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	<title>Literatur Blog &#187; Kriminalromane</title>
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	<description>von LeserInnen für LeserInnen</description>
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		<title>David Peace: Tokio im Jahr Null</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 09:56:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Peace, David]]></category>
		<category><![CDATA[David Peace]]></category>

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		<description><![CDATA[Tokio im Jahr Null, das ist die japanische Hauptstadt im Jahr 1945:  das Jahr Null, nachdem die alte Ordnung mit dem Zweiten Weltkrieg zu Ende ging, das Jahr Null, nachdem die alten Werte in den Trümmern von Hiroshima und Nagasaki versanken. Es ist ein Jahr, bevor Inspektor Minami in all dem Chaos die Spur zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-638" title="Tokio im Jahr Null" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Tokio-im-Jahr-Null.jpg" alt="" width="150" height="233" />Tokio im Jahr Null, das ist die japanische Hauptstadt im Jahr 1945:  das Jahr Null, nachdem die alte Ordnung mit dem Zweiten Weltkrieg zu Ende ging, das Jahr Null, nachdem die alten Werte in den Trümmern von Hiroshima und Nagasaki versanken. Es ist ein Jahr, bevor Inspektor Minami in all dem Chaos die Spur zu einem Serienkiller finden muss.<span id="more-637"></span></p>
<p>Alles spielt sich zwischen Anarchie und Besatzungsmacht ab. Eine düstere Zeit und ein düsteres Buch, beides wird schon bald klar. Über das Japan in dieses Tagen ist mir kaum etwas bekannt. Umso fremdartiger erscheint die Schilderung der Lebensumstände und der Lebensart. Mangels besseren Wissens darüber nehmen ich beides als gegeben an, so wie es beschrieben ist.</p>
<p>Und es ist keine Zeit und keine Welt in der man leben will, eine Welt wie  aus einem Endzeit-Thriller.  Nichts erinnert an das Japan und die Japaner von heute, nichts da von High-Tech, Wirtschaftsmacht, alter Kultur. Nur Zerstörung, Mangel, Tod und Hoffnungslosigkeit. Die Menschen sind in ihrem Denken noch in der Großmachtwelt hängen geblieben, in der der Traum von der Weltmacht des Kaiserreiches geträumt wurde, doch ihr Leben spielt sich schon in der Zeit danach ab.</p>
<p>Verstärkt durch den Stil des Buches:  nicht nur Handlung und Dialoge, sondern dazu noch eine Art vom Parallelgeschehen &#8211; das handelt von dem, was Minami an Eindrücken, Gefühlen, Gerüchen, Geräuschen empfindet. Das zog mich zu Beginn beim Lesen weitaus tiefer in die Geschichte hinein, als es sonst der Fall ist. Die Welt im Japan des Jahres 1946, dem nach nach dem Jahr Null, wird greifbar. Manchmal ist es dabei mühsam, den Überblick über die Vorgänge zu behalten, denn die vielen japanischen Namen und Bezeichungen sind doch etwas ungewohnt und die schiere Menge davon kann, gemeinsam mit diesem Stil,  leicht zu Verwirrung führen.</p>
<p>Und immer wieder Hitze, Krankheit, Unrat, Tradition, Untergang.  Doch dann wird das, was am auf den ersten Seiten noch interessant war, durch die fast obsessive Wiederholung von Phrasen recht bald zuerst eintönig und später &#8230;. nervend.</p>
<p>Ein  Jahr nach dem Jahr Null werden zwei Frauenleichen aufgefunden. Die äußeren Umstände und die gewonnenen Erkenntnisse lassen in Insektor Minami die Erinnerung an einen ungeklärten Mordfall wieder hoch kommen, der genau in jener Stunde des Jahres 1945 entdeckt wurde, als die Stimme des Kaisers erstmals über das Radio zu hören war, jene Stunde, in der der Kaiser die Niederlage und die Kapitulation des Reiches verkündete. Die Fahnungsgruppen werden an den Tatort geschickt &#8211; das bedeutet viele Tage lang nur Suchen, ermitteln, berichten. Ein Serienmord? Einzeltaten, unabhängig von einander begangen, nur zufällig am selben Ort?</p>
<p>Ein Jahr ist seit damals vergangen, in dem die alte, die traditionelle Welt begonnen hat sich in eine Welt des 20. Jahrhunderts zu ändern (mit der Betonung auf &#8216;begonnen&#8217;). Die amerikanische Besatzungsmacht betreibt die Demokratisierung des Landes, doch die jahrhundertealte hierarchisch geprägte Disziplin ist weiterhin allgegenwärtig. Die alten Kader wurden Schritt für Schritt aus ihren Positionen entfernt, nur um an anderer Stelle wieder in einflußreiche Positionen zu kommen. Es es herrscht Mangel an Nahrung, Mangel an Leben und der Alltag ist geprägt von den kriminellen Banden, die vom Leid der Menschen profitieren.</p>
<p>Eine schwere Aufgabe, sich da durch zu kämpfen und fast wäre ich daran gescheitert. Sicherlich interessant in Aufbau und Stil, sicherlich bedrückend in der (über)realistischen Darstellung. Aber ein Krimi ist es sicherlich nicht, dafür fehlt es einfach an der Spannung und überdies spielt die Krimihandlung nur eine sehr untergeordnete Rolle &#8211; oder das, was den Krimi ausmacht, ist zwischen all diesen kurzen Sätzen und abgehackten Gedanken verloren gegangen. Alles zusammen:  enttäuschend.</p>
<p>PS eine Annahme: &#8220;Tokio im Jahr Null&#8221; ist ein Buch, das die LeserInnen ganz klar in zwei Gruppen teilt &#8211; die einen sind fasziniert, die anderen mögen es gar nicht.</p>
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		<title>J. Sydney Jones: Das Haus der Spiegel</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/09/j-sydney-jones-das-haus-der-spiegel/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 05:24:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jones J. Sydney]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[J Sydney Jones]]></category>

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		<description><![CDATA[Wien 1898. Eine Mordserie erschüttert die Stadt. Der Täter lässt seine Opfer, die er scheinbar wahllos umbringt, zunächst verschwinden und deponiert die ausgebluteten Leichen mit abgetrennter Nase im Prater. Dies deutet in Richtung jüdischer Ritualmorde. Als ein Modell Klimts ermordet wird, gerät der als kauzig dargestellte Maler in Verdacht und wird verhaftet. Sein Anwalt Werthen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-640" title="Das Haus der Spiegel" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Das-Haus-der-Spiegel.jpg" alt="" width="150" height="249" />Wien 1898. Eine Mordserie erschüttert die Stadt. Der Täter lässt seine Opfer, die er scheinbar wahllos umbringt, zunächst verschwinden und deponiert die ausgebluteten Leichen mit abgetrennter Nase im Prater. Dies deutet in Richtung jüdischer Ritualmorde. Als ein Modell Klimts ermordet wird, gerät der als kauzig dargestellte Maler in Verdacht und wird verhaftet.<span id="more-639"></span></p>
<p>Sein Anwalt Werthen, jüdischer Abstammung, assimiliert und begütert, macht sich mit dem bekannten Kriminalpsychologen, Dr. Hans Gross, daran, des Malers Unschuld zu beweisen. Da Dr. Gross auch eine Koryphäe auf dem Gebiet der Gerichtsmedizin ist, entdeckt er bald eine Spur, die von der Polizei bei ihren bisherigen Ermittlungen nicht entdeckt wurde.  Mit dem Mord an einer weiteren Person wird Klimt, der zur Tatzeit in der Zelle sitzt, entlastet. Als dann der Hauptverdächtige Selbstmord begeht, wird die polizeiliche Untersuchung eingestellt, die zwei Privatermittler stoßen aber auf eine viel weitreichendere Verschwörung.</p>
<p>Im zweiten Teil des Buches wird dann Sisi ermordet, die Affäre Mayerling nochmals aufgerollt, und ja, eine Liebesgeschichte gibt es dann auch noch. Der Schuldige wird seiner Bestrafung zugeführt, wobei man nicht weiß, ob an allem nicht doch Franz Josef, der grantelnde Kaiser, schuld ist. (Wer sonst?)</p>
<p>Und das führt schon zu meinem wesentlichen Kritikpunkt: Muss denn ein historischer Kriminalroman sämtliche historisch belegten Persönlichkeiten dieser Epoche unbedingt in die Handlung einbinden? Gustav Klimt kennen wahrscheinlich sogar diejenigen Amerikaner, die sich nicht unbedingt für die Fin des Siecle Gesellschaft der österr. Doppelmonarchie interessieren. Aber ihn deswegen gleich zum Akteur machen? Und dessen Arzt war natürlich Sigmund Freud. Dann noch Sisi, der Kaiser, alle Kronprinzen usw.</p>
<p>Es war dem Autor offenbar nicht genug, diese Personen bei passender Gelegenheit zu erwähnen, nein, sie mussten gleich als Hauptfiguren verpflichtet werden. Und das ist das typisch amerikanische an diesem Buch. Alles wird sehr dick aufgetragen, was davon ablenkt, dass der Autor,  was den Stand der damaligen Ermittlungstechnik anlangt, ausgezeichnet recherchiert hat, und auch eine über lange Strecken wirklich spannende Handlung entwickeln konnte, wobei dann für mich der zweite Teil, als es in die Hocharistokratie ging, die ganze Geschichte um die Ermordung der Kaiserin ein wenig wie eine Nacherzählung des Elisabeth Musicals wirkte. J. Sydney Jones  hat laut seiner Biografie mehrere Jahre in Wien gelebt (hier auch studiert) und einige Bücher über Wien geschrieben.</p>
<p>Ob er mit diesem Krimi der Stadt einen guten Dienst erwiesen hat, muss ich ein wenig anzweifeln. Es wird wohl so sein, dass der Roman in Amerika ein Erfolg war, sonst hätte wahrscheinlich der ehemals renommierte Aufbau Verlag nicht zu den Lizenzrechten gegriffen. Aber echte Wiener Stimmung kommt nicht so recht auf, was sicher auch am deutschen Lektorat liegt. Der In Deutschland völlig korrekte Begriff der Rechtsmedizin heißt in Wien seit jeher Gerichtsmedizin, was, wenn diese wie hier eine Schlüsselrolle spielt, doch beachtet werden sollte. In Wien wird zum Tafelspitz entweder Semmel- oder Apfelkren serviert, aber sicher kein Meerrettich, und der Heurige beschränkt sich nicht auf eine „Weinstube in Sievering“.</p>
<p>Was hier keinesfalls gelingt, ist der Blick in die Vielschichtigkeit Wiens, der Einblick in das Geheimnis der Wiener Seele, wie das zB. meisterhaft in den Romanen Pittlers vorgeführt wird. Während Pittler gleich einem Neurologen die Nervenbahnen Wiens und seiner Bevölkerung offenlegt, werden hier bestenfalls pathologisch sezierte Stereotypen geschaffen.</p>
<p>Die Habsburger als inzestiöse, degenerierte Syphilitiker und ähnliches. Auch die Küche ist wichtig, weil man eben  in Wien gut isst, seit jeher. Aber wer sich für die echten Schmankerl der Monarchie unter Franz Joseph interessiert, dem seien die „Naschmarktmorde“ von Gerhard Loibelsberger  wärmstens empfohlen. Die machen nämlich Gusto auf mehr.</p>
