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	<title>Literatur Blog &#187; Thriller</title>
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	<description>von LeserInnen für LeserInnen</description>
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		<title>Holt &amp; Holt: Kammerflimmern</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 01:42:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Holt, Anne & Even]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Anne und Even Holt]]></category>

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		<description><![CDATA[Stellen Sie sich vor, Sie sind herzkrank und leiden regelmäßig unter Kammerflimmern. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1570" title="Kammerflimmern" src="/wp-content/uploads/Kammerflimmern.jpg" alt="" width="150" height="250" />Stellen Sie sich vor, Sie sind herzkrank und leiden regelmäßig unter Kammerflimmern. Das bedeutet, Ihr Herz pumpt hektisch vor sich hin, kann aber keine ausreichende Blutmenge mehr transportieren &#8211; Sie sterben. Außer natürlich, ein Team von versierten KardiologInnen setzt Ihnen einen winzig kleinen Herzschrittmacher ein. Dieser erkennt es, wenn Ihr Herz unregelmäßig schlägt und sendet elektrische Impulse an ihr Herz, um den dessen Schlag wieder zu normalisieren.<span id="more-1566"></span></p>
<p>Wie werden nun diese winzigen Herzschrittmacher (sie werden übrigens unter dem Schlüsselbein implantiert und mittels Elektrode direkt mit dem Herzen verbunden) auf Ihren Herzschlag programmiert? Richtig! Mit Hilfe eines Computerprogramms. Und damit sind wir schon mitten in dieser spannenden Geschichte des Geschwisterpaares Anne und Even Holt. Sie &#8211; eine bekannte Thrillerautorin, er ein renommierter Kardiologe &#8211; gemeinsam für Gänsehautmomente ideal.</p>
<p>Ein bekannter Mediziner braucht einen Internen Cardiodefibrillator (so heißen diese Herzschrittmacher auf Medizindeutsch). Die Operation verläuft relativ problemlos. Die ebenso renommierte Herzchirurgin Sara Zuckerman setzt das Teil ein. Operation gelungen, Patient lebt&#8230; vorerst noch&#8230;</p>
<p>Sara Zuckerman ist Norwegerin, hat sich in den USA ihre Meriten erworben und ist nun als Chefärztin eines großen Krankenhauses in Oslo in ihre alte Heimat zurück gekehrt.</p>
<p>Zwei Tage nach dem Eingriff verstirbt jener Patient, dem sie den ICD erfolgreich eingesetzt hatte. Man denkt sich nichts dabei. So etwas kann schließlich passieren, auch der beste Schrittmacher kann den Herztod nicht immer verhindern.</p>
<p>Dann aber stirbt noch jemand, dem ein ICD dieses bestimmten Unternehmens eingesetzt wurde. Und Sara Zuckerman macht sich, gemeinsam mit ihrem Kollegen Ola Farmen auf die Suche nach den Ursachen für diese Todesfälle.</p>
<p>Soviel sei verraten: Sie kommen einem gewaltigen Komplott auf die Spur. Dieser Roman ist &#8220;Who`s done it?&#8221; auf allerhöchstem Niveau. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite.</p>
<p>Dabei nicht nur spannend erzählt. Die ProtagonistInnen erwachen zum Leben. Sara Zuckerman, die die USA verlassen hat, um ihr Taufkind zu adoptieren, dessen Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen sind. Ole Farmen, Familienvater mit fünf Kindern, Arzt und Ingenieur mit der richtigen Nase. Ein mächtiger Konzernchef, zerstörte Existenzen &#8211; dies alles findet sich in diesem Buch, das man kaum mehr aus der Hand legen kann.</p>
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		<title>Jean-Christophe Grangé: Das schwarze Blut</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/jean-christophe-grange-das-schwarze-blut/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 01:57:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grangé, Jean-Christophe]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-Christophe Grangé]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch einmal Gruselstimmung: Der französische Autor, den das &#8220;normale Böse&#8221; nicht interessiert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1541" title="Das schwarze Blut" src="/wp-content/uploads/Das-schwarze-Blut.jpg" alt="" width="150" height="237" />Noch einmal Gruselstimmung: Der französische Autor, den das &#8220;normale Böse&#8221; nicht interessiert, begibt sich erneut in die Untiefen eines Menschen, der Dinge tut, die für einen normal denkenden Menschen kaum oder gar nicht nachzuvollziehen sind.<span id="more-1537"></span></p>
<p>In die Tiefe entführt der Autor diesmal. Die Hauptperson, ein Franzose, ist ein Apnoetaucher. In Malaysia eines abscheulichen Verbrechens bezichtigt, setzt sich in Frankreich ein abgehalfterter Sensationsreporter auf die Spur dieses Verbrechens.</p>
<p>Früher angesehener Nachrichtenmann hat ihn der Tod seiner Verlobten zum erfolgreichen Paparazzo werden lassen &#8211; Einbrüche in die Villen Prominenter inklusive. Der Tod der englischen Prinzessin Diana schließlich hat ihn erneut eine andere Form der journalistischen Karriere suchen lassen: Nunmehr beschäftigt er sich intensiv mit den abscheulichsten Verbrechen.</p>
<p>Als Jaques Reverdi, jener Apnoetaucher, der eine junge Frau ermordet haben soll, in Malaysia ins Gefängnis geworfen wird und dort auf seine Hinrichtung wartet, will Mark Dupeyrat unbedingt heraus finden, was den Mörder zu seinen Verbrechen getrieben hat.</p>
<p>Er setzt sich auf seine Spur, bereist jene Gegenden in Asien, in denen Reverdi Morde vorgeworfen werden, bleibt allerdings erfolglos: Er findet gar nichts heraus.</p>
<p>Zurück in Paris, entwirft er einen Plan: Er tritt in Gestalt einer jungen Frau in Briefkontakt mit dem Mörder &#8211; und dieser Plan funktioniert schließlich. Reverdi springt auf die Erfundene an &#8211; ein reger Kontakt entwickelt sich, und Mark bricht erneut auf Spurensuche nach Asien auf &#8211; diesmal erfolgreich.</p>
<p>Grangé gelingt es wieder einmal, mit fesselnden Personen und einem ungemein herausfordernden Plot den Leser/die Leserin in seinen Bann zu ziehen. Er versteht es außerordentlich gut, die Leserin/den Leser auf falsche Fährten zu locken &#8211; und das Ende ist einmal mehr außerordentlich ungewöhnlich. Lesenswert.</p>
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		<title>Jean-Christophe Grangé: Das Herz der Hölle</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/jean-christophe-grange-das-herz-der-holle/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 01:13:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grangé, Jean-Christophe]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-Christophe Grangé]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer mit diesem Autor auf die Reise geht, sollte gute Nerven haben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1520" title=" Das Herz der Hölle" src="/wp-content/uploads/Herz-der-Hoelle.jpg" alt="" width="150" height="240" />Wer mit diesem Autor auf die Reise geht, sollte gute Nerven haben. Jean-Christophe Grangé ist Krimiautor und sagt von sich selbst, dass ihn das &#8220;normale Böse&#8221; nicht interessiere. Das Abgründige, das Böse an sich, häufig in Beziehung zum katholischen Glauben gestellt, das ist es, was den Autor interessiert &#8211; und seine LeserInnen folgen im nur zu gerne in die von ihm beschriebenen Abgründe.<span id="more-1511"></span></p>
<p>Seine Hauptfiguren sind &#8211; bis auf eine Ausnahme &#8211; immer Männer. Und es sind ausschließlich sperrige Naturen &#8211; in diesem Fall, bei diesem Buch, ein Polizist, ehemaliger Theologiestudent, der wie ein Mönch lebt. Als sein bester Freund, mit dem er vor Jahren gemeinsam Theologie studierte, angeblich einen Selbstmordversuch unternimmt, gerettet wird und ins Koma fällt, macht er sich auf, den letzten Fall seines Kollegen und Freundes, aufzulösen.</p>
<p>Die Reise geht von Frankreich in die Schweiz, tangiert immer wieder Klöster und Kirchen, und recht schnell taucht der Polizist, dieser Mann zwischen den Welten, in eine gruselige Atmosphäre ein, die ihn auf verschlungenen Wegen bis hin zu einem Kriegerorden bringt, der sich die Vertreibung des Teufels auf der Welt auf die Fahnen geschrieben hat.</p>
<p>Ganz konkret verfolgt dieser Orden Satanssekten &#8211; und Mathieu, die Hauptfigur taucht immer tiefer in geheime Gesellschaften ein &#8211; Luc, sein Freund, der inzwischen aus dem Koma erwacht ist, hat einen geheimnisvollen Fall rund um einen perfiden Mörder, untersucht, der seine Opfer mit Hilfe von unterschiedlichen Techniken auf grausamste Art und Weise foltert.</p>
<p>Und während man liest, taucht man selbst ein in diese Welten, in die uralte Diskussion rund um Gott und Teufel als Gegenspieler und empfindet vor allem eines mit den handelnden Figuren &#8211; den meisten jedenfalls: Mitleid. Und an zweiter Stelle: Grauen.</p>
<p>In diesem Roman schafft es Jean-Christophe Grangé einmal mehr, seine LeserInnen auf eine packende Reise mitzunehmen. Detailreich und gekonnt schildert er Figuren und Orte und zwingt die Leserin/den Leser, im auf dieser Reise zu folgen.</p>
<p>Ein spannendes Buch, ein packender Thriller und eine Auflösung, mit der wohl nicht einmal geeichte KrimileserInnen gerechnet haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Don Winslow: Zeit des Zorns</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/don-winslow-zeit-des-zorns/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 19:24:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Winslow, Don]]></category>
		<category><![CDATA[Don Winslow]]></category>

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		<description><![CDATA[Schön, wenn man ein Buch liest und die Erwartungen daran erfüllen sich: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1458" title="Zeit des Zorns" src="/wp-content/uploads/Zeit-des-Zorns.jpg" alt="" width="150" height="236" />Schön, wenn man ein Buch liest und die Erwartungen daran erfüllen sich: Don Winslow ist wieder da! Nach der, für meinen Geschmack, schwer verunglückten Auftragsarbeit &#8220;Satori&#8221; meldet er sich mit einem typischen Winslow zurück. So cool, so lässig, so rasant wie man es sich wünscht.<span id="more-1457"></span></p>
<p>Im Zentrum stehen 3 KalifornierInnen, die so sind, wie man sich diese coolen Typen vorstellt. Bzw. so, wie sich jemand verhalten würde, der glaubt, dass er sich genau so verhalten muss um ultracool zu sein. Oder so cool wie es Nicht-Kalifornier von Kaliforniern erwarten. So in etwa.</p>
<p>Ben und Chon haben es sich mit einem Nischenprodukt im Drogenmarkt ausgesprochen bequem gemacht und O (die eigentlich Ophelia heisst &#8211; aber will will schon so gerufen werden)  holt sich von den beiden ihre Ration Sex ab. Oder umgekehrt, die drei machen in dieser 3er-Beziehung gegenseitig keine Schulden.</p>
<p>Jedenfalls lebt es sich gut und sorgenfrei. Wenn da nur nicht diese Nähe zu Mexiko wäre. Denn Mexiko = Drogenkartelle. Und Drogenkartelle = Ärger. So viel, dass selbst die friedlichsten Drogendealer irgendwann nicht mehr still halten können.</p>
<p>Dieser Zeitpunkt kommt, als 1. die Mexikaner das Geschäft von Ben und Chon übernehmen wollen und ihnen dazu 2. ein Video mit ein paar drastischen Beispielen über die Folgen einer Weigerung zukommen lassen. Und als sie 3. O(phelia) in ihre Gewalt bringen. Wobei &#8211; das war wohl klar, dass es praktisch dazu kommen musste: denn Ben und Chon hatten sich doch glatt geweigert, so mir nichts, dir nichts ihr Geschäft an die Mexikaner abzutreten und in Zukunft für das Kartel zu arbeiten.</p>
