sich auf den Weg ins Paradies der Dufterzeugung.</p>
<p>Hat mich bei der erstmaligen Lektüre vor allem die atemberaubende Geschichte fasziniert, so war es diesmal vorwiegend die Sprache des Romans die mich wiederum fest in ihren Bann zog. Wie die hochwasserführende Seine reißt sie alles mit, gegen den Strom zu schwimmen ist zwecklos. Im Nu schwemmt es einen an das Ende dieses außerordentlichen Romans. Ein wunderbares Buch über das Suchen und schlussendlich das Finden der Liebe.</p>
<p>Schlicht und einfach ein Meisterwerk!</p>
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		<title>Michael Niavarani: Vater Morgana</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/01/michael-niavarani-vater-morgana/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 13:46:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Niavarani, Michael]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Niavarani]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine persische Familien-Saga rund um den Globus. Wobei die Unterscheidung zwischen Perser (das sind die Guten, die mit der jahrtausendealten Geschichte, die, die Alexander der Große so  fürchterlich bei Issos verhauen hat) und Iraner (das sind die anderen, die mit der Revolution und dem Ahmadine..dings) von herausragender Wichtigkeit ist.
In der persischen Familie Ansari geschieht ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-350" title="Vater_Morgana" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Vater_Morgana.jpg" alt="" width="150" height="225" />Eine persische Familien-Saga rund um den Globus. Wobei die Unterscheidung zwischen Perser (das sind die Guten, die mit der jahrtausendealten Geschichte, die, die Alexander der Große so  fürchterlich bei Issos verhauen hat) und Iraner (das sind die anderen, die mit der Revolution und dem Ahmadine..dings) von herausragender Wichtigkeit ist.<span id="more-349"></span></p>
<p>In der persischen Familie Ansari geschieht ein Unglück, das die in alle Welt verstreuten Onkel, Tanten, Nichten und Neffen vor ein schier unlösbares Problem stellt. Martins (Martin ist der Erzähler im Buch &#8211; also eigentlich der Michael) Vater ist gestorben, am Weihnachtstag in Wien in seinem Teppichgeschäft.</p>
<p>Die Nachricht von seinem Tod teilt die Familie in zwei Lager: die einem meinen, man müsste es der Großmutter schonend aber schnell mitteilen, die anderen finden, man sollte es ihr verschweigen. Und zwar ganz und für immer, denn diese Nachricht würde auch sie umbringen.</p>
<p>Am Ende entscheiden sich alle gemeinsam für die Lösung &#8220;Verschweigen&#8221;.</p>
<p>Zwar wohnt die Großmutter in den USA, also wenigstens nicht gleich ums Eck, aber die Angewohnheit der Familie, jederzeit Kontakt über Telefon, SMS, Skype oder durch persönliche Besuche untereinander  zu halten, macht es nicht leicht etwas zu verheimlichen. Also wie soll man es angehen? Als ob alles nicht schon kompliziert genug wäre, taucht dann auch noch ein Brief der Großmutter an Martins verstorbenen Vater auf und damit ist die kommende Katastrophe bereits vorprogrammiert und anscheinend unabwendbar.</p>
<p>Wir erfahren eine ganze Menge über die Familie, die Eigenheiten der Mitglieder dieser Familie, wo sie herkamen, wo sie hin gingen, wie sie leben, wie sie sprechen und denken. In einer Form, die sich liest, als ob Michael Niavarani mit seinem zum Diktiergerät umfunktionierten iPod auf- und abläuft (in der Wohnung, auf der Strasse, auf der Bühne, im Auto oder wo auch immer) und dabei die ganze Geschichte ins Mikrofon spricht (kann sich das jetzt jemand bildlich vorstellen?).</p>
<p>Und dann, als die Geschichte fertig auf Band/Festplatte/Chip gesprochen ist, bekommt es jemand zum Abschreiben, übernimmt alles wörtlich und macht daraus das Buch. So in etwa liest es sich dann: da eine kleine Nebengeschichte, dort ein Abschweifen zu etwas ganz Anderem, zwischendurch Deutsch mit persischem Akzent.</p>
<p>Insgesamt ist es aber keine Aneinanderreihung von einzelnen Sketches, das nicht. Es ist eine sehr einnehmende Familiengeschichte die sich auch noch spannend liest.</p>
<p>Leider ist es mir noch immer nicht klar, lieber Herr Niavarani: sind das jetzt echte Menschen (mit anderen Namen) und erfundene Geschichten; oder erfundene Menschen mit echten Geschichten; oder nix ist wahr; oder alles?</p>
<p>Aber es macht sowieso nichts: mehr als 300 Seiten lang den Niavarani sein eigenes Buch lesen zu hören, das geht in diesem Fall auch ohne ein Hörbuch. Er schreibt so wie er spricht und beim Lesen liest man nicht, sondern hört zu. Sehr Nett! Wenn man schon keine Karten fürs Simpl bekommt, dann ist Vater Morgana wenigstens  ein fast gleichwertiger Ersatz dafür.</p>
