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Andreas Pittler: Zores
In Wien stehen im März 1938 die Fahnen auf Sturm. Nicht nur, dass die verbotenen Nationalsozialisten die Machtübernahme vorbereiten. Nein. Nicht nur Österreich geht quasi die Luft aus. Auch David Bronstein fühlt sich morgens durch eine Herzattacke ziemlich beengt. Das Herz rast, der Brustkorb eng und der Atem wie abgeschnürt.
Jessasmarandana! weiter »
Leonardo Padura: Der Schwanz der Schlange
Wie kann man sich das Havanna am Ende der 1980er-Jahr vorstellen? Die Sowjetunion existiert noch, Mao ebenfalls, Kuba ist also wenigstens nicht alleine in seinem sozialistischen Weltbild. Alleine aber sind wohl die Menschen in der Stadt. Der alte Glanz ist in vielen Jahrzehnten vergangen und obwohl schon so vieles zerfallen ist, bröckelt es an allen Ecken weiter. weiter »
Kurt Palm: Die Besucher
Der Journalist Martin Koller liegt nach einem Gehörsturz in Wien im Krankenhaus. Er kann nicht schlafen, die Geräusche in seinem Kopf treiben ihn im wahrsten Sinn des Wortes in den Wahnsinn. Gehörsturz, so der Arzt, kommt von zu viel Stress. Als weitere Diagnose wird ihm ein Burn-Out zugeschrieben. weiter »
Miriam Pharo: Isar 2066 Fall 1 – Jimmy der Mops
Kaum gerät man etwas mehr als 50 Jahre in die Zukunft, schon erkennt man die eigene Welt nicht mehr. Detektiv Lucio Verdict lebt und arbeitet neuerdings (wir schreiben das Jahr 2066) in München. Nehmen wir aber einfach einmal an, dass es zu dieser Zeit auch anderswo so ähnlich ausieht: viel Technik, wenig Platz, kaum Natur und ein Hauch von Big Brother – nun eben genau so wie es unweigerlich kommen muss, wenn wir es in unserer Gegenwart einfach so weiter treiben. weiter »
Hugo Portisch: Was jetzt
Hugo Portisch hat den Österreicherinnen und Österreichern bis in die 1990er-Jahre hinein fast im Alleingang Zeitgeschichte in Büchern und TV-Dokumentationen vermittelt und erklärt. Die aktuell angespannte Lage Europas bewog ihn zu einer Stellungnahme. Heraus kam ein kleines Büchlein, eine Art niedergeschriebener Vortrag, mit dem etwas irreführenden Titel “Was jetzt” (ohne Fragezeichen). weiter »
Peter Plöger: Einfach ein gutes Leben
Ich stehe im Supermarkt und muss mich entscheiden.
Welche von den zehn angebotenen Buttersorten soll ich jetzt kaufen?
Welche der unzähligen Schampoos im Regal wird meiner Entscheidung nach im Einkaufswagen landen?
Brauche ich ein Zweitauto?