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		<title>Manfred Wieninger: Die Rückseite des Mondes</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/08/manfred-wieninger-die-ruckseite-des-mondes/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Aug 2010 02:55:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Wieninger, Manfred]]></category>
		<category><![CDATA[Manfred Wieninger]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu sagen, dass Franz Grassmann auf verlorenem Posten säße wäre nicht wirklich richtig, aber ganz falsch wäre es auch nicht. In Laiden, so etwas wie das niederösterreichische Ende der Welt, hält er bis zu seiner Pensionierung die Stellung für die Polizei. Grassmanns Pensionierung ist zugleich der letzte Tag des Postens, auf den Grassmann ein paar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-602" title="Die Rückseite des Mondes" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Rueckseite_des_Mondes.jpg" alt="" width="150" height="245" />Zu sagen, dass Franz Grassmann auf verlorenem Posten säße wäre nicht wirklich richtig, aber ganz falsch wäre es auch nicht. In Laiden, so etwas wie das niederösterreichische Ende der Welt, hält er bis zu seiner Pensionierung die Stellung für die Polizei.<span id="more-601"></span></p>
<p>Grassmanns Pensionierung ist zugleich der letzte Tag des Postens, auf den Grassmann ein paar Jahre zuvor strafversetzt worden war. Danach ist Schluss, Grassmann, der Posten und der gerade noch fahrbereite Dienstwagen werden eingemottet.</p>
<p>In seiner kurzen Zeit als Ortspolizist hatte der mit 38 Dienstjahren  &#8220;älteste Gruppeninspektor&#8221; des Landes wenig zu tun gehabt, nur das erhöhte Aufkommen an Ladendiebstählen im neu entstandenen Einkaufszentrum hatte seine Tagesroutine vermehrt unterbrochen.</p>
<p>Der letzte Arbeitstag, ein wenig Enttäuschung darüber, dass sich niemand einfindet um sich von ihm zu verabschieden, danach ein Mal richtig ausschlafen. Am Tag danach bekommt er doch noch so etwas wie ein &#8220;Abschiedsgeschenk&#8221; von ein ein paar Bekannten im Ort. Aber das gefällt ihm dann auch nicht so recht.</p>
<p>Manfred Wieninger ohne Marek Miert? Gibts! Hier auf etwas mehr als 60 Seiten. Mit einigen der Miert-Zutaten (eine Stadt im Niedergang, ein paar ziellose Existenzen, ein einsamer Held, etc.) aber Einigem, das anders ist.</p>
<p>Nicht wirklich ein Kriminalfall, der Grassmann da kurz nach dem Ende seiner Berufslaufbahn unterkommt, eher ein bisschen eine Niederösterreich-Ausgabe von Twilight-Zone &#8211; aber nur ein ganz kleines bisschen. Und Grassmann ist nicht ganz so ein Parade-Zyniker wie Miert.</p>
<p>Eine kleine, feine Geschichte. Etwas in dieser Art könnte man öfters lesen!</p>
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		<title>Alfred Komarek: Die Schattenuhr</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Aug 2010 09:55:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Komarek, Alfred]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Alfred Komarek]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Sommer geht zu Ende und damit auch die Zeit in Bad Aussee. Daniel Käfer macht sich, mehr getrieben als gewollt, auf den Weg nach Wien, zurück in die Welt des Geld verdienens und der geschäftlichen Treffen. Nur ein kleiner Abstecher noch, bevor er das Salzkammergut hinter sich lässt, das muss sein. Hallstatt ist das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-604" title="Die Schattenuhr" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Die_Schattenuhr.jpg" alt="" width="150" height="243" />Der Sommer geht zu Ende und damit auch die Zeit in Bad Aussee. Daniel Käfer macht sich, mehr getrieben als gewollt, auf den Weg nach Wien, zurück in die Welt des Geld verdienens und der geschäftlichen Treffen. Nur ein kleiner Abstecher noch, bevor er das Salzkammergut hinter sich lässt, das muss sein.<span id="more-603"></span></p>
<p>Hallstatt ist das erste Ziel, so als ob ihn sein Unterbewusstsein nicht von hier fort ließe. So muß es folgerichtig sein, daß er seine Ente am Bahnhof parkt und dort auf  Gerd Gamsjäger trifft. Auf einen, der alte Geschichten aus der Gegend kennt, der mal dies, mal das macht um Geld zu verdienen, der Menschen, wenn sie bereit sind dafür zu zahlen, in kleine aber feine Abenteuer führt, eben einer der eben einmal mit einem Kajak unterm Arm aus dem Zug aussteigt.</p>
<p>Schnell ist Käfer überzeugt, sich noch ein paar Tage Zeit zu lassen mit seiner Rückkehr ins Stadtleben und schließt sich Gerd bei dessen Abenteuern an. So nahe am Bad Aussee muß er dabei auch nicht auf die Menschen verzichten, die ihn schon bei der Suche nach dem Geheimnis der &#8220;Villen der Frau Hürsch&#8221; begleitet haben. Und die Anna hat es in der Zwischenzeit sogar nach Hallstatt verschlagen, was für Käfer nur noch mehr Anlass ist, zu bleiben. Der Umstand, dass auch der umtriebige und scheinbar immer allwissende Eustach Schiller hier auftaucht könnte ihm die Freude fast schon wieder vermiesen.</p>
<p>Zuerst steht Paragliden auf dem Programm und dabei kommt Käfer auf den Geschmack. Schon der zweite gemeinsame Ausflug in die Dachstein-Eishöhlen  mündet allerdings in einer Beinahme-Katastrophe. Überwältig vom neuen Gefühl der Freiheit und der neuen Entdeckungen bringt sich Daniel in Gefahr und Gerd stürzt ab, als er zu Hilfe eilt.</p>
<p>Gemeinsam mit Daniel Käfer begibt man sich als LeserIn auf eine historische und regionale Tour durch das Salzkammergut, das Bild von Orten und Landschaften entsteht in liebevollen Details. Vieles entspricht den Realitäten, vieles aber auch nicht und man muß immer auf der Hut sein, um die richtige Abzweigung zu finden &#8211; hier gehts zu den wahren Hintergrunden, da zur reinen Fiktion.</p>
<p>Der Auslöser für diesen Exkurs ist der Besuch von Bernd Rösler, das zufällige Treffen Daniels mit seinem ehemaligen Verlagschef in einem Bad Ausseer Gastgarten. Ein Buch soll entstehen, über die Region, über das Weltkulturerbe Hallstatt. Und da hat er nun das, was er sich wünscht, der Journalist Käfer: im Salzkammergut bleiben und dabei auch noch Geld verdienen und seine Freundin Sabine als Fotografin auch im Boot.</p>
<p>Geschichte und Geschichten  recherchieren über den Erzherzog Johann, den Nazischatz im Toplitzsse, die Salzbarone von Hallstatt, was auch immer noch an verborgenen Wissensschätzen aus vielen Jahrhunderten auftauchen möge:  Käfer kann sich von Beginn an in dieses Projekt hinein leben.  Wenn es danach nur nicht so kompliziert werden würde&#8230;</p>
<p>Alfred Komarek lässt uns die handelnden Personen vieles erzählen vom Land von den Leuten, von ihnen selbst. Das macht das Lesen sehr kurzweilig und unterhaltsam. So ist auch der ganze Roman: kurzweilig und unterhaltsam, eingebettet in die schöne Landschaft mit Menschen, die dort einfach hin gehören. Ein wenig fehlt diesen Menschen aber das Lokalkolorit, sie wirken und sprechen mehr wie Großstädter &#8211; das hat aber zumindest den Vorteil, daß man sie auch ausserhalb Österreichs versteht.</p>
<p>PS: Die &#8220;Die Schattenuhr&#8221; ist der zweite Roman aus der Reihe rund um den Ex-Herausgeber und Journalisten Daniel Käfer. Fortsetzung folgt!</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<title>Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 23:26:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Reichlin, Linus]]></category>
		<category><![CDATA[Linus Reichlin]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch fünf Tage bis zur Frühpensionierung, im verregneten Brügge gehen nicht einmal die Verbrecher vor die Türe &#8211; alles deutet auf ein langweiliges Ende von Inspektor Hannes Jensens Tätigkeit als Polizist hin. Was soll daran schon der betrunkene Amerikaner ändern, der im Büro auftaucht, der behauptet, seine Leben wäre in Gefahr? Jensen nimmt sich der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-417" title="Die_Sehnsucht_der_Atome" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Die_Sehnsucht_der_Atome1.jpg" alt="" width="150" height="239" />Noch fünf Tage bis zur Frühpensionierung, im verregneten Brügge gehen nicht einmal die Verbrecher vor die Türe &#8211; alles deutet auf ein langweiliges Ende von Inspektor Hannes Jensens Tätigkeit als Polizist hin.<span id="more-412"></span></p>
<p>Was soll daran schon der betrunkene Amerikaner ändern, der im Büro auftaucht, der behauptet, seine Leben wäre in Gefahr? Jensen nimmt sich der Sache an, fährt mit ins Hotel und kann diesen Touristen namens Ritter nicht leiden. Ein Alkoholiker, der seine beiden Kinder im Hotel sichtlich vernachlässigt und von diesen gehasst wird, insgesamt nicht mehr als einen kurzen Bericht wert. Nur die beiden Söhne liegen Jensen am Herzen, doch das ist, so scheint es, kein Fall für die Polizei, sondern mehr ein privates Anliegen von ihm selbst.</p>
<p>Am Tag darauf ändert sich dann doch alles: Ritter ist tot, gestorben unter sehr merkwürdigen Umständen, die selbst die Pathologen nicht klären können. Die beiden elfjährigen Buben sind verschwunden und Jensen hat in den letzten Tagen seines Arbeitslebens den Vorwurf der Nachlässigkeit und damit seinen Vorgesetzten am Hals, der endlich ein Grund gefunden zu haben glaubt, dem Deutschen im belgischen Polizeidienst ein unrühmliches Dienstende bescheren zu können.</p>
<p>Merkwürdig ist auch der Besuch, den Jensen abends bekommt: Annick O&#8217;Hara, die ihn ausfindig machte, weil ihr der Name des Toten bekannt ist. Aus unterschiedlichen Gründen finden beide sich schon am nächsten Tag im selben Flugzeug nach Phoenix, Arizona. O&#8217;Hara, weil sie über die Spur Ritter mehr über die letzten Tage ihres vor zwei Jahren verstorbenen Mannes erfahren will. Jensen, weil er die beiden Kinder finden muß, zu sehr bedrückt ihn der Gedanke, dass die beiden mit dem Tod ihres Vaters zu tun haben. Gemeinsam tauchen sie in die düstere Athmosphäre des kleinen Ortes Holbrook ein, auf der Suche nach der Mutter, dem Kindermädchen und dem Verbleib der Kinder.</p>