<p>Und jetzt wird es kompliziert für die nicht-österreichischen Literatur-Blog-LeserInnen: denn wer den Niavarani nicht kennt, der/dem kann man es nicht wirklich gut erklären. Ein Österreicher  eben, mit persisch-österreichisch-und-auch-sonst-überall-her Wurzeln, der redet wie ein Wasserfall und dabei fallen im Zuschauerraum die Leute von den Sitzen vor lauter Lachen. (und nein: der Kaya Yanar ist zwar auch gut, aber ganz anders. )</p>
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		<title>Linus Reichlin: Der Assistent der Sterne</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 17:01:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Reichlin, Linus]]></category>
		<category><![CDATA[Linus Reichlin]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon bald nach seiner Ankunft auf Island war Hannes Jensen klar, dass es ein Fehler gewesen war, hierher zu kommen. Hätte er daheim in Brügge nur seinen Bedenken nachgegeben und die Reise abgesagt.
Für ihn als ehemaligen Polizisten und nunmehrigen Physik-Enthusiaten war es eine Überraschung gewesen, als er von Professor De Reuse, den er als Vortragendes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-346" title="Der_Assistent_der_Sterne" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Der_Assistent_der_Sterne.jpg" alt="" width="150" height="248" />Schon bald nach seiner Ankunft auf Island war Hannes Jensen klar, dass es ein Fehler gewesen war, hierher zu kommen. Hätte er daheim in Brügge nur seinen Bedenken nachgegeben und die Reise abgesagt.<span id="more-345"></span></p>
<p>Für ihn als ehemaligen Polizisten und nunmehrigen Physik-Enthusiaten war es eine Überraschung gewesen, als er von Professor De Reuse, den er als Vortragendes seines Physikkurses kennen gelernt hatte, ausgerechnet ihn zu einem Seminar auf Island eingeladen hatte, wo doch weitaus talentierte Hobbyphysiker zur Stelle gewesen wären. Nur er, Jensen, ein weiter Kursteilnehmer, De Reuses Assistentin (=Freundin) Ilunga Lukasi und der Professor selbst sollten die TeilnehmerInnen sein. In der Hütte der verstorbenen Mutter des Professors sollte es stattfinden, dicht bei den Gletschern, weit weg von der nächsten Ansiedlung.</p>
<p>Das verstörende Auftreten des Professors und die Erkenntnis, dass es hier niemals um ein Physikseminar gehen sollte sondern um ganz anderes machen Jensen die Entscheidung leicht: nach der ersten Nacht fliehen er und Ilunga zurück in die Zivilisation. Sie verbringen eine Nacht miteinander, danach soll es kein Wiedersehen geben. Doch Jensen behält ein Mal zurück, einen Biss am Hals, Vermächtnis der Liebensnacht. Bedeutungslos für ihn, aber schmerzhaft.</p>
<p>Zurück in Brügge erwartet ihn nicht nur Annick O&#8217;Hara, die Frau die ein Kind von ihm erwartet, sondern auch eine seltsame Geschichte, bei der ihn Annick um seine Hilfe als ehemaliger Polizist bittet: ein Wahrsager hatte ihrer Freundin Tresse prophezeit, dass deren Tochter getötet werden würde. Von einem Mann mit einem Mal am Hals.</p>
<p>Wer noch nie ein Buch gelesen hat, in dem sich Quantenphysik,  Menschliches, ein wenig (aber wirklich nur ein wenig) Esoterisches, Bizarres, Unerwartetes, Vergangenheit und Zukunft verbinden, die/der sollte das ändern und mit diesem beginnen. Aus einer Geschichte über das sehr eigenartige Verhalten einiger Menschen wird ein mysteriöser Thriller und dann ein spannender Krimi &#8211; oder umgekehrt.</p>
<p>Dabei darf man sich keinesfalls durch die zu Beginn ein wenig befremdlich wirkende  und anscheinend übermäßig lange Einleitung abschrecken lassen. Denn das braucht man alles noch an Wissen für den Rest der Story. Die ist dann ungemein dicht und fesselnd.</p>
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		<title>Alfred Komarek: Polt.</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/01/alfred-komarek-polt/</link>
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		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 08:20:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Komarek, Alfred]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Alfred Komarek]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ist er nun  der Simon Polt. Gendamerie-Inspektor im (freiwilligen) Ruhestand, Gelegenheits-Aushilfskraft im Kaufhaus von Frau Habesam, immer noch Herrl von Kater Cernohorsky und am Wochenende der Wirt vom Kirchenwirt. Der alte  Gedamerieposten im Ort  ist auch verschwunden und dessen Arbeit im Wiesbachtal hat die Polizei übernommen.
