Thomas Raab: Der Metzger holt den Teufel
Kommissar Eduard Pospischill gewinnt am Polizeifest bei der Tombola zwei Konzertkarten. Er lädt Willibald Adrian Metzger ein, ihn zu Igor Strawinskys „Le Sacre du printemps“ zu begleiten. Im Wiener Sinfonieorchester spielen in der männerdominierenden Riege gerade mal drei Frauen. weiter »


Willibald Adrian Metzger ist kein Fleischhauer, auch wenn der Name sofort diese Assoziation hervorruft. Er ist Restaurator und bearbeitet Möbelstücke, um ihnen wieder neues Leben einzuhauchen. Ein etwas biederer Alltag, gerne ein Gläschen Rotwein trinkend, hin und wieder ein langweiliger Sparziergang, das macht Willibald Adrians Leben aus.
Willibald Adrian Metzger, ist ein Eigenbrötler, von Beruf Möbelrestaurator und zieht sich am liebsten in seine Werkstatt zurück. Allerdings hat sich sein Alltagsleben geändert, seit er Danjela Djurkovic kennen gelernt hat. Völlig neue Gefühle entdeckt er in sich selbst. Hat er früher seine Abende gern auf seinem Chaiselounge mit einer Flasche Rotwein verbracht, fühlt er plötzlich Einsamkeit, wenn seine Danjela nicht zugegen ist.
Willibald Adrian Metzger, ein Wiener Möbelrestaurator, hat nicht nur eigenartige Beziehungen zu seinen reparaturbedürftigen antiken Möbelstücken, sondern auch gegenüber Frauen. Es ist das Jahr der Europameisterschaft 2008, und wozu dabei Menschen imstande sind, das muss man erst erlebt haben. Danjela Djurkovic, Willibalds Augenstern, schleppt ihn zu einem Wiener Derby in das Fußballstadion. Das hat sie eine Menge an Überredungskünsten gekostet, meint doch der Metzger, der Mensch sei ihm für gewöhnlich schon als Einzelner gefährlich, da muss er sich nicht noch freiwillig in die weitaus gefährlichere Zusammenrottung eine hirnlosen Rudels ausliefern. So geleitet er die Schulwartin Danjela samt Fan-Schal der Kicker Saurias in das Stadion.