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	<title>Literatur Blog &#187; Pittler, Andreas</title>
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	<description>von LeserInnen für LeserInnen</description>
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		<title>Andreas Pittler: Mischpoche</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Aug 2011 23:47:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Pittler, Andreas]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Pittler]]></category>

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		<description><![CDATA[David Bronstein, der äußerst sympathische Ermittler bei der Wiener Polizeiabteilung „Leib und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1188" title="Mischpoche" src="/wp-content/uploads/Mischpoche.jpg" alt="" width="150" height="250" />David Bronstein, der äußerst sympathische Ermittler bei der Wiener Polizeiabteilung „Leib und Leben“, spätere Mordkommission, ermittelt in unterschiedlichen Kriminalfällen in der österreichischen Zwischenkriegszeit. <span id="more-1187"></span></p>
<p>Er ist ein loyaler Staatsdiener, doch manchmal werden bei der Aufklärung von Verbrechen persönliche Ambivalenzen erkennbar, die ihn hin und herreißen zwischen Loyalität und „ich möchte mich am nächsten Tag noch in den Spiegel schauen können“. In vierzehn kurz erzählten Krimiepisoden geht Major Bronstein so manchem politisch und sozial relevanten österreichischen Verbrechen auf die Spur.</p>
<p>Ein politisches Komplott im Jahr 1933 – angeführt von Graf Starhemberg persönlich &#8211; führt David Bronstein sogar bis Udine und die Österreichischen Eisenbahner in einen Streik.</p>
<p>Warum ein Mord in Ödenburg &#8211; heutiges Sopron &#8211; plötzlich in Österreich ungesühnt bleibt weil es die österreichische Polizei nicht mehr zu tangieren hat?</p>
<p>Eine grausliche Angelegenheit erlebt der Major kurz nach seinem 40. Geburtstag. Ein Anruf des Jugendgerichtes lässt ihn in einer äußerst pikanten Geschichte seine Ermittlungstätigkeit aufnehmen. Junge Mädchen erleben Bestrafungen, die der damaligen „Zucht und Ordnung“ keinesfalls gleichkamen, penetrieren doch angesehene Wiener während der körperlichen Züchtigung mit der Peitsche.</p>
<p>Witzig ist die Geschichte, als die Nullnummer Adolf Hitler von den Bayern nach Österreich abgeschoben werden soll. Österreich will diesen Komiker keinesfalls in ihrem Land wissen. Das Problem löst sich aufgrund eines Gesetzes ganz von selbst, hat Adolf doch mal in der Bayrischen Armee gedient und damit automatisch seine österreichische Staatsbürgerschaft zur Aberkennung freigegeben.</p>
<p>Und was ist ein Mulatsag? Dabei denke ich gleich an den Song Mulatschag der Wiener Band Drahdiwaberl  :o)</p>
<p>Das Buch liest sich wie Geschichteunterricht! Und das äußerst spannend und lehrreich zugleich!!</p>
<p>Wieder ein tolles Buch für die Pittler Fan-Gemeinde. Allerdings hätte ich ohne vorherige Kenntnis der genialen Bücher Ezzes, Chuzpe ua. nicht so schnell in diese, doch relativ kurzen Krimiplots, einsteigen können, ohne mich so köstlich zu amüsieren.</p>
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		<title>Andreas Pittler: Tinnef</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Apr 2011 08:07:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Pittler, Andreas]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Pittler]]></category>

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		<description><![CDATA[Jahresbeginn 1913. David Bronstein, seit 6 Jahren bei der Wiener Polizei, soll [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/Tinnef.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-974" title="Tinnef" src="/wp-content/uploads/Tinnef.jpg" alt="" width="150" height="233" /></a>Jahresbeginn 1913. David Bronstein, seit 6 Jahren bei der Wiener Polizei, soll in Wien Stalin beschatten. Das sieht dieser allerdings als reine Zeitverschwendung. Von diesem russischme Zwerg würde doch die Weltgeschichte ohnehin nie wieder etwas hören. So eine Nullnummer.  Bronstein ist deprimiert, ein solch ressourcenvergeudender Job wird ihn in seiner Karriere nicht weiterbringen. Dann wird in einem Zinshaus gegenüber des Wiener Westbahnhofes eine Leiche gefunden. Endlich ein Job, der die fade Routine Bronsteins zu durchbrechen vermag. <span id="more-973"></span></p>
<p>Begleitet von seinem Kollegen Lang findet Bronstein den Meszaros, Offizier der kaiserlichen Armee, tot vom Plafond baumelnd.  David Bronstein bekommt von seinem Vorgesetzten einen ordentlichen Rüffel. Ermittlungen in Sachen Mord seien nicht sein Auftrag, sondern die Beschattung Stalins. Bronstein glaubt nicht an Selbstmord und ermittelt auf eigene Faust. Er sucht zwei ehemaligen Kollegen der Erhängten auf, Oberstleutnant Binder und Oberstleutnant  Hevesi. So hantelt er sich weiter in einer undurchsichtigen Geschichte, und bald verdichtet sich seine These, dass der Mörder wie auch der Tote „vom anderen Ufer“ angehaucht gewesen sein könnten. Das wär ja ein Motiv!.</p>
<p>Während eines Schussattentats auf einen Abgeordneten, zu dem Bronstein eher zufällig kommt, lernt er das Fräulein von Ritter kennen und verliebt sich auch ihn die junge Dame der ehrenwerten Wiener Gesellschaft. Der Herr Papa verschafft David Bronstein  einen Job bei der Mordkommission.  Als gewöhnlicher Polizist könnte er doch die feine Dame Marie Caroline Edle von Ritter nicht hofieren.  So landet er im Agenteninstitut und wird offiziell mit den Ermittlungen rund um den Tod Meszaros  beauftragt.</p>
<p>Zwar widert ihn teilweise die hochnäsige feine Wieder Gesellschaft und ihre Machenschaften an, doch andererseits will er nicht zurück an seinen alten Arbeitsplatz. Hin und her gerissen zwischen schlechtem Gewissen und Karriere ist er sich bald sicher, den Mörder gefunden zu haben und lässt kurzfristig einen geschupften Hochadeligen einsperren. Doch dieser meinte nach seiner Enthaftung lapidar „Recht haben heißt noch lange nicht Recht bekommen“</p>
<p>Dann kommt auch noch Bronsteins Freund, der Journalist Kisch nach Wien. Innerhalb weniger Stunden fährt dieser mit dem Zug von Prag in die Stadt, denn er hat brisante Nachricht für seinen Freund. So kommen beide mit ihrem „Überall-ihre-Nase-reinstecken“  auf die Spur eines großen Spionagefalles in der Österreichischen Monarchie. So ein Tinnef.</p>
<p>Andreas Pittler ist wieder ein ganz besonders lesenswerter Krimi gelungen! Eine fein gesponnene Geschichte rund um die hochnäsige Wiener Gesellschaft und die verbeamteten Strukturen der monarchischen Kieberei. Besonders haben mir so manche Dialoge gefallen, gespickt mit persiflierenden Begriffen aus der Sprache des Rotwelsch. Und: Postenschacherei ist kein Phänomen der heutigen Politik ;o)</p>
<p>Höchstnote!!!!</p>
<p>Kleiner Wehrmutstropfen: eine politische Verstrickung rund um Stalin hätte mir schon noch gefallen!</p>
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		<title>Pittler &amp; Verdel: Der große Traum von Freiheit</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 08:45:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biographie]]></category>
		<category><![CDATA[Pittler, Andreas]]></category>
		<category><![CDATA[Verdel, Helena]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Pittler]]></category>
		<category><![CDATA[Helena Verdel]]></category>

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		<description><![CDATA[30 Rebellen gegen Unrecht und Unterdrückung. Pittlers historische Romane rund um den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-770" title="Der grosse Traum" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Der-grosse-Traum.jpg" alt="" width="150" height="221" />30 Rebellen gegen Unrecht und Unterdrückung. </strong></p>
<p>Pittlers historische Romane rund um den Polizeioffizier Bronstein, der in der Zwischenkriegszeit auf Mörderjagd geht, wurden im Blog wiederholt besprochen und auch (zu Recht) bestens bewertet. Mit dem aktuellen Band „Der große Traum von Freiheit – 30 Rebellen gegen Unrecht und Unterdrückung“, den Andreas Pittler zusammen mit der Publizistin Helena Verdel gemeinsam verfasst hat, wird nun rein historisches Terrain betreten.<span id="more-769"></span></p>
<p>Von den Bauernkriegen bis hin zu den Aufständen der Neuzeit behandeln die Autoren vor allem Freidenker und Visionäre, die abseits der allgemeinen Bekanntheit stehen. Bewusst wurden Andreas Hofer oder Che Guevara ausgeklammert, um Personen wie Cabral oder Sankara einen Beitrag zu widmen. Auch Frauen, deren revolutionäre Kraft bis in die Zeit der französischen Revolution zurückreichend dargestellt wird, werden hier entsprechend gewürdigt.</p>
<p>Besondere Erwähnung sollte der Umstand finden, dass auch die Reformbewegungen den afrikanischen Kontinent betreffend nicht zu kurz kommen, die Autoren also wirklich versucht haben, wenig bis gar nicht bekannte Tatsachen der jüngsten Zeitgeschichte unter das Volk zu bringen, und das in einer wirklich spannend zu lesenden Art und Weise, die zwar einen Diskurs über Alternativen zum heute geprägten Weltbild eröffnen, aber nicht polemisch oder belehrend wirken.</p>
<p>Alle dreißig Rebellen, deren Verdienste, wie auch deren Scheitern hier zu schildern, würde den Rahmen sprengen und muss der Lektüre des Werks vorbehalten bleiben. Soviel nur zur Person des Jan Hus, bzw. seines nachfolgenden Parteigängers, des hier beschriebenen Jan Zizka: Vom Schulunterricht hängen geblieben sind neben dem ersten Prager Fenstersturz vor allem die Tatsache, dass die „bösen“ Hussiten bis nach Wien kamen und dabei unsere Heimatstadt bedrohten.</p>
<p>Kein Wunder wenn man bedenkt, dass die Tschechen damals von einer kleinen, zumeist deutsch sprechenden Oberschicht inklusive des Klerus unterdrückt wurden und man ihnen die eigene Identität abzusprechen versuchte. Dass auch dieser  Traum geplatzt ist, platzen musste, lag wohl daran, dass die meisten Aufständischen – sobald sie ihren Zielen nahe schienen &#8211; zum Frieden und zur Aussöhnung  tendierten, während die nur kurz in die Schranken verwiesenen Potentaten, sobald sie wieder Oberwasser spürten, sämtliche Zugeständnisse zurücknahmen, Verträge brachen und mit brutalster Rache zurückschlugen (so erlangt man auch einen Einblick in die Jurisprudenz vergangener Tage, die stets von Demütigung und Folter begleitet war). So geschieht es, dass Geschichte regelmäßig aus der Sicht der Sieger geschrieben wurde und das auch bis in die jüngste Zeit so unterrichtet wurde (oder gerade heute so wird).</p>
<p>Kurzum,  ein optimales Weihnachtsgeschenk für diejenigen, denen die von den üblichen Massenmedien gelieferte Darstellung, wie die Welt zu funktionieren hat, nicht genügt. Für diesen Personenkreis wird sich im Programm des Promedia Verlags sicher noch der ein oder andere interessante Titel finden.</p>
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		<title>Andreas Pittler: Chuzpe</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 07:20:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Pittler, Andreas]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Pittler]]></category>