Es könnte recht beschaulich bleiben in der Gegend [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-343" title="Polt" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Polt.jpg" alt="" width="150" height="237" />Das ist er nun  der Simon Polt. Gendamerie-Inspektor im (freiwilligen) Ruhestand, Gelegenheits-Aushilfskraft im Kaufhaus von Frau Habesam, immer noch Herrl von Kater Cernohorsky und am Wochenende der Wirt vom Kirchenwirt. Der alte  Gedamerieposten im Ort  ist auch verschwunden und dessen Arbeit im Wiesbachtal hat die Polizei übernommen.<span id="more-342"></span></p>
<p>Es könnte recht beschaulich bleiben in der Gegend rund um die Kellergasse. Aber ausgerechnet Polt findet auf einem abendlichen  Spaziergang gemeinsam mit seinem Freund Norbert Sailer, Polizist und Nebenerwerbs-Weinbauer von Beruf, in dessen Weingarten einen Toten. Gut gekleidet, ein gut aussehender Mann, aber eben tot.</p>
<p>Der Polizeiapparat rückt an, an der Spitze Bezirksinspektor Bastian Priml, sichert Spuren und Beweisstücke. Alles das, was die moderne Polizeiarbeit eben ausmacht. Priml fügt sich da perfekt in dieses &#8220;moderne&#8221; Bild als der Ermittler, dem nichts daran gelegen ist, sich bei den Leuten beliebt zu machen, der einfach nur den Fall lösen möchte. Einer von der Sorte, bei der jeder Zeuge gleich das Gefühl bekommt selbst unter den Hautpverdächtigen zu sein.</p>
<p>Insgesamt eine Situation die bei Polt großes Unbehagen hervorruft. Er war, jetzt ist er das ja nicht mehr, ein Gendarm, der mit den Meschen reden konnte, dem sich die Menschen anvertrauten. Bei Priml aber mit seiner fordernden Art, da sperren sich alle, dem erzählt niemand etwas und auch Polt kann sich mit dem Bezirksinspektor nicht anfreunden.</p>
<p>Seinen Vorsatz, sich aus der ganzen Angelegenheit heraus zu halten, den kann Polt aber auch nicht lange befolgen. Er erfährt zu viel, er hört zu viel, er sieht zu viel. Er sieht vor allem die ersten Sprünge in einigen menschlichen Fassaden, die sich langsam bis zu den Fundamenten ausbreiten.</p>
<p>Es braucht nicht viele Sätze und schon ist man ins Wiesbachtal eingetaucht und hat die Menschen kennen gelernt. Als dann Polt auf seinem alten Fahrrad von einem dieser Menschen zur/zum  nächsten  fährt, kommen hinter der sanften Stimmung und der einfühlsamen Sprache langsam, ganz langsam einige dunkle Flecken hervor.</p>
<p>Es ist kaum anders möglich, als das Buch im einem Zug fertig zu lesen. Nicht wegen der unerträglichen Spannung, denn um die geht es nicht und die gibt es auch nicht.  Sondern wegen der Sprache des Buches, die einen mitnimmt mitten ins Weinviertel.</p>
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		<title>David Bergmann: Wie, wer, das?</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 01:20:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bergmann, David]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[David Bergmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Das erste Buch von David Bergmann (Der die was?) fand ich an vielen Stellen einfach zum totlachen. Im zweiten Band, hat er sich aber leider eher totgeschrieben.
