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	<title>Literatur Blog &#187; Andreas</title>
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	<description>von LeserInnen für LeserInnen</description>
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		<title>Daniel Glattauer: Ewig Dein</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 19:14:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glattauer, Daniel]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Glattauer]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Versprechen oder eine Drohung?  Oder ein Versprechen, das sich mehr und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1582" title="Ewig Dein" src="/wp-content/uploads/Ewig-Dein.jpg" alt="" width="150" height="244" />Ein Versprechen oder eine Drohung?  Oder ein Versprechen, das sich mehr und mehr als Drohung entpuppt? Auf die Spur der bedrohlichen Bedeutung dieser Phrase macht sich Daniel Glattauer und kehrt damit, nach seinem phänomenal erfolgreichen Ausflug in das Genre der &#8220;Email-Romane&#8221;,  zurück in die Welt der &#8220;normalen Romane&#8221;. <span id="more-1581"></span></p>
<p>Die meisten Leserinnen und Leser werden Glattauer nur von &#8220;Gut gegen Nordwind&#8221; oder &#8220;Alle sieben Wellen&#8221; kennen, Doch bereits davor gab es den Schriftsteller Daniel Glattauer, der u.a. mit &#8220;Darum&#8221; oder &#8220;Der Weihnachtshund&#8221; Bücher über Zwischenmenschliches schrieb die mir, ehrlich gesagt, noch besser gefielen als seine danach erschienenen internationalen Bestseller.</p>
<p>Gespannt also schlug ich &#8220;Ewig Dein&#8221; auf um zu lesen, wie diese Rückkehr gelungen ist. Gleich der erste Eindruck: witzig. Geistreich und originell, das wird ein Spaß beim Lesen.</p>
<p>Judith sieht Hannes zuerst im Supermarkt, dann in ihrem Geschäft und bald auch in ihrem Herzen. Alles scheint auf ein Versprechen der beiden zueinander hinaus zu laufen. Bis, ja bis die Zuneigung von Hannes überschäumt, wie das Wasser i9m Kochtopf. Nur dass man bei Hannes nicht so einfach die Energie herunter drehen kann, er kocht und schäumt und libt immer wieter, immer mehr. Und wird vom Versprechen zur Drohung.</p>
<p>Aber der Reihe nach: wir sind dabei, als in Judiths Gedanken aus der flüchtigen Bekanntschaft mit Hannes, dem Architekten, zuerst Sympathie und dann eine immer stärker werdende Zuneigung wird.  Kein Detail an ihm entspricht irgendeinem Traumbild, doch in der Summe seines Wesens trifft er bei ihr genau den richtigen Ton. Und alle lieben ihn, bald auch Judith.</p>
<p>Zuneigung wird zu Sehnsucht und Sehnsucht wird zu Leidenschaft. Etwas ungleich verteilt, aber immerhin.</p>
<p>Nun ja, während aller dieser Phasen gab es durchaus Momente, in denen Zweifel hätten aufkommen können, hätte sie nur genauer hingesehen/hingehört. Aber wenn man/frau einmal auf diesen Weg der Leidenschