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	<title>Literatur Blog &#187; Politik</title>
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	<description>von LeserInnen für LeserInnen</description>
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		<title>Peter Filzmaier: Der Zug der Lemminge</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Jan 2011 00:11:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filzmaier, Peter]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Filzmaier]]></category>

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		<description><![CDATA[Na super: wenn ich gewusst hätte, wie schlecht es mir morgen gehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-875" title="Der Zug der Lemminge" src="/wp-content/uploads/Der-Zug-der-Lemminge.jpg" alt="" width="150" height="215" />Na super: wenn ich gewusst hätte, wie schlecht es mir morgen gehen wird, wäre ich heute nicht aufgestanden.  Jedenfalls erklärt uns Peter Filzmaier, wie schlecht es uns heute geht und wie viel schlechter es uns morgen gehen wird. Das kann schon deprimieren!<span id="more-874"></span></p>
<p>Unter dem Untertitel &#8220;Heute stehen wir am Abgrund, morgen sind wir einen großen Schritt weiter&#8221; geht Filzmaier mit so ziemlich allem ins Gericht, was wir aus unserer (österreichischen) Gegenwart kennen, lässt dabei aber auch &#8211; natürlich, könnte man sagen &#8211; kein gutes Haar an der Welt ausserhalb unserer Grenzen.</p>
<p>Von der Wirtschaftkrise bis zum Griechenland-Paket, von der Neidgenossenschaft bis zum Beharrungsvermögen der Österreicherinnen, die sich mental gesehen noch in den 1970er-Jahren oder noch weiter zurück aufhalten. Benachteiligung der Frauen, Parteien, PolitikerInnen, rechte Parteien, Föderalismus, etc. etc.:  Es gibt kaum etwas, das diesem Buch entkommt.</p>
<p>Im ersten Kapitel dachte ich, dass in dieser &#8220;Einleitung&#8221; zuerst einmal ein Rundumschlag statt findet, bei dem die &#8211; und da hat er schon recht &#8211; zahllosen Mißstände in unserem Land aufgezeigt werden. Dann kam das zweite Kapitel, das sich lt. Überschrift der Wirtschaftmisere widmen sollte, und weiter ging es mit dem Hau-drauf. Jeder Absatz ein neues Thema, neue Schuldige. Noch immer glaubte ich, denn noch einige Kapitel folgen, dass nach dem Aufzeigen so etwas wie Lösungen, Alternativen,  Ansätze zur Verbesserung kommen würden &#8211; aber leider Fehlanzeige. Dazu kommt, dass sich unter einer Kapitelüberschrift auch immer wieder Themen finden, die damit nur wenig bis gar nichts zu tun haben &#8211; da sind dem Autor wohl mehrmals die Gäule durchgegangen.</p>
<p>Seitenweise wird abgewatscht, so vieles, dass man dabei schon bald den Überblick verloren hat. Aber dann, ganz zum Schluß, gibt es &#8220;10 Lösungsgebote anstatt eines Schlußwortes&#8221;. Ein Glück, denn noch ein paar Seiten mehr und ich hätte mir im Baumarkt einen schönen, reißfesten Strick gekauft und mich daran&#8230;</p>
<p>Lösungsansätze, die aber allesamt nicht wirklich neu sind. Gut, zuvor hat er auch schon den Widerspruch zwischen Reden und Handeln angeprangert und eine Wiederholung von Alt-Bekanntem kann wohl nicht  schaden, wenn es richtig und notwendig ist. Doch erneut verstecken sich die Lösungen hinter Watschen. Wissenschaftlicher Anspruch, intellektuelle Brillanz, Erklärungen und das Aufzeigen von Ursachen oder schlicht und ergreifend sprachliche Rafinesse bleiben bis zum Schluß die großen und schmerzlich vermissten Abwesenden.</p>