<p>Die Leidenschaft Jensens ist die Physik, die Quantenphysik um genau zu sein,  und damit will er sich in seinem Ruhestand in aller Ruhe beschäftigen. Mit 50 Jahren und genügend Geld in Reserve kann er es sich leisten, auch teure Experimente zu planen. Diese Leidenschaft, sich dem Unbekannten zu nähern und tief in die Welt des Kleinsten einzutauchen bestimmt auch sein Denken und Handeln bei seiner Arbeit.</p>
<p>&#8220;Die Sehnsucht der Atome&#8221;, das ist die Umschreibung jener physikalischen Eigenschaft, wonach Atome immer nach Vollkommenheit streben. Sie sind immer auf der Suche nach fehlenden Elektonen. Darin  treffen sich der Titel des Buches, die Leidenschaft von Jensen, das was O&#8217;Hare antreibt  und die Geschichte selbst: dort, wo ein Teilchen fehlt, muß es gefunden und an den richtige Platz gestellt werden. Genau das lässt O&#8217;Hara und Jensen auf die Suche rund um den Globus aufbrechen (und nebenbei erfährt man beim Lesen etwas über die Physik des Kleinsten).</p>
<p>Auf leisen Sohlen kommt die Geschichte einher, unmerklich zieht es einen hinein und muß dabei keine trivialen Hilfsmittel und Spannungselemente verwenden. Es ist einfach nur eine Geschichte, ein Krimi, der zum Lesen verleitet und der das Lesen zum Abenteuer macht, das erst auf der letzten Seite, beim letzten Wort endet.  Ohne viel Action, dafür umso mehr mit genau den richtigen Worten und  Sätzen. Ungewöhnlich, überraschend, bizarr, mystisch und spannend!</p>
<p>PS:  Für &#8220;Die Sehnsucht der Atome&#8221;  erhielt der Schweizer Linus Reichlin den Deutschen Krimipreis 2009.</p>
<p>PPS: eines hat mich aber schon gestört: Jensen mag die Musik der Beatles nicht &#8211; wie gibt es denn so was???</p>
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		<title>Alfred Komarek: Die Villen der Frau Hürsch</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/08/alfred-komarek-die-villen-der-frau-hursch/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 23:48:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Komarek, Alfred]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Alfred Komarek]]></category>

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		<description><![CDATA[Daniel Käfer auf den Spuren seiner Kindheit in Bad Aussee und bald auch auf den Spuren seiner Herkunft: ein Roman, bei dessen Lektüre man sich bald selbst mitten im Salzkammergut wähnt, die Straßen gemeinsam mit Käfer entlang geht und gemeinsam mit ihm die Menschen kennen lernt. Nachdem der Verlag das Magazin IQ, dessen Chefredakteur Daniel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-572" title="Die Villen der Frau Hürsch" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Die_Villen.jpg" alt="" width="150" height="241" />Daniel Käfer auf den Spuren seiner Kindheit in Bad Aussee und bald auch auf den Spuren seiner Herkunft: ein Roman, bei dessen Lektüre man sich bald selbst mitten im Salzkammergut wähnt, die Straßen gemeinsam mit Käfer entlang geht und gemeinsam mit ihm die Menschen kennen lernt.<span id="more-571"></span></p>
<p>Nachdem der Verlag das Magazin IQ, dessen Chefredakteur Daniel Käfer war, über Nacht eingestellt hat, macht er sich mit seinem museumsreifen Gefährt, einer &#8220;Ente&#8221; (also Käfer in Ente und nicht umgekehrt) auf nach Bad Aussee, um dort die Spuren seiner Kindheit auf zu nehmen. Während er sich über seine eigene Zukunft klar werden will, erinnert er sich an die Plätze, an denen er vor vielen Jahren gemeinsam mit seinem Bruder und seinen Eltern die Sommer verbrachte.</p>
<p>Zwischen kammerspielreifen Dialogen und den Wanderungen durch altvertraute Straßen und Landschaften findet Käfer nicht nur bald Anschluß an die als so &#8220;fremdenskeptisch&#8221; (zu Unrecht!) verrufenen Ausseer und  schließt Freundschaft mit ihnen sondern findet auch einen Felsen am See mit einer mysteriösen Inschrift: &#8220;M.Käfer&#8221;.</p>
<p>Hat er einen Beweis gefunden, daß seine familiären Wurzeln hier im Salzkammergut liegen? Warum wurde die Inschrift überhaupt verfasst? Daniel findet mit Hilfe seines Bruders Heinz bald den ersten Hinweis und macht sich daran, die Geschichte der Mizzi Käfer, tatsächlich eine Urgroßtante, wie sich bald heraus stellt und deren Spur sind in den 1930er Jahren hier in dieser Landschaft verlor, zu erforschen.</p>
<p>Es macht einfach Spaß: schon nach wenigen Absätzen ist man beim Lesen mitten drinnen in der Geschichte und in der Athmosphäre des kleinen Ortes. Anna, die Wirtstochter, Frau Schlömmer, die Zimmervermieterin, Eustach Schiller, der einsame Tennispieler &#8211; sie und noch viele mehr sind schon bald wie gute alte Bekannte, an deren Leben man teilhaben will.  Da sind die etwas mehr als 200 Seiten viel zu wenig, und das Ende des Buches kommt viel zu schnell. Schade &#8211; aber hab so schlimm, es gibt ja noch weitere Geschichten mit Daniel Käfer &#8211; dies ist nur die erste davon.</p>
<p>PS: auch wenn man es zu Beginn nicht glaubt: am Ende wird es doch noch eine Art von  Kriminalfall, der nach 70 Jahren enthüllt wird. Gerade noch ist man ganz entspannt beim Lesen und dann geht es los &#8211; mit Spannung und Überraschungen &#8211; kurzum allem, was dazu gehört.</p>
<p>PPS: für mich wohltuend: im Gegensatz zu den &#8220;Polt&#8221;-Romanen, herrscht hier nicht diese undifferenzierte, teilweise morbide, Weinseligkeit, die mir dort am Ende  (fast) den ganzen Spaß am Lesen genommen hat. Komarek beweist: ohne Suff gehts auch! Für mich also: Käfer siegt klar vor Polt.</p>
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		<title>Benjamin Black: Der Lemur</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Aug 2010 10:12:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Black, Benjamin]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin Black]]></category>

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		<description><![CDATA[John Glass hat sich mit der Heirat von William &#8220;Big Bill&#8221; Mulholland&#8217;s Tochter Lousie selbst keinen Gefallen getan: seine Ehe ist nach vielen Jahren zu einer Verbindung ohne Gefühle geworden, er selbst wurde von einem angesehenen Journalisten zu einem geistig trägen Ehemann, den es mehr oder weniger ziel- und antriebslos durch sein Leben zieht. Mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-563" title="Der Lemur" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Der_Lemur.jpg" alt="" width="150" height="251" />John Glass hat sich mit der Heirat von William &#8220;Big Bill&#8221; Mulholland&#8217;s Tochter Lousie selbst keinen Gefallen getan: seine Ehe ist nach vielen Jahren zu einer Verbindung ohne Gefühle geworden, er selbst wurde von einem angesehenen Journalisten zu einem geistig trägen Ehemann, den es mehr oder weniger ziel- und antriebslos durch sein Leben zieht.<span id="more-562"></span></p>
<p>Mit seinem Schwiegervater verbindet ihn gegenseitiges Vertrauen und das bringt ihm einen äußerst einträglichen, wenn auch auf den ersten Blick wenig aufregenden Auftrag ein: er soll die Biographie von Bill schreiben, von dessen Zeit als Agent der CIA im Kalten Krieg bis zum Aufstieg in die Welt der Reichen und Mächtigen.</p>
<p>Zur Arbeit an der Biographie gehört es, nach John&#8217;s Verständnis, in der Vergangenheit zu recherieren. Dylan Riley,  der Lemur, der ihm für diesen Job empfohlen wurde, entpuppt sich aber schon kurz nach dem ersten Gespräch als ein Rechercheur, der mehr weiß und auch mehr verlangt, als John lieb ist. Der Umstand, dass Riley wenige Stunden nach dem letzten Telefonat mit John tot aufgefunden wird, befreit ihn zwar von der Sorge, dessen &#8220;Honorar-Forderung&#8221; über die Hälfte der 1-Millionen-Dollar-Gage für die Biographie akzeptieren zu müssen, doch das zeitliche Zusammentreffen dieser Forderung &#8211; oder war es eine Erpressung? &#8211; und dem gewaltsamen Tod des Detektivs steigert seine Unsicherheit immer mehr.</p>
<p>Unsicherheit, wie lange seine außereheliche Affäre mit Allison vor Bill noch verborgen bleibt, Unsicherheit, wie Lousies&#8217; Sohn aus erster Ehe in die Sache verstrickt ist, unsicher, wie er Bill erklären soll, dass er jemanden von außerhalb mit Recherchen beauftragt hat, Unsicherheit, welche Informationen und Fakten der Lemur ausgegraben hatte, die es ihm erlaubten, die Forderung nach einer halben Million Dollar überhaupt zu stellen.</p>
<p>Die Biographie von William Mulholland, obwohl noch nicht einmal begonnen, wird mehr und mehr zum Albtraum für John Glass.</p>
<p>Der Satz: &#8220;Wenn Du nicht weisst, wer der Trottel ist, bist Du&#8217;s&#8221; charakterisiert das ganze Dilemma von John  Glass. Er ist ein Mann aus Irland, verloren in New York, verloren in einer Beziehung ohne Zukunft und in einer Ehe ohne Gemeinsamkeiten. Eingefangen in einer Welt von Geheimnissen und vagen Bedrohungen, in der man den Gegner nicht kennt und dessen nächste Handlung man nicht vorhersehen kann.</p>
<p>Weniger die  Spannung als die mitschwingende Melancholie und Resignation im Wesen des John Glass  sind es, die den Reiz von &#8220;Der Lemur&#8221; ausmachen. Als Leser teilt man seine Verlorenheit und bleibt zunächst auch selbst ahnunglos, was hinter alledem steht. Getragen wird alles von einer Sprache, die mit wenigen Worten viel ausdrückt und ein einprägsames Bild der  Ereignisse erschafft.</p>
<p>John Glass findet inmitten seiner Melancholie und Resignation ein wenig von seinem Instinkt wieder, der ihn einst zum erfolgreichen Journalisten werden ließ. Das führt ihn am Ende zu dem, was er wissen wollte. Und zum Anfang neuer Fragen.</p>
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		<title>Manfred Wieninger: Rostige Flügel</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Aug 2010 09:49:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Wieninger, Manfred]]></category>
		<category><![CDATA[Manfred Wieninger]]></category>