Welche Zahl steht auf meinem monatlichen Gehaltszettel? weiter »
Andreas Pittler: Mischpoche
David Bronstein, der äußerst sympathische Ermittler bei der Wiener Polizeiabteilung „Leib und Leben“, spätere Mordkommission, ermittelt in unterschiedlichen Kriminalfällen in der österreichischen Zwischenkriegszeit. weiter »
Leonardo Padura: Der Mann, der Hunde liebte
Um es gleich am Beginn zu betonen: „Der Mann, der Hunde liebte“ gehört dringend in den Katalog der (erlaubten) Suchtmittel aufgenommen und ich warne sie eindringlich vor der Lektüre. Als ich dieses Werk erstmals in Händen hielt, sank mein Arm gleich um mehrere Zentimeter ab und ich dachte mir nur, was für ein Ziegel von Buch! Fast scheint es so, als ob die Ausmaße der Geschehnisse und seine weltumspannende Bedeutung, ihm zusätzlich Gewicht verleihen. weiter »
Albrecht & Ponto: Patentöchter. Im Schatten der RAF – ein Dialog
Am 30.Juli 1977 wurde Jürgen Ponto, Vorstandsmitglied der Dresdener Bank, in seinem Haus in Oberursel bei Frankfurt ermordet. Todesschützen waren die RAF-Mitglieder Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt. Zugang zum Haus der Pontos hatte ihnen Susanne Albrecht verschafft, die Tochter von Jürgen Pontos Freud, dem Anwalt Hans-Christian Albrecht. Susannes Schwester Julia war die Patentochter von Jürgen Ponto. Patenonkel seiner Tochter Corinna war sein Freund Hans-Christian Albrecht. Nach der Tat ist das Band zwischen den Familien zerschnitten. weiter »
Thomas Pynchon: V
Im Jahr 1961 erschien nach einigen publizierten Kurzgeschichten mit „V“ der erste Roman des damals 24-jährigen Thomas Pynchon und so manch’ Literaturkritiker bezeichnet ihn als das beste Erstlingswerk der Literaturgeschichte. Dieses Urteil kann ich weder bestätigen, noch bin ich in der Lage es zu widerlegen, was ich allerdings vermelden kann ist, dass es sich bei „V“ über weite Strecken um ein grandioses und nicht zu knappes Stück Literatur handelt, für das der Autor mit dem Preis für den besten Roman des Jahres ausgezeichnet wurde. weiter »
Andreas Pittler: Tinnef
Jahresbeginn 1913. David Bronstein, seit 6 Jahren bei der Wiener Polizei, soll in Wien Stalin beschatten. Das sieht dieser allerdings als reine Zeitverschwendung. Von diesem russischme Zwerg würde doch die Weltgeschichte ohnehin nie wieder etwas hören. So eine Nullnummer. Bronstein ist deprimiert, ein solch ressourcenvergeudender Job wird ihn in seiner Karriere nicht weiterbringen. Dann wird in einem Zinshaus gegenüber des Wiener Westbahnhofes eine Leiche gefunden. Endlich ein Job, der die fade Routine Bronsteins zu durchbrechen vermag. weiter »
Thomas Pynchon: Die Versteigerung von No 49
Das Bedürfnis des Menschen Zusammenhänge zu erkennen bzw. zu konstruieren steht im Mittelpunkt dieses Frühwerks des mysteriösen Schriftstellers. Neben Erkenntnis und Orientierung kann dies aber auch schnurstracks in eine ausgewachsene Paranoia führen, wie die Hauptperson dieses Romans Oedipa Maas am eigenen Leib verspürt. Und damit wären wir wieder im Universum von Thomas Pynchon angelangt. weiter »
Robert Pucher: Rattenfalle
Herr Ippstein, alteingesessener Brauunternehmer, plant die Übernahme der deutschen Brauerei Lorelei-Bräu. Deutsches Bier in Händen eines Juden, das dürfte gewissen Kreisen nicht gefallen. Denn Herr Ippstein bekommt Drohbriefe, in denen er als Saujud bezeichnet wird, und seine Tage seien gezählt. Der erfolgreiche Unternehmer schert sich nicht um diese Briefe, wirft sie einfach weg. weiter »
Thomas Pynchon: Vineland
Vineland gilt allgemein als zugänglichstes Werk von Thomas Pynchon und der Titel geht auf den Namen zurück, den die wahren Entdecker Amerikas – die Wickinger – dem Kontinent gegeben haben: Vinland. Zugänglich bedeutet bei diesem Autor allerdings nicht, dass sie sich durch die knapp 500 Seiten durchfräsen, so wie sagen wir durch einen Simmel oder Konsalik. weiter »
Robert Pucher: Krokodilstränen
Die Alligatorin Monja, hat ein neues zuhause gefunden. Die Donau. Und dort hält sie mit ihrer Jagd auf Menschenfleisch, denn – Zitat von Monja: „Menschen, mhm, schmecken gut“ die Polizei auf Trab. Aber nicht nur das Krokodil beschert der Kripo Kopfzerbrechen. Auch eine Mordserie an Versicherungsvertretern beschäftigt die Ermittler Doppler, Reichenbach und Kleist. Bald glauben sie sich auf der Spur des Serienkillers… weiter »
Robert Pucher: Katerfrühstück
Daniel Reichenbach, ein erfolgloser Schriftsteller und dem Alkohol nicht abgeneigt, fällt karrieremäßig nichts in den Schoß, höchstens eine tote Taube. Er trifft sich am Wiener Türkenschanzplatz mit der Verlagsassistentin Monika Strauch, und neuerlich erhält er eine Absage für sein akutelles Werk. Ziemlich frustriert begibt er sich in sein Stammbeisl und trinkt mehr als für seinen ohnehin schon schlimmen Gemütszustand verträglich. weiter »
