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	<title>Literatur Blog &#187; Haas, Wolf</title>
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	<description>von LeserInnen für LeserInnen</description>
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		<title>Wolf Haas: Das Wetter vor 15 Jahren</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jul 2011 07:40:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sündi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Haas, Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf Haas]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man sich die Mühe macht verschiedene Literaturführer zu studieren, wird man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1154" title=" Das Wetter vor 15 Jahren" src="/wp-content/uploads/Das-Wetter.jpg" alt="" width="150" height="240" />Wenn man sich die Mühe macht verschiedene Literaturführer zu studieren, wird man zur Auffassung gelangen, dass die Entwicklung dieser Kunstgattung im 19. Jahrhundert irgendwie stehen geblieben ist. Alles was danach publiziert wurde, ist ein mehr oder weniger gutes oder schlechtes Verwalten des Status Quo, aber im Grunde genommen „still more of the same“. Und dann kommt der Wolf Haas (in meinen Fingerkuppen brannte bereits die Bezeichnung Tausendsassa) und liefert mit „Das Wetter vor 15 Jahren“ eine echte literarische Innovation, um nicht zu sagen Sensation.<span id="more-1153"></span></p>
<p>Wolf Haas beschreibt im vorliegenden Buch nicht nur eine Liebesgeschichte (Gott sei Dank nach all den grauenhaften Morden und Verstümmelungen in den Brenner-Romanen), sondern vor allem die Rezension dieser Liebesgeschichte in Form eines sich über Tage erstreckenden Interviews einer Literaturredakteurin mit Wolf Haas.</p>
<p>Literaturbeilage: Herr Haas, ich habe lange hin und her überlegt, wo ich anfangen soll.</p>
<p>Wolf Haas: Ja, ich auch.</p>
<p>Und dann geht’s los auf die 224-seitige Reise durch die Humor- und Gefühlswelten des Wolf Haas beim Schreiben des fiktiven Buches. Denn um die Kürche von Anfang an im Dorf zu lassen (dort gehört sie auch hin!), dieses Buch gibt es ja nicht würklich, sondern eben nur das tagelange Gespräch, sozusagen die Reflexion über den Text von Wolf Haas mit der bestens vorbereiteten Journalistin. Wenn sie so wollen, könnte man „das Wetter vor 15 Jahren“ auch als Metabuch, also ein Buch über ein Buch bezeichnen.</p>
<p>Oder für die Literaturwissenschafter unter uns durchbricht Haas den literarischen Instanzenzug Protagonist – Erzähler – Autor (wobei der Autor im Regelfall eine reale Person ist) dadurch, dass eben auch der Autor Wolf Haas im Buch fiktiv ist.</p>
<p>Und das Endergebnis ist eine der seltsamsten, witzigsten und intelligentesten Liebesgeschichten, die man sich vorstellen kann – wenn sie sich das nach meinen Worten überhaupt vorstellen können!</p>
<p>Nun aber zum Inhalt. Eigentlich beginnt alles mit einem Kuss. „Geht man vom äußeren Augenwinkel einen Zentimeter nach unten, kommt man zum Backenknochen. Und dann in einer geraden Linie weiter, noch einen Zentimeter. Dort hat Anni mich hingeküsst.“ Und es endet auch alles mit diesem Kuss.</p>
<p>Vittorio Kowalski, ein 30-jähriger Zechenabbau-Ingenieur aus dem Ruhrpott studiert seit 15 Jahren das Wetter im fernen Alpendorf Fermach. Temperatur, Niederschlagsmenge und Sonnenscheindauer kann er dem jeweiligen Datum zuordnen. Eines Tages wird er mit seinem sonderbaren Spezialwissen gar Wettkönig in der Fernsehshow „Wetten dass…?“ – sie erinnern sich, die mit dem großen Blonden! Jedenfalls kann sich niemand Vittorios seltsame Neigung erklären.</p>
<p>Aber in Fermach sitzt Anni Bonati vor dem Fernseher und erkennt den schüchternen Wettkandidaten wieder. Anni war die Tochter des Zimmervermieters und Vittorio der Sohn von Urlaubsgästen. Die beiden Kinder verbrachten jeden Sommer gemeinsam und es entwickelten sich, wie man so schön sagt Gefühle. Einerseits Scham über das peinliche Verhalten der Eltern, andererseits aber auch die zarten Bändchen der Liebe – bis ein Unglück sie für immer trennte.</p>
<p>Wolf Haas, der selbst keinen Fernseher besitzt, verfolgt den Auftritt bei Freunden, ist begeistert von Kowalski und beginnt zu recherchieren. Schließlich setzt er sich ins Auto und fährt nach Essen, um den Sonderling zu treffen. Dieser ist aber in das Bergdorf gereist, da er von Anni nach der Sendung eine Postkarte erhalten hat und platzt dort mitten in die Hochzeitsvorbereitungen seiner Jugendliebe.</p>
<p>Auch Haas begibt sich daraufhin nach Fermach und wird Zeuge einer weiteren Katastrophe von beinahe alttestamentarischen Ausmaßen. Und was sich der Autor da für den Schluss hat einfallen lassen, das geht, weil es so schön in den Landschaft passt in der der Roman spielt muss ich es erwähnen, auf keine Kuhhaut nicht.</p>