<p>Neben diesen schon bald ermüdenden Rundumschlägen fand ich auch einiges, bei dem sich mir der Magen umgedreht hat. Wenn zB. das Trinkgeld für einen Tapezierer mit der Bestechung eines Beamten gleich gestellt wird, dann glaube ich, ich bin im falschen Kino.</p>
<p>Wenn ich es positiv betrachten will, dann ist meine Annahme, dass Filzmaier warnen und aufzeigen wollte &#8211; da er aber auch Wissenschaftler ist, hätte er das auch mit intellektuellen Ansätzen und konstruktiven Ideen weiter entwickeln können. Betrachte ich es negativ, dann habe ich gerade ein Buch gelesen, mit dem sich jemand seinen Frust und Zorn von der Seele kotzen wollte, aber mit Lösungen und Verbesserung gar nichts am Hut hat &#8211; das ist dann so wie am Stammtisch, nur etwas runder formuliert. Noch negativer?  <strong>Raunzen sells!</strong></p>
<p>In allen Fällen: eine herbe Enttäuschung &#8211; die Rolle des Mahners der Nation hat Filzmaier damit nicht bekommen, seinem Ruf als angesehener Wissenschaftler keinen guten Dienst erwiesen. Wenn ich das nächste Mal Lust habe, mir so etwas zu Gemüte zu führen, dann schaue ich mir die Sendung &#8220;Hohes Haus&#8221; an, da gibt es zwischendurch wenigstens etwas zu lachen.</p>
<p>PS zur Klarstellung: mit dem Aufgezeigten hat er natürlich recht, zumindest soweit es ohne Detailkenntnisse zu beurteilen ist.</p>
<p>PPS: im Vorwort steht, es wären dies die &#8220;Privaten Ansichten&#8221; des Autors. Wie soll das denn zu trennen sein? Der ECOWIN-Verlag hätte dieses Buch wohl kaum veröffentlicht, hieße der Autor &#8220;Max Mustermann&#8221;.</p>
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		<title>Yasmina Khadra: Wovon die Wölfe träumen</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Jan 2011 00:37:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Khandra, Yasmina]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Yasmina Khardra]]></category>

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		<description><![CDATA[Für viele Menschen, auch für mich, ist der islamische Terrorismus schwierig bis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-859" title="Wovon die Wölfe träumen" src="/wp-content/uploads/Wovon-die-Wolfe-traumen.jpg" alt="" width="150" height="250" />Für viele Menschen, auch für mich, ist der islamische Terrorismus schwierig bis gar nicht nachzuvollziehen. Der Autor (er benutzt als Pseudonym den Namen seiner Frau) leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis dieses Phänomens. Und er tut das in Form eines erschreckend guten Romans.<span id="more-856"></span></p>
<p>Schauplatz Algerien. Ein junger Mann mit Namen Nafa wächst in der Kasbah von Algier auf. Er ist gut aussehend und charmant und möchte gerne Schauspieler werden. Es gelingt ihm sogar, eine kleine Rolle in einem Film zu erhalten. Dabei bleibt es aber leider auch.</p>
<p>Bitterarm verdingt er sich als Chauffeur für eine reiche Familie. In Algerien sind die Klassenunterschiede enorm: Hier die Reichen, die sich tatsächlich (zumindest laut Buch) scheinbar alles erlauben dürfen &#8211; dort die Armen, die Dienstboten, denen kaum die Existenzberechtigung zugestanden wird.</p>
<p>Nafa ist zu Beginn areligiös. Zur Initialzündung wird ihm ein Erlebnis im Hause seines Arbeitgebers: Der Sohn des Patriarchen holt sich ein junges Mädchen ins Haus, die im Drogenrausch stirbt. Der Leibwächter von &#8220;Junior&#8221;, wie der Sohn genannt wird, zwingt Nafa dazu, die junge Frau im Wald zu begraben.</p>
<p>Nafa ist erschüttert. Er beginnt, regelmäßig die Moschee aufzusuchen. Nach und nach gerät er immer tiefer in die Fänge von Hasspredigern. Doch noch hält er sich am Rande.</p>