Pittler & Verdel: Der große Traum von Freiheit
30 Rebellen gegen Unrecht und Unterdrückung.
Pittlers historische Romane rund um den Polizeioffizier Bronstein, der in der Zwischenkriegszeit auf Mörderjagd geht, wurden im Blog wiederholt besprochen und auch (zu Recht) bestens bewertet. Mit dem aktuellen Band „Der große Traum von Freiheit – 30 Rebellen gegen Unrecht und Unterdrückung“, den Andreas Pittler zusammen mit der Publizistin Helena Verdel gemeinsam verfasst hat, wird nun rein historisches Terrain betreten. weiter »
Thomas Pynchon: Natürliche Mängel
Thomas Pynchon. Eine mystifizierte Schriftstellerlegende. Nein, die lebende Schriftstellerlegende schlechthin! Jene Figur bei den Simpsons, die mit einer Papiertüte auf dem Kopf, wo ein Fragezeichen aufgemalt ist, herumläuft. weiter »
Ricardo Piglia: Ins Weiße zielen
Argentinien. Argentina. Allein die Nennung dieses Namens erweckt so manche Erinnerung: An die legendäre Fußballschlacht von Cordoba. An General Peron und seine glamouröse Frau Evita. An den Krieg um die Falkland-Inseln, Tennisgaucho Guillermo Vilas und natürlich an den elegantesten aller Tänze, den Tango. weiter »
David Peace: Tokio im Jahr Null
Tokio im Jahr Null, das ist die japanische Hauptstadt im Jahr 1945: das Jahr Null, nachdem die alte Ordnung mit dem Zweiten Weltkrieg zu Ende ging, das Jahr Null, nachdem die alten Werte in den Trümmern von Hiroshima und Nagasaki versanken. Es ist ein Jahr, bevor Inspektor Minami in all dem Chaos die Spur zu einem Serienkiller finden muss. weiter »
Robert Pucher: Bärendienst
Bärendienst ist bereits der vierte Roman von Robert Pucher, der wieder einmal eine skurrile Handlung um seine altbewährten Protagonisten spinnt:
Der Mord an Bert Kellermeister, einem unerschrockenen Aufdeckerjournalisten, und seiner Putzfrau, die beide in Kellermeisters Bett aufgefunden werden, ruft das Team um die ehrgeizige Polizistin Dr. Simone Reichenbach auf den Plan. weiter »
Andreas Pittler: Chuzpe
Chuzpe kommt aus dem jiddischen und bedeutet die Frechheit zu besitzen, in einer eigentlich verlorenen Situation mit Frechheit noch etwas für sich herauszuschlagen. Und das scheint nicht nur beim Untergang des Habsburgerreiches für viele Positionsinhaber der Macht gegolten zu haben. (ein Blick in die Gegenwart und ich werde fündig!)