<p>Ceterum censeo Sommerunterhaltung auf höchstem Niveau und das nicht nur weil sich eine gelbe Luftmatratze auf dem Cover des Buches befindet. Der Wilhelm-Raabe-Literaturpreis war neben den hohen Verkaufszahlen der gerechte Lohn dafür.</p>
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		<title>Wolf Haas: Wie die Tiere</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2009/09/wolf-haas-wie-die-tiere/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Sep 2009 02:44:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sündi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Haas, Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf Haas]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt ist schon wieder was passiert. Du denkst dir sicher, oh mein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-267" title="haas-wie-die-tiere" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/haas-wie-die-tiere.jpg" alt="haas-wie-die-tiere" width="149" height="240" />Jetzt ist schon wieder was passiert. Du denkst dir sicher, oh mein Gott, jetzt schreibt der Irre schon wieder über diesen Brenner. Da kann ich dich vielleicht ein bisschen trösten, weil so viele Romane vom Wolf Haas sind es eh nicht mehr, praktisch Licht am Ende des Tunnels.Aber jetzt pass auf, weil diesmal wirklich interessant.<span id="more-266"></span></p>
<p>Der Brenner ist wieder einmal durch Zufall in eine mörderische Geschichte geraten, sprich Jungfrau und Kind. „Ich persönlich glaube zwar eher, dass es kein Zufall ist, dass diesen Schmarren immer die größten Deppen behaupten.“ Weil der Brenner hat als Kaufhausdetektiv im SoHo, im Souvenier Höllinger in Innsbruck bei einem Gespräch zwischen Kundinnen das Wort Frühpension aufgeschnappt oder vielleicht hat das Wort auch  ihn geschnappt, weil losgelassen hat es den Brenner jedenfalls nicht mehr.</p>
<p>Wenn du den Brenner kennst, dann weißt du ja, dass er eigentlich nie so ganz bei der Sache ist und da hat er sich vielleicht gedacht, warum es nicht gleich ganz lassen, quasi Bestimmung. Aber leichter gedacht wie getan, weil wo stellst du so einen Antrag auf  Frühpension, da musst du strategisch vorgehen. Tirol natürlich völlig sinnlos, Almwiesen, gesunde Bergluft, Enzian und und und. Da glaubst du fast, die Tiroler Gebietskrankenkasse muss der Pensionsversicherung das Geld aufdrängen, weil sie sonst nicht mehr weiß wohin damit.</p>
<p>Aber Wien schon ganz andere Geschichte und darum hat der Brenner auch den Auftrag in Wien angenommen, damit er da gemeldet ist, also Hauptwohnsitz. Engagiert hat ihn der Nachtclubbesitzer Schmalzl, der dem das „White Dog“ gehört, „ein Mensch mit einem wenig angesehenen Beruf, sagen wir einmal so: Ausbildung in Hamburg genossen.“ Aber nicht dass du allzu schlecht von ihm denkst, weil er hat auch eine Spendenfirma für Tierschutz betrieben.</p>
<p>Am Anfang hat es noch nach normaler Detektivarbeit ausgesehen, aber dann ist es schon ein bisschen dramatisch geworden, sprich Lebensgefahr. Stell dir vor, da hat jemand Hundekekse mit Stecknadeln präpariert und im Augarten eine Reihe von Hunden damit umgebracht. „Zuerst die Susi tot. Dann die Alice tot. Dann der Ralf tot. Dann die Asta-Vanessa tot. Dann die Donna tot. Und dann erst der Mensch tot.“</p>
<p>Hat doch glatt ein Argentino, die Puppi  am Schwedenplatz die beste Tierspendensammlerin, die Manu Prodinger totgebissen. Da fragst du dich, was lernen die bloß in der Hundeschule, weil alter Grundsatz: Niemals die Hand beißen, die einen füttert.Aber da muss ich die Puppi schon in Schutz nehmen, weil in die Hand hat sie die Manu eh nicht gebissen, sondern ein bisschen höher, sprich Gurgel.</p>
<p>Aber Augarten sowieso ganz eigenes Thema, weil „Wien Großstadt, zu viele alte Leute mit zu vielen Hunden in den Parks, zu wenig Platz für die Kinder, dann oft bürgerkriegsähnliche Kämpfe zwischen Hundebesitzern und Kinderbesitzern, Hundebesitzer natürlich sehr im Vorteil, weil Hund an der Leine immer bedrohlicher als ein Kleinkind, das noch nicht beißen kann.“</p>
<p>Der Brenner hat es möglicherweise zu spät bemerkt, aber die ganze Geschichte hat sich mehr und mehr zu einem Frauenfall entwickelt. Jetzt warum unterscheide ich bei den Fällen die Geschlechter? Weil „Männerfälle im Prinzip einfach, da hast du einen schönen Mord, der drückt einmal ab und aus, und dann musst du als Detektiv den Burschen eben finden, das ist eine klare Aufgabe. Aber Frauenfall, das fängt oft harmlos an, und bevor du zweimal schaust, steckst du in einer derartigen Katastrophe, dass du nicht mehr weißt, wo hinten und vorne ist.“</p>
<p>Vielleicht war es aber auch die Euphorie, die den Brenner erfasst hat, weil die Untersuchung bei der Amtsärztin wegen der Frühpension auf den ersten Blick gut gelaufen ist. Aber Euphorie und der Brenner kann nicht gut gehen, das ist ein Gegensatzpaar, praktisch Hund und Katz. Und so wie die Euphorie ist dann plötzlich auch die Frau Hartwig, die Leiterin eines Hundeheims im Augarten verschwunden.</p>