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		<description><![CDATA[Marek Miert und Harland: eine Haßliebe zwischen Fatalismus und Zorn. Eine Stadt am Ende der Welt und ein Detektiv, der es verabscheut, was in dieser Stadt geschieht, sie aber doch nicht verlassen kann &#8211; so flüchtet er sich in Sarkasmus und gönnt sich gelegentlich Ausflüge in jene Menschlichkeit, die man dort ansonsten vermisst. Miert der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-560" title="Rostige Flügel" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Rostige_Fluegel.jpg" alt="" width="150" height="250" />Marek Miert und Harland: eine Haßliebe zwischen Fatalismus und Zorn. Eine Stadt am Ende der Welt und ein Detektiv, der es verabscheut, was in dieser Stadt geschieht, sie aber doch nicht verlassen kann &#8211; so flüchtet er sich in Sarkasmus und gönnt sich gelegentlich Ausflüge in jene Menschlichkeit, die man dort ansonsten vermisst.<span id="more-559"></span></p>
<p>Miert der Gourmet, der neben gutem Essen aber vor allem die übervollen Teller liebt. Miert, der ehemalige Polizist, der in seinem früheren Chef Gabloner auch gleich seinen Lieblingsfeind gefunden hat. Miert, der mitten im miesesten Viertel von Harland wohnt.</p>
<p>Stolz, noch immer der einzige Diskontdetektiv im Ort zu sein, haust und residiert Miert als letzter Mieter, der den Immobilienhaien widersteht in einem verfallenden Haus in Harland, das nur recht selten von KundInnen heimgesucht wird. Es ist daher nur konsequent, daß er nicht mit dem Besuch von Frau Frischauf rechnet, die von der Sorge um ihren Ehemann getrieben unvermutet im Büro/Wohnzimmer steht. Herr Frischauf nämlich recherchiere seit längerem die Vergangenheit Harlands, speziell in der nach 1938, er bekomme seither Drohbriefe, sein Leben sei in Gefahr. Als Frau Frischauf noch mit einigen Hunderten ködert, ist Miert auch schon bald engagiert.</p>
<p>Wenn Miert sich engagiert, dann aber wirklich und umfassend. Herrn Frischauf zu folgen bringt ihn deshalb nicht nur in die entlegenen Winkel der Stadt sondern bald auch &#8211; wieder einmal &#8211; auf verschlungenen Pfaden, jedenfalls aber unfreiwillig,  ins Büro von Gabloner und von dort geradewegs in die Gefängniszelle. Es verwickelt sich der Fall von Frischauf dem von Stundenhotel in ukrainischer Hand und dem des einsamen Rächers aus dem Waldviertel. Alles zusammen verlangt von Miert die Aufbietung aller seiner Überredungskünste um in Freiheit zu kommen und auch dort zu bleiben.</p>
<p>Kaum Mord- und Totschlag, dafür ein Detetiv, der sich über vieles, das nicht richtig läuft, Gedanken macht, aber nur wenig daran ändern kann. Miert (bzw. Manfred Wieninger) ist wieder einmal der Meister der vergleichenden Wortspiele, zu fast allem fällt ihm ein passenden Gegenstück aus einen gänzlich anderen Themenkreis ein.</p>
<p>Eine triste Welt ist es, in der man in Harland lebt, leben muß, weil es das Schicksal und die Gesellschaft nicht gut mit einem meinen. Miert, seine Klienten und jene, die er bei seiner Arbeit trifft, finden sich samt und sonders an deren äußersten Rand und so bleibt ihnen nur ein Leben voller Sarkasmus und unerfüllter Hoffnungen.</p>
<p>Manfred Wieninger hat hier mehr eine Sozialstudie als einen Krimi geschrieben, aus Miert wird ein Art von  &#8220;Herr Karl&#8221; des 21. Jahrhunderts, mit dem Unterschied, dass es bei ihm nicht nur um Raunzen sondern auch um Helfen geht &#8211; denn das tut Miert so oft er dazu in der Lage ist.</p>
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		<title>Nora Miedler: Warten auf Poirot</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 10:21:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Miedler, Nora]]></category>
		<category><![CDATA[Nora Miedler]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Stadt Wien hat für den Bereich der auf Wien Bezug nehmenden Kriminalliteratur den Leo Perutz Preis ausgelobt. Neben bekannten Genregrößen wie Paulus Hochgatterer, Edith Kneifl und Stefan Slupetzky finden sich in der Liste der Nominierten auch Debütanten wie Gerhard Loibelsberger oder eben Nora Miedler. Grund genug, die ohnedies längst fällige Auseinandersetzung mit Miedlers Erstling [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-552" title="Warten auf Poirot" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Warten_auf_Poirot.jpg" alt="" width="150" height="236" />Die Stadt Wien hat für den Bereich der auf Wien Bezug nehmenden Kriminalliteratur den Leo Perutz Preis ausgelobt. Neben bekannten Genregrößen wie Paulus Hochgatterer, Edith Kneifl und Stefan Slupetzky finden sich in der Liste der Nominierten auch Debütanten wie Gerhard Loibelsberger oder eben Nora Miedler. Grund genug, die ohnedies längst fällige Auseinandersetzung mit Miedlers Erstling (dem bald ein zweiter Roman nachfolgen soll) anzugehen.<span id="more-551"></span></p>
<p>Ich verzichte darauf den bestens einführenden Klappen- bzw. Innentext wiederzugeben. Nur soviel: wie der Titel erkennen lässt, spielt die Autorin mit einer klassischen Aufstellung im Stile der großartigen Agatha Christie. Fünf Freundinnen, die sich in Schultagen ewige Verbundenheit geschworen haben, kommen zu Silvester auf einer abgeschiedenen Berghütte  zusammen. Aufgrund der schlechten Witterung ist die Kommunikation mit der Außenwelt abgeschnitten. Soweit zu den Rahmenbedingungen der Handlung.</p>
<p>Die Autorin beginnt aber mit der Einführung der „Heldin“ Charlie und kommt gleich mit dem ersten Satz zur Sache: „Die Idee, Rita zu töten, kam mir das erste Mal an Heiligabend.“ Dies deshalb, weil sie ihre Freundin, die auch auf die Hütte kommen wird, für die Trennung von ihrem Freund Marc, der zugleich Ritas Bruder ist, verantwortlich macht. Zudem erfahren wir, dass Charlie nervlich am Ende war und eigentlich immer noch ist, und auch ihre eigene Familie ist nicht unbedingt geeignet, einen Menschen in der Krise aufzufangen. Sie jobbt ambitionslos in einer Videothek, während ihre Freundinnen entweder für Familie oder Karriere (wie auch immer) gesorgt haben, gibt also in der Zusammenstellung den klassischen „Underdog“.</p>
<p>Schon bei der Anreise ergeben sich aus den Anspielungen ihrer Begleiterinnen – sie fährt mit Rita und Ingrid, der Karriereanwältin, in Ritas noblem Lexus- einige Rätsel, die zu verraten, die Spannung bei der Lektüre nehmen würde.  Aber es ist klar, dass die heile Welt der anderen zum Teil nur vorgegaukelt ist und jede der Freundinnen ihre dunklen Seiten und Geheimnisse hat. Marnie und Sonja sind bereits angereist und haben die Hütte für die lustige Runde vorbereitet. Und bereits am ersten Abend geschieht der Mord an Rita. Und dann setzt ein spannendes Finale ein, das beinahe die Hälfte des Buches einnimmt. Gegenseitige Unterstellungen und wechselnde Allianzen.</p>
<p>Miedlers Erzählstil ist präzis und kommt meist ohne die neuerdings inflationär anzutreffenden Belehrungen aus. Ihre Gabe ist die Beobachtung der Menschen und der entlarvende Blick in deren Seele. Die Charaktere sind diffus, so wie eben im wirklichen Leben auch. Es gibt nicht nur schwarz oder weiß sondern sehr viele Schattierungen von grau, und die zeigt sie uns perfekt. Niemand ist nur gut oder nur böse. Man merkt der Autorin auch ihr eigentliches Fach, die Schauspielerei, an den punktgenauen Dialogen an. Gelungen, wirklich gelungen, mehr kann ich dazu nicht sagen.</p>
<p>Warum daher nur vier Sterne? Das mag meine persönliche Meinung sein, mit der ich auch alleine dastehen kann. Aber nach so viel Geradlinigkeit (ein Erzählstrang wie eine Autobahn), hätte ich mir eine Abzweigung bei der Lösung erhofft. Die war mir trotz aller Affinität zum Klassischen dann doch ein wenig zu klassisch.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<title>Wolfgang Burger: Flächenbrand</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 06:11:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burger, Wolfgang]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Burger]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist interessant zu sehen, wie sich die Bücher eines Autors weiter entwickeln. Nach den aktuellen Krimis mit Kriminalrat Gerlach probierte ich es mit einem älteren Buch von Wolfgang Burger: Kommissar Petzold ermittelt in Karsruhe. Es sind zwei Schauplätze/Handlungsstränge, die im Laufe der Story langsam zusammen finden: auf der einen Seite Kommissar Petzold, der den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-542 alignleft" title="Flächenbrand" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Flaechenbrand.jpg" alt="" width="150" height="226" />Es ist interessant zu sehen, wie sich die Bücher eines Autors weiter entwickeln. Nach den aktuellen Krimis mit Kriminalrat Gerlach probierte ich es mit einem älteren Buch von Wolfgang Burger: Kommissar Petzold ermittelt in Karsruhe.<span id="more-541"></span></p>
<p>Es sind zwei Schauplätze/Handlungsstränge, die im Laufe der Story langsam zusammen finden: auf der einen Seite Kommissar Petzold, der den Fall eines Toten aufklären soll, der von einem Intercity getötet wurde. War es ein Unfall oder ein Mord und: wer ist der Tote überhaupt.</p>
<p>Die zweite Geschichte, die parallel erzählt wird handelt von Marc Pasteur, dem Besitzer einer Software-Firma, der einen Auftrag über die Entwicklung eines neuen Satelliten-Informationssystems vom Verkehrsministerium erhalten hat. Bald schon wächst in ihm der Verdacht, daß in Wahrheit das Militär hinter seinem Projekt steht. Unerklärliche Zwischen-, Un- und Todesfälle bestärken ihn immer mehr in dieser Ahnung.</p>
<p>Schön, daß sich am Ende alles aufklärt und sogar eine Art von Teil-Happyend zusatnde kommt.</p>
<p>Leider holpert es ziemlich dahin, was das Aufkommen von Spannung erfolgreich unterbindet. Dabei ist es aber sehr flott geschrieben und leicht zu lesen, sodaß es nicht lange dauert, bis die letzten Seiten aufgeblättert sind.  Es war zwar kein Fehler, dieses Buch zu lesen, aber unter meine Lieblingskrimis wird es nicht kommen.</p>
<p>PS: gut, daß ich mit den Gerlach-Krimis begonnen habe, denn die finde ich wirklich sehr gut.</p>
<p>PPS: &#8220;Flächenbrand&#8221; ist die überarbeitete Neuauflage von &#8220;Projekt Dark Eye&#8221; aus dem Jahr 2000. Wer das schon hat, kann sich dieses Buch ersparen</p>
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		<title>Manfred Wieninger: Der Engel der letzten Stunde</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/06/manfred-wieninger-der-engel-der-letzten-stunde/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 10:26:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Wieninger, Manfred]]></category>