<p>Da mussten die großen Drogenbosse einfach reagieren und O kam ihnen gerade recht. Aber so groß und mächtig kann ein Kartell gar nicht sein: die Entführung der O (hat jetzt nichts mit Kleist zu tun) ist für Ben &amp; Chon zu viel und jetzt kennen sie keine Zurückhaltung mehr. Ab sofort wird es &#8230; nun, beschreiben wir es vornehm zurückhaltend &#8230; rauh! Weil Winslow seine Charaktere dabei vor kaum einem Mord zurück schrecken lässt, wird es zwar ziemlich brutal, bleibt aber immer gerade noch diesseits der Grenze zu &#8220;zu brutal&#8221;.</p>
<p>Winslow feuert eine (Wort) Salve nach der anderen ab. Kurze Sätze, machmal nur einzelne Worte, immer sehr direkt im Ausdruck. Andauernd passiert etwas, jeden Moment muss man wachsam sein, denn man könnte in einen (Lese)Hinterhalt geraten. Das wird in Summe eine enorm spannende und fesselnde Angelegenheit. Zwar nicht nobelpreis-verdächtig, aber so gut, dass es für mich, trotz einiger etwas in die Länge gezogener Abschnitte,  einer der rasantesten Thriller der letzten Zeit ist. Nebeneffekt: man lernt, wie schnell sich knapp 340 Seiten lesen lassen &#8211; sehr schnell nämlich.</p>
<p>Dass man dabei wie selbstverständlich mit Ganoven sympathisiert, das merkt man kaum. Denn Ben und Chon, die haben zwar selbst genügend Dreck am Stecken (Drogenhandel, Mord, Bestechung, um nur ein paar ihrer Unanständigkeiten zu nennen und von allem nicht gerade wenig) aber gegenüber diesen bösen Kartellbossen sind sie so etwas wie die unschuldigen Waisenknaben. Und ausserdem helfen wir ja immer gern zu den Kleinen und verzeihen ihnen gerne ihre kleinen Entgleisungen&#8230;</p>
<p>Neu ist, dass Winslow in einem Roman auch direkt auf das aktuelle Zeitgeschehen Bezug nimmt. So findet auch Barak Obama Platz, die Republikaner bekommen ihr Fett weg und wir werden mit einigen amüsant/sarkastischen Bemerkungen über die Amis und ihre für uns manchmal recht befremdlichen Ansichten und Lebensformen versorgt. Das gibt dem Buch eine zusätzliche Dimension (gegenüber den bisherigen Winslow-Büchern) und könnte von mir aus auch in Zukuft in dieser Tonart weiter gehen.</p>
<p>PS: Beim Lesen aufs Atmen nicht vergessen. Das kann bei einigen Abschnitten nämlich leicht passieren.</p>
<p>PPS: Obgleich &#8220;Zeit des Zorns&#8221; thematisch manchmal an &#8220;Tage der Toten&#8221; anknüpft, kann man diese beiden Romane nicht miteinander vergleichen. &#8220;Tage der Toten&#8221; war einer der besten Thriller der letzten Jahre während &#8220;Zeit des Zorns&#8221; (ob diese Ähnlichkeit der Titel wohl zufällig ist, lieber Suhrkamp-Verlag? hmmm?) einfach &#8220;nur&#8221; rasant und flott zu lesen ist. Aber das ist ja auch schon etwas!</p>
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		<title>Deon Meyer: Rote Spur</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2011/09/deon-meyer-rote-spur/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Sep 2011 17:14:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meyer, Deon]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Deon Meyer]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir befinden uns im Sommer des Jahres 2009, also rund ein Jahr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1366" title="Rote Spur" src="/wp-content/uploads/Rote-Spur.jpg" alt="" width="150" height="258" />Wir befinden uns im Sommer des Jahres 2009, also rund ein Jahr vor dem Beginn der Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Deon Meyer schreibt einen Thriller über einen möglichen Terroranschlag im Land am Kap und entwirft dazu ein Szenario, in dem nichts fehlt: Geheimdienst, Islamisten, Al-Qaida, Robert Mugabe, Diamantenschmuggler, Streetgangs, die südafrikanische Regierung und ein paar einsamer Helden. Und noch einiges mehr. <span id="more-1365"></span></p>
<p>Das Spielfeld umfasst dabei Südafrika, Simbabwe, Namibia, Indien, Mozambik, den Oman und noch ein paar Weltgegenden mehr. Also: Konzentration beim Lesen ist angesagt da es gilt, sich viel zu merken.</p>
<p>Zu Beginn (also auf den ersten ca. 100 Seiten) werden einmal die meisten Spielfiguren aufgestellt.  Organisationen, Gangs, Banden und viele Leute, die neben ihrem eigenen Namen meist auch über noch Spitz- und Rufnamen in den unterschiedlichsten Sprachen verfügen. Deon Meyer ist gnadenlos und liefert in diesem ersten Abschnitt Daten und Fakten ab, dass es nur so raucht. Ich las, merkte mir wenig und dachte: er wird schon wissen, was er tut, der Herr Meyer, all das zu Beginn gelesene wird man später sicherlich noch brauchen (und kann im Bedarfsfalle dorthin zurück blättern).</p>
<h3>Ein Fall für Lemmer</h3>
<p>Dann beginnt der 2. Abschnitt und mit ihm kommt ein alter Bekannter aus dem Deon-Meyer-Thriller-Universum ins Spiel: Lemmer, der Bodyguard, der zuletzt in &#8220;Weisser Schatten&#8221; über den halben Kontinent gehetzt worden war, betritt die Bühne. Endlich (denn, ehrlich gesagt, noch mehr Namen von Leuten und Organisationen hätte ich nicht gebraucht) kommt die Sache in Schwung.</p>
<p>Lemmer gerät, ohne es zu wissen, mitten in einen Nebenschauplatz der Vorbereitungen für diesen Anschlag in Kapstadt. Ein Diamantenschmuggel von Simbabwe soll abgefangen werden, die einen Bösen wollen den anderen Bösen die Edelsteine abjagen, um mit dem Erlös Waffen  zu kaufen (Diesen Teil haben wir schon im ersten Kapitel erfahren und hier wissen wir mehr als Lemmer).</p>
<p>Was sich nun anlässt wie ein, auch nicht ganz legaler, Transport von Spitzmaulnashörnern entwickelt sich sehr bald zu einer Falle, aus der Lemmer schnell heraus kommen muss. Engagiert als Bodyguard für die Nashörner und den Transport weiss er natürlich zunächste nichts von den wahren Hintergründen des Auftrages. Zeit für eine Recherche gab es nicht, denn er hatte nur wenig Zeit gehabt, gerade einmal Unterhose und Pistole einzupacken und dann ging es schon los. Die überstürzte Annahme des Auftrages wird sich bald rächen.</p>
<p>Zwei Nashörner werden von Simbabwe aus nach Südafrika geschmuggelt und dann macht sich der von Lemmer beschützte Transport vom Nordosten Südafrikas auf zurück in Lemmers Heimatstadt Loxton in die Nordkap Provinz, also ein Mal fast quer über den Kontinent.</p>
<p>Die Verfolger lassen nicht lange auf sich warten, der erste Überfall erfolgt bald und endet blutig. Doch das, was die Leute suchen, das können Ihnen Lemmer und seine Begleiter nicht geben, denn sie wissen nicht, wonach die Gangster (wir Leserinnen und Leser wissen es zu diesem Zeitpunkt schon &#8211; das Elfenbein der Nashörner ist es jedenfalls nicht).</p>
<h3>Diamanten, Drogen, Elfenbein und eigene Interessen</h3>
<p>Lemmer ist ein ganz ein harter, den so schnell nichts umwirft. Wenn Verrat allerdings aus einer Ecke kommt, die er für vertrauenswürdig hielt, dann hat auch der hartgesottene Bodyguard keine Chance. Seine beiden Begleiter scheinen keine Ahnung zu haben, wie sie in diese Situation geraten konnten. Zwei Nashörner einer gefährdeten Art zu transportieren, das schien keine Arbeit, die einem das Leben kosten könnte.</p>
<p>Kaum ist Lemmer ins Spiel gekommen, gibt die Geschichte Gas. Das Unheil, das sich rings um die drei Menschen mit den zwei Nashörnern auf der LKW-Laderampe zusammen braut, kommt daher nicht überraschend, denn Lemmer selbst meint: &#8220;Nicht ich suche Ärger – der Ärger sucht mich&#8221; &#8211; und so geschieht es auch. Die Nashörner werden am Ende doch noch heil und gesund an ihren Bestimmungsort gebracht und Lemmer kommt mit ein paar Schrammen davon.</p>
<p>Als alles schon vorbei zu sein scheint, wird bei Lemmer jener Instinkt geweckt, der ihn totsicher in ernsthafte Schwierigkeiten bringen wird: er wurde betrogen und das kann er keinesfalls auf sich sitzen lassen. Nun wird  auch langsam klar, wofür man all diese Name und Organisationen aus dem ersten Abschnitt des Buches braucht.</p>
<p>Lemmer agiert wie gewohnt: knallhart (Marke: mit nur einem Loch im Kopf geh ich noch lange nicht heim).  Das ist meistens echt spannend, hat aber teilweise auch seine Längen.</p>
<h3>Es wird noch ein echter Thriller</h3>
<p>Es dauert noch eine Weile, bis sich echtes Deon-Meyer-Feeling einstellt (verschwitzte Hände beim Lesen, &#8220;ich-will-wissen-wie das-weiter-geht&#8221;, &#8220;aufpassen-das-wird-nicht-gut-gehen&#8221;, etc) aber nach der Hälfte des Buches ist man endgültig/endlich darin gefangen und wird erst am Schluss entlassen. Bei ingesamt mehr als 600 Seiten Umfang bleibt ab nun noch eine ganze Menge nervenaufreibendes Lesen zu erledigen.</p>
<p>Jetzt sich auch die Abschnitte über die Aktivitäten des Geheimdienstes viel interessanter, spannender als am Beginn des Buches, jetzt fügen sich Schritt für Schritt die Puzzleteile zusammen. Dass dabei die Story selbst ein wenig zu sehr den Kontakt zur Realität verliert und dabei ein wenig konstruiert wirkt (wenn wunderts, bei so vielen HauptdarstellerInnen und Schauplätzen), nimmt man ob der nun entstandenden Spannung gerne in Kauf.</p>
<p>Um zum Kern des Buches zu gelangen, benötigt man also ein wenig Geduld. Die sollte man unbedingt aufbringen, denn dann liest man wieder einen echten Deon Meyer, schwindelerregendes Tempo und prickelnde Spannung sind der Lohn fürs Durchhalten. In Teil drei sind die Geheimdienste am Werk und das sorgt für jede Menge Action. Für mich war dann der vierte und letzte Teil mit Abstand der beste. Insgesamt hätte es dem Buch aber recht gut getan, mit ein paar Seiten weniger auszukommen. </p>
<p>In Summe: wird nach einem verhaltenen Beginn eine unbedingte Leseempfehlung für Thrillerfans!!</p>
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		<title>Tony Black: Geopfert</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2011/09/tony-black-geopfert/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Sep 2011 04:43:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Black, Tony]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Tony Black]]></category>

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		<description><![CDATA[Im wahren Leben braucht man ja normalerweise nur ein paar Sekunden, um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1278" title="Geopfert" src="/wp-content/uploads/Geopfert.jpg" alt="" width="150" height="245" />Im wahren Leben braucht man ja normalerweise nur ein paar Sekunden, um einen Menschen einzuordnen &#8211; sympatisch oder unsympatisch. Umgelegt auf diese Buch bedeutetet das: drei Seiten und dann war mir Gus Dury, der &#8220;Held&#8221; dieses Romans zur unsympatischten Romanfigur seit langem geworden. <span id="more-1277"></span></p>
<p>Der Beginn des Buches handelt von den Befindlichkeiten eines Alkoholikers und Kettenrauchers auf einem steilen Weg bergab, ein wenig Selbstkritik, schon mehr Selbstmitleid und überraschenderweise einem neuen Job. Gus Dury hatte also von Beginn an gar nicht viel Chancen, zum Liebling aller Schwiegermütter zu werden. Aber es muss ja auch nicht gleich ins absolute Gegenteil gehen..</p>
<p>Neben dieser Gus Dury Hauptgeschichte gibt es auch noch die über Billy Boy. Der war nur 20 Jahre alt geworden und ein geruhsames Lebensende war ihm nicht vergönnt gewesen. Der Junge hatte sich augenscheinlich mit den ganz falschen Leute zusammen getan (oder angelegt) und musst das mit Höllenqualen büßen, die er vor seinem Tod erlitt. Der ehemalige Journalist Gus Dury soll als Ermittler den Mörder von Billy Boy finden, das wünscht sich zumindest dessen Vater.</p>
<p>Denn von der Polizei ist in dieser Richtung nichts zu erwarten, ein Mord unter Gangstern kommt denen ja meistens recht gelegen, auch wenn es im Fall von Billy Boy nie und nimmer ein Selbstmord sein kann, so wie behauptet wird.</p>