<p>Die Hartwig, das solltest du vielleicht noch wissen, wollte nämlich den Flakturm im Augarten zu einem Hundeasyl umbauen lassen. Finanziert hätte das Ganze, das wirst du nie erraten, die Puppi, weil die hat von ihrer verstorbenen Besitzerin einige Millionen geerbt. Und verwaltet hat die Finanzen der Hojac von der Treuhandgesellschaft „Treuhund“.</p>
<p>Also jede Menge Verdächtige, da soll sich einer auskennen und ich muss dir ganz ehrlich sagen, ich habe auch nicht mehr daran geglaubt, dass der Brenner diesen Fall noch löst.</p>
<p>Wolf Haas greift bei „Wie die Tiere“ zum wiederholten Male virtuos in die Tasten. Der Plot ist wunderbar komisch, skurril, schräg, bissig und so was von einem Unikat. Die Gesellschaftskritik erscheint einmal subtil, ein andermal kommt sie mit der Wucht eines Vorschlaghammers daher und alles eingebettet in diese wunderbar geschriebene „gesprochene Sprache“ des Erzählers.</p>
<p>Besonders köstlich ist die Darstellung des Treuhundchefs Hojac. Hier diente kein Geringerer als das BZÖ-Urgesteins Peter Westenthaler als reales Vorbild. Kann man im Zusammenhang mit dem BZÖ überhaupt von Urgestein sprechen? Müsste es da nicht eigentlich Asche heißen? Urasche? Egal, darüber sollen sich der Brenner und der Erzähler den Kopf zerbrechen!</p>
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		<title>Wolf Haas: Auferstehung der Toten</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 11:01:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sündi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Haas, Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf Haas]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt musst du dir vorstellen, habe ich den neuen Brenner gelesen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-264" title="haas-auferstehung-der-toten" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/haas-auferstehung-der-toten.jpg" alt="haas-auferstehung-der-toten" width="140" height="240" />Jetzt musst du dir vorstellen, habe ich den neuen Brenner gelesen und weiß gar nicht mehr, wie der Brenner eigentlich damals Privatdetektiv geworden ist, sprich wie alles begann. Und begonnen hat alles in Zell am See, wo nicht nur die Uhren langsamer ticken, sondern auch noch die Morde schön gemütlich ablaufen. In Zell wird man nicht erschossen oder erstochen, obwohl es ein Waffengeschäft gibt,  sondern einfach tiefgefroren. <span id="more-263"></span>Im Winter ist es im Pinzgau kalt, frage nicht und da brauchst du für einen Mord keine Tiefkühltruhe, da genügt schon ein Sessellift und du wirst zum Mörder, genauer Doppelmörder.</p>
<p>Gefunden hat die beiden Leichen der Lift Lois, eigentlich der Herr Feuerwehrkommandant Alois Mitteregger, als er die Liftanlage für den neuen Schitag in Betrieb nehmen wollte. Nicht das du jetzt zu sehr erschreckst, aber die Opfer waren die Parsons, die steinreichen amerikanischen Schwiegereltern vom Vergolder Antretter, dem halb Zell gehört. Den Parsons hat zwar nicht halb Amerika gehört, trotzdem sehr reich, mehr schon in Richtung Stein. Und alt auch so. Die Polizei hat den ganzen Jänner ermittelt aber nichts herausgefunden, praktisch Spuren im Schnee verlaufen.</p>
<p>Wie dann auch noch der neue Chef vom Brenner, der Nemec, die Ermittlungspannen auf den Brenner geschoben hat, hat es ihm endgültig gereicht und er hat gekündigt. Da muss ich schon sagen, Hut ab vor dem Brenner, weil wenn du heute 44 Jahre alt bist, 19 Jahre bei der Polizei, ist das nicht so ohne, weil was machst du nachher, sprich Risiko. Da findest du dich dann im nichtkriminellen Leben vielleicht gar nicht mehr zurecht.</p>
<p>Aber da wieder Glück für den Brenner, weil die amerikanische Versicherungsgesellschaft von den Parsons wollte nichts unversucht lassen, sprich Klarheit und da war der Brenner natürlich genau richtig, praktisch Insider.</p>
<p>Ja, so ist der Brenner Privatdetektiv geworden und heute muss ich schon sagen, wären manche Friedhöfe in Österreich nicht so voll belegt, wenn er nach der Polizei was anderes gemacht hätte, sagen wir zum Beispiel Krankenpfleger. Und der Brenner ist schon seit Februar in Zell und jetzt haben wir September und immer noch keinen Mörder. Verdächtige ja, aber keinen Mörder!</p>
<p>Der Vergolder Antretter und sein Neffe Lorenz wurden verdächtigt, aber gegenseitig Alibi, also nichts zu machen. Die „Heidnische Kirche“ wurde verdächtigt, weil die hat Drohbriefe geschrieben, wo sie  verlangt hat den Schitourismus in Zell einzustellen, ansonsten werden die Staudämme oberhalb des Ortes gesprengt, praktisch Pinzgauer Al Kaida. In der „Pinzgauer Post“ hat der Brenner gelesen, dass von den Konten der Parsons vor kurzem über hunderttausend Schilling abgehoben wurden, sprich Auferstehung der Toten. Jetzt hat der Brenner jede Woche einen Bericht für das Detektivbüro Meierling geschrieben, aber gelesen hat ihn keiner mehr.</p>