		<category><![CDATA[Manfred Wieninger]]></category>

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		<description><![CDATA[Als einziger Diskontdetektiv in Harland führt Marek Miert selbst so etwas wie ein Diskont-Leben. Abgewohntes Wohnbüro, abgewohntes Haus, abgewohnte Stadt. Er hätte es auch besser haben können, als ein so abgewohntes Leben zu führen. Als Polizist ihn Wien stand ihm zu Beginn seiner Kriminalisten-Karriere nur er selbst sich im Weg, genauer sein Sinn für Gerechtigkeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-535" title="Der Engel der letzten Stunde" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/CoverEngelUnion2_lg.jpg" alt="" width="150" height="248" />Als einziger Diskontdetektiv in Harland führt Marek Miert selbst so etwas wie ein Diskont-Leben. Abgewohntes Wohnbüro, abgewohntes Haus, abgewohnte Stadt. Er hätte es auch besser haben können, als ein so abgewohntes Leben zu führen. Als Polizist ihn Wien stand ihm zu Beginn seiner Kriminalisten-Karriere nur er selbst sich im Weg, genauer sein Sinn für Gerechtigkeit und damit war er in seinem Job bald abgemeldet und bald darauf freiberuflich tätig.<span id="more-534"></span></p>
<p>Nach Harland verschlugen ihn seine Wurzel, wo soll man denn sonst hin als in seinen Geburtsort, wenn man anderswo versagt hat. Das ist also seine Heimat und seine Wirkungsstätte: Harland. Er wühlt sich durch zerfallende Gebäude in denen zerfallende Menschen wohnen, eine Endzeitstimmung fast wie bei Mad Max. Blau-braune politische Brandredner inklusive und die brennenden Öltonnen kann man sich selbst dazu vorstellen.</p>
<p>Die Bezeichnung &#8220;Diskontdetetiv&#8221; ist nicht gerade der Werbeschlager, denn Harland selbst ist schon jenseits des Diskonts, und schlechte Werbung bedeutet für Miert: keine Klienten. Der Auftrag, den er erhält um das kleine, seit Tagen verschwundene Mädchen zu finden ist somit wie in unverhofftes Geschenk für ihn.</p>
<p>Lange gibt es keine Spur, die Mutter des Mädchens und deren zwielichtiger Freund sind mehr an Barem als an der Aufkläung interessiert und die Spur der Verschwundenen verläuft sich schon kurz nach ihrem Aufbruch von der Schule, dort wo sie zuletzt gesehen wurde, im Sande.</p>
<p>Schneller als er bei der Lösung des Falles ist, findet er heraus, daß er nicht der einzige Detektiv ist, der engagiert wurde. Die Konkurrenz kommt aus Wien und kennt keine Hemmungen, wenn es um die Durchsetzung der eigenen Interessen geht &#8211; vor allem, als Miert sich weigert, deren geplante Filiale in Harland zu leiten und in dieser Funktion das Mädchen zu finden.</p>
<p>Düster und Deprimierend: Miert ermittelt am Rande der Gesellschaft und eines der wenigen Dinge, die ihn von diesem Rand abheben, das ist sein Gewissen. Er sieht Menschen und eine Gesellschaft, die immer weiter in Dumpfheit und Agonie versinken, aber er kann nichts tun, außer dafür zu sorgen, daß die Guten und das Gute wenigstens ab und zu gewinnen und daß ein paar der Benachteiligten doch zu ihrem Recht kommen. Mehr liegt nicht in seiner Macht.</p>
<p>Als sich heraus stellt, daß gar kein Verbrechen begangen wurde, sondern &#8211; in gewisser Weise &#8211; eines verhindert, da hat Miert auch gewonnen und ist mit seiner Welt eine Zeit lang wieder im Reinen.</p>
<p>&#8220;Der Engel der letzten Stunde&#8221; ist mehr eine kritische Betrachtung der miserablen sozialen und moralischen Zustände als ein Krimi. Wobei ich dazu anmerken möchte, daß es nicht alles so grundsätzlich schlimm und ohne Perspektive  ist, wie Miert es erlebt und erzählt.  In so einem Land, wie das, in dem Miert zu Hause ist, würde ich selbst nicht gerne leben wollen.</p>
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		<title>Manfred Wieninger: Prinzessin Rauschkind</title>
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		<pubDate>Sun, 30 May 2010 23:34:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Wieninger, Manfred]]></category>
		<category><![CDATA[Manfred Wieninger]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man Mark Miert heißt und von Beruf Privatdetektiv in Harland ist, dann hat man vor allem ein Problem: ein leeres Konto samt leerer Brieftasche. Dann muß man, wenn man Miert ist, nach jedem daher gelaufenen Fall greifen wie ein&#8230;. , wie ein &#8230;.  wie ein Panda nach einem Eukalyptus-Blatt (oder so was in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-494" title="Prinzessin Rauschkind" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Prinzessin_Rauschkind.jpg" alt="" width="150" height="244" />Wenn man Mark Miert heißt und von Beruf Privatdetektiv in Harland ist, dann hat man vor allem ein Problem: ein leeres Konto samt leerer Brieftasche. Dann muß man, wenn man Miert ist, nach jedem daher gelaufenen Fall greifen wie ein&#8230;. , wie ein &#8230;.  wie ein Panda nach einem Eukalyptus-Blatt (oder so was in der Art).<span id="more-493"></span></p>
<p>Den Ort Harland in Niederösterreich (erinnert mich irgendwie an Hütteldorf, keine Ahnung warum) gibt es nicht, gäbe es ihn, dann läge er aber irgendwo dort in der Gegend von St. Pölten. Ist nicht New York oder Chicago, aber es fühlt sich trotzdem an wie in einem dieser typischen Detektiv-Krimis, wenn Marek Miert dort zu Werke geht.</p>
<p>Den Fall des verschwundenen Lászlo Zsigmund möchte er erst gar nicht übernehmen: ordentliches Honorar schaut keines dabei heraus und den verschwunderen Liebhaber der Ordinationsgehilfin seines Zahnarztes zu suchen, das lässt auch keine besonders spannende Arbeit erwarten und der Umstand, daß diese Ordinationsgehilfin im Zweitberuf auch noch in einer Fischhandlung arbeitet, macht es um Nichts besser.</p>
<p>Dummer Zufall nur, daß Miert trotzdem kurz darauf und unverhofft mitten im Fall drinnen ist, denn am Bahnhof fällt ein Schuß, ein Mann fällt tot um und der sieht aus wie &#8230; Lászlo Zsigmund.</p>
<p>Noch dümmer, daß der ehemalige Polizist Miert der Haupt- und einzige Verdächtige ist, den die Polizei zum Verhör bei Oberleutnant Gabloner mitnimmt, obwohl er, ganz ehrlich, rein gar nichts mit dem Mord im Bahnhof zu tun hatte.  Und dann ausgerechnet zu Gabloner, mit dem ihn seit ewigen Zeit eine Hassliebe verbindet. Viel mehr Hass als Liebe.</p>
<p>Kurz und gut: jetzt hat er ihn doch am Hals, den Fall des verschwundenen Lászlo Zsigmund, denn der Tote ist nicht der Verschwundene sondern schaut nur genau wie der aus und Gabloner hilft mit ein paar taktisch geschickt gesetzten Argumenten nach um es für Miert leichter zu machen, sich der Sache anzunehmen, weil ansonsten &#8230;. Miert kann sich den Rest gut vorstellen.</p>
<p>Ein wenig skurril fängt es an und in dieser Tonart geht es weiter. Manfred Wieniniger erspart dabei seinem Romanhelden rein gar nichts, der arme Miert muß sich mit jedem Hinterhof-Detektiv-Klischee herumschlagen, das jemals erfunden wurde (und ein paar neue erfindet der Autor gleich dazu). Eine abgewohnte Bruchbude ist seine Heimat und sein Arbeitsplatz, Kontakte mit der Polizei enden oft mit Blutergüssen (bei Miert, nicht bei der Polizei), sein Schreibtisch beherbergt neben unbezahlten Rechungen nur unbezahlte Rechungen und ihm selbst fällt zu allem immer gleich der richtige Spruch ein &#8211; oder der falsche, das hängt dann jeweils von seinem Gegenüber ab &#8211; was und wieder zu grandiosen Wort- und Satzschöpfungen führt.</p>
<p>Alles zusammen ergibt das eine sehr flotte Geschichte, aus der man sich für passende Gelegenheiten ein paar flapsige Sprüche mitnehmen kann (auch wenn man kein Detektiv ist). Scheinbar nebenbei läuft eine kleine Schiene, die geradewegs durch die sozialen und gesellschaftlichen Untiefen des Stadtlebens führt, nicht dominierend aber immer gerade so weit im Blickfeld, um sie nicht zu vergessen.</p>
<p>PS: den Tip, Prinzessin Rauschkind zu lesen, hab ich von Christian. Danke! War ein guter Tip!!</p>
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		<title>Jörg Maurer: Hochsaison</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/05/jorg-maurer-hochsaison/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 May 2010 16:48:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Maurer, Jörg]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Maurer]]></category>

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		<description><![CDATA[Jo kruzifix, derf des denn sei!? Neujahrspringen in den bayrischen Alpen, viel Prominenz (wer sich  gerne so als Prominenz sieht), viel Presse und ein Absturz. Wie vom Blitz getroffen, stürzt der dänische Skispringer ab. Eine Kugel sei es gewesen, wie der pensionierte Jägermeister bei der Polizei zu Protokoll gibt, kein Blitz, nein, eine Kugel habe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-400" title="Hochsaison" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Hochsaison.jpg" alt="" width="150" height="227" />Jo kruzifix, derf des denn sei!? Neujahrspringen in den bayrischen Alpen, viel Prominenz (wer sich  gerne so als Prominenz sieht), viel Presse und ein Absturz. Wie vom Blitz getroffen, stürzt der dänische Skispringer ab. Eine Kugel sei es gewesen, wie der pensionierte Jägermeister bei der Polizei zu Protokoll gibt, kein Blitz, nein, eine Kugel habe den armen Mann aus der Luft geholt.<span id="more-399"></span></p>
<p>Da es nun eben diese Anzeige gibt, wird die Kriminalpolizei heran geholt, die Spurensicherung gleich im Schlepptau: Kommissar Jennerwein ermittelt wieder (zum zweiten Mal um genau zu sein) in den Alpen und das mitten in der Winter-Hochsaison. Die geringe Gegenliebe der Vertreter von Land und Gemeinde, die kein Aufsehen wollen, so mitten im Touristenmekka, ist vorhersehbar und unvermeidlich.</p>
<p>Jennerwein glaubt zuerst gar nicht an ein Verbrechen, meint, daß er schon am selben Tag wieder den Zug heimwärts nehmen wird und ist entsprechend wenig für einen längeren Aufenthalt gerüstet. Ein wenig länger dauert es dann doch und der Fall verschwindet in den Akten. Hätte der Jennewein gewusst, was just zu der Zeit alles so im Alpendorf vor sich ging, wäre er gleich geblieben. Wusste er aber nicht.</p>