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		<description><![CDATA[Chuzpe kommt aus dem jiddischen und bedeutet die Frechheit zu besitzen, in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-422" title="Chuzpe" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/Chuzpe.jpg" alt="" width="150" height="233" />Chuzpe kommt aus dem jiddischen und bedeutet die Frechheit zu besitzen, in einer eigentlich verlorenen Situation mit Frechheit noch etwas für sich herauszuschlagen. Und das scheint nicht nur beim Untergang des Habsburgerreiches für viele Positionsinhaber der Macht gegolten zu haben. (ein Blick in die Gegenwart und ich werde fündig!)</p>
<p>Der Erste Weltkrieg geht zu Ende. Major David Bronstein wird nach wie vor von Albträumen geplagt, als er an der Front knapp die brutale Giftgasattacke vor Tarnow Gorlice überlebt. Ihn plagen aber nicht nur die Albträume, sondern auch Ermittlungsarbeiten in einem mysteriösen Mordfall an einer jungen Frau.<span id="more-501"></span></p>
<p>Die Monarchie zerfällt, das Habsburgerreich zerbricht. Major Bronstein ist verunsichert. Er ist auf die Monarchie beeidigt, wie geht es mit ihm weiter, wenn der Kaiser abdankt? Wer ist dann sein Vorgesetzter? Der kaiserliche oder der republikanische Polizeichef? Neben dieser ganz persönlichen Frage beschäftigt ihn auch die gesellschaftliche Not. Die Armut, der Hunger und die eisige Kälte, weit und breit kein Heizmaterial.</p>
<p>Zu Beginn ist Bronstein noch skeptisch. Sollte die Monarchie tatsächlich zerfallen, dann würde dadurch die Bevölkerung auch nicht satt, bekäme auch keine Arbeit. Umso überraschter ist er über die Idee der Einführung eines Arbeitslosengeldes, Hanusch war ein Revolutionär.</p>
<p>Über einen Freund lernt David Bronstein Jelka kennen und verliebt sich in die feurig rothaarige Anhängerin der Kommunistischen Revolution. Er trifft auch auf Franz Werfel, der auf einer Demonstration unbeirrt „Nieder mit dem Habsburgerreich“ ruft.  Durch den Austausch mit  seinen neuen Freunden gerät seine Loyalität zur Monarchie ins Wanken.</p>
<p>Während die öffentliche Ordnung zerfällt, ermittelt er in einem Mordfall an einer jungen Frau. Aufgrund ihres Ausweises kommt er an Namen und Meldedaten und in weiterer Folge an den Namen ihres Arbeitgeber, Herrn Arthus Nemec, Inhaber einer Änderungsschneiderei und eines Wäschegeschäft. Außerdem beschäftigt ihn eine Anzeige der Mordkommission. Eine Ehefrau hat ihren Mann als vermisst gemeldet, sie befürchtet, dass er einem Verbrechen zum Opfer gefallen war. Als sich Bronstein in den Akt vertieft wird er wütend, handelt es sich doch um jenen Generalleutnant Wilhelm Spitzer, der 1915 die halbe Kolonie in den Tod geschickt und dadurch auch seine Albträume verursacht hat. Doch hier gelingt ihm persönlich ein guter Schachzug, die Angelegenheit angemessen zu verarbeiten!</p>
<p>Mit &#8220;Chuzpe&#8221; legt Andreas Pittler wieder ein tolles Buch vor, in dem er die österreichische Geschichte mitreißend und spannend aufrollt. Die Ermittlungen sind in diesem Buch Nebensache, aber in Kombination mit seinem kritischen Blick auf die erste Hälfte des Novembers 1918 ein wirklich lesenswertes Buch!!</p>
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		<title>Andreas Pittler: Tacheles</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2009/08/andreas-pittler-tacheles/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 Aug 2009 09:49:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Pittler, Andreas]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Pittler]]></category>