<p>Da siehst du wieder das das Sprichwort mit dem „aufgegeben wird nur ein Brief“ gar nicht stimmt, weil auch Kriminalfall, sprich Ausnahme. Und so eine Ausnahme ist der Brenner auch gewesen und das in jeder Hinsicht. Weil den Mord hätte kein Mensch mehr aufklären können, aber der Brenner hat es trotzdem getan. Weil, ob du es glaubst oder nicht, der Brenner ist noch langsamer und noch sturer gewesen, wie die Zeller Bevölkerung, sprich Provinzlerquadratur.</p>
<p>Langsam beim Denken, beim Konzentrieren, beim Schauen, beim Gehen und und und.</p>
<p>Aber genau das ist ja dann dem Mörder zum Verhängnis geworden. Mein lieber Schwan, was da alles passiert in den paar Septembertagen. Eine Shell-Tankstelle gerät in Brand und explodiert, praktisch Atombombe. Und einer der Tankstellentoten ist plötzlich auch wieder da, obwohl noch gar nicht Ostern war.</p>
<p>Man merkt im Vergleich mit den späteren Werken, dass Haas noch die richtige Position des Erzählers in der Geschichte sucht. Aber der Brenner, der ist schon ganz der Brenner mit seinen Stärken, aber vor allem eher Schwächen, quasi Urgestein. Man muss ihm einfach beistehen dem Brenner, weil er sich manchmal selbst so furchtbar anstrengend ist.</p>
<p>Wolf Haas schreibt so wunderbar komisch, unerreicht schräg und so hintergründig böse, wie es zurzeit kein anderer deutscher Krimi-Autor in die Tasten bringt.Wie in allen anderen Brenner-Krimis regiert sein charakteristischen Erzählstil: Sätze kommen häufig ohne Verb aus, Assoziationen werden geschickt provoziert, indem sie sich schon Seiten vorher langsam ankündigen und schließlich immer mehr verdichten. Das hat schon Klasse. Spannend sind die Bücher obendrein. Mehr kann man eigentlich nicht verlangen.</p>
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		<title>Wolf Haas: Der Brenner und der liebe Gott</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Sep 2009 09:06:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sündi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Haas, Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf Haas]]></category>

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		<description><![CDATA[Ob du es jetzt glaubst oder nicht, aber der Brenner ist wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-260" title="haas-brenner-und-der-liebe-" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/haas-brenner-und-der-liebe-.jpg" alt="haas-brenner-und-der-liebe-" width="150" height="244" />Ob du es jetzt glaubst oder nicht, aber der Brenner ist wieder da! Du wirst sicher sofort sagen, na der hat mir gerade noch gefehlt zu meinem Glück. Immer das Negative, das Depressive, die Inkonsequenz und das Grausliche.</p>
<p>Aber jetzt pass auf. Da täuscht du dich, weil der Brenner plötzlich wie ausgewechselt, mehr das Positive und die Ruhe in Person. „Hör zu, warum soll jedes Blutbad mein persönliches Bier sein? An und für sich sage ich schon lange, sollen sich die Jungen drum kümmern, quasi Credo.“<span id="more-261"></span></p>
<p>Wenn du „das ewige Leben“ gelesen hast, dann weißt du ja, dass der allwissende Erzähler durch eine schnöde Pistolenkugel getötet wurde, praktisch Problem. Wer soll denn nun die Geschichte erzählen, weil der Brenner nicht unbedingt Plappermaul, eher Gegenteil.Aber Haas wäre nicht Haas, hätte er nicht eine verblüffend einfache Lösung gefunden, um den Erzähler aus der Unterwelt wieder zwischen die Buchdeckel zurückzuholen.</p>
<p>„Meine Großmutter hat immer zu mir gesagt, wenn du einmal stirbst, muss man das Maul extra erschlagen“, lautet der Auftaktsatz des neuen Romans. Da sich anscheinend niemand fand, um den Ratschlag der Oma in die Tat umzusetzen, ist der Erzähler also wieder da und berichtet furios in seiner vulgärphilosophischen Art, wie es mit dem Brenner weitergegangen ist. Und das musst du dir auf jeden Fall anhören, weil interessant.</p>
<p>Der Brenner, eigentlich jetzt „Herr Simon“, hat einen gutbezahlten Job als Chauffeur beim Bauunternehmer Kressdorf in München angenommen. Die Frau Doktor Kressdorf betreibt in Wien eine Abtreibungsklinik und der „Herr Simon“ kümmert sich liebevoll um die zweijährige Tochter Helena.</p>
<p>Gemeinsam verbringen sie unzählige Stunden auf der Autobahn zwischen Wien und München. Aber auch Kitzbühel, weil dort Almhütte der Kressdorfs. Da darf es dich gar nicht wundern, das die ersten Worte der kleinen Helena nicht „Mama“, nicht „Papa“, sondern „Fara“ waren, praktisch Seelenverwandtschaft.</p>
<p>Wenn du aber heute eine Abtreibungsklinik betreibst, dann hast du auch deine Feinde, sprich demonstrierende „Rosenkranzrowdys“ der Initiative „Pro Leben“ vor dem Eingang der Klinik. Und auch ein Baulöwe nicht von allen geliebt, frage nicht.</p>
<p>Deswegen haben die Kressdorfs auch den Brenner ausgewählt, weil Polizeivergangenheit, quasi auch ein bisschen Leibwächter für die Helena.</p>