<p>Er wusste nicht, daß, wenn es um die Ausrichtung der olympischen Winterspiele geht,  fast jedes Mittel recht  ist um die Widersacher in ein schlechtes  Licht zu rücken. Da ein kleiner  Unfall beim Skispringen, dort kleiner  Mord &#8211; das gehört dabei  gewissermaßen zum täglichen Geschäft um die Bayern aus dem Rennen zu werfen und die Spiele nach China zu bringen. Oder vielleicht nach Dubai. Er wußte auch nicht, daß sich ein (uns, den LeserInnen von Föhnlage, nicht ihm, dem Polizisten) altbekannter, österreichischer Hansdampf in allen kriminellen Gassen im Ort aufhielt und wieder einmal an allen möglichen Strippen zog.</p>
<p>Zurück in die Berge treibt den Kommissar dann Monate später diese merk- und denkwürdige Eintragung im Gipfelbuch auf der Krottenkopfspitze. Merkwürdig alleine schon deshalb, weil es nicht alle Tage vorkommt, daß sich ein Täter seiner Tat selbst bezichtigt &#8211; doch just das steht da im Gipfelbuch: &#8220;Den Anschlag habe ich verübt &#8230; es werden weitere folgen&#8221;. Und denkwürdig, weil die Ankündigung alsbald in die Tat umgesetzt wird.</p>
<p>Man liest ein satirisches Buch über das Land Bayern, die Bayern im Speziellen, die Menschen in den Alpen im Allgemeinen (die Grenze zu Österreich ist ja nicht fern) und über noch exotischere Nationalitäten. Immer mit Augenzwinkern, oft an der richtigen Stelle mit einem kleinen ironischen Seitenhieb auf Land und Leute, durchgehend zum Schmunzeln, einige Male zum Lachen.</p>
<p>Meistens verdrängt die Alpensatire den Alpenkrimi, der sich dann ein wenig zerfahren zwischen den Zeilen verirrt und es nicht wirklich schafft zu einer spannenden Geschichte zu werden.  Mich stört das aber nicht weiter,  Polizeiarbeit, Spurensuche etc. sind eben nur Aufhänger für noch mehr Seitenhiebe(rln) und Augenzwinkereien.</p>
<p>Sakra, des mocht a Freid beim Lesn!</p>
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		<title>Henning Mankell: Der Feind im Schatten</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 11:47:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Mankell, Henning]]></category>
		<category><![CDATA[Henning Mankell]]></category>

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		<description><![CDATA[Rund 10 Jahre sind vergangen, seit Inspektor Wallander zuletzt einen Fall löste. Das sind 10 Jahre, die die Erinnerung an Ystad, Wallander und seine Tochter Linda etwas verschwimmen lassen. Doch bei all den Erinnerungslücken: dieser neue Wallander, der zehnte und wie es heisst der letzte,  ist anders. Es beginnt damit, daß Wallander rund um seinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-513" title="Der Feind im Schatten" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Der_Feind_im_Schatten.jpg" alt="" width="150" height="245" />Rund 10 Jahre sind vergangen, seit Inspektor Wallander zuletzt einen Fall löste. Das sind 10 Jahre, die die Erinnerung an Ystad, Wallander und seine Tochter Linda etwas verschwimmen lassen. Doch bei all den Erinnerungslücken: dieser neue Wallander, der zehnte und wie es heisst der letzte,  ist anders.<span id="more-512"></span></p>
<p>Es beginnt damit, daß Wallander rund um seinen 60. Geburtstag von seiner Tochter Linda damit überrascht wird, daß sie ihm mitteilt, er würde nun bald Großvater werden. Den Namen des Vaters des Kindes, Hans von Enke,  hört er zum ersten Mal, als Linda ihn bei dieser Gelegenheit erwähnt, von dieser Beziehung hatte er davor rein gar nichts mit bekommen.</p>
<p>Das geschieht alles zu einer Zeit, da Wallander mehr und mehr befürchtet, wie sein eigener Vater zu werden, immer mehr in seiner eigenen Welt gefangen, immer weniger im Kontakt zu anderen Menschen. Da passt es gut ins Bild, daß er nach einem ihm unerklärlichen Fehler für einige Monate vom Dienst supendiert wird, was ihn vorübergehend noch weiter in seine beginnende Altersdepression stürzt.</p>
<p>Den Beginn des Buches, als Wallander die Familie von Hans kennen lernt, als Hakan, Hans&#8217; Vater, ihm unerwartet eine Geschichte aus der Zeit des Kalten Krieges, aus seiner Zeit als Marineoffizier  enthüllt, ist seltsam kurzatmig geschrieben. Fast wie bei einer Aufzählung reiht sich ein Satz an den nächsten, als ob es hier darum ging, für die  LeserInnen das Geschehen kurz zusammen zu fassen &#8211; damit man einen Überblick hat und das nötige Grundwissen um das noch Kommende zu verstehen.</p>
<p>Das nötige Grundwissen ist dann dieses: Hakan von Enke verschwindet kurz nach seinem 75. Geburtstag spurlos, er kehrt von seinem gewohnten morgendlichen Spaziergang nicht zurück. Louise, Hakans Frau, bittet Wallander nach Stockholm, ins Haus der Enkes zu kommen um bei der Suche zu helfen, doch er kann nicht helfen, das Verschwinden bleibt mysteriös. Einzig jene Geschichte, die Hakan ihm erzählte, scheint eine vage Spur zu sein, doch das Ende dieser Geschichte, das was Hakan glaubte herausgefunden zu haben,  kennt niemand, weder Wallander, noch die alten Freunde Hakans.</p>
<p>Es ist eine Geschichte, die von den seltsamen Vorgängen aus dem Jahr 1982 rund um ein sowjetisches U-Boot in schwedischen Gewässern handelt, davon, wie die Marine im letzten Moment durch einen Befehl von ganz oben daran gehindert wurde, dieses U-Boot zum Auftauchen zu zwingen, von den Versuchen Hakans, die Hintergründe dieses Befehls zum Rückzug aufzudecken, vergebliche Versuche, die ihn bis zum Büro des damaligen Mimisterpräsidenten Olof Palme führten. Nun, viele Jahre später meinte Hakan, er hätte den Schlüssel zu den Ereignissen gefunden, doch mehr als Andeutungen hatte er auch seinen engsten Freunden gegenüber nicht gemacht.</p>
<p>Monate später ist Wallander wieder im Dienst und geht seiner täglichen Polizeiarbeit nach. Hakan bleibt verschwunden, keine Nachricht, kein neuer Hinweis sind aufgetaucht und von der Geheimpolizei, die wie sie sagt, routinemäßig ermittelt, wenn es um einen hochrangigen Offizier geht, kommen ebenfalls keine erhellenden Informationen. Während Wallander den aktuellen Fällen, die auf seinem Schreibtisch in Ystad landen, nachgeht, verfolgt er doch die Enwicklung in Stockholm, bleibt mit seinem Kollegen, der dort die Ermittlungen leitet in regelmäßigem Kontakt.</p>
<p>Das Verschwinden von Louise, Hakans Frau, bringt ihn dann dazu, wieder selbst verstärkt Nachforschungen zu betreiben und die bringen ihn auf Spuren, die weiter führen als bis zu jenem U-Boot in schwedischen Gewässern.</p>
<p>Die eigentliche Polizeiarbeit überlässt Wallander diesmal den Kollegen in Stockholm, die für den Fall zuständig sind. Ihn selbst treibt die Verbindung an, die sich über Linda und seine Enkeltochter zur Famile der von Enkes ergibt. Je weiter er sich vortastet und je mehr verwirrte Fäden auf seinem Weg liegen, desto mehr vertieft er sich in die Suche nach den Ursachen und den Gründen des Verschwindens von Hakan und  Louise.</p>
<p>Je mehr sich Wallander vertieft, desto intensiver und einnehmender wird das Buch und wird Seite für Seite zu einem der besten Wallander, den ich gelesen habe. Spannend waren sie alle, aber dieser hat noch eine weitere Facette bekommmen, die in diesem Buch genauso wichtig ist, wie der Fall selbst: das Leben und das Leiden eines älter werdenden Menschen. Aus diesem Grund führt der Titel des Buches auch in die Irre: denn es ist nicht DER Feind im Schatten, es sind DIE Feinde im Schatten!</p>
<p>Der eine  Feind wurde in der Zeit des Kalten Krieges in der Welt der Geheimdienste geboren und wirft auch Jahrzehnte nach dessen Ende noch immer seine dunklen Schatten auf die Gegenwart.</p>
<p>Der andere Feind ist Wallanders eigenes Altern, das immer mehr Schatten in seinem Leben und in seinem Geist hinterlässt. Er schwankt zwischen den Erinnerungen an seine früheren Jahre und der Angst vor dem Kommenden. Mit 60 Jahren sieht er sich schon am Ende seines Lebensweges und die Signale, die ihm sein Körper und sein Geist dazu senden, bestärken ihn in seiner Einschätzung. Der Wallander, den wir aus den früheren Romanen kennen, war immer schon  geplagt von allen möglichen Ängsten, doch jetzt scheinen seine Ängste vor der Einsamkeit, davor nicht mehr gebraucht oder geachtet zu werden Realität zu werden.</p>
<p>Daraus wird eine Geschichte, die spannend und einfühlsam zugleich ist, in der Wallander persönlicher wird, als jemals zuvor. Es ist der unwiderriflich letzte Fall des Kommissars aus Ystad. Sehr Schade!</p>
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		<title>Robert Pucher: Bärendienst</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/05/robert-pucher-barendienst/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 07:43:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Pucher, Robert]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Pucher]]></category>

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		<description><![CDATA[Bärendienst ist bereits der vierte Roman von Robert Pucher, der wieder einmal eine skurrile Handlung um seine altbewährten Protagonisten spinnt: Der Mord an Bert Kellermeister, einem unerschrockenen Aufdeckerjournalisten, und seiner Putzfrau, die beide in Kellermeisters Bett aufgefunden werden, ruft das Team um die ehrgeizige Polizistin Dr. Simone Reichenbach auf den Plan. Diese ist eine Karrierefrau, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-511" title="Bärendienst" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Barendienst.jpg" alt="" width="150" height="260" />Bärendienst ist bereits der vierte Roman von Robert Pucher, der wieder einmal eine skurrile Handlung um seine altbewährten Protagonisten spinnt:</p>
<p>Der Mord an Bert Kellermeister, einem unerschrockenen Aufdeckerjournalisten, und seiner Putzfrau, die beide in Kellermeisters Bett aufgefunden werden, ruft das  Team um die ehrgeizige Polizistin Dr. Simone Reichenbach auf den Plan.  <span id="more-510"></span>Diese ist eine Karrierefrau, die sich lieber um ihre Mordfälle als um ihre kleine Tochter, die sie eher als Unfall betrachtet, kümmert. Dafür dürfen ihr Bruder und sein der Hausarbeit verfallener Mitbewohner herhalten, denn  Simone wurde von der neuen Innenministerin, Dr. Pruckner, der Posten des Polizeichefs in Aussicht gestellt. Also bleibt für Privates kaum mehr Zeit. In einem Abbruchhaus wird dann von zwei Obdachlosen (die in verschiedenen Sequenzen regelmäßig auftauchen)  noch die Leiche  eines Priesters aufgefunden.</p>