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		<description><![CDATA[Oberstleutnant Bronstein, bekennender Raucher der Marke „Donau“ und hedonistischer Kaffee- und Weingenießer, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-241" title="pittler-tacheles" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/pittler-tacheles.jpg" alt="pittler-tacheles" width="150" height="233" />Oberstleutnant Bronstein, bekennender Raucher der Marke „Donau“ und hedonistischer Kaffee- und Weingenießer, ermittelt in Wien 1934 zu Ende des Dollfuß-Regimes. Er soll den Mord an dem toten Fabrikanten Demand aufklären. Beide verbindet ihre jüdische Herkunft. Der Geschäftsmann Demand war zu Tode geprügelt worden. Es gibt viele Verdächtige.<span id="more-235"></span></p>
<p>Waren es die Braunen, die den Kommerzialrat aufgrund seiner Religion ermordeten? Die Braunen und die Deutschen bereiten, von langer Hand geplant, bereits die Okkupierung Österreichs vor. In einem Geflecht politischer Zusammenhänge beginnt sich mittlerweile der Judenhass und die Sündenbocktheorie in der Gesellschaft immer mehr durchzusetzen.</p>
<p>Oder war es Demands junge Ehefrau? Diese hat laut Hausmeisterin Eva, die übrigens kurz auch für Bronsteins Sexualleben zuständig ist, ein Verhältnis mit dem Sohn Demand Junior.</p>
<p>Es könnte allerdings auch der Sohn selbst gewesen sein. Dieser, für Bronsteins Geschmack ein absolut arroganter Typ, war mit den überholten Firmenführungskonzepten des Vaters unzufrieden. Junior will eine moderne und gewinnorientierte Betriebswirtschaft im Firmenimperium durchsetzen. Dabei war ihm anscheinend der althergebrachte Führungsstil seines Vaters im Wege.</p>
<p>Oder ist der Mörder etwa sein Prokurist, der äußerst unappetitliche und derbe Herr Holzer, der in Demand eine Drecksau sah, weil dieser nur die Mitarbeiter ausnutzte? Außerdem war auch Holzer auf Juden nicht gut zu sprechen.</p>
<p>Zusammen mit seinem Kollegen Cerny beginnt er den Fall zu entwirren.</p>
<p>Dabei ist Bronstein ständig mit seiner eigenen jüdischen Herkunft konfrontiert, diese nervt ihn anfangs ziemlich, sieht er sich doch als Protestant und ehrlichen österreichischen Beamten. Nicht nur aufgrund einer fast tödlichen Attacke gegen ihn &#8211; ein illegaler Brauner wollte ihn aus dem Weg schaffen &#8211; beginnt ihn die Geschichte und die Traditionen des eigenen Volkes zu interessieren. Dabei bekommt er auch Unterstützung und Einblicke durch den jüdischen Tuchhändler Herrn Duft.</p>
<p>Ein super Krimi, humorvoll und trotzdem ernst geschrieben, eingebettet in ein Stück jüngerer Zeitgeschichte, der Zwischenkriegszeit mit Schauplatz Wien. Die Handlung ist in der Endzeit des Dollfuß-Regimes angesiedelt, fesselnd verpackt in diesem Roman sind die gesellschaftlichen Veränderungen, der Idee des Anschlusses Österreichs an Deutschland.</p>
<p>Beim Lesen wurde ich mehrmals nachdenklich über die Beschreibung der historischen Entwicklung des Hasses und der Vertreibung von Minderheiten. Hervorzuheben ist auch die Sprache, humorvoll, direkt, manchmal fast ein wenig derb. Damit zeichnet der Autor aber überzeugend die Charaktere der Protagonisten.</p>
<p>Andreas Pittler, der Geschichte und Politikwissenschaften studierte, hat toll recherchiert und die Zeitgeschichte in einen spannenden Roman verpackt. Ich kann dieses Buch wirklich sehr empfehlen!</p>
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		<title>Andreas Pittler: Ezzes</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Aug 2009 04:12:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Pittler, Andreas]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Pittler]]></category>