Der Erste Weltkrieg geht zu Ende. Major David Bronstein wird nach wie vor von Albträumen geplagt, als er an der Front knapp die brutale Giftgasattacke vor Tarnow Gorlice überlebt. Ihn plagen aber nicht nur die Albträume, sondern auch Ermittlungsarbeiten in einem mysteriösen Mordfall an einer jungen Frau. weiter »
Arto Paasilinna: Die Giftköchin
Die Offizierswitwe Linnea Ravenska fristet ihr Pensionistinnen-Dasein in Harmisto allein in ihrem Häuschen ohne modernen Komfort. Einmal monatlich bekommt sie Besuch. Am Tag ihrer monatlichen Rentenauszahlungen wird sie von ihrem Neffen Kake Nyyssönen quasi überfallen, damit sie ihm ihr Geld rausrückt. Jahrelang lässt sie sich dies gefallen, doch eines Tages beschließt Linnea sich zu wehren. weiter »
Arto Paasilinna: Der wunderbare Massenselbstmord
„Der ärgste Feind der Finnen ist die Melancholie. Trübsal, grenzenlose Apathie. Schwermut lastet auf dem unglücklichen Volk, hat sich im Laufe der Jahrtausende alle Menschen des Landes unterworfen, sodass ihre Seele düster und ernst ist. Die Wirkung ist so verheerend, dass viele im Tod die einzige Rettung aus der Bedrängnis sehen. “
Der einsame Mann Onni Rellonen, müde, vom Leben gebeutelt, die Kinder sind erwachsen, seine Ehe zerrüttet. Als er keinen Zuspruch mehr von irgendjemanden für seine Zukunftspläne erhält, nicht einmal mehr von seiner Ehefrau, ab dann hegt Onni Rellonen Selbstmordgedanken. weiter »
Alek Popov: Die Hunde fliegen tief
Da bin ich wieder und wie beim letzten Mal schon geschrieben diesmal mit den tieffliegenden Hunden des bulgarischen Ausnahmeautors Alek Popov. „Ich kann nicht glauben, dass sich mein Vater in der schwarzen Plastikschachtel befinden soll, die uns soeben vom Zollamt zugestellt worden ist.“ Wenn ihnen der Auftaktsatz dieses Buches schräg vorkommt, sollten sie sich noch auf so manche Steilwand in den 400 Seiten gefasst machen. weiter »
Kurt Palm: Bad Fucking
„Am Arsch der Welt spielt es sich ganz schön ab“ steht als erster Satz auf der Rückseite, also wenn sie so wollen, auf dem Arsch des Buches. Das finde ich eigentlich leicht untertrieben, denn wie es sich in diesem Roman abspielt spottet wirklich jeder Beschreibung. Dem kleinen Bad Fucking geht es nämlich echt beschissen. weiter »
Andreas Pittler: Tacheles
Oberstleutnant Bronstein, bekennender Raucher der Marke „Donau“ und hedonistischer Kaffee- und Weingenießer, ermittelt in Wien 1934 zu Ende des Dollfuß-Regimes. Er soll den Mord an dem toten Fabrikanten Demand aufklären. Beide verbindet ihre jüdische Herkunft. Der Geschäftsmann Demand war zu Tode geprügelt worden. Es gibt viele Verdächtige. weiter »
Andreas Pittler: Ezzes
Wien, Juli 1927. Oberstleutnant David Bronstein von der Wiener Polizei muss den Mord am Wiener Greißler Oskar Guschlbauer aufklären. Dieser wird in seinem Geschäft brutal erstochen aufgefunden. Scheinbar will um diesen niemand so richtig trauern, er dürfte ein ziemlich aufdringlicher Typ, ein richtiger Ungustl, gewesen sein. Kein Hinterteil und kein Busen seiner angestellten Verkäuferinnen blieb unbegrabscht. Das rasch wechselnde weibliche Personal gehört bald zu den üblichen Verdächtigen. Immerhin stand der Tote laut Gerichtsmedizin kurz vor eine Ejakulation. weiter »
Jodi Picoult: Die Wahrheit meines Vaters
Es gibt einfach keine Bösen! Das ist ein wesentlicher Aspekt in Jodi Picaults Büchern. Abgesehen davon, dass die Geschichten der amerikanischen Autorin eine unglaubliche Sogwirkung entwickeln, versteht sie es ausgezeichnet, jede Figur mit ihren Stärken und Schwächen so zu präsentieren, dass man ihre Handlungsweise verstehen und sogar nachvollziehen kann. Eindeutige charakterliche Zuordnungen und schwarz-weiß-Denken sind in ihren Büchern jedenfalls nicht zu finden. weiter »