<p>Aber sind wir uns ehrlich, der „Herr Simon“ wäre nicht der Brenner, wenn es lange dauern würde, bis wieder was passiert, quasi permanenter Pechvogel.„Ein schöner, sonniger Morgen war das, und mit dem besseren Herzschlag vom Espresso hat er die paar Schritte von der Shoptür zum Auto richtig mit einer Einstellung gemacht, wo man sagt, Leben vollkommen okay. Wenn man bedenkt, wie er noch vor einem Jahr beisammen gewesen ist, muss man ehrlich sagen, Hut ab vor den Tabletten.“</p>
<p>Doch wie der „Herr Simon“ auf der Tankstelle an der Wiener Stadtausfahrt in das Auto einsteigen will, ist die kleine Helena verschwunden, sprich Entführung.</p>
<p>„Der Herr Simon war sich ehrlich gesagt nicht sicher, ob das Auto, bevor er es tausendmal auf- und zugesperrt hat, ganz am Anfang zu war. Aber Auto offen oder zu, das macht für einen Kriminellen ungefähr so einen Unterschied wie für eine Pistolenkugel die Frage, welchen Schutzfaktor die Sonnencreme hat, an der sie auf dem Weg in deine Stirn vorbeikommt.“</p>
<p>Nachdem die ehemaligen Kollegen vom Brenner keine Spur von dem Kind finden, macht sich das alter ego vom „Herrn Simon“, also der Brenner selbst auf die Suche nach der Helena, denn &#8220;bei der Polizei dauert es drei Wochen, bis sich überhaupt ein Zuständiger findet, der gerade im Krankenstand ist und danach sagt: Jetzt ist es zu spät, das Verbrechen ist verjährt.“</p>
<p>Damit setzt sich der Krimiplot in Gang und Haas dirigiert virtuos sein Figurenarsenal übers Spielfeld. Der Knoll, der Chef von der Initiative zum Schutz des ungeborenen Lebens, hat der Frau Dr. Kressdorf einmal gedroht und nebenbei erpresst er sie mit einem Video, praktisch erster Verdächtiger.</p>
<p>Der Autor spinnt ein Netz an Handlungsfäden und Motiven und zeichnet ein sarkastisches Bild der Verfilzung von Politik und Wirtschaft. Neben anderen tritt ein jagdbegeisterter Direktor einer mächtigen schwarzen Bank mit dem Namen „Herr Reinhard“ auf. Ein Schelm, wer da an den Raiffeisengeneralanwalt Christian Konrad denkt.</p>
<p>Aber auch die Liebe kommt wieder einmal nicht zu kurz und so reißt es den Brenner ein bisschen zwischen der Anstaltspsychologin Natalie und einer naturbegeisterten Südtirolerin, die schon drei Jahre die Straße in der sie wohnt nicht mehr verlassen, hin und her. Immer mehr Fäden werden zu einem starken Tau verwoben und alles kulminiert in einem großen Showdown in und um die Jauchegrube der Kitzbüheler Almhütte, in der ein paar Menschen ihr Leben verlieren. „Da ist eine Partie zusammenkommen, wo man fast sagen muss, ein kleines Kunststück, dass man eine Scheißegrube qualitativ noch verschlechtern kann.“</p>
<p>Wolf Haas hat in einem Interview gesagt, dass ihm das Schreiben leicht von der Hand ging und das merkt man auch. Alles entsteht aus diesem unnachahmlichen Klang der Sprache vergleichbar mit dem Sound des Films „Pulp Fiction“.</p>
<p>Meine Botschaft an alle die den Brenner nicht mögen: Finger weg von diesem Buch! Aber für uns Gläubige ist es ein Muss!!! Für mich ist es der beste Brenner. Bisher. Vielleicht können wir in den Kommentaren eine Debatte beginnen, ob du das auch so siehst. Würde mich freuen auch andere Meinungen zu hören, praktisch Vielfalt.</p>
<p>PS: Aber einen Vorwurf kann ich dem Brenner trotzdem nicht ersparen. Oder eigentlich sind es zwei. Weil wenn der Brenner am Vortag nicht vergessen hätte zu tanken oder dann auf der Tankstelle ein bisschen schneller beim Schokoladeaussuchen für die Helena gewesen wäre, hätte es wahrscheinlich sieben Begräbnisse weniger gegeben.</p>
<p>Aber damit muss er selber klar kommen. Vielleicht helfen ihm ja seine Tabletten.</p>
<p>Ich wünsche es ihm von ganzen Herzen!</p>
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		<title>Wolf Haas: Das ewige Leben</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2009/08/wolf-haas-das-ewige-leben/</link>
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		<pubDate>Sun, 30 Aug 2009 12:45:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Haas, Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf Haas]]></category>

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		<description><![CDATA[Simon Brenner kehrt nach seiner aktiven Zeit als Polizist und nun Detektiv [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-257" title="haas-das-ewige-leben" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/haas-das-ewige-leben.jpg" alt="haas-das-ewige-leben" width="155" height="250" />Simon Brenner kehrt nach seiner aktiven Zeit als Polizist und nun Detektiv in seine Heimatstadt Graz zurück. Dort erwacht er allerdings in der Landesnervenklinik Sigmund Freud aus dem Koma. Kopfschuss. Es heißt, er habe einen Suizidversuch hinter sich. Doch Brenners Selbstmordversuch wird von niemandem geglaubt. Nicht mal er selbst glaubt daran. Er vermutet eher, dass ihn sein ehemaliger Arbeitskollege und nun amtierende Grazer Kripochef ihn aus dem Weg räumen wollte.<span id="more-255"></span></p>