<p>Schritt 1 der Ermittlung ist also folgerichtig ein tiefer Blick, nicht nur ins Glas, nein auch ins Innenleben des Gus Dury. Wir befinden uns in einer der nicht ganz so tollen Ecken von Edinburgh, Dury ist Schotte und passionierter Whisky-Vernichter.  Ob alle Schotten einen so coolen Spruch drauf haben weiß ich nicht, aber Gus hat sichtlich das Vorhaben, der coolste von allen zu sein. Schlecht ist dabei nur, das er aussieht wie ein Penner, ungepflegt, verlottert, in Gedanken immer auf der Suche nach dem nächsten Hochprozentigen &#8211; lauter Sachen, die eher das Gegenteil von cool verheissen.</p>
<p>Sein Hang zu selbst geleerten Flaschen hat ihm schon seinen viel versprechenden Job als Journalist und seine Ehe gekostet, wenn er nicht bald etwas ändert, dann wird ihm dieser Hang bald auch noch sein ganzes Leben kosten. Fraglich also, ob er dem Auftrag überhaupt gewachsen sein wird.</p>
<p>Doch Gus ist fest entschlossen, diesen Job nicht zu versauen. Mit neuer Frisur und neuem Outfit macht er zumindest optisch einen besseren Eindruck und sich selbst voller Elan an die Arbeit (Geblieben sind ihm aber der permanente Alkoholspiegel und das Kettenrauchen).</p>
<p>Seine guten Verbindungen aus seiner Zeit bei der Zeitung hat er noch, dazu gekommen sind noch ein paar aus seiner Zeit des sozialen Abstieges und das nutzt Gus und startet seinen Recherchen. Dabei ist er natürlich der Leserin/dem Leser gegenüber im Vorteil. Denn Gus kennt alle Typen, alle Lokale, alle Spitznamen, lokale und regionale Berühmtheiten  und überhaupt alles dort in Edinburgh und Umgebung und wirft mit all diesen Namen und Orten und Bezeichnungen nur so um sich &#8211; und ich lese das und verstehe manchmal nur Bahnhof.</p>
<p>Über (über)betont coole Krimisprache in Büchern kann man ja geteilter Meinung sein. Ich habe dabei manchmal so ein Bild mit diesen Gangsta-Rappern vor Augen, behangen mit Goldketterln und umschwirrt von leicht bekleideten Frauen (ein Bild, das bei mir leichten Brechreiz verursacht). Die reden bzw. rappen dann so, wie sie glauben, dass sie reden müssten, wenn sie die Über-Hammer-Tollen-Typen wären.</p>
<p>Nun, wenigstens glaubt Gus Dury von sich nicht ein Über-Hammer-Toller-Typ zu sein &#8211; wäre auch ein wenig lächerlich &#8211; und so sind die derben und voll-coolen Sprüche wirklich das Einzige, was ihn mit den Gangsta-Rappern verbindet. Warum also dieser Vergleich? Ich mag ihn (Gus) am Ende des Buches noch immer nicht, genauso wenig wie die Goldketterl-Gangsta-Rapper aus den Musikvideos. Und Permanent-Saufen und -Rauchen und zwischendurch ein paar Fressen polieren finde ich persönlich jetzt nicht ganz so pickelnd und ein ganzes Buch damit zu füllen ein wenig zu dürftig.</p>
<p>Tony Blacks mittlerweile vier Bücher mit Gus Dury sollen in England ja richtige Renner sein (was bedeutet, dass Gus Dury sich noch nicht tot gesoffen hat). Ob es bei uns im deutschsprachigen Raum auch ein Renner werden wird &#8211; da habe ich so meine Zweifel. Es ist auf jeden Fall ein Buch, bei dem sich die Geister scheiden werden, da ist von phänomenal bis absolut katastrophal jede Bewertung drinnen.</p>
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		<title>Schilddorfer &amp; Weiss: Teufel</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Aug 2011 00:27:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schilddorfer & Weiss]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie viele Geheimnisse verstecken sich denn noch in der Vergangenheit? Anscheinend genug, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1186" title="Teufel" src="/wp-content/uploads/Teufel.jpg" alt="" width="150" height="225" />Wie viele Geheimnisse verstecken sich denn noch in der Vergangenheit? Anscheinend genug, damit sich der Historiker Georg Sina und der Journalist Paul Wagner immer wieder in neue Abenteuer stürzen können. Es sind die Aufzeichungen des Balthasar Jauerling, einstmals der geheimnisumwitterte Leiter des Geheimdienstes der Habsburger, die nun dafür sorgen, dass man mit Entsetzen ahnt: die Welt steht wieder einmal am Abgrund (und diesmal sind keine Investmentbanker, Immobiliencrashs oder Rating-Agenturen daran schuld, diesmal ist es nämlich wirklich ernst). <span id="more-1184"></span></p>
<p>Das Jauerling-Manuskript befand sich über Jahrhunderte in einem versteckten Gewölbe in Wien und wurde im Zuge der letzten Recherchen entdeckt; es ist das Vermächtnis eines Mannes, von dessen Existenz  zu seinen Lebzeiten niemand etwas ahnte, der immer nur den Herrschern direkt verantworlich war. Balthasar Jauerling war der Leiter des &#8220;Schwarzen Bureau&#8221; und mit dem, was er damals niederschrieb könnte auch noch heute, lange nach seinem Tod, die Weltordnung aus den Angeln gehoben werden.</p>
<p>Der &#8211; nach der Entschlüsselung des Jauerling-Manuskripts &#8211; zweite Ausgangspunkt der Handlung befindet sich im kleinen Ort Unterretzbach im Weinviertel. Ein LKW donnert dort in ein Kriegerdenkmal, zwei Statuten werden dabei zertrümmert und geben den etwas grausigen Blick auf zwei wirkliche Leichen frei. Soldaten, die in den letzte Kriegstagen hier getötet und eingemauert wurden. Berner und Burghardt sind Zeugen des Vorfalles, denn besagter LKW war eigentlich gekommen, um den Schutt aus Burghardts neu erworbenem Landhaus abzutransportieren. Nun kommt auch Paul Wagner ins Spiel, denn Berner holt den alten Weggefährten ans Telefon und lockt ihn mit der Geschichte der toten Soldaten auch gleich hinaus ins Weinviertel, ein Reporter kann sich so etwas einfach nicht entgehen lassen.</p>
<p>Ein paar Zutaten fehlen noch: Palästina zur Zeit des Kaisers Tiberius, aus Wasser wird Wein gemacht. Das nördliche Niederösterreich in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges, ein geheimnisvoller Transport, den die SS vor den heranrückenden Russen in die Alpenfestung in Sicherheit bringen will. Ein unauffindbarer Keller im Weinviertel, den Kommissar Berner gemeinsam mit seinem alten Kollegen und Freund Burghardt sucht. Und Georg Sina, der in seiner Burg aus den dicht beschriebenen Blättern, die Jauerling hinterließ, deren wahren Inhalt und die darin liegende Gefahr erkennt. Und noch einmal Georg Sina, als ein Zettel mit seiner Handschrift nach einem Einbruch im Völkerkundemuseum in Wien am Tatort zurück bleibt.</p>
<p>Jetzt ist alles angerichtet und bereit für das dritte Abenteuer von Sina und Wagner, das sie und uns Leser/Innen wieder einmal quer durch die Jahrtausende und halb Europa führen wird &#8211; in gewisser Weise ist es eine Fortsetzung des zweiten Bandes &#8220;Narr&#8221;.</p>
<p>Es ist ein holpriger, man kann fast sagen störrischer Beginn. So als ob sich die Geschichte weigern würde, in Gang zu kommen. Die beiden Autoren gehen dagegen an, indem sie an vielen unterschiedlichen Orten, zu vielen unterschiedlichen Zeiten den Rahmen der Geschichte entstehen lassen. Immer wieder unterbrochen von Rückblicken und Verweisen zum Geschehen in den beiden ersten Büchern &#8220;Ewig&#8221; und &#8220;Narr&#8221;.  Das hüpft dann munter hin und her und hat dabei &#8211; leider &#8211; ziemlich mit Struktur und Überblick zu kämpfen. Die eingebauten Überraschungen und Zufälle erinnern mich dabei oftmals eher an ein Kinder-Abenteuerbuch als an einen Thriller für Erwachsene &#8211; recht plump und an etwas zu langen Haaren herbei gezogen.</p>
<p>Aber gut, nach hundert Seiten soll man die Flinte noch nicht ins Korn werfen, immerhin warten noch mehr als 500 darauf gelesen zu werden. So geht es weiter &#8230;</p>
<p>Während sich Sina auf der einen Seite, Wagner, Berner  &amp; Co auf der anderen erst langsam (und vorerst ohne zu wissen, dass sie in Wahrheit an ein und derselben Sache dran sind), an den Kern der Dinge heran arbeiten müssen, sind andere schon weiter und planen ihre entscheidenden Schritte. Der Vatikan und noch ein paar dunkle Geheimbünde setzen alles daran, eine mögliche Entdeckung zu verhindern, die Entdeckung eines Reliktes aus alter Vorzeit.</p>
<p>Etwas, das die Kirche und das Weltbild des Abendlandes aus den Angeln heben kann, muss um jeden Preis im Verborgenen bleiben. So machen sich vorerst unsichtbare Mächte auf, das Geheimnis zu bewahren &#8211; Leben oder Tod, ab sofort spielt das keine Rolle mehr. Viele sind schon gestorben, als es um die Wahrung des Geheimnisses ging, viele beim Versuch das verloren Archiv wieder zu finden. </p>
<p>Nicht kleckern, sondern ordentlich klotzen, damit eine richtige weltumspannende Apokalypse aus dem Dunkel der Vergessen wieder auftauchen kann &#8211; damit  schaffen es Schilddorfer &amp; Weiss die Story nach dem mühevollen Beginn  zu einem schwungvollen und auch spannenden Roman zu machen. Mit Ingredienzien wie katholische Kirche, Vatikan, Mossad, SS-Mythologie, Bruderschaften, etc., etc. lassen sich einfach immer wieder herrlich abgründige Verschwörungen konstruieren.</p>
<p>Kleine Einschränkung: ich hatte den Eindruck, dass den beiden Autoren ZU VIEL eingefallen ist, viel zu viel, um es im Rahmen dieses Buches plausibel unter zu bringen. Zu viele Orte, zu viele Zeiten, zu viele Beteiligte, zu viele Geheimnisse &#8211; das rastlose und sehr detailreiche Hin und Her zieht sich bis zum Ende durch und manchmal gleitet es dabei für meinen Geschmack in reine Fantasy-Gefilde ab. Und &#8211; mit Verlaub &#8211; bei der Konstruktion von Geheimnissen, Verschwörungen und Hintergründen ist/sind  Schilddorfer &amp; Weiss mehrmals die Tastatur/die Füllfeder/die Gäule durchgegangen und es kam ein manchmal fast undurchschaubares Geflecht von Unwahrscheinlichkeiten, Theorien und Verbindungen  heraus (nebenbei hat sich sogar auch ein bisserl Da-Vinci-Code ins Buch verirrt).</p>
<p>Trotzdem (oder vielleicht auch deshalb): nach dem nicht so prickelnden Beginn wird es spannender, flotter &#8211; das Buch hat etwas und ich konnte nicht aufhören zu lesen. Trotz ein paar Schwächen gelingt es diesem Thriller gut und spannend zu unterhalten. Teufel, Teufel aber auch.</p>
<p>PS: ich bin keine Meteorologie (und möchte auch nicht pingelig sein), aber ein Orkan hat kein Auge, weil er sich ja gar nicht dreht &#8211; oder? Das müsste dann ein Wirbelsturm sein. (siehe S.78)</p>
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		<title>Michael Connelly: Sein letzer Auftrag</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2011/07/michael-connelly-sein-letzer-auftrag/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 17:11:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Connelly, Michael]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Connelly]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerade einmal 40 Jahre alt und schon beim alten Eisen. Das passiert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1130" title="Sein letzer Auftrag" src="/wp-content/uploads/Sein-letzter-Auftrag.jpg" alt="" width="150" height="238" />Gerade einmal 40 Jahre alt und schon beim alten Eisen. Das passiert Jack McEvoy, der nach einem Besuch im Büro seines Chefs nur mehr der Ex &#8211; Polizeireporter der LA Times ist. Nr. 99 auf einer Liste mit 100 Namen, die zu kündigen waren. Doch anders als sonst üblich soll Jack nicht sofort seinen Schreibtisch räumen sondern zuerst noch seine Nachfolgerin einarbeiten.<span id="more-1129"></span></p>
<p>Er nimmt das Angebot an, immerhin bekommt er dafür auch noch länger sein Gehalt ausbezahlt. Zwei Wochen lang ist er damit sozusagen das Kindermädchen von Angela Cook engagiert, soll ihr ein wenig beim Einstieg in den neuen Job helfen und ihr ein paar seiner eigenen Kontakte zu Polizei und Gerichten weiter geben.</p>
<p>Es ist genau auch der Tag, an dem er von seinem Rauswurf erfährt, an dem ein Anruf beim ihm landet. Nichts ungewöhnliches, eine Mutter beschwert sich darüber, dass ihr Sohn zu Unrecht in der Zeitung eines Mordes beschuldigt wird. Nichts ungewöhliches, wie gesagt, denn alle Täter sind prinzipiell unschuldig und alle ihre Mütter glauben daran.</p>