Ist ja leider oft so mit den Fortsetzungen: besser wird es nimmer. In diesem Fall war über Verwirrungen eines Amerikaners im Sprachlabyrinth offensichtlich schon alles gesagt, aber der Verlag, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-340" title="Wie_wer_das" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Wie_wer_das.jpg" alt="Wie_wer_das" width="150" height="230" />Das erste Buch von David Bergmann (<a href="http://www.literatur-blog.at/2009/01/david-bergmann-der-die-was/">Der die was?</a>) fand ich an vielen Stellen einfach zum totlachen. Im zweiten Band, hat er sich aber leider eher totgeschrieben.<span id="more-339"></span></p>
<p>Ist ja leider oft so mit den Fortsetzungen: besser wird es nimmer. In diesem Fall war über Verwirrungen eines Amerikaners im Sprachlabyrinth offensichtlich schon alles gesagt, aber der Verlag, Autor, wer auch immer, wollte den Erfolg noch ein wenig prolongieren.</p>
<p>Das funktioniert bis zu einem gewissen Punkt, den wer den ersten Band gelesen hat, die/der denkt sich: jö, schön, das wird sicher wieder lustig und schon ist Band 2 gekauft.</p>
<p>Der liefert dann aber weniger &#8220;neue Abenteuer eines Amerikaners im Sprachlabyrinth&#8221; (so der Untertitel), sondern Abenteuer eines Amerikaners in Deutschland und Europa. Dabei sind diese Abenteuer nicht wirklich Amerikaner-spezifisch, sondern könnten auch von einem Italiener, Russen, Argentinier oder einem Deutschen erlebt werden &#8211; die meisten jedenfalls. Das kann man lesenwert finden, oder auch nicht. Ich fand es nicht so lesenswert. Oft nett ja, aber lustig nein.</p>
<p>Zudem sind die Sprachfallen der deutschen Sprache im 1. Band anscheinend schon alle geschildert worden, den im 2. Band wirkt es  nur mehr sehr gezwungen.</p>
<p>PS: wenn es in der 2. Häfte des Buches besser wird, dann bitte um Nachricht. Habe nämlich in der Mitte aufgehört zu lesen.</p>
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		<title>Alfred Komarek: Blumen für Polt</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 00:42:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Komarek, Alfred]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Alfred Komarek]]></category>

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		<description><![CDATA[So ein Wiesenbach, der windet sich in seinem Bett ganz gemächlich durch die Landschaft. Hin und wieder hört man ein leises Gurgeln, dann ein Plätschern, dort wo der Bach einen moosbewachsenen Stein umspült. Unvermittelt macht er einen Bogen, umrundet einen kleinen Hügel. Man steht an diesem Wiesenbach und wundert sich manchmal, wie das Wasser überhaupt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-337" title="Blumen für Polt" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Blumen-fuer-Polt1.jpg" alt="" width="150" height="244" />So ein Wiesenbach, der windet sich in seinem Bett ganz gemächlich durch die Landschaft. Hin und wieder hört man ein leises Gurgeln, dann ein Plätschern, dort wo der Bach einen moosbewachsenen Stein umspült. Unvermittelt macht er einen Bogen, umrundet einen kleinen Hügel. Man steht an diesem Wiesenbach und wundert sich manchmal, wie das Wasser überhaupt fließen kann, man sieht doch fast kein Gefälle.<span id="more-335"></span></p>
<p>Doch es fließt. So fand ich die Atmosphäre im 2. Polt-Krimi. (Für mich war es der erste, den ich gelesen haben, weil Band 1 gerade in irgendeinem Bücherregal verschollen ist.). Simon Polt, Inspektor der Gendamerie in einer Zeit als Gendamerie noch Gendamerie und Polizei noch Polizei war, lebt und arbeitet in genau so einem Ort: viel sieht man nicht, aber doch bewegt sich etwas und sobald man wieder hinsieht, ist alles schon ganz woanders &#8211; und mitten durch fließt der Wiesbach.</p>
<p>Das Dahinscheiden eines kleinen Betrügers, der anscheinend einmal zu oft betrügen wollte und der Tod von Willi, der allen bis auf Polt gleichgültig war. Die beiden gelangweilten Teenager-Anarchisten und die Bande der Vier mit den drei Geheimnissen. Mehr von Ahnungen als von Spuren geleitet macht sich der Inspektor immer wieder auf den Weg durch seine kleine Stadt, spricht hier, hört dort zu und erfährt einiges, ohne dabei in typische Polizeiarbeits-Routine zu verfallen.</p>