<p>Zu dieser Zeit gewinnen in Algerien die Islamisten immer größere Macht. Auch Nafa kann sich dieser Macht irgendwann nicht mehr entziehen. Zuerst nur Fahrer für eine bewaffnete Gruppe gerät er nach und nach &#8211; und je mehr er die Hoffnung in ein besseres Leben verliert &#8211; immer tiefer in die Gruppe, ihre Ideologie und den Kampf um die vermeintliche Freiheit.</p>
<p>Letztlich wird er zum Killer einer Islamistentruppe, wird in den Bürgerkrieg verwickelt und lebt mit seinen Männern im Gebirge.</p>
<p>Khardra schildert Aufbau, Strukturen und Machtverhältnisse der Islamistengruppen sehr exakt. Er berichtet über Greueltaten, die die Leserin mehrmals beinahe zum Weglegen des Buches veranlassten.</p>
<p>Dennoch habe ich das Buch ausgelesen. Es vermittelt ein wenig Verständnis, wie ein junger Mensch, alle Hoffnung verlierend den Weg in den Terrorismus geht. Er lebt in einer Gesellschaft, die ihm keinerlei Chancen lässt. Es ist eine fremde, eine völlig andere Welt, als die Welt, in der ich lebe.</p>
<p>Nicht zuletzt deshalb fiel es mir dennoch schwer, dem Weg von Nafa zu folgen. Zu verschieden sind die Welten. Dennoch: ein gutes, ein lesenswertes, wenn auch schwer verdauliches Buch.</p>
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		<title>Al Gore: Angriff auf die Vernunft</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2008/12/al-gore-angriff-auf-die-vernunft/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Dec 2008 07:07:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gore, Al]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Al Gore]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Nobelpreisträger (2007) und ehemalige Vizepräsident der USA (1992-2000) veröffentlichte &#8216;Angriff auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-9" title="gore-angriff-auf-die-vernun" src="http://www.graphiks.info/literatur/wp-content/uploads/gore-angriff-auf-die-vernun.jpg" alt="gore-angriff-auf-die-vernun" width="125" height="204" />Der Nobelpreisträger (2007) und ehemalige Vizepräsident der USA (1992-2000) veröffentlichte &#8216;Angriff auf die Vernunft&#8217;  im Jahr 2007. In einem Jahr, als die Regierung George W.Bush noch nach Belieben schalten und walten konnte. Al Gore schreibt eines der ersten Bücher, die sich mit der Aufarbeitung dieser Regierung beschäftigen. Viele zu diesem Thema werden noch folgen.<span id="more-8"></span></p>
<p>Unterlegt mit einer Vielzahl von historischen Rückblicken und zeitgeschichtlichen Querverweisen enthüllt Al Gore die Hintergründe der Machtpolitik, die die US-amerikanische Demokratie in ihren Grundfesten zu zerstören drohte. Blinde Ideologie und ungezügelter Lobbyismus infiltrieren jeden Bereich der Politik, die von Weißen Haus ausgeht. Der Bogen spannt sich von Wirtschaftpolitik über Umweltpolitik bis zum messianischen Eifer in der Weltpolitik</p>
<p>Für Nicht-Amerikaner oft schwer zu Verstehen (aber vom Übersetzer meist zursätzlich erklärt) entsteht das Bild einer von Machtanspruch, Intoleranz und Korruption durchdrungenen Clique, die acht Jahrte lang die Geschicke der USA und der ganzen Welt beeinflusst hat.  Mit der Lektüre dieses Büches entsteht auch das Verständnis, warum Barack Obama seinen Wahlkampf genau so und nicht anders führen musste, um die Chance auf das Aufbrechen dieser Machtstrukuturen zu bekommen.</p>
<p>Die Einblicke, die dieses Buch bietet, lassen für die Zeit nach der Ära Bush noch Einiges an Aufarbeitung erwarten</p>
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