Hugo Portisch: Was jetzt
Hugo Portisch hat den Österreicherinnen und Österreichern bis in die 1990er-Jahre hinein fast im Alleingang Zeitgeschichte in Büchern und TV-Dokumentationen vermittelt und erklärt. Die aktuell angespannte Lage Europas bewog ihn zu einer Stellungnahme. Heraus kam ein kleines Büchlein, eine Art niedergeschriebener Vortrag, mit dem etwas irreführenden Titel “Was jetzt” (ohne Fragezeichen). weiter »

Ein Buch aus der Rubrik “Geschichte, die nie in Vergessenheit geraten darf”. Dürfte, das wäre wohl passendere Wort, denn das, was zur Mitte des 20. Jahrhunderts mitten in Europa geschah, das ist für viele schon längst vergessene oder – noch schlimmer – zu vergessende Vergangenheit. Weil es ist nun einmal so: je weniger Menschen leben, diese Zeit selbst miterlebt haben, desto mehr wird sie aus unserem kollektiven Gedächtnis verdrängt.
Am 30.Juli 1977 wurde Jürgen Ponto, Vorstandsmitglied der Dresdener Bank, in seinem Haus in Oberursel bei Frankfurt ermordet. Todesschützen waren die RAF-Mitglieder Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt. Zugang zum Haus der Pontos hatte ihnen Susanne Albrecht verschafft, die Tochter von Jürgen Pontos Freud, dem Anwalt Hans-Christian Albrecht. Susannes Schwester Julia war die Patentochter von Jürgen Ponto. Patenonkel seiner Tochter Corinna war sein Freund Hans-Christian Albrecht. Nach der Tat ist das Band zwischen den Familien zerschnitten.
„Was ein Mann schöner is wie ein Aff, is ein Luxus.“ Dieser Ausspruch der legendären Tante Jolesch, aufgrund des unbestreitbaren Wahrheitsgehaltes nicht von der Hand zu weisen, ist wohl das berühmteste Zitat in dieser an „Sagern“ überreichen Anekdotensammlung über das alte, vergangene Österreich von Friedrich Torberg.
„Nach der Lektüre dieses Buches mögen die Leser professionelle politische Konsumenten geworden sein“ wünscht sich Thomas Hofer im Vorwort. Irgendwie erinnert mich dies an einen Religionslehrer meiner Kindheit, der mir, wahrscheinlich aufgrund meines diabolischen Nachnamens, die Bibel in die Hand drückte, mit der Aufforderung diese zu lesen und meinte, dass ich danach gläubig sein werde.
„Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren“
Europa baut eine Festung gegen die illegale Einwanderung aus afrikanischen und asiatischen Staaten auf. Die Bekämpfung der illegalen Migration steht bei allen Verhandlungen mit EU-Anrainerstaaten ganz oben auf der Tagesordnung. Diese Grenzstaaten spielen die Grenzpolizei für Europa und bekommen dafür wirtschaftliche Hilfe. Als Beispiel gibt die Autorin an, dass Barcelona für die nächsten 5 Jahre (gerechnet ab 2006) 15 Milliarden Dollar zugesichert wurden. Allerdings garantiert keines dieser Länder ein faires Asylverfahren für die Flüchtlinge, alle sind für Folter und Menschenrechtsverletzungen bekannt.