<p>Das soll nicht heissen, dass man dabei auf die notwendigen Zutaten für einen Krimi verzichten muss. Langsam zu Beginn, immer schneller werdend, mit eine paar Verirrungen in falsche Spuren, ansteigende Spannung. Am Ende ist dann doch alles geklärt. Denkt man.</p>
<p>Nachwort/Nachfrage: als das Buch erschien, da bezahlte man bei uns noch mit Schilling. Da kauft sich der Polt doch glatt zwei Käswurstsemmeln mit Gurkerl um 21 Schilling. Kennt jemand ein Geschäft, in dem man das jetzt um 1,50€ bekommt? Oder auch um 2€ wegen der Inflation?</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Simon Beckett: Flammenbrut</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/01/simon-beckett-flammenbrut/</link>
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		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 13:13:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sirod</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beckett, Simon]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Beckett]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.literatur-blog.at/?p=332</guid>
		<description><![CDATA[vorab:  selten einen so schlechten Krimi gelesen. An und für sich bin ich ein Samuel Beckett Fan, aber mit diesem Buch hab ich mich von ihm verabschiedet. Das Buch kommt meiner Meinung  nach nicht an seine Hunter-Bücher heran.
Möglicherweise auch deshalb, weil es eines seiner ersten Bücher war, das anfänglich unter dem Titel  &#8220;Das Erbe des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-333" title="Flammenbrut" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Flammenbrut.jpg" alt="" width="150" height="256" />vorab:  selten einen so schlechten Krimi gelesen. An und für sich bin ich ein Samuel Beckett Fan, aber mit diesem Buch hab ich mich von ihm verabschiedet. Das Buch kommt meiner Meinung  nach nicht an seine Hunter-Bücher heran.<span id="more-332"></span></p>
<p>Möglicherweise auch deshalb, weil es eines seiner ersten Bücher war, das anfänglich unter dem Titel  &#8220;Das Erbe des Prometheus&#8221; erschien und nicht von Erfolg gekrönt war. <br />
 Eine junge Geschäftsfrau &#8211; Kate Powell &#8211; Besitzerin einer Werbeagentur, ist eine nach Aussen hin selbstbewusste Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht. Ihre Agentur läuft erfolgreich, ihr Privatleben wird  hauptsächlich von ihrer Freundin Lucy und deren Familie &#8211; Mann, 2 Kinder &#8211; ausgefüllt. Unglückseligerweise stellt Kate eines Tages ihre innere Leere fest, und da beginnt nach meiner Meinung der &#8220;literarische Abfall&#8221; auf das Niveau eines 3-Groschen Romans.</p>
<p>Auf natürlichem Wege lehnt Kate die Entstehung eines neuen Lebens ab, also muss künstliche Befruchtung, diese allerdings nicht anonym, her. Mittels Inseraten sucht sie einen Spender und wird fündig. Ein Mann meldet sich bei ihr, als Dr.  Alex Turner. Es kommt zu einer persönlichen Begegnung, die nach einiger Zeit, die von  Turner bereits abgegebenen Samenspenden obsolet macht.</p>
<p>Man ahnt es schon, die  beiden kommen einander körperlich näher. Der echte Dr. Turner wird eines Tages tot  aufgefunden,  weitere schreckliche Taten, geprägt durch Feuer und andere  Grauslichkeiten bis hin zur Geiselnahme von Lucy und ihrer Familie werden ausführlich beschrieben.</p>
<p>Dr. Turner , klinischer Psychologe, war der behandelnde Arzt von Alex. Nachdem die wahre Identität von Alex aufzufliegen drohte, blieb im ja gar nichts anderes übrig, als diesen  armen Mann umzubringen. Die Erkenntnis, dass Alex nicht ganz dicht ist, gewinnt man  aber schon etliche Seiten vorher. Dieser Mensch legt ein eigentümliches Verhalten  an den Tag, und ich musste mich schon wundern, dass eine Frau wie Kate nicht schon  viel früher misstrauisch wurde. Kate droht Alex das Kind abtreiben zu lassen, nachdem sie seine wahre,  kranke Persönlichkeit erkannt hat. Das war dann der Auslöser für die  Geiselnahme etc.</p>