<p>Das Team um Simone Reichenbach, bestehend aus Mag. Kleist, der unter den Eskapaden seines zartbesaiteten Lebenspartners Rabih (herrlich überzeichnet), genauso zu leiden hat, wie zu  Beginn des Romans unter seiner Flugangst, und Bezirksinspektor Doppler, ein wandelndes Harmageddon, stößt  im Laufe  seiner Ermittlungen auf einen sonderbaren Geheimbund. Kellermeister war an dieser Sache dran doch die Daten auf seinem Computer wurden vernichtet. Auch die getötete Putzfrau, bei der ein seltsamer Siegelring mit dem Bildnis einer Zitrone eher zufällig entdeckt wird, gibt Rätsel auf. Die Spur führt dann zu Bernau, dem ehemaligen Kanzler, bei dem Kellermeister eine CD-Rom, beinhaltend seine Ergebnisse,  deponiert hat.</p>
<p>Aus der Auswertung dieser Daten ergibt sich die Tragweite der Verschwörung, die sich die Übernahme der Macht durch Besetzung wichtiger Posten in Wirtschaft, Politik und Kultur mit Vertrauensleuten und Mitgliedern zum Ziel gesetzt hat. Putzfrauen wollen die reine Ordnung herstellen. Daneben versucht Engelbert Wurst, ein von Dr. Pruckner in ihrer Zeit als Rationalisierin bei einem Telekommunikationsunternehmen gefeuerter Mitarbeiter,  an eine Statue zu gelangen, die der Vater der Innenministerin seinem Großvater vor vielen Jahrzehnten auf Kreta geraubt hat. Aber der paranoide Wurst, der im selben Haus wie Bezirksinspektor Doppler lebt,  hat einen Plan. Gegen Ende laufen die vielen unterschiedlichen Stränge zusammen und sorgen für ein fulminantes Ende &#8211; ein dopplersches Fiasko eingeschlossen.</p>
<p>Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich mir beim Lesen dieses Buches anfänglich etwas schwer tat. Das lag vor allem daran, dass Bärendienst mein erster Kriminalroman von Pucher war und ich mich erst in dessen Stil einlesen musste. Vor allem vielen Figuren und die z.T. slapstickhaften Einlagen waren für mich anfänglich gewöhnungsbedürftig. Pucher übersteigert oft ins Groteske, was einem aber mit der Zeit ebenso wie seine Figuren durchaus sympathisch wird.</p>
<p>Des Autors Stärke liegt einerseits daran, wie er die doch sehr vielschichtige Handlung ineinander verwebt und zum Finale führt. Charaktere und Details greifen wie Zahnräder ineinander und treiben die Handlung voran. Andererseits ist Pucher ein Meister  im Umgang mit Klischees, die er reichlich, aber auf eine durchaus charmante Art bemüht. Sein Stil ist leichtgängig und überzeugend zugleich.</p>
<p>Was mir letztlich gefehlt hat, ist ein Blick auf die schwarzen Punkte der menschlichen Seele. Trotz einer gehörigen Portion Zynismus fehlt ein treffsicherer Sarkasmus à la Haas oder Slupetzky. Und auch das dargestellte Bedrohungsszenario (Machtübernahme durch Geheimbund) schien mir in einer Demokratie, die von rechtsrechten Burschenschaftern ebenso wie von Lobbyisten gelenkt wird, nicht wirklich gefährlich.</p>
<p>Bleibt mir nur dem Autor zu wünschen, dass ihm mit diesem Roman der verdiente Durchbruch gelingen möge.</p>
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		<title>Martin Walker: Grand Cru, der zweite Fall für Bruno, Chef de police</title>
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		<pubDate>Sat, 08 May 2010 14:40:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Walker, Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Walker]]></category>

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		<description><![CDATA[Der zweite Fall mit Bruno, Chef de Police führt erneut in die beschauliche Landschaft des Perigord und in die Gemeinschaft des kleinen Ortes Saint-Denis. Ruhe und Beschaulicheit, das ist, was das Leben dort für Bruno Courrèges so anziehend macht. Seine Zeit als Soldat in Bosnien liegt 10 Jahre in der Vergangenenheit, seine Gegenwart und Zukunft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-507" title="Grand_Cru" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Grand_Cru.jpg" alt="" width="150" height="241" />Der zweite Fall mit Bruno, Chef de Police führt erneut in die beschauliche Landschaft des Perigord und in die Gemeinschaft des kleinen Ortes Saint-Denis. Ruhe und Beschaulicheit, das ist, was das Leben dort für Bruno Courrèges so anziehend macht. Seine Zeit als Soldat in Bosnien liegt 10 Jahre in der Vergangenenheit, seine Gegenwart und Zukunft liegen hier im Tal.<span id="more-506"></span></p>
<p>Es ist für Bruno also wenig Grund zur Freude, als die Realitäten der Welt außerhalb mit einem Mal auch in seine Idylle eindringen. Während die Menschen von Saint-Denis noch ihrem gewohnten Leben nachgehen, drängen sich die Themen, die die Welt außerhalb beschäftigen, auch in ihren Alltag.</p>
<p>Eine Scheune, die auf keinem Plan verzeichnet war, brennt nieder und bald steht Brandstiftung als Ursache fest.  Als kurz danach auch noch bekannt wird, daß die Scheune und das Feld darum herum für Tests mit gentechnisch veränderten Pflanzen genutzt wurde, ahnt Bruno, daß mehr als bloßer Vandalismus dahinter steckt. Noch weniger erfreut ist er, als ihn die ersten Spuren auch noch zu den Häusern einiger seiner Freunde führen.</p>
<p>Fast zur selben Zeit taucht ein amerikanischer Unternehmer auf, der zu den Großen in der weltweiten Weinbranche zählt. Er hat die Weinberge von Saint-Denis im Auge, um ausgerechnet hier in Anbauflächen und Produktion zu investieren. Das bringt Bruno und den Bürgermeister bald zu gegensätzlichen Vorstellungen darüber, wie es mit dem Ort weiter gehen soll. Der eine möchte möglichst viel an Tradition und Lebensart erhalten, der andere sieht es als seine Verpflichtung an, Investitionen und damit Arbeitplätze für die BürgerInnen zu sichern.</p>
<p>Schlagworte wie militante Umweltschützer und Globalisierung sind zu Themen geworden, mit denen sich Bruno auseinander setzen muß. Man merkt es ihm an, wie er an der ihm lieb gewordenen Lebensart festhalten will, wie er alles versucht, seine Freunde zu schützen, wie er aber gleichzeitig seiner Verpflichtung als Polizeichef nachkommt. Vorsichtig arbeitet er sich immer weiter durch Fakten, Indizien und Spuren. Wo immer es ihm möglich ist und die Beweise es zulassen, beweist er die Unschuld seiner MitbürgerInnen, dort wo sich ein Verdacht erhärtet, geht er unbeirrt vor, immer darauf bedacht, niemanden zu Unrecht zu verdächtigen oder zu beschuldigen.</p>
<p>Mit Brandstiftung und amerikanischem Investor ist es aber noch nicht getan. Als ein Toter in einem Weinfass gefunden wird, scheint auf einmal alles auf einen Mord hin zu deuten.</p>
<p>So behutsam wie Bruno voran geht, so bedächtig entwickelt sich die Klärung der Vorfälle -  die Landschaft, die Menschen und das Buch passen einfach zusammen. Martin Walker lässt sein Gefühl für seine Wahlheimat direkt in die Sätze und in den Stil einfließen und das nimmt die Leserin/den Leser mit, mitten hinein nach Saint-Denis. Der Mensch Bruno kommt uns nahe und alle Menschen, die ihm nahe stehen ebenso und der Polizist Bruno ermittelt nach der Methode &#8220;Beim Reden kommen d&#8217;Leut zsamm&#8221;.</p>
<p>Alles zusammen eine ruhige Geschichte, die, wäre da nicht ein Polizist die Hauptfigur, genauso gut auch einfach ein Roman über Land und Leute in Frankreich sein könnte. Keine Action, keine nervenzerfetzende Spannung, dafür entspanntes Lesen und Neugier auf das, was kommen wird. Der zweite Fall kommt für mich nicht ganz an Brunos ersten Fall heran, macht aber noch immer viel Spaß beim Lesen.</p>
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		<title>Andreas Pittler: Chuzpe</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/04/andreas-pittler-chuzpe/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 07:20:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Pittler, Andreas]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Pittler]]></category>

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		<description><![CDATA[Chuzpe kommt aus dem jiddischen und bedeutet die Frechheit zu besitzen, in einer eigentlich verlorenen Situation mit Frechheit noch etwas für sich herauszuschlagen. Und das scheint nicht nur beim Untergang des Habsburgerreiches für viele Positionsinhaber der Macht gegolten zu haben. (ein Blick in die Gegenwart und ich werde fündig!) Der Erste Weltkrieg geht zu Ende. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-422" title="Chuzpe" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Chuzpe.jpg" alt="" width="150" height="233" />Chuzpe kommt aus dem jiddischen und bedeutet die Frechheit zu besitzen, in einer eigentlich verlorenen Situation mit Frechheit noch etwas für sich herauszuschlagen. Und das scheint nicht nur beim Untergang des Habsburgerreiches für viele Positionsinhaber der Macht gegolten zu haben. (ein Blick in die Gegenwart und ich werde fündig!)</p>
<p>Der Erste Weltkrieg geht zu Ende. Major David Bronstein wird nach wie vor von Albträumen geplagt, als er an der Front knapp die brutale Giftgasattacke vor Tarnow Gorlice überlebt. Ihn plagen aber nicht nur die Albträume, sondern auch Ermittlungsarbeiten in einem mysteriösen Mordfall an einer jungen Frau.<span id="more-501"></span></p>
<p>Die Monarchie zerfällt, das Habsburgerreich zerbricht. Major Bronstein ist verunsichert. Er ist auf die Monarchie beeidigt, wie geht es mit ihm weiter, wenn der Kaiser abdankt? Wer ist dann sein Vorgesetzter? Der kaiserliche oder der republikanische Polizeichef? Neben dieser ganz persönlichen Frage beschäftigt ihn auch die gesellschaftliche Not. Die Armut, der Hunger und die eisige Kälte, weit und breit kein Heizmaterial.</p>
<p>Zu Beginn ist Bronstein noch skeptisch. Sollte die Monarchie tatsächlich zerfallen, dann würde dadurch die Bevölkerung auch nicht satt, bekäme auch keine Arbeit. Umso überraschter ist er über die Idee der Einführung eines Arbeitslosengeldes, Hanusch war ein Revolutionär.</p>
<p>Über einen Freund lernt David Bronstein Jelka kennen und verliebt sich in die feurig rothaarige Anhängerin der Kommunistischen Revolution. Er trifft auch auf Franz Werfel, der auf einer Demonstration unbeirrt „Nieder mit dem Habsburgerreich“ ruft.  Durch den Austausch mit  seinen neuen Freunden gerät seine Loyalität zur Monarchie ins Wanken.</p>