<p>In diesem Fall ist es aber ein wenig anders. Nicht, dass die vorhanden Fakten etwas anderes ergeben, aber Jack möchte zum Abschied noch eine richtige Bombe hinterlassen &#8211; eine Story, nach der sie ihm bei der LA Times bittere Tränen nachweinen werden. Da kommt ihm diese Mordgeschichte gerade recht.</p>
<p>Jack hängt sich hinein, nicht ohne dabei darauf zu achten, dass ihm Angela nicht die besten Informationen vor der Nase wegschnappt. Denn seine Nachfolgerin scheint gemeinsam mit seinem Boss ein falsches Spiel zu spielen um ihm, Jack, möglichst viele Kontakte und Stories zu entreissen, bevor er in die Wüste geschickt wird.</p>
<p>Doch so einfach geht das nicht mit Jack: der wittert die Hinterlist, wenn sie sich ihm nähert und ist immer einen Schritt voraus. Zuerst verschafft er sich die Unterlagen über die Einvernahme bei der Polizei und findet dort bald eine ganze Menge an Ungereimtheiten. Vor allem aber findet er kein Geständnis des angeblichen Mörders, vielmehr bestreitet der auch noch nach stundenlangem Verhör die Tat. Das klingt so ganz anders als die Pressemeldung des LAPD, aus der Jack ein paar Tagen zuvor die Meldung in der die LA Times machte.</p>
<p>Der nächste Schritt bringt ihn dorthin, wo die anderen ihn haben wollen &#8211; in die Wüste, nach Las Vegas. Denn dort gab es ein paar Monate zuvor einen ganz ähnlichen Fall wie den Mord in LA, ähnlicher Tathergang, ähnliche Spuren. ähnliches Opfer. Wenn es nun in beiden Fällen vielleicht nur einen Täter gab, dann ist der Mordverdächtige in L.A. wirklich unschuldig.</p>
<p>Es könnte eine Story werden, mit der Jack sich tatsächlich unsterblich machen kann. Oder auch sehr sterblich, denn die wahren Täter haben schon Witterung aufgenommen und folgen ihm.</p>
<p>Ein sehr solide gemachter Thriller. Bei jedem Satz merkt man die Routine, mit der Michael Connelly wieder zu Werke geht (wie viele Thriller hat er eigentlich schon verfasst?). Gut und Böse sind scharf voneinander abgegrenzt, der Gute ist der einsame Kämpfer für Recht und Gesetz und für die Unterdrückten. Und die Bösen sind ganz böse und scheinen immer einen Pfeil mehr im Köcher zu haben. Aber es wird schon: Zwischendurch steht der Gute am Abgrund, findet aber noch einen Helfer..</p>
<p>Das alles sorgt für dafür, dass es machmal recht spannend ist und dass sich der Roman flott durchliest. (inklusive Querlesen). Das  &#8211; gemeint ist die Routine &#8211; sorgt auch dafür, dass nichts wirklich Überraschendes passiert und dass sich deshalb die Spannung auch nicht in gesundheitgefährdende Sphären ausbreitet &#8211; Bludruck-Hochtreibfaktor = Null.</p>
<p>Vieles wird thematisch gestreift &#8211; Krise der Zeitungen, Jobabbau, Internetkriminalität, Hacker, Netzwerke, etc., etc. -  aber nichts wird vertieft. Das ist gut für die Nerven und lässt auch nach der Lektüre noch einen entspannten Schlaf zu (wenn nicht schon zwischendurch).</p>
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		<title>Dominique Manotti: Roter Glamour</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2011/06/dominique-manotti-roter-glamour/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 07:19:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Manotti, Dominique]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Dominique Manotti]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit dem Film &#8220;I &#8230; wie Ikarus&#8221; mit Yves Montand bin ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1108" title="Roter Glamour" src="/wp-content/uploads/Roter-Glamour.jpg" alt="" width="150" height="235" />Seit dem Film &#8220;I &#8230; wie Ikarus&#8221; mit Yves Montand bin ich ein Fan von französischen Politthrillern. Die enge Verknüpfung von Macht, Wirtschaft und Politik, das für Aussenstehende und Nicht-Franzosen faktisch undurchschaubare Geflecht an Geheimdiensten- und bünden &#8211; da findet sich immer ein faszinierender Stoff für einen Thriller voll von Intrige, Verschwörung und Spannung. Und jetzt dieses Buch.  <span id="more-1107"></span></p>
<p>Es ist die Ära des Francois Mitterand, des ersten Sozialisten im Elyssee-Palast. Da hat sich für die Öffentlichkeit einiges geändert, im Inneren jedoch bleibt fast alles so, wie es schon unter De Gaulle und Pompidou war. Ein Staat im Staat agiert im Hintergrund, lenkt die Geschicke des Nation.</p>
<p>Im direkten Umfeld des Präsidenten hat sich eine Gruppe an Vertrauten gebildet, die offiziell die Anti-Terrorismus-Maßnahmen koordiniert, tatsächlich aber so etwas wie die Gegenpolizei der Republik bildet. Hier die &#8220;alten&#8221; Polizeibehörden, denen man misstrauen muss, da ein Gegenpol, eine kleine Gruppe an Mitterand-Freunden, die mehr daran arbeiten, die eigene Machtposition zu sichern, als dem Staat zu dienen.</p>
<p>Als ein geheimer Deal mit dem Iran schief geht, laufen die Dinge aus dem Ruder und Francois Bornand, einer dieser Präsidentenberater, hat seine Finger im Spiel. Zum einen geht es dabei um die Befreiung von in Teheran festgehaltenen französischen Geiseln &#8211; das macht sich als Wahlkampfschlager gut &#8211; zum anderen um Geld, Geld, das in die eigenen Taschen und in die Taschen der (politischen) Freude fliesst. (Denn warum soll man sich nicht die eigene Anstregung fürs Vaterland nicht auch entsprechend honorieren lassen.)</p>
<p>Der schief gelaufene Iran-Deal kann für Bornand zu seinem persönlichen  Waterloo werden und mit ihm könnte auch der Präsident fallen. Gefahr droht für ihn dabei weniger aus dem dichten Geflecht an involviertebn Polizeibehörden, es ist vor allem der Arbeit einer jungen Polizistin, die sich daran macht, den Mörder einer Prostituierten zu finden, die Bornand in Bedrängnis bringt.</p>
<p>In einen verwirrenden Netzwerk aus Korruption, Prostitution, Erpressung und alten Seilschaften ist auch Mord ein wie selbstverständlich eingesetztes Mittel zur Durchsetzung der eigenen Interessen. Die Grenze zwischen Staat und Individuum verschwindet, die Beteiligten an den Machtspielen geben zwar vor, im Sinne Frankreichs und seiner Bürger zu handeln, aber die ganze Clique hat sich längst von ihren Wurzeln gelöst und bildet einen eigenen Statt im Staat: eigene Gesetze, eigene Moral, eigene Gerichtbarkeit.</p>
<p>Stakkato-artig kommen Worte, Sätze, Informationen daher. Man hat den Eindruck, mitten in einer Dokumentation zu sein, für die Dramaturgie sind die Fakten verantwortlich, da wäre eine (Enthüllungs)Journalistin am Werk gewesen, keine Schriftstellerin. Doch genau das ist es, worum es sich in dieses Thriller dreht &#8211; die verschwimmende Grenze zwischen wahr  und erfunden.</p>
<p>Da Dominique Manotti Historikerin ist, stellt sich immer wieder die Frage, wo denn jetzt die Realität endet und wo die Fiktion beginnt. Oder wo die Realität in leicht abgewandelter Form nur vorspielt eine Fiktion zu sein, in Wahrheit aber nur die Wirklichkeit beschreibt.</p>
<p>Insgesamt eine dichte Lektüre, aber sonderlich spannend? Eher nicht. Als (fiktiver) Blick hinter die Kulissen interessant, aber je weiter die Handlung fort schreitet, desto weniger fesselnd fand ich Story und den Stil. Leider.</p>
<p>PS: Die Handlung spielt in der Regierungszeit von Francois Mitterand. Wenn ich mir aber die aktuellen Geschehnisse rund um den ehemaligen IWF-Chef Strauss-Khan ansehe, da finden sich darin einige Merkmale der Geschichten, die die Autorin in diesem Buch schildert. Es scheint sich also, mehr als 25 Jahre nach Mitterand, heute noch durchaus ähnliches abzuspielen, nur eben mit anderen Hauptdarstellern.</p>
<p>PPS nach meinen Geschmack einer der genialsten Filme überhaupt: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B002Q4F67U/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=wwwtourenbike-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B002Q4F67U">I&#8230; wie Ikarus</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=wwwtourenbike-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=B002Q4F67U" border="0" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>James Sallis: Driver</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2011/06/james-sallis-driver/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 15:55:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sallis James]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[James Sallis]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein kurzer Titel, eine kurze Geschichte, kurze Sätze &#8211; kurz: und gut! [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1095" title="Driver" src="/wp-content/uploads/Driver.jpg" alt="" width="150" height="238" />Ein kurzer Titel, eine kurze Geschichte, kurze Sätze &#8211; kurz: und gut! Driver ist genau der richtige Name, wenn man der beste Stuntdriver an der Westküste ist und wenn man nebenbei auch noch der beste ist, wenn jemand ein paar böse Jungs möglichst schnell und sicher vom Tatort weg bringen soll. Driver kann beides und der Verdienst daraus verschafft ihm recht geordnetes Leben.<span id="more-1094"></span></p>
<p>Von der ganzen Geschichte mit Banden und Mafia hält er sich fern. Wenn es einen Job zu erledigen gibt, dann will er gar nicht wissen, worum es geht. Er will nur wissen wann er wo sein soll, mehr nicht. Könnte für ihn also fast nicht besser laufen. Die Stuntjobs beim Film werden immer mehr, wenn jemand den besten sucht, dann kommt er zum Zuge. Und auch die weniger legalen Sachen laufen wie am Schnürchen.</p>
<p>Könnte fast nicht besser laufen, schlechter aber schon. Denn als er dabei ist, als seine Kumpels versehentlich eine Kasse der Mafia ausräumen, ist wirklich Feuer am Dach und das lässt sich nur mit Blut, mit viel Blut, wieder löschen. Und Driver steht mitten im Fadenkreuz.</p>
<p>In kurzen Kapiteln geht es hin und her zwischen der Gegenwart und kurzen Rückblenden auf sein Leben und schon im ersten kann man sich denken, dass dieses Buch eine recht ruppige Angelegenheit werden wird.</p>
<p>Da liegen eine Frau und zwei Männer tot in Drivers Motelzimmer und er mitten drin und auch nicht mehr ganz frisch. Bis man aber wieder an diesen Punkt, an diesen Ort zurück kommt, wird es rund die Hälfte der ca. 150 Seiten brauchen, denn zuerst steht ein wenig Lebensgeschichte auf dem Programm. Die ist genauso wenig komisch wie das, was danach kommt: in der zweiten Hälfte schreibt Driver dann selbst recht kurze und lakonische Enden vieler Lebensgeschichten, denn wenn jemand sein Wort nicht hält, dann Driver damit ganz schlecht umgehen und noch schlechter kann er verzeihen.</p>
<p>Sallis braucht keine Schnörksel in der Sprache. Geradeaus ist der kürzeste Weg und den lässt er ausnahmlos alle Beteiligten in diesem Buch gehen. In Drivers Leben gab es nicht viele Freunde, keine Familie und nur wenige Menschen, mit denen er sich näher befasste. In der einen oder anderen Weise gehen praktisch alle von ihnen vor die Hunde, aber Driver geht weiter, unbeirrt.</p>
<p>Da ist kein Platz für Sentimentalität. Driver wandert fast wie einer dieser Italo-Westerhelden durch die Story, meistens wortkarg, immer auf seinem eigenen Weg, kaum ein Blick zurück, aber auch nicht nach vorne, denn es kommt sowieso wie es kommen wird.  Dabei macht er sich aber auch nicht großartig Gedanken um das Wie, das Was und das Warum, er nimmt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einfach hin und sieht zu, wie er dabei für sich etwas heraus holen kann. Wäre er einer von den Guten, würde das Bild von Clint Eastwood wahrscheinlich gut passen. Oder Lucky Luke.</p>