<p>Weitere Schilderungen erübrigen sich. Da der Fortgang der Geschichte  vorhersehbar war, las ich nur mehr jede 2./3. Seite bis zum bitteren Ende von Alex.  Er wird bei der dramatischen, durch heftiges Feuer noch verschärften Befreiung von  Lucy und ihrer Familie, dank tatkräftiger Unterstützung von Kate, die  letztendlich auch noch ein Geiselopfer wurde, getötet.</p>
<p>Ende gut, alles gut, Kate gebar einen Knaben.</p>
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		<title>Jörg Maurer: Föhnlage</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 13:04:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Maurer, Jörg]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Maurer]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Anfang steht der Tod des Triathleten Ingo Stoffregen. Anstatt mit seiner neuen Bekanntschaft Gaby ein Klavierkonzert als Startpunkt für eine mögliche neue Beziehung zu nützen, findet er sich mit gebrochenem Hals unter dem Türschließer des Theaters, einem nicht sehr beliebten Sachsen namens Liebscher,  wieder. Der fiel nämlich von der Decke ausgerechnet auf seinen Platz, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-330" title="foehnlage" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/foehnlage.jpg" alt="foehnlage" width="150" height="236" />Am Anfang steht der Tod des Triathleten Ingo Stoffregen. Anstatt mit seiner neuen Bekanntschaft Gaby ein Klavierkonzert als Startpunkt für eine mögliche neue Beziehung zu nützen, findet er sich mit gebrochenem Hals unter dem Türschließer des Theaters, einem nicht sehr beliebten Sachsen namens Liebscher,  wieder. Der fiel nämlich von der Decke ausgerechnet auf seinen Platz, als er sich gerade setzen wollte. <span id="more-329"></span></p>
<p>Tot sind in Folge dieses Ereignisses alle beide, doch warum und wie es dazu kam, dieser Frage nimmt  sich Hauptkommissar Hubertus Jennerwein an. Hunderte Zeugen, darunter eine ganze Schar an Mediziniern,  und keiner hat wirklich etwas gesehen. Dazu ein ganzes Theater, in dem es gilt Spuren zu sichern und zu deuten und dann auch noch das seltsame Verschwinden der Bekannten des einen Toten,  die das Theater zuerst rasch verließ, dann aber doch noch einmal zurück kehrt um ihre Jacke zu holen.</p>
<p>Rasch stellt sich heraus, dass der Turschließer direkt aus dem Dachstuhl in den Theatersaal hinabfiel. Doch was hatte der überhaupt dort oben zu suchen?</p>
<p>Also ob das nicht schon genug Arbeit für Jennerwein und sein Team wäre, gibt es in dem  idyllischen Alpenkurort auch noch das Ehepaar Ursel und Ignaz Grasegger, das ein Bestattungsunternehmen betreibt. Ein mühsames Geschäft, seit sich im Ort die Konkurrenz in Form eines landesweit tätigen Großbestatters niedergelassen hat. Doch die Graseggers haben sich vor vielen Jahren schon ein lukratives Nebeneinkommen gesichert, indem sie dafür sorgen, dass unbequeme Leichen aus halb Europa still und für immer verschwinden. Das sichert ein unbeschwertes Leben &#8211; zumindest für die Graseggers &#8211; und deren beiden Kindern ein Studium an den besten Shculen der Welt.</p>
<p>Wie schon der Untertitel zum Buch sagt: ein (bayrischer) Alpenkrimi.  Jörg Maurer ist Kabarettist und das ist sein Erstlingswerk. Da blitzt eine ganze Menge an geistreicher und witziger Sprache auf, die den Roman zu einem äußerst schwungvollen Erlebnis macht. (Keine Angst, er ist nicht auf Bayrisch geschrieben, nur hin und wieder fallen ein paar Begriffe, die selbst in Bayern nur mehr die älteren Generationen verstehen)</p>
<p>Maurer erzählt die Geschichte mit viel Humor. Ingesamt ein wahres Lesevergnügen und sehr zu empfehlen!</p>
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		<title>Heinrich Steinfest: Der Umfang der Hölle</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 01:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Steinfest, Heinrich]]></category>
		<category><![CDATA[Heinrich Steinfest]]></category>

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		<description><![CDATA[Leo Reisiger hat zwei Leidenschaften. Den Mond und das Lottospiel. Die große Versuchung lautet dabei, einmal mittels ein paar angekreuzter Zahlen ein entferntes Glück zu erfahren. Eines Tages hat er dann diesen wertvollen Lottoschein und verbrennt diesen. Er meint sich damit am Teufel vorbeigeschwindelt zu haben.