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		<description><![CDATA[Wien, Juli 1927. Oberstleutnant David Bronstein von der Wiener Polizei muss den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-220" title="pittler-ezzes" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/pittler-ezzes.jpg" alt="pittler-ezzes" width="150" height="233" />Wien, Juli 1927. Oberstleutnant David Bronstein von der Wiener Polizei muss den Mord am Wiener Greißler Oskar Guschlbauer aufklären. Dieser wird in seinem Geschäft brutal erstochen aufgefunden. Scheinbar will um diesen niemand so richtig trauern, er dürfte ein ziemlich aufdringlicher Typ, ein richtiger Ungustl, gewesen sein. Kein Hinterteil und kein Busen seiner angestellten Verkäuferinnen blieb unbegrabscht. Das rasch wechselnde weibliche Personal gehört bald zu den üblichen Verdächtigen. Immerhin stand der Tote laut Gerichtsmedizin kurz vor eine Ejakulation.<span id="more-210"></span></p>
<p>Guschlbauer arbeitete ursprünglich beim „Feinkost Wawra“ (wo später Qualtingers „Herr Karl“ tätig war). Danach hatte er von einer Hausbesitzerwitwe ein Zinshaus geerbt. Dort beutete er illegale Einwanderer mit erhöhtem Mietzins und Prostitution aus. Im Zuge der Ermittlungen sind Bronstein die Verdächtigen bald sympathischer als das Opfer selbst, bewegt er sich doch im Kreis all dieser jungen hübschen Frauen, die für Guschlbauer gearbeitet hatten. Bronstein, unverheiratet, manchmal sehr einsam und von Jelka, einer Kommunistin, die ihn &#8211; als aktive Teilnehmerin beim kommunistischen Putschversuch 1919 aufgrund ihrer Flucht nach Ungarn &#8211; von heute auf morgen verlassen hat, verfällt beim Anblick so viel jugendlicher Schönheit ins Grübeln. Immerhin ist er bereits 44 Jahre alt. Schon fast ein Greis.</p>
<p>Bronstein hat ein paar Tage frei, es fährt auf Sommerfrische, auf den Semmering. Während der Zugfahrt zum „Panhans“ wird ihm langweilig. Er beginnt Zeitung zu lesen und sich für die aktuelle Politik zu interessieren. Im burgenländischen Schattendorf hat eine Gruppe Rechtsradikaler, Mitglieder der „Frontkämpfervereinigung Deutsch-Österreichs“ (die 1935 wegen NS-Nähe verboten wurde) auf Republikanische Schutzbündler geschossen. Dabei wurden ein Invalide und ein Kind getötet. Der Prozess wird immer wieder vertagt.</p>
<p>Nach seinem dreitägigen Urlaub zitiert Polizeipräsident Schober den Bronstein zu sich und verlangt nach rascher Aufklärung des Mordes. Dieser Schober ist ein ausgesprochener Sozialistenhasser und will Bronstein als Grund für den Mord ein politisches Motiv aufdrängen. Während seiner Ausführungen lässt Schober auch einige antisemitische Bemerkungen vom Stapel. Bronstein, selbst Jude, kann sich nur mühevoll zurückhalten ihm verbal eine aufs Maul zu geben, will er doch nicht berufsmäßig zum Geherda (subalterner Laufbursche) degradiert werden.</p>
<p>Keine Frage, Bronstein hat nun enormen Druck, den Mord aufzuklären. Er findet auch die Mörderin und ihre Helferinnen. Trotz der Aufklärungsarbeit fehlt Bronstein nicht die Zeit, weiterhin gespannt den Prozess um die Mörder von Schattendorf zu verfolgen. Er war eigentlich immer regierungsloyal. Doch als die Mörder von Schattendorf freigesprochen werden, ist sein Rechtsempfinden ziemlich gestört. Und nicht nur seines. Tausende Menschen demonstrieren in Wien gegen dieses Urteil. Es kommt zum Schießbefehl gegen die Demonstranten. Der Justizpalast steht in Flammen.</p>
<p>Neben der Handlung rund um den Mord am Guschlbauer wird die Geschichte der Ersten Republik spannend und lebendig mitgeschrieben. Ein Kriminalroman verbunden mit einem für die Erste Republik elementarem Ereignis – dem Brand des Justizpalastes. Pittler selbst ist promovierter Historiker und Politikwissenschaftler. So hat er sein Wissen um die Politik erstklassig in den Roman eingewoben. Der Autor bedient sich dabei einer altmodisch klingenden Sprache (Glossar im Anhang). Meine Empfehlung: unbedingt lesen! (Wären mehr als 5 Sterne zu vergeben, diesmal wäre ich glatt für die 7!) Wirklich ein hervorragendes Buch!</p>
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