<p>Nicht spannend im eigentlichen Sinn , aber überzeugend in der Illusionslosigkeit der Charaktere. Und am Ende fährt einer Richtung Horizont, mitten hinein in die untergehende Sonne. Fehlt nur noch die Mundharmonika.</p>
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		<title>Don Winslow: Bobby Z</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2011/06/don-winslow-bobby-z/</link>
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		<pubDate>Sat, 18 Jun 2011 04:21:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Winslow, Don]]></category>
		<category><![CDATA[Don Winslow]]></category>

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		<description><![CDATA[Bobby Z ist zwar tot, aber er kann Tim Kearny noch das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1084" title="Bobby Z" src="/wp-content/uploads/Bobby-Z.jpg" alt="" width="150" height="243" />Bobby Z ist zwar tot, aber er kann Tim Kearny noch das Leben retten. Weil die beiden einander so verdammt ähnlich sehen, soll Tim in die Rolle des Verstorbenen schlüpfen und damit sich selbst auch einen großen Gefallen tun.<span id="more-1083"></span></p>
<p>Einfach und überschaubar klingt dieser Plan: Tim hat im Gefängnis gerade einen Hells Angel ins Jenseits befördert, da klopft die DEA bei ihm an und macht ein verlockendes Angebot. Der legendäre Drogenverteiler Bobby Z hat leider seine eigene Verhaftung nicht überlebt (ein Herzinfarkt, oder so etwas in der Art soll es gewesen sein), und jetzt will einer seiner Drogenkollegen ihn unbedingt zurück haben &#8211; im Austausch gegen einen Agenten der DEA, der den Gangstern in die Hände gefallen ist.</p>
<p>Sieht nach einer tollen Sache für Tim aus: er schlüpft schnell einmal in die Rolle des Bobby Z,  erledigt den Job für die DEA, kommt nachher frei, ist seine Haftstrafe los und auch vor der Rache der Hells Angels sicher &#8211; eine WIN-WIN-Situtation nennt man das &#8230; na ja, wers glaubt!</p>
<p>Beim vereinbarten Austausch fliegen auf einmal nur so die Kugeln durch die Gegend, Tims DEA-Kontakt verliert seinen Kopf  (also wirklich, nicht nur sprichwörtlich), und Tim ist, bevor er richtig über das alles nachdenken kann,  mitten drinnen in Nest der Drogenhändler &#8211; eine Art orientalischer Palast mitten in der Wüste an der Grenze zu Mexiko. Dort hat man Tim/Bobby Z nach Austausch hingebracht &#8211; zugegeben, das ist ein äußerst komfortabler Ort, die Frauen schauen toll aus, Swimming-Pool, Tennisplätze, alles da -  aber was hat er davon, wenn in schon bald tot sein wird?</p>
<p>Denn es ist eine verzwickte Lage für Tim und zwei Sachen beschäftigen ihn vor allem: da ist einmal der 6-jährige Junge, der glaubt, dass er wirklich Bobby Z ist und damit sein Vater. Und dann der Drogenboss, der in ein paar Tagen hier erwartet wird und Bobby Z nur gegen den Polizisten austauschen wollte, um ihn selbst und eigenhändig umzubringen. Nicht zu vergessen die Polizei, denn die will ja auch noch, dass Tim seine Rolle als Bobby Z zu Ende spielt. Ach ja, und natürlich auch noch die Hells Angels, die sich wirklich sehr über den Tip gefreut haben, wo Tim Kearny zu finden ist und ein paar Gangs, die hinter ihm her sind&#8230;</p>
<p>Aber Tim hat nicht nur ein paar Jahre Knast hinter sich, sondern auch  bei den Marines im Irak ein Verdienstkreuz bekommen &#8211; ein Weichei ist er  also nicht, echt nicht. Ob das reicht ist eine andere Frage, denn immerhin hat er jetzt die Chance als Bobby Z ODER als Tim Kearny gekillt zu werden.</p>
<p>Nichts für zart Besaitete!</p>
<p>Handlung und Sprache sind Action und dabei nimmt Don Winslow keine Rücksicht auf sensible Menschen. Wenn eine Kugel den Kopf auseinander reisst, dann stehts da, wenn Sex angesagt ist, dann auch. Wenn Tim so cool sein will, wie es Bobby Z einst war, dann wird er wirklich COOL. Redet cool, denkt cool und macht auch lauter so coole Sachen.</p>
<p>Und weil das alles so cool ist, braucht man nur ein paar Zeilen zu lesen und ist schon mitten drin in der rasanten Story. Von Anfang an ist alles dabei, was man für ein ordentliches Lesevergnügen (vielleicht am Strand?) braucht: Action, Humor, Spannung, Sonne, Kalifornien. Typisch Winslow.</p>
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		<title>de Cataldo, Giancarlo: Schmutzige Hände</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2011/06/giancarlo-de-cataldo-schmutzige-hande/</link>
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		<pubDate>Sat, 11 Jun 2011 07:06:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[De Cataldo, Giancarlo]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Giancarlo de Cataldo]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Thriller, der die Vernetzung von Staat und Verbrechen in sich selbst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1064" title="Schmutzige Hände" src="/wp-content/uploads/Schmutzige-Haende.jpg" alt="" width="150" height="219" />Ein Thriller, der die Vernetzung von Staat und Verbrechen in sich selbst widerspiegelt. Auf welcher Seite von Recht und Gesetz befindet man sich gerade, gibt es überhaupt eine Trennung zwischen Gut und Böse?<span id="more-1063"></span></p>
<p>Es ist verwirrend. Denn es scheint so zu sein, dass man niemanden ganz eindeutig zuordnen kann. Im Italien der 1990er Jahre ist einerseits alles im Umbruch, andererseits aber bleibt alles so wie es immer war. Die Organisationen von Staat und Mafia sind voneinander nicht abzugrenzen, können ohne einander scheinbar nicht existieren und müssen gleichzeitig einander bekämpfen und miteinander kooperieren.</p>
<p>Es ist die Zeit nach dem Fall des Kommunismus in Osteuropa, die Zeit der Morde an den Mafiajägern Falcone und Borsellino, die Zeit als das alte politische Establishment in Italien verschwand. Kurz schien es so, als wurde es die Justiz schaffen, die verbrecherischen Strukturen aufzudecken. Doch wäre sich noch Richter und Staastanwälte unter Lebensgefahr durch den Sumpf wühlten, begann schon ein neues Establishment, es sich wohlig an der Macht einzurichten. Nur neue Namen, aber alte Strukturen. Einer, der damals seine Macht verfestigte ist Silvio Berlusconi.</p>
<p>Mitten in diesen Umwälzungen ist es Dottore Nicola Scialoja, der als Commissario einen vorerst sehr unklaren Weg geht. Denn was bezweckt er in Wahrheit damit, wenn er das Gespräch mit allen sucht &#8211; mit den neuen, kommenden politschen Machthabern, gleichermaßen wie mit den aufstrebenden neuen Paten des Verbrechens?  Sein augenscheinliches Ziel ist die Eindämmung der Gewalt.</p>
<p>Er verfügt über  außerordentlich gute Informationen, doch damit sind auch seine Gegner ausgestattet. Und die haben auch noch einen ganz speziellen Trumpf in der Hand: Patrizia, die Geliebte Scialojas, die Frau, der er sich nicht entziehen kann, versorgt seinen Gegenspieler Rossetti mit Informationen.</p>
<p>Es ist nicht einfach, einen Einstieg in dieses Buch zu finden. Namen, Informationen, Fakten, Geschehnisse schwirren nur so umher, jedes kurze Kapitel spielt an einen anderen Schauplatz, bringt neue Mitspieler auf den Plan, der Rolle vorerst unklar bleibt.  So viel kann man als Aussensteher gar nicht über die Verhältnisse in Italien wissen, um dabei nicht den Überblick über die handelnden Personen zu verlieren und darüber wofür sie stehen und was ihre Ziele sind.</p>
<p>Doch je mehr man liest, desto besser versteht man. Vor allem dann, wenn man die Seiten des Buches neben die Seiten der Tageszeitungen von heute legt und beim Vergleichen bald nicht mehr genau unterschieden kann, was davon denn nun Fiktion und was den nun Tatsache ist. Das alles wird noch verstärkt durch die teilweise emotionslose, fast reportagehafte Schilderung im Buch.</p>
<p>Alte und neue Mafia-Klans, Geheimlogen, Kommunisten, Sozialisten, Christdemokraten, alte und neue Unternehmerdynastien, Geheimdienste, Mailand, Rom, Neapel, Palermo. Überall dort hinein reichen die Verbindungen und überall dort sind auch die Wurzeln von Korruption und Verbrechen. Da lassen sich einfach keine klaren Grenzen mehr ziehen.</p>
<p>Doch so &#8211; und das vermittelt dieses Buch ganz klar &#8211; ist es eben in Italien. Es ist der Staat, in dem das Verbrechen gewissermaßen institutionalisiert wurde, in dem Politik, Politiker und Mafiapaten sich damals wie heute einvernehmlich Einfluss, Macht und Geld aufteilen, ein Staat in dem einfach alles untrennbar miteinander verwoben ist.</p>
<p>Nach allem, was man aktuell hört, liest und mit erlebt, was heute im Italien des Silvio Berlusconi vor sich geht, stellt sich natürlich die Frage, ob sich nach Jahrzehnten der vorgeblichen Jagd auf das organisierte Verbrechen und der gelegentlichen Meldungen über Verhaftungswellen unter den Paten, ob sich also überhaupt irgend etwas geändert hat &#8211; oder jemals etwas ändern wird.</p>
<p>Denn sobald einer verschwindet, steht immer schon ein Nachfolger bereit. Wer folgt zB. Berlusconi nach (lange kann es ja wohl nicht mehr dauern&#8230;) und werden sich seine Nachfolger genauso schamlos an Recht und Gerechtigkeit vergreifen werden wie er und seine Vorgänger?</p>
<p>Giancarlo De Cataldo ist im Zivilberuf Richter in Rom und die Verfilzungen und Machenschaften, die er beschreibt sind &#8211; natürlich &#8211; frei erfunden. Doch man kann wohl annehmen dass der Kern dieses Thrillers auf seinem Insider-Wissen basiert und die reine Wahrheit über die Zustände im Land ist. Und da kommt man dann mit Original-Shakespeare nicht mehr durch (<del>Etwas</del> Vieles ist faul im Staate&#8230;)</p>
<p>PS: da bin ich doch froh, in Österreich zu leben. Erstens sind unsere Bundeskanzler weniger skurril (ok, also zumindest weniger geliftet) als Berlusconi und zweitens sind viele unserer diversen (Ex)politiker mit &#8220;..asser&#8221; im Familiennamen zwar vielleicht korrupt, aber wenigstens keine Mafiapaten, denn &#8230;</p>
<p>PPS: .. folgt man der Staatsanwaltschaft in Wr. Neustadt, dann tritt bei uns die Mafia nur in Form von Tierschutzorganisationen auf.  Lieb, nicht?</p>
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		<title>Don Winslow: Satori</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 10:34:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Winslow, Don]]></category>
		<category><![CDATA[Don Winslow]]></category>

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		<description><![CDATA[Zurück in die Zeit des Kalten Krieges: für die Menschen eine bedrohliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1039" title="Satori" src="/wp-content/uploads/Satori.jpg" alt="" width="150" height="229" />Zurück in die Zeit des Kalten Krieges: für die Menschen eine bedrohliche Zeit für die Thriller-AutorInnen damals eine unerschöpfliche Quelle an Stories. Nun machte sich auch Don Winslow an die Arbeit und verließ dafür die gewohnten Gefilde rund um Kalifornien, in denen ansonsten seine Romane beheimatet sind.<span id="more-1038"></span></p>
<p>Der Kalte Krieg ist gerade dabei immer kälter zu werden. 1951, der Koreakrieg ist im vollen Gange und der Westen &#8211; allen voran die USA &#8211; steht vor einem Dilemma: Die Sowjetunion uind China, die beiden kommunistischen Riesen, sind in Folge des Koreakrieges näher zusammen gerückt, es droht ein Machtblock zu entstehen, der von der Mitte Europas bis in den Fernen Osten an die pazifische Küste reicht.</p>
<p>Nicolai Hel wird vom US-Geheimdienst angeworben, als Killer den entscheidenden Schlag zu führen, der dieses neu entstehende Bündnis zerschlägt und Mißtrauen zwischen Stalin und Mao entstehen lässt. Sein Ziel ist Juri Woroschenin, ein hohes Tier beim KGB und als Botschafter der UdSSR in Peking eine treibende Kraft bei der Zusammearbeit der Sowjets und Chinesen.</p>