<p>Er haut aus der Klink ab  und macht sich an die Aufklärungsarbeit. Dabei holt ihn eine schlimme „Jugendsünden“ ein. Es gab da ein delikates Vorkommnis während er auf der Polizeischule war. Brenner und seine Ausbildungskollegen hatten mal versucht, eine Bank zu überfallen. Es gab keine Beute. Es wurde damals auch niemand von den Beteiligten erwischt. Allerdings verunglückte bei der Flucht sein damals bester Freund tödlich.</p>
<p>Nun scheint ihn diese Geschichte einzuholen, und damit trifft er auch auf weitere Ex-Polizei-Schulkollegen. Einer davon, der Köck, dieser ist nun Hausmeister im Arnold-Schwarzenegger-Stadion und der vierte – der Aschenbrenner – nun er ist der hiesige Kripo-Chef geworden. Brenners Idee dazu ist, dass dieser Aschenbrenner keinesfalls möchte, dass die alte Geschichte auffliegt und damit der Brenner seine Karriere gefährdetD. Somit hat dieses nun hohe Tier  - so der Brenner &#8211; es wohl auf ihn abgesehen. Dann wird auch Köck tot aufgefunden.</p>
<p>Die Konsequenzen bei der Suche nach seinem eigenen Mörder sind fatal. Der Brenner, den gibt´s nicht mehr. Er stirbt im großen Showdown und endet mit „ und ich höre noch ding wie wie wie ding und ding und riesenrotes Loch und ganz gewaltig ding und ich ding und ich ding ding ding ding………………………..“</p>
<p>Der Ich-Erzähler ist mit Leser per Du. Der Autor schreibt in einem witzigen Schreibstil. Er lässt manchmal gern das Prädikat beiseite, schreibt in Halb- und Nichtsätzen was dem Krimi Schwung und Brillianz verleiht.</p>
<p>Nun, irgendwie dachte ich ja, Schluss aus und dings. Den Brenner gibt es nicht mehr. Nun freue ich mich aber auf den neuen Krimi „ Brenner und der liebe Gott“, bin gespannt wie Haas das hinbiegt, dass Brenner wieder da ist!!!</p>
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		<title>Wolf Haas: Ausgebremst</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2009/08/wolf-haas-ausgebremst/</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Aug 2009 09:57:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sündi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Haas, Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf Haas]]></category>

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		<description><![CDATA[Sieht sich eigentlich noch irgendjemand Formel 1 Rennen an? In letzter Zeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-228" title="haas-ausgebremst" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/haas-ausgebremst.jpg" alt="haas-ausgebremst" width="150" height="210" />Sieht sich eigentlich noch irgendjemand Formel 1 Rennen an? In letzter Zeit gab es wieder einen Hype bezüglich eines möglichen Schumacher-Comebacks. Aber sein Genick machte dem 7-fachen Weltmeister einen Strich durch die Rechnung, genau so einen Strich, wie ihn der arme Massa von der Feder im Gesicht abbekommen hat.  <span id="more-227"></span>Da soll es noch einmal jemand wagen zu behaupten, dieser Mann hätte ein intaktes Rückgrat!  Gab es da nicht immer Gerüchte, dass bei Schumacher und generell in der Formel 1 nicht alles mit rechten Dingen zu geht? Mit den rechten Dingen meine ich aber nicht die „Nazi-Sexpartys“ des FIA-Präsidenten Max Mosley!</p>
<p>Wolf Haas spürt in seinem Frühwerk „Ausgebremst“ im Genre des Krimis all diesen Ungereimtheiten nach. Und da blitzt schon hin und wieder das spätere Genie des Meisters durch!</p>
<p>Warum gab es eine auffällige Häufung von Flugzeugabstürzen, bei denen immer wieder Rennfahrer ums Leben kamen? Wurde Niki Lauda nach seinem fürchterlichen Feuerunfall am Nürburgring 1976 wirklich durch seinen Fitnessbetreuer Willi Dungl ersetzt? Wer steckte hinter der dubiosen Verhaftung von Bertrand Gachot in deren Folge Michael Schumacher &#8220;glücklicherweise“ dessen Jordan-Cockpit, im besten Nachwuchsteam der damaligen Zeit, erbte?</p>
<p>Und der massivste Vorwurf überhaupt: sind Schumacher und sein Clan wirklich Schuld am Tod des unverwundbaren, gottähnlichen, über alles verehrten Ayrton Senna am 1.Mai 1994 in Imola? Damals ist wirklich die Sonne vom Himmel gefallen und nicht im letzten Jahr, wie manche Obskuranten aus dem Süden unseres Landes behaupten. Gegen einen lebenden Senna hätte es Schumacher schließlich nie und nimmer zu Weltmeisterehren gebracht und dieses Faktum macht sehr nachdenklich.</p>
<p>Haas siedelt seinen Krimi im Fanartikelhändlermilieu an, also im unmittelbaren Umfeld des Formel 1 Geschehens. Der Ich-Erzähler aus Österreich und seine Kollegen aus den anderen rennsportverrückten Nationen (lauter kleine Prüllers!) untersuchen auffällige Todesfälle von Rennfahrern auf der Strecke, aber auch abseits des Renngeschehens. Nebenbei verkaufen sie Kappen, T-Shirts, Fahnen und sogar selbstgemalte Ölbilder ihrer Rennsportidole – ich habe übrigens eines dieser Bilder von Ayrton Senna, praktisch heute unbezahlbar!  Diese Nachforschungen dürften aber jemandem ganz und gar nicht in den Kram passen, denn plötzlich beginnt auch eine Todesserie unter den Fanartikelhändlern. Man riecht förmlich die Morde, auch wenn es immer wie ein tragischer Unfall aussieht. Der Erzähler sitzt während seines Berichtes bereits im Gefängnis, weil er als Hauptverdächtiger der Gewalttaten zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde.</p>