<p>Während die öffentliche Ordnung zerfällt, ermittelt er in einem Mordfall an einer jungen Frau. Aufgrund ihres Ausweises kommt er an Namen und Meldedaten und in weiterer Folge an den Namen ihres Arbeitgeber, Herrn Arthus Nemec, Inhaber einer Änderungsschneiderei und eines Wäschegeschäft. Außerdem beschäftigt ihn eine Anzeige der Mordkommission. Eine Ehefrau hat ihren Mann als vermisst gemeldet, sie befürchtet, dass er einem Verbrechen zum Opfer gefallen war. Als sich Bronstein in den Akt vertieft wird er wütend, handelt es sich doch um jenen Generalleutnant Wilhelm Spitzer, der 1915 die halbe Kolonie in den Tod geschickt und dadurch auch seine Albträume verursacht hat. Doch hier gelingt ihm persönlich ein guter Schachzug, die Angelegenheit angemessen zu verarbeiten!</p>
<p>Mit &#8220;Chuzpe&#8221; legt Andreas Pittler wieder ein tolles Buch vor, in dem er die österreichische Geschichte mitreißend und spannend aufrollt. Die Ermittlungen sind in diesem Buch Nebensache, aber in Kombination mit seinem kritischen Blick auf die erste Hälfte des Novembers 1918 ein wirklich lesenswertes Buch!!</p>
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		<title>Arto Passilinna: Die Giftköchin</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 23:31:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Paasilinna, Arto]]></category>
		<category><![CDATA[Arto Paasilinna]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Offizierswitwe Linnea Ravenska fristet ihr Pensionistinnen-Dasein in Harmisto allein in ihrem Häuschen ohne modernen Komfort.  Einmal monatlich bekommt sie Besuch. Am Tag ihrer monatlichen Rentenauszahlungen wird sie von ihrem Neffen Kake Nyyssönen quasi überfallen, damit sie ihm ihr Geld rausrückt. Jahrelang lässt sie sich dies gefallen, doch eines Tages beschließt Linnea  sich zu wehren. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-452" title="Die_Giftkoechin" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Die_Giftkoechin.jpg" alt="" width="150" height="222" />Die Offizierswitwe Linnea Ravenska fristet ihr Pensionistinnen-Dasein in Harmisto allein in ihrem Häuschen ohne modernen Komfort.  Einmal monatlich bekommt sie Besuch. Am Tag ihrer monatlichen Rentenauszahlungen wird sie von ihrem Neffen Kake Nyyssönen quasi überfallen, damit sie ihm ihr Geld rausrückt. Jahrelang lässt sie sich dies gefallen, doch eines Tages beschließt Linnea  sich zu wehren.<span id="more-430"></span></p>
<p>Wieder ist Monatsbeginn und Linnea erhält neben ihrer monatlichen Rentenauszahlung auch unliebsame Gäste aus Helsinki. Kake Nyyssönen und seine beiden Freunde Jari Fagerström und Pertti Lahtela kommen in einem gestohlenen Auto, stinkend nach Schweiß und abgestandenem Bier, um ihren Lebensunterhalt aufzufetten.</p>
<p>Zuerst lassen sich die drei Männer volllaufen, dann mutig, weil betrunken, nötigen sie Linnea, ihnen den Briefumschlag mit dem heiß ersehnten Bündel Scheine auszuhändigen. Nebenbei muss sie auch noch ihr eigenes Testament unterschreiben, natürlich zugunsten des Neffens.</p>
<p>Im Besitz der Rente betrinken sich die drei zunächst  weiterhin heftig,  damit wächst auch die Aggressivität der Besucher. Die drei Jungs  veranstalten die ganze Nacht einen Höllenlärm, sowohl im Haus als auch im Freien, trinken, brüllen herum und jagen Linnea mächtig Angst ein.</p>
<p>Linnea reicht es. Nicht nur die Angst treibt sie nach Helsinki zu ihrem alten Arzt, zu Jaakko Kivistö, mit dem sie nach dem Tod ihres Mannes eine Beziehung hatte, sondern auch die Suche nach einem Ausweg aus diesem Terror. So kocht sie ihr eigenes Giftsüppchen, mit dem sie sich eigentlich selbst umbringen, ihr eigenes Leiden sozusagen abkürzen, möchte. Allerdings sterben daran die drei kleinkriminellen Männer, die Linnea  nach ihrem Vermögen trachten und  das durch eher ungewollte Zwischenfälle. Groteskerweise waren die drei aufgrund ihres gestörten Unrechtsempfinden gegenüber alten Menschen  der Ansicht, dass eher  die Alten und Kranken sterben sollten, seien ja sowieso zu nichts mehr zu gebrauchen.</p>
<p>&#8220;Die Giftköchin&#8221; ist tiefschwarzer und skurriler Kriminalhumor. Wie sich Linnea gegenüber den drei Halunken durchsetzt ist lesenswert!</p>
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		<title>Alfred Komarek: Polterabend</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2010/04/alfred-komarek-polterabend/</link>
		<comments>http://www.literatur-blog.at/2010/04/alfred-komarek-polterabend/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 11 Apr 2010 23:23:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Komarek, Alfred]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Alfred Komarek]]></category>

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		<description><![CDATA[Simon Polt, Gendarm im Wiesbachtal, hilft in einer klirrend kalten Vollmondnacht dem Weinbauern Karl Fürnkranz bei der Eisweintraubenlese. Als die Weinbauern und Simon im Presshaus die Trauben zu Saft pressen wollen, machen sie eine grausige Entdeckung: Aus der Weinpresse rinnt nicht nur der künftig zu Qualitätswein gereifte Traubensaft, sondern auch Blut. Der Holzbottich der antiquarischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-448" title="Polterabend" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Polterabend.jpg" alt="" width="150" height="244" />Simon Polt, Gendarm im Wiesbachtal, hilft in einer klirrend kalten Vollmondnacht dem Weinbauern Karl Fürnkranz bei der Eisweintraubenlese. Als die Weinbauern und Simon im Presshaus die Trauben zu Saft pressen wollen, machen sie eine grausige Entdeckung: Aus der Weinpresse rinnt nicht nur der künftig zu Qualitätswein gereifte Traubensaft, sondern auch Blut.<span id="more-435"></span></p>
<p>Der Holzbottich der antiquarischen Weinpresse wird auseinandergenommen, was dem Weinbauern Fürnkranz sichtlich an die Nieren geht, er hängt an dieser mechanischen Holzpresse. Das Opfer ist der junge Mann Ferdl Lutzer, der nicht gerade den besten Ruf in dieser Gegend genoss. Er war nicht nur ein mieser Schürzenjäger, wie sich im Verlauf der Geschichte rausstellt.</p>
<p>Simon Polt ermittelt im Umfeld des Opfers. Er verfolgt ganz unterschiedliche Spuren. Verdächtigt wird nicht nur Karl Fürnkranz. Die Spuren reichen bis über die Grenze, nach Tschechien und dem dort florierenden Rotlichtmilieu. Mit dem Begriff Polterabend verbindet Simon ja ganz was anderes. Im Rotlichtmilieu bedeutet dies quasi die Einführung der Prostituierten in das grausame Geschäft.</p>
<p>Und genau ein solch albtraumhafter Polterabend hat sich im Presshaus abgespielt.</p>
<p>Simon kann seine Verdachtsmomente verdichten und kann den Mörder dingfest machen.</p>
<p>Leichte Krimikost für zwischendurch. Im Weinviertel spielt Wein wirklich eine große Rolle <img src='http://www.literatur-blog.at/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Arto Paasilinna: Der wunderbare Massenselbstmord</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Apr 2010 23:26:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Paasilinna, Arto]]></category>
		<category><![CDATA[Arto Paasilinna]]></category>

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		<description><![CDATA[„Der ärgste Feind der Finnen ist die Melancholie. Trübsal, grenzenlose Apathie. Schwermut lastet auf dem unglücklichen Volk, hat sich im Laufe der Jahrtausende alle Menschen des Landes unterworfen, sodass ihre Seele düster und ernst ist. Die Wirkung ist so verheerend, dass viele im Tod die einzige Rettung aus der Bedrängnis sehen. &#8220; Der einsame Mann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-451" title="Der_wunderbare_Massenselbstmord" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Der_wunderbare_Massenselbst.jpg" alt="" width="150" height="219" />„Der ärgste Feind der Finnen ist die Melancholie. Trübsal, grenzenlose Apathie. Schwermut lastet auf dem unglücklichen Volk, hat sich im Laufe der Jahrtausende alle Menschen des Landes unterworfen, sodass ihre Seele düster und ernst ist. Die Wirkung ist so verheerend, dass viele im Tod die einzige Rettung aus der Bedrängnis sehen. &#8220;</p>
<p>Der einsame Mann Onni  Rellonen, müde, vom Leben gebeutelt, die Kinder sind erwachsen, seine Ehe zerrüttet. Als er keinen Zuspruch mehr  von irgendjemanden für seine Zukunftspläne erhält, nicht einmal mehr von seiner Ehefrau, ab dann hegt Onni Rellonen Selbstmordgedanken.<span id="more-433"></span></p>
<p>Am Johannistag geht er ins Schlafzimmer, holt seinen Revolver hervor  und macht sich auf den Weg zu einer nahegelegenen Scheune um seinem Leben ein Ende zu setzen.</p>
<p>Vor der Scheune angekommen, die Tat bereits im Geiste konstruiert, hört er plötzlich ein Ächzen in dem Gebäude. Onni beobachtet durch die Ritzen einen Mann in grauer Militäruniform.  Oberst Kemppainen versucht, auf dem Deckenbalken einen Strick zu befestigen und eine Schlinge am Ende des Seils zu knoten.  Da gehen zwei finnische Männer zu selben Zeit in dieselbe Scheune mit derselben Absicht.  Nämlich: Sich von der irdischen Welt zu vertschüssen.</p>
<p>Dieses Zusammentreffen rettet beiden Männern das Leben.  Der Selbstmordversuch bringt sie einander näher aber auch auf eine Idee: sie sind der Meinung, dass den vielen suizidplanenden Finnen auf professionelle Weise geholfen werden müsste. Sie gründen eine Art therapeutische Selbsthilfegruppe. Das Ziel aller TeilnehmerInnen ist ein gemeinsamer und würdevoller Massenselbstmord. Dazu setzen die beiden Männer eine Zeitungsannonce „Denkst du an Selbstmord? Hab keine Angst, du bist nicht allein….“ Diese Anzeige stößt auf heftiges Interesse. Hunderte lebensmüde Finnen und Finninnen nehmen dieses Angebot samt Rahmenprogramm an. Schlussendlich wird für die  Sterbewilligen ein Bus gechartert, um an einsamer Stelle im Kollektiv  das Leben zu beenden.</p>
<p>Der Autor beschreibt in diesem skurrilen Roman den Grenzgang zwischen Sein oder Nicht-Sein und lässt so manch Selbstmordwilligen bald wieder unbändige Lust am Leben spüren.</p>
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