<p>Hels erste Station ist daher natürlich Peking, getarnt als französischer Waffenhändler reist er an. Hier will er Woroschenin töten und damit die vom US-Geheimdienst erdachte Strategie der Verwirrung und des Misstrauens umsetzen. Doch Hel hat auch eigene Ziele, die die CIA nicht kennt. Ein Spiel auf Leben und Tod nimmt seinem Lauf, in dem Hel und seine Gegner einander in die Irre führen und dessen Ausgang alles andere als gewiss ist.</p>
<p>Da dieser Nicolai Hel aber so etwas wie ein Superheld ist übersteht er alle Anschläge, Überfälle, Mordversuche fast unbeschadet (und das ist jetzt nicht zu viel verraten, denn es gibt ja eine Fortsetzung). Hat was von einem  Helden aus dem Marvel-Comicuniversum.</p>
<p>Zwischen Japan, China, Korea und Vietnam ist die Geschichte eingebettet in den realen Rahmen der 1950er-Jahre und vermittelt damit auch ein Abbild dieser Zeit: Ost gegen West, Kommunismus gegen Kapitalismus, KGB gegen CIA &#8211; es war die Zeit, in der es um die Vorherrschaft in Asien ging. Die Franzosen sind gerade dabei ihren Einfluss in Indochina zu verlieren, die US-Amerikaner unternehmen alles, um eben diesen Einfluss für sich zu sichern. Stalin und die UdSSR versuchen gerade ganz Ostasien dem eigenen Einfluss zu unterwerfen und China beginnt, sich eine Position als Weltmacht aufzubauen.</p>
<p>Don Winslow liefert mit &#8220;Satori&#8221; gewissermaßen ein Auftragswerk ab. Es ist die Vorgeschichte zu dem Roman &#8220;Shibumi&#8221; von Trevanian, in dem der Agent Nicolai Hel die Hauptrolle spielt. Das Ende von Satori muss daher folgerichtig mit dem Beginn von Shibumi zusammen passen. Ob das so ist, weiss ich nicht &#8211; aber es ist wohl anzunehmen &#8211; denn weder kannte ich bislang den Roman aus dem Jahr 1975 noch den Autor.</p>
<p>Don Winslow (zumindest seine Bücher) hingegen kenne ich und bin ein Fan seiner Krimis. Die sprühen sonst nur so von Spannung, Persönlichkeiten, Schlagfertigkeit, Überraschungen und Winslow gehört für mich zu den derzeit besten amerikanischen Autoren in diesem Genre.</p>
<p>Auftragsarbeiten sind aber anscheinend nicht seine Sache. Die Geschichte ist zwar leidlich spannend, wälzt sich aber, auch weil sie so schwer an der ganzen Menge von Hintergrundinformationen zu tragen hat, viel zu oft schwerfällig dahin. Selbst die Charakterisierungen wirken auf mich seltsam schablonenhaft und unbelebt &#8211; dabei ist gerade das lebendig Werden der handelnden Personen (falls sie nicht gerade umgebracht wurden) ansonsten eine Stärke in Winslows Romanen.</p>
<p>Obwohl dauernd etwas passiert und laufend die Erzählebenen wechseln kommt die ganz Sache niemals so richtig in Schwung, sie holpert und stolpert dahin. Vieles empfand ich einfach als zu klischeehaft und vorhersehbar. Am Ende ist es für mich der schwächste Roman von Winslow, den ich bisher gelesen habe. Das liegt zum Teil aber auch an der Übersetzung, die sich manchmal in recht absonderlichen Formulierungen und Ausdrücken verliert.</p>
<p>Für die Erben von Trevanian war die Aussicht auf ein Ankurbeln des Buchverkaufes des 2005 verstorbenen Autors ein wichtiger Aspekt bei der  Zustimmung zu diesem Prequel. Was mich betrifft, so muss ich erst überlegen, ob ich mir &#8220;Shibumi&#8221; antun soll, denn Satori hat mich nicht wirklich begeistert.</p>
<p>&#8230; und ausserdem PS: John Le Carre, Federick Forsyth, Robert Ludlum, Ken Follett, etc., etc &#8211; bei mir stehen ziemlich viele dieser Spionagethriller herum und ich habe diese auch immer mit Begeisterung gesammelt und gelesen &#8211; warum also ist mir Trevanian bis jetzt niemals unter gekommen?</p>
<p>&#8230; und überhaupt PPS: Wenn in einem deutschsprachigen Buch eine französische Frau mit dem (französischen) Vornamen &#8220;Solange&#8221; vorkommt, dann ist das hin und wieder ein wenig verwirrend und erfordert Konzentration beim Lesen :-)</p>
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		<title>Zoran Drvenkar: Sorry</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2011/03/zoran-drvenkar-sorry/</link>
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		<pubDate>Thu, 31 Mar 2011 03:07:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drvenkar, Zoran]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Zoran Drvenkar]]></category>

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		<description><![CDATA[Vier junge Menschen, Frauke, Tamara und die Brüder Wolf und Kris, seit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-970" title="Sorry" src="/wp-content/uploads/Sorry.jpg" alt="" width="150" height="240" />Vier junge Menschen, Frauke, Tamara und die Brüder Wolf und Kris, seit Schulzeiten miteinander befreundet, haben eines Abends die Idee, eine Agentur zu gründen, die sich für andere Menschen entschuldigt. Erstaunlicher Weise wird dieses Konzept ein Riesenerfolg und die Agentur ist auf lange Zeit ausgebucht. <span id="more-969"></span></p>
<p>Die Handlung kippt, als sie einen dringenden Auftrag für einen Lars Meybach einschieben. Denn nun müssen sie sich bei einer an die Wand genagelten Toten entschuldigen und werden unter Druck gesetzt, die Leiche zu entsorgen.  Eine weitere dramtische Wendung nimmt die Geschichte, als ein gealterter Päderast auf den Plan tritt und auf beiden Fronten aus dem Hintergrund mitmischt. Da sind dann aber auch schon einige Leute tot und irgendwie hat man das Gefühl, die Geschichte findet zu keinem guten Ende.</p>
<p>So kurz kann ein Plot sein, der dann auf beinahe 400 Seiten, eine immense Spannung erzeugt, Grauen hervorruft oder Abscheu. Das nämlich dann, wenn er gut erzählt wird. Und ja, Drvenkar ist so ein guter Erzähler, der einem die Handlung scheibchenweise serviert. Krimifilet vom Feinsten. Ganz abgesehen von der ungewöhnlichen Idee der Agentur, die dieses Buch auszeichnet und auch irgendwie einzigartig macht, ist es der gelungene Stil und die Sprache des Autors, die beim Lesen, auch bei manch wirklich schockierender Brutalität in der Beschreibung, unendlich viel Freude bereiten.</p>
<p>Wir haben regelmäßige zeitliche Überblendungen wie auch Perspektivenwechsel. Drvenkar erzählt die Geschichte aus der Warte der verschiedenen Protagonisten. Wir erfahren viel über Liebe, Schmerz und die Ausweglosigkeit des Schicksals (das in einer der griechischen Tragödie nicht unähnlichen Ausprägung). Der Autor vermittelt einen wirklich unter die Haut gehenden Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele und beweist uns, dass jeder auch Böses in sich trägt. Ja, und auch von Schuld muss hier gesprochen werden, und zwar von einer Schuldigkeit, die von vom Schicksal eingeflochtenen Wendungen herrührt und jeden dann zum potenziellen Mörder macht, wenn die Fügung es verlangt. Denn viel hängt vom Zufall ab oder passiert dadurch.</p>
<p>Und das ist wieder das perfekte Konzept des Autors. Kein Wunder dass er selbst beim Schreiben Angst vor dem Buch bekam.</p>
<p>Und auch kein Wunder, dass er für die Überwindung dieser Angst (er hat es ja dann doch fertig geschrieben) den Glauser-Preis erhalten hat. Dies obwohl meines Dafürhaltens ein inhaltlicher (schwerer) Widerspruch im Buch enthalten ist. Aber das stört dann doch nicht. Und lässt sich angeblich auch (so ein Mitglied der Glauser-Jury) erklären.</p>
<p>Kurzum, wären alles Krimis in dieser Intensität geschrieben, würde kein Kritiker einen Limes zwischen Kriminal- und sonstiger Literatur ziehen.</p>
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		<title>Don Winslow: Tage der Toten</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/10/don-winslow-tage-der-toten/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Oct 2010 16:52:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Winslow, Don]]></category>
		<category><![CDATA[Don Winslow]]></category>

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		<description><![CDATA[Es beginnt 1975: College, Vietnam, CIA. Und dann zur neu geschaffenen DEA, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-734" title="Tage der Toten" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Tage-der-Toten.jpg" alt="" width="150" height="241" />Es beginnt 1975: College, Vietnam, CIA. Und dann zur neu geschaffenen DEA, Drogenbosse schnappen. Arthur Keller wird mitten in den Brennpunkt des Geschehens geworfen, nach Mexiko, wo  schon damals (und heute noch immer, wie man fast täglich den Nachrichten entnehmen kann) ein blutiger Krieg um die Herrschaft über das Drogengeschäft tobte.<span id="more-733"></span></p>
<p>In den 1970er lernte er die kennen, die heute an der Spitze der Gewaltpyramide stehen. Damals haben Sie in benutzt, haben ihn getäuscht und mit seiner ungewollte Hilfe ihre Macht ausgebaut. Heute ist Art Keller zu ihrem Albtraum geworden. Er ist den Kartellen und Banden auf den Fersen, doch das hat ihm in den vergangenen Jahren nur viel Leid und Enttäuschung eingebracht.</p>
<p>Der Einstieg ins Buch ist (noch) nicht sehr reisserisch. Fast eine gemütliche Erzählung. ja, natürlich auch mit vielen grauslichen Details, aber in der mexikanischehn Drogenszene wird natürlich nicht so fein gemordet wie bei Agatha Christie. Und Art Keller ist auch nicht Hercule Poirot, der mit wohl gesetzten Worten die Schuldigen aus der Deckung lockt.</p>
<p>Art Keller holt die Bösen mit Feuer und Schwert aus ihren Löchern, da kann man keine Zimperlichkeiten erwarten. In den 30 Jahren, die seit seiner ersten Bekanntschaft mit den Bossen vergangen sind, wurde ihm rein gar nichts geschenkt. Als ehemaliger CIA-Mann bei der DEA angefeindet, in Hinterhalte gelockt, belogen und hinters Licht geführt. Kein Leben für zart besaitete. Aber das ist Keller sowieso nicht und zu verschenken hat auch er nichts.</p>
<p>Je weiter man liest, desto schneller dreht sich der Kreislauf aus Mord und Korruption und desto weiter wird man ins Buch hinein gezogen. Genau so wie Keller immer tiefer hinein gerät, genau so wird es beim Lesen immer spannender. Das geht so lange, bis es fast unmöglich ist, damit auf zu hören. Man sollte also im Wetterbericht auf die Ankündigung von Schlechtwetter achten: dann ist genau der richtige Zeitpunkt für &#8220;Tage der Toten&#8221;, da macht es sowieso keinen Spass, hinaus zu gehen. Ein Buch für den Strand ist es nicht &#8211; da merkt man wahrscheinlich nicht einmal, wenn man schon einen ordentlichen Sonnenbrand hat.</p>
<p>Aber weiter im Buch. Mexiko, das ist nur ein Teil der Geschichte, denn die ganzen Drogen müssen an die Abnehmer und die sitzen in den USA. Wer sich bis jetzt gefragt hat, warum das Geschäft schon so viele Jahre läuft und keiner kann es in den Griff bekommen, der/dem wird hier eine Antwort präsentiert.</p>
<p>Dort wo Politik, Polizei und wer auch immer etwas dagegen unternehmen sollten, dort sitzen Leute an den richtigen Stellen, die lieber auf ihr eigenes Konto achten, als die ganzen Dealer und Oberdealer zu verhaften. Denn gerade die sorgen mit großzüzigen Spenden für einen äußerst komfortablen Lebenswandel dieser Leute und wer schlachtet schon die Kuh, die die Milch liefert? Genau! Niemand!</p>
<p>So läuft es also. Polizei und Politik in Mexiko und in den USA verdienen lieber mit und sorgen mit Entscheidungen am richtigen Ort und Wegschauen zur richtigen Zeit für ein reibungsloses Geschäft, wohlwollend unterstützt von der Mafia, den Iren, kurzum &#8211; alle sind dabei und werden reich.</p>
<p>Dann die 1980er-Jahre: Kalter Krieg, überall Kommunisten, zuerst Kuba, dann Nicagargua,welches Land folgt als nächstes? Deshalb gibt es noch die zweite Ebene der Kooperation und Vertuschung: dort wo es um so genannte Großmachtinteressen und um Aussenpolitik geht, können es sich die Gangster &#8211; vorausgesetzt sie stellen sich auf de richtige Seite &#8211; auch sehr gut und bequem einrichten, denn dann werden CIA und DEA gerne kurzsichtig. Das funktioniert, weil die Anweisungen dazu direkt aus dem Weissen Haus kommen.  Es könnte  alles für ewige Zeiten so weiter gehen, gäbe es nicht Leute, die niemals aufgeben, Leute wie Art Keller.</p>