<p>Da kann man wirklich nur hoffen, dass der oder die wahren Täter noch ausfindig gemacht werden, weil als österreichischer Fanartikelhändler ist man mit der Abfolge Jochen Rindt, Niki Lauda bzw. Willi Dungl und Gerhard Berger ohnehin schon gestraft genug. Da möchte ich die Namen Alexander Wurz oder Christian Klien gar nicht mehr in den Mund nehmen.</p>
<p>„Ausgebremst“ ist eine lockere, sehr amüsante Sommerkrimilektüre, wenngleich man schon ein bisschen Ahnung von der Formel 1 und ihren Fahrern haben sollte, um die gesamten Auswüchse des Haas’schen Humors zu erfassen. Können sie sich noch an das Aussehen von Vittorio Brambilla erinnern, der bei seinem einzigen Grand Prix Sieg am Österreichring 1975, ein Regenrennen übrigens, vor lauter Freude gleich nach der Ziellinie voll in die Boxenmauer gekracht ist?</p>
<p>Ist dies nicht der Fall, empfehle ich als Vorbereitung Heinz Prüller „Grand Prix Story 1950 bis 2008“. Da steht dann eh auch alles drin, sogar mit Fotos!  Nur so ein Fuchs wie der Haas ist der Prüller halt nicht gewesen!</p>
<p>Nach all der Schumachermonotonie in den letzten 15 Jahren sei mir noch ein Satz erlaubt: Ayrton, du fehlst uns sooo sehr!!!</p>
<p>PS: Um bei der Wahrheit zu bleiben: Schumacher hat nicht wirklich Probleme mit seinem Genick. Er war halt bei den Testfahrten nur zwei bis drei Sekunden langsamer, als der nicht übermäßig talentierte Ersatzsatzfahrer Luca Badoer!</p>
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		<title>Wolf  Haas: Der Knochenmann</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 10:55:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sündi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Haas, Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf Haas]]></category>

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		<description><![CDATA[„Jetzt ist schon wieder was passiert!“ – und das ausgerechnet im Frühling, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-191" title="haas-knochenmann" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/haas-knochenmann.jpg" alt="haas-knochenmann" width="150" height="249" />„Jetzt ist schon wieder was passiert!“ – und das ausgerechnet im Frühling, wo normalerweise das Leben erwacht. Aber diesmal ist es genau umgekehrt gewesen. Und wenn früher die Polizei nicht mehr weitergewusst hat, ist der Fall einfach zum Eduard Zimmermann in „Aktenzeichen XY“ weitergeleitet worden, weil vielleicht hat ja irgendwer was gesehen und kann ein bisschen sachdienen.<span id="more-192"></span></p>
<p>Aber unter uns gesagt, erwischt haben sie mit dem Fernsehen dann doch eher selten einen kapitalen Mörder, die kleinen Betrüger ja, aber dem Knochenmann war so nicht beizukommen. Wie soll auch ein Fernsehzuschauer, sagen wir in Hamburg irgendetwas mitbekommen haben, was im kleinen oststeirischen Ort Klöch vor sich gegangen ist. Da muss dann schon der gute, damals noch nicht so alte Privatdetektiv Simon Brenner herhalten, um den äußerst verzwickten Fall zu lösen.</p>
<p>Aber vielleicht alles schön der Reihe nach: die Familie Löschenkohl betreibt im steirischen Klöch die größte Backhendlstation der ganzen Steiermark, mit dem Charme einer Möbelhalle oder vergleichbar einem Hangar, wo sie immer die Jumbojets unterstellen. Auch die Portionen sind Jumbo und da kommen auch viele Wiener Ausflügler zum Löschenkohl, „wenn sie nicht mehr wissen, wie sie ihre verfressenen Kinder sonst satt kriegen sollen.“</p>
<p>Da fällt dann natürlich täglich ein richtiger Hühnerknochenberg an, der mit einer Knochenmehlmaschine wieder zu Tierfutter verarbeitet wird. Vielleicht verwenden sie ja das Knochenmehl auch zum Panieren der Hendln, so genau weiß man das nicht. Ja, das ist der Kreislauf der „Natur“, also Vegetarier aller Länder vereinigt euch!</p>
<p>Eines Tages befinden sich im Knochenberg allerdings Menschenknochen und das Unheil nimmt damit seinen Lauf. Laufend verschwinden Menschen und tauchen dann in Teilen wieder auf, wie zum Beispiel ein Kopf in einem Ballsack des örtlichen Fußballvereins. Da die Polizei wieder einmal im Dunklen tappt, engagiert die Schwiegertochter vom Löschenkohl, die dann aber ebenfalls verschwunden ist, den Brenner, um der Sache auf den Grund zu gehen.</p>
<p>Und der Brenner stolpert, wie es seine umständliche Art ist, mehr durch die Ermittlungen, als dass er sie zielgerichtet und analytisch aufnehmen würde. Man fiebert beim Fußballcupspiel Klöch gegen Oberwart mit, unternimmt eine Seniorenbusreise mit Rheumadeckenverkaufsveranstaltung nach Slowenien oder begleitet den Brenner in das Radkersburger Bordell „Borderline“.</p>