Nach dieser irrationalen Handlung begibt sich Reisiger ins Freie, raus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-328" title="der-umfang-der-hoelle" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/der-umfang-der-hoelle.jpg" alt="der-umfang-der-hoelle" width="150" height="237" />Leo Reisiger hat zwei Leidenschaften. Den Mond und das Lottospiel. Die große Versuchung lautet dabei, einmal mittels ein paar angekreuzter Zahlen ein entferntes Glück zu erfahren. Eines Tages hat er dann diesen wertvollen Lottoschein und verbrennt diesen. Er meint sich damit am Teufel vorbeigeschwindelt zu haben.</p>
<p>Nach dieser irrationalen Handlung begibt sich Reisiger ins Freie, raus aus seinem Hotel, und wird so Zeuge einer Attacke von fünf Hooligans gegen zwei Frauen.<span id="more-326"></span></p>
<p>Wie die meisten anderen Passanten auch, ist Reisinger im ersten Moment erstarrt, wird doch eine der beiden  Frauen  durch einen Fausthieb eines plattnasigen Hooligans mit großer Wucht umgeworfen. Reisiger mischt sich ins Geschehen. Doch die Wahnsinnigen überwältigen ihn. Nachdem sich einer der Hooligans auf Reisingers Brust setzt und mit einem Messer an seiner Wange herumfuchtelt, wird der Plattnasige von einer der bedrohten Frauen mit einem Stich in die Halsschlagader getötet.</p>
<p>Es stellt sich heraus, das Leo Reisinger die Frau des berühmten Siem Bobeck gerettet hat, Claire Rubin, früher  Schlagersängerin, nun Autorin.  Zum Dank lädt dieser Bobeck  Reisinger in sein Schloss nach Purbach in Oberösterreich ein. Während seines  Besuches wird Claires neues Buch „Der Umfang der Hölle“ präsentiert. Und dann lernt Leo Reisiger auch den Umfang der Hölle tatsächlich kennen. Dieser Siem Bobeck scheint ein Irrer zu sein. Ursprünglich führte er ein Institut der Gewalt. Er scheint allerdings auch im Besitz einer aggressionssteigernden Droge namens „Regina“ zu sein. Diese bewirkt, dass jene Person, die diese Droge einnimmt, sich in ihrem Aggressions- und Gewaltakt im Körper des Opfers fühlt und somit auch die Brutalität an sich selbst erfährt.</p>
<p>Siem Bobeck wird von seiner Schwester Gerda Semper, deren toter Sohn Fred von Claire getötet worden war, besucht. Der Streit eskaliert, Siem Bobeck und seine Schwester  flüchten. Dabei kommt es zu einem Brand in der zum Schloss zugehörigen Sternwarte. Die eingesperrten Menschen flüchten über die Kuppel. Auch Leo Reisiger. Allerdings wird er beim Sprung abwärts so schwer verletzt, dass er mit Sicherheit den Rest seines Lebens im Rollstuhl verbringen wird müssen. Er war milde gegen sein Schicksal, immerhin begriff er das bloße Überleben als Glück.</p>
<p>Aufgrund der Querschnittslähmung kommt nun auch seine Frau Babett, eine berühmte Filmkritikerin auf die Idee, ihrem Mann ab nun mehr Zeit zu widmen. Beide beschließen, eine Weltreise zu machen. Auf  dieser Reise erhält Leo Reisiger einen Hinweis über den Verbleib Bobecks. Er würde auf dem Saturn hocken und Spagetti kochen, und ihn dort erwarten.</p>
<p>Ich bin zwar bekennender Fan von Steinfests Büchern, seinen Abschweifungen und dem Abstrusen, seiner Metaphern und irrwitzigen Satzkonstruktionen. Aber zu „Cheng“ oder „Tortengräber“ kommt für mich dieses Buch nicht heran. Dieses ausufernde und sperrige Beschreiben von Handlungen und den darin verwickelten Personen war ziemlich anstrengend zu lesen. Die letzten Seiten hab ich dann einfach weggelassen, die Handlung war nur noch abgehoben und genauso wenig nachvollziehbar.</p>
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