<p>Er ist von Anfang an mit dabei. Als sich die Drogenmafia in Mexiko  organisiert. Als Kolumbianer, Mexikaner und die amerikanische Mafia ihr  Bündnis schmieden. Als die Drogenwelle zu ersten Mal so richtig über  das Land herein bricht. Als sie immer höher wird, als die ganze Politikerclique mit ins Geschäft einsteigt, als alle reich  werden bis auf die Junkies, von denen immer mehr in der Gosse landen.  Er ist dabei, als sein bester Freund stirbt.</p>
<p>Doch Präsidenten kommen und gehen, die 1990er kommen, die Politik ändert sich und alte Geheimbündnisse sind keine Garantie mehr für Sicherheit. Keller beginnt zurück zu schlagen, einen Verbrecher nach dem anderen hoch gehen zu  lassen, so hoch, dass selbst die allzeit bereiten schützenden Hände  nicht mehr helfen. Einer gegen alle – wie lange kann das gut gehen?</p>
<p>Es sind viele Tote an vielen Tagen, sie sind Teil der Geschichte der  US-amerikanischen Politik der vergangenen Jahrzehnte in Mittelamerika. Ein Wunder, dass dort  überhaupt noch jemand am Leben ist.</p>
<p>Zusammengefasst: rasant, spannend, brutal, aufregend, atemlos.  Ein Hammer!</p>
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		<title>Don Winslow: Frankie Machine</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Oct 2010 23:41:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Winslow, Don]]></category>
		<category><![CDATA[Don Winslow]]></category>

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		<description><![CDATA[Frank Machianno, früher bekannt unter dem Namen &#8220;Frankie Machine&#8221; ist heute 60 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-707" title="Frankie Machine" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Frankie_Machine.jpg" alt="" width="150" height="241" />Frank Machianno, früher bekannt unter dem Namen &#8220;Frankie Machine&#8221; ist heute 60 und geniesst seinen &#8220;Ruhestand&#8221;. Einst in Diensten der  Mafia, doch nun ein guter Bürger San Diegos in Kalifornien. Ein kleines Geschäft für Anglerbedarf, ein paar andere Geschäfte nebenher, alles legal, alles was die Gesetze erlauben.<span id="more-706"></span></p>
<p>Sein Leben als Auftragskiller hat er hinter sich gelassen, jetzt lebt er für seine Lebensgefährtin, seine Ex-Frau, seine Tochter und für ein paar entspannte Stunden auf dem Surfboard. Ein fast beschauliches Leben, das er mit seiner Leidenschaft, dem Kochen, würzt.</p>
<p>Aber so ist es eben, so kennen wir es auch unzähligen Gangsterfilmen: die Vergangenheit, vor allem eine solche, holt selbst den bravsten Bürger wieder ein. So geschieht es auch Frankie. Zuerst soll es nur ein Gefallen für den Sohn seines ehemaligen Bosses sein, ein wenig Geld bei einem unwilligen Zahler locker machen. Dann ist  Gefallen aber eine Falle, der Frankie nur knapp entrinnt. Zurück bleiben 2 Tote, die er, naheliegend, im Pazifik entsorgt.</p>
<p>Nach all den Jahren der Ruhe trachtet ihm jemand nach dem Leben, das ist für sich alleine betrachtet schon unerfreulich, doch noch unerfreulicher ist, dass Frankie keine Ahnung hat, wer es sein könnte. Auf der Suche nach den Hintergründen zieht er sich zuerst in sein altes Versteck zurück (das er in weiser Voraussicht nie aufgegeben hat) und durchforstet dann sein Gedächtnis, nach einer Spur. Keine leichte Aufgabe, denn als Auftragskiller hat er in den all den Jahrzehten bei einer ganzen Menge Leute einen recht schlechten Eindruck hinterlassen.</p>
<p>Obwohl sich Frankie immer bemüht hat, ein guter Killer zu sein, Aber was hat das schon zu bedeuten in einer Welt, in der man es schon Freundschaft nennt, wenn man noch ein paar nette Worte sagt, bevor man jemandem ein paar Kugeln in den Kopf jagd. Also, Frankie hat eibfach keine Ahnung, zum wem er nicht freundlich genug war.</p>
<p>Bleibt ihm nichts anderes übrig, als den guten alten Fankie Machine wieder hervor zu holen, der es mit Mafia und Polizei gleichzeitg aufnehmen kann. Und was heisst das? Traue keinem, wirklich keinem, sei immer auf der Hut, halte den 38er stets griffbereit und sei stets auf Überraschungen gefasst!</p>
<p>Phillip Marlowe, Mike Hammer, Frankie Machine. Sie alle &#8211; und natürlich auch noch ein paar andere &#8211; haben dieses Lässigkeits-Gen. Don Winslow, von dem es heisst, er wäre selbst einst Privatdetektiv gewesen, hat es anscheinend auch und lässt uns beim Lesen ausgiebig daran teilhaben.</p>
<p>Einen gewieften Held, nie um die richtige Reaktion verlegen, Mafia, lockere Sprüche mixt Winslow zu einem wirklich coolen Thriller mit viel Action (in Kalifornien wird das Aaaktschn ausgesprochen), Spannung und hin und wieder ein Schluck Humor. Ein Blick in die Verbindungen der Mafia-Klans in den vergangenen Jahrzehnten, Geschichten über Nixon, Sinatra und den Sohn eines Präsidenten, der jetzt Sentaor ist und selbst die Nummer 1 im Staate werden will (na, wer könnte das denn sein?), inklusive.</p>
<p>Liest sich gut, liest sich zügig, wie einer dieser guten alten Gangsterschinken in denen man mit ein paar Kugeln im Leib noch lange nicht nach Hause geht. Macht Lust auf weitere Winslows.</p>
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		<title>Schilddorfer &amp; Weiss: Narr</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/09/schilddorfer-weiss-narr/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 15:43:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schilddorfer & Weiss]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Drei Ereignisse sind es, mit denen sich das Unheil ankündigt: in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-634" title="Narr" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Narr.jpg" alt="" width="150" height="222" />Drei Ereignisse sind es, mit denen sich das Unheil ankündigt: in der Nähe von St. Pölten wird ein alter Geschichtsprofessor zuerst grausam gefoltert und dann getötet. In der Unterwelt von Berlin wird eine lange verschlossene Türe zu einem verborgenen Keller geöffnet. In Wien stirbt eine Ministerin der österreichischen Bundesregierung. Ein Narr, wer glaubt, es bliebe danach alles so wie es war.<span id="more-633"></span></p>
<p>Ein Thriller, zusammen gestellt aus historischen Fakten, vermischt mit geheimen Organisationen, Verschwörungen, die auch noch nach Jahrhunderten die Welt verändern  &#8211; könnte genau das sein, was mir gefällt.  &#8220;Ewig&#8221;, der Erstling von Schilddorfer &amp; Weiss aus dem Jahr 2009, begann schwungvoll und spannend, verlor dann aber immer mehr und enttäuschte mich am Ende.  Der &#8220;Narr&#8221; erschien unter wesentlich weniger Beachtung durch die Medien, ist mir daher nur zufällig in die Hände gefallen.</p>
<p>Meine Hoffnung: in diesem Buch halten der Schwung und die Spannung bis zum Schluß an.</p>
<p>Georg Sina, der Geschichtsprofessor mit dem Indiana-Jones-Image und Schwarm aller russischen Universitätsassistentinnen, und Paul Wagner, der Reporter auf der Honda, sind gewissermaßen live dabei in jenem Moment in dem das Unheil seinen Lauf nimmt. Der tote Professor war einst ein Lehrer von Sina und wollte diesem kurz vor seinem Tod noch etwas anvertrauen. Nun findet Sina den alten Mann, aufgeknüpft an einem Baum hängend,  und holt seinen Freund Wagner hinzu, voller Vorahnung über drohende Katastrophen.</p>
<p>Bald scheint überall das Chaos auszubrechen: Bahnstrecken werden gesprengt, tödliches Gift wird deponiert, alte Dokumente tauchen auf, Menschen sterben unter mysteriösen Umständen und Männer in schwarzen Overalls ziehen eine blutige Spur. Geheimnisse aus der Vergangenheit bedrohen nach mehr aus 200 Jahren die Welt des Jahres 2009. Voller versteckter Hinweise, verschlüsselter Nachrichten und sehr offensichtlicher Bedrohungen. Und in Österreich gerät die Welt fast aus den Fugen, als die Regierung zum Ziel von Anschlägen wird.</p>
<p>Reale Fakten aus den Nachrichten der letzten Jahre und aus den Geschichtsbüchern vermischen sich mit Fiktion.  Ein bisschen vom Tagesgeschehen des Jahres 2009 ist auch dabei, Finanzkrise, Bankerboni und geschniegelte Jungpolitiker.</p>
<p>Schon scheint es, man ist gerade ein wenig über die Mitte des Buches hinaus gekommen, als würden die Rätsel gelöst sein, da stehen Wagner und Sina unversehens praktisch wieder am Anfang. Schlimmer noch, den nun geht es nicht mehr nur um die Suche nach Verschwörern, jetzt geht es um Menschenleben &#8211; tausende, zehntausende -  und um nichts weniger als die Zukunft des Landes.</p>
<p>Auch wenn die Dialoge hin und wieder etwas unrund ankommen und es viele glückliche Zufälle gibt, so tut das der Spannung keinen Abbruch. Rasant geht es vor und zurück durch die Jahrhunderte, quer durch Europa und die Geschichte, Wien, Berlin, Moskau, Zar Nikolaus, Kaiser Joseph II, die Habsburger, Metternich. Und Geheimtüren, -dokumente, -dienste und -treffen dahinter sowieso. Viele Orte, viele Teilnehmer an der Jagd nach dem Geheimnis, aber trotzdem verliert man unterwegs nie den Faden. Alles da für einen gepflegten Verschwörungsthriller &#8211; wer braucht da noch die Illuminaten!</p>
<p>Was wurde aus meiner Hoffnung? Viel besser und spannender als das erste Abenteuer von Sina und Wagner! Wenn das so weiter geht, dann kann man sich beim dritten Buch auf einiges gefasst machen (falls eines kommt). Bestens geeignet für ein paar verregnete Herbsttage (auch wenn es erst Anfang September  ist).</p>
<p>PS: ein wenig hatte ich dann auch das Gefühl, dabei zu sein bei Wagner und Sina und den anderen. Der &#8220;historische Ziegelbau&#8221;, ja genau der rechts daneben von dem Ort, an dem die Hoffnungen in der Buchmitte zerrinnen &#8211; dort ging ich in die Volksschule. Es ist übrigens ein roter Ziegelbau, ganz nahe am Zentrum von Wien.</p>
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		<title>Hallgrímur Helgason: Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 23:40:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Helgason, Hallgrímur]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Hallgrímur Helgason]]></category>

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		<description><![CDATA[Toxic ist zwar nicht sein richtiger Name, aber es ist der unter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-491" title="Zehn_Tipps" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Zehn_Tipps.jpg" alt="" width="150" height="229" />Toxic ist zwar nicht sein richtiger Name, aber es ist der unter dem er bekannt ist. Bekannt als Auftragskiller mit einer stolzen Erfolgsquote von 66 positiv erledigten Aufträgen. Nicht schlecht und nur ein Fehlschuß war dabei, aber Nummer 66 war ein FBI-Mann und deshalb muß Toxic nun das Land für einige Zeit verlassen. Aus den USA zurück in seinen Heimat Kroatien, mit einem russischen Pass.<span id="more-490"></span></p>
<p>Am JFK-Flughafen von New York läuft es dann anders als geplant. Er entwischt dem FBI gerade noch so eben, findet aber zum Glück auf der Toilette gleich eine andere Identität, die ihn sicher außer Landes bringen soll: seine Nummer 67 ist der unfreiwillige Spender von Pass und Kleidung und war, als er noch lebte,  der Priester David Friendly und auf dem Weg nach Island. Somit führt Toxic seine Reise nicht direkt nach Kroatien sondern auf die Insel im Nordatlantik.</p>