<p>In typischer Manier erzählt Wolf Haas vom Leben in einem kleinen österreichischen Dorf und erörtert die damaligen Probleme: die Nähe zu Jugoslawien, den Krieg, die Gastarbeiter – alles natürlich mit beißendem schwarzen Humor. Die Krimihandlung ist wieder einmal nur Nebensache, die Ermittlungen, die den Brenner eigentlich nur langweilen, dienen Haas zur Analyse verschiedener Empfindungen, Sehnsüchte und Schwächen, praktisch ein Ausleuchten der österreichischen Mentalität. Typisch auch der als Figur nicht vorhandene Erzähler, der für die auf den ersten Blick absurden Gedankengänge verantwortlich ist.</p>
<p>Für mich ist „Der Knochenmann“ neben „Silentium“ der beste Roman aus der Brenner-Serie. Auch die vor kurzem angelaufene Verfilmung ist ausgezeichnet, obwohl sich der Film kaum an der Handlung des Buches orientiert und quasi nur die Figuren verwendet.</p>
<p>Da ich ein ausgewiesener Backhendlfanatiker bin, bereitete es mir großes Vergnügen mich mit einem Backhendlsalat ins Kino zu setzen und allein durch den Geruch die anderen Kinobesucher fast in den Wahnsinn zu treiben. Also ihr seht, man kann vom Brenner auch einiges für den Alltag lernen!</p>
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		<title>Wolf Haas: Silentium!</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 11:53:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sündi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Haas, Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf Haas]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwie habe ich mich ein schon bisschen gewundert, dass noch niemand einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-137" title="haas-silentium" src="http://www.literatur-blog.at/wp-content/uploads/haas-silentium.jpg" alt="haas-silentium" width="150" height="243" />Irgendwie habe ich mich ein schon bisschen gewundert, dass noch niemand einen der „Kultromane&#8221; von Wolf Haas besprochen hat.  Natürlich ist mir klar, man liebt ihn oder man hasst ihn, dazwischen gibt es nichts, aber das ihn gleich alle hassen. Da ich zu Ersteren gehöre, fühle ich mich jetzt irgendwie berufen euch den Privatdetektiv Simon Brenner vorzustellen.<span id="more-136"></span></p>
<p>Privatdetektiv Brenner, ein eher unsympathischer Antiheld, wird nach Salzburg gerufen, um im katholischen Internat „Marianum&#8221; Beweise für die untadelige Vergangenheit eines ehemaligen Lehrers und jetzigen Bischofskandidaten zu finden. Ein früherer Internatsschüler hat ihn sexueller Übergriffe bezichtigt und da denkt man natürlich unweigerlich an die Affäre Groer, Hygieneunterricht you know.</p>
<p>Die Auftraggeber sind fast erleichtert, als der ehemalige Zögling, Schwiegersohn des Vizefestspielpräsidenten, als zerstückelte Leiche aufgefunden wird. Günstig, dass sich in der Nähe des Fundortes auch ein Landstreicher erhängt hat, damit scheint der Fall gelöst. Aber Brenner glaubt nicht daran, dass sich der Mörder von Reue und Gewissensbissen überwältigt, selbst gerichtet hat.</p>
<p>Und wie recht er doch behält! Weil kurz darauf passiert schon der nächste höchst unappetitliche Todesfall!</p>
<p>Die Sprache und der Stil von Haas-Romanen triefen nur so vor Andeutungen und Wortspielen. Gerne lässt er die Verben weg, schreckt vor derber Ausdrucksweise nicht zurück und spricht seine Leser direkt an und das nicht immer freundlich. „&#8230;oder sagen wir Afrika unten, wo sie die Kondome lieber aufsparen als Willkommensluftballone für den nächsten Papstbesuch.&#8221;</p>
<p>Geschmacklosigkeiten gehören zum guten Ton und selten findet man seine Leichen in einem Stück, also nicht unbedingt eine Lektüre für die besonders Zartbesaiteten unter uns.</p>
<p>Haas spart nicht mit Anspielungen und Seitenhieben, ach was sage ich, es sind gewaltige Hiebe auf die Kirche oder die Salzburger Festspiele. Generelle Sozialkritik ist das Fundament, auf dem der Autor die skurille Geschichte aufbaut und er liebt es besonders, bissig und boshaft zu sein. „&#8230; der Herr Primar will endlich einmal persönlich das Erbrochene von seiner alkoholkranken Frau wegputzen, praktisch das Leben wieder ganz spüren.&#8221;</p>
<p>Der Stil von Wolf Haas ist sicher gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich einmal eingelesen hat, fürchtet man sich ein bisschen, wenn das Buch ausgelesen ist.</p>
<p>„Komm süßer Tod&#8221;, „Silentium&#8221; und „Der Knochenmann&#8221; wurden bereits mit Josef Hader in der Hauptrolle verfilmt und dies sehr gelungen, wie ich finde. Aber das liegt wahrscheinlich daran, das Haas und Hader an den Drehbüchern mitgeschrieben haben.  Aber wie gesagt, ein bisschen grauslich ist das alles schon!</p>
<p>&nbsp;</p>
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