<p>Es ist nicht einfach, als untergetauchter Killer sich in die Rolle eines Predigers mit eigener Fernsehshow zu versetzen. Auch in Island nicht, und das ewige Hin und Her zwischen Toxic und Friendly, macht ihm schwer zu schaffen. Daraus entwickeln sich ein paar recht witzige Situationen. Denn nicht nur hat Father Friendly in den USA eine eigene Fernsehsendung und eine eigene Website (von der sich Toxic wenigstens ein paar Informationen holen kann), jetzt ist er auch noch der Stargast in der Fernsehsendung seiner isländischen Gastgeber und findet sich mitten in einem etwas christlich-fundamentalistisch orientierten Umfeld wieder.</p>
<p>Der Umstand, daß es dazu noch eine Tochter des Hauses gibt, die von Toxic von Beginn an mit absolut unpriesterlichem Verlangen betrachtet wird, erschwert das Aufrechterhalten seiner Tarnung nur noch mehr. Doch das macht sowieso nichts aus, denn mit der Tarnung ist es bald vorbei, als die Polizei in New York den Toten identifiziert hat.  Da dessen Name, David Friendly, auf der Passagierliste des Fluges nach Island gefunden wird, ist klar, wie und wohin der Mörder das Land verlassen hat. Schlecht für Toxic, denn nun sucht ihn auch noch die isländische Polizei.</p>
<p>Zu Beginn, die ersten 30-40 Seiten, fand ich das Buch etwas  oberflächlich, so für zwischendurch, mehr nicht. Dann aber wurde es  immer besser und besser und ich konnte nicht aufhören bis die letzte  Seite gelesen war. Die  Mischung aus Geschehnissen in der Gegenwart und Rückblicken in die Vergangenheit gibt der Story einen sehr speziellen Charakter, die Erzählweise aus der Sicht von Toxic eine sehr persönliche Note.</p>
<p>Der Sprache des Buches erinnert mich auf diesen ersten Seiten ein bisschen an diese Fernsehserie mit Tony Curtis und Roger Moore &#8211; genau: &#8220;Die 2&#8243;. Aber eben nur ein bisschen, ab zu und komisch, öfters ein wenig derb. Auf dem Buchrücken steht etwas von Lachen, bei jedem dritten Absatz müsste man Lachen. Das führt gewaltig in die Irre, denn ein Buch zum Lachen, so eine Art Thrillerkomödie,  ist das wirklich nicht,  ein paar Mal Schmunzeln, ja, aber mehr nicht.</p>
<p>Gar nicht zum Schmuzeln und schon gar nicht zum Lachen sind jene Abschnitte, in denen Toxic sich an seine Zeit als Soldat im kroatisch-serbischen Krieg und an sein Leben und seine Familie in der Heimat Kroatien   erinnert. Für mich sind das die besten Teile des Buches, denn da wandelt sich der Stil von teilweise  &#8220;schnoddrig&#8221; zu einer sehr klaren und sehr emotionalen Beschreibung.</p>
<p>Die für uns optisch ein wenig unhandlichen isländischen Namen sind erfreulicherweise gleich übersetzt. Heraus kommen dabei Namen, die gesprochen (wahrscheinlich) zwar so klingen wie echte isländische Namen, aber gleichzeitig so etwas wie die Titel und Beschreibungen der Personen sein könnten.</p>
<p>PS: wer den Originaltitel als Erste/r fehlerlos und in einem Zug durchlesen kann &#8230; kommt sicher aus Island.</p>
<p>PPS: Der Titel ist zwar, im Deutschen und im Isländischen, endlos lang, aber einen Bezug zum Inhalt des Buches habe ich trotzdem nicht erkennen können.</p>
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		<title>Heinrich Veith: Die Macht des Apothekers</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/03/heinrich-veith-die-macht-des-apothekers/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 11:14:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sündi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Veith, Heinrich]]></category>
		<category><![CDATA[Heinrich Veith]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir schreiben das Jahr 1962. Alfredo Sutterlüthy ist 52 Jahre alt und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-386" title="Die_Macht_des_Apothekers" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Die_Macht_des_Apothekers.jpg" alt="" width="130" height="192" />Wir schreiben das Jahr 1962. Alfredo Sutterlüthy ist 52 Jahre alt und Apotheker in Moosten, einem kleinen Bergdorf in der Schweiz. Von seiner pflegebedürftigen Mutter tyrannisiert, ansonsten aber frauenlos und auch noch Jungfrau gilt er als eher seltsamer Zeitgenosse &#8211; stellt euch vor, das war auch früher schon so!<span id="more-385"></span></p>
<p>Eines Tages unterläuft ihm bei der Herstellung eines Herzmedikaments für einen Feriengast ein fataler Dosierungsfehler. Der Tourist verstirbt an Herzversagen, aber niemand entdeckt die wahre Todesursache und die Polizei schließt Fremdeinwirkung aus. Die anfängliche Bestürzung Sutterlüthys verwandelt sich rasch in ein bisher nie gekanntes Überlegenheitsgefühl. Der Apotheker erkennt die Macht seines Berufes und wird zum Herrscher über Leben und Tod in Moosten.</p>
<p>Auguste Tiefenbach, eine unangenehme alte Frau, die ihn regelmäßig erniedrigt, wird sein nächstes Opfer. Er ersetzt den Inhalt von Filmtabletten gegen Verstopfung mit handelsüblichen Gips und verschließt damit die Verdauungsorgane der alten Frau endgültig. Doch dies ist erst der Anfang sich häufender Todesfälle im idyllischen Schweizer Bergdorf.</p>
<p>Beim Begräbnis seiner Mutter (ja, auch sie musste dran glauben!) trifft Sutterlüthy seine Großnichte Marie, die seit dem letzten Treffen zu einer bildhübsche jungen Frau herangewachsen ist. Marie steht vor dem Abschluss ihres Pharmaziestudiums und würde gerne das anschließende Praktikum in Onkel Alfredos Apotheke absolvieren. Sutterlüthy willigt schließlich ein, allerdings nicht ohne Hintergedanken, da er sich der Anziehungskraft der jungen Frau nicht entziehen kann. Marie erscheint dann zum Dienstbeginn nicht allein, sondern gemeinsam mit ihrem Freund Max – aber wo ein Wille ist, da gibt es immer auch einen Weg.</p>
<p>Am Cover des Buches steht das Wort Thriller, aber so richtig elektrisierende Spannung will bei der Lektüre des Romans nicht aufkommen. Zu einfach gestrickt, zu vorhersehbar läuft die Handlung ab, überraschende Wendungen, Aha-Erlebnisse, sprich echte Spannungsmomente fehlen zur Gänze.</p>
<p>Die Sprache von Heinrich Veith ist einfach, aber das ist nicht das Problem – nicht jeder kann oder muss ein literarisches Genie wie Fred Vargas sein. Mit Fortdauer der Handlung gleiten die sexuellen Obsessionen des Apotheker (halten sie mich bitte nicht für prüde)  ins leicht Pornographische ab, aber auch dafür gibt es Liebhaber.</p>
<p>Was allerdings ein veritables Problem des vorliegenden Buches darstellt ist das Lektorat. Selten las ich einen derart schlampig redigierten Text, der vor Fehlern nur so strotzte und meinen Textmarker zum Dauereinsatz nötigte. „Mann (sic!) musste nicht studiert haben, um die Verbindung des Feriengastes und seinem Medikament herauszufinden.“ Man/frau muss auch nicht studiert haben, um ein Buch zu lektorieren, aber die Beherrschung der jeweiligen Sprache und eine gewisse Akribie sind schon unabdingbare Voraussetzungen.</p>
<p>Die Lektorin Frau Mag. Gertraud Mayr-Rosska dürfte ihrer Aufgabe, wenn überhaupt, so doch sehr mangelhaft nachgegangen sein. Dies deckt sich übrigens mit der Rezension meines geschätzten  Kollegen Andreas über das „Iduna-Projekt“ und ich finde dies wirklich äußerst schade.</p>
<p>Weil die Intention des Verlags „federfrei“ ist es eine Plattform für junge SchrifstellerInnen zu bieten, wo sie regionale Kriminalromane publizieren können. Und dies ist eine absolut lobenswerte und begrüßenswerte Initiative. Aber mit dieser Performance wird das ein bisschen schwierig werden.</p>
<p>Leider möchte ich noch anfügen!</p>
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		<title>Edwin Haberfellner: Projekt Iduna</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/02/edwin-haberfellner-projekt-iduna/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 14:44:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Haberfellner, Edwin]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Edwin Haberfellner]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch nie habe ich nach 10 gelesenen Seiten begonnen, die Rezension zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-374" title="Projekt_Iduna" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Projekt_Iduna.jpg" alt="" width="150" height="221" />Noch nie habe ich nach 10 gelesenen Seiten begonnen, die Rezension zu schreiben.  Diesmal ging es aber nicht anders, denn nach diesen 10 Seiten war ich schon dabei, das Buch weg zu legen. Wie kann man denn wissen, wie das Buch wird, ob spannend oder nicht ? Berechtigte Frage! Es ging aber gar nicht um Spannung oder nicht, es ging um deutsche Sprache  oder nicht.<span id="more-373"></span></p>
<p>Vor der kurzen Inhaltsbeschreibung deshalb ein paar Worte zum Lektorat: eine Deutsch-Matura wäre damit nicht zu schaffen gewesen, auch der Aufstieg in die Oberstufe der ab 15-jährigen eher fraglich. Meine Deutschprofessorin hätte  mehrere Kugelschreiber (Farbe: Rot) für &#8220;Satzstellung!&#8221;, &#8220;Sinn?&#8221;, &#8220;Wortwiederholung!&#8221;, und das Schreiben von noch viel mehr dieser Anmerkungen verbraucht. Fünf, Setzen!</p>
<p>Subjektive Einbildung ?  Nun gut, dann ein paar Original-Zitate:</p>
<p>&#8220;Gläserne Gänge verbanden die beiden Trakte, vorausgesetzt man war im Besitz der erforderlichen Berechtigungskarte&#8221; <br />
 <em>Wen oder was verbindet diese Karte: die Gänge, die Trakte, die Architekten oder die LeserInnen?</em></p>
<p>&#8220;Die Zeit drängte und es war  nur mehr eine Frage der Zeit, wann das Gen-Lab an der Gerüchtebörse gehandelt werden würde&#8221;<br />
 <em>So ein &#8220;Gähn-Läb&#8221; hat es anscheinend ziemlich eilig, gerüchteweise gehandelt zu werden<br />
 </em></p>
<p>Rote Kugelschreiber waren es zwar nicht, aber ein Packerl Post-It hat dran glauben müssen &#8211; ein Zetterl hineingepickt zu  jedem der schlimmeren Fälle. Ich habe zwar schon schlechte Bücher gelesen, aber noch nie hat mich ein so schlechtes Lektorat vom Inhalt abgelenkt. Abgesehen von den offensichtlichen Fehlern auch noch insgesamt der Stil eines mittelmäßigen Schulaufsatzes.</p>
<p>Trotzdem kommt natürlich jetzt noch der Versuch, die Handlung zu skizzieren (Versuch, weil vielleicht habe ich nicht alles richtig verstanden)</p>
<p>David Boosfeld reist im Auftrag seiner Firma, einem der weltweit führenden Pharamaunternehmen, aus Kapstadt nach Wien, um sich mit der Projektleiterin jener Softwarefirma zu treffen, die die benötigten Programme für das automatische Gen-Lab entwicklen soll.  Aber in der letzten Zeit sind die Wiener im Verzug, also ist es höchste Zeit, sich selbst ein Bild zu machen. Er landet am Flughafen Wien-Schwechat, nimmt sich ein Taxi um letztendlich auf die U-Bahn und damit dem stickenden Autoverkehr auszuweichen.</p>
<p>Als er auf die nächste U-Bahn wartet, wird er Zeuge, wie gleich neben ihm eine junge Frau fast vor den einfahrenden Zug stürzt, von jemandem angerempelt, wie sie später meint. Und dann, Zufälle gibts, ist diese junge Frau ausgerechnet die Projektleiterin der Softwarefirma. Wie man sich so eben einmal zufällig trifft zwischen Kapstadt und Wien.</p>
<p>Böse Pharmafirma,  fanatische Kirchenextremisten, eine unerwartete Erbschaft,  ein paar EinzelkämpferInnen die das Unheil abwenden wollen &#8211; typischer Thriller-Stoff nachdem uns der gute alte Ost-Westkonflikt von 20 Jahren als Thrillerthema anhanden kam.  Klingt jedenfalls  so, wie es ist &#8211; schon oft gehört und gelesen, aber leider anderswo viel spannender und besser geschrieben. Story abgedroschen, Spannung lau, Logik Fehlanzeige, haarsträubende Zufälle, holprige und gefühllose Sprache,  krampfhaftes aber vergebliches Bemühen und vor allem das Lekorat: siehe oben.</p>
<p>Auf Seite 65 war dann endgültig Schluß mit Lesen.</p>
<p>Brrrr. Nein danke.</p>
<p>PS: Vielleicht wird es danach besser, aber das werde ich nie wissen. Falls es jemand weiß, dann bitte um Kommentare.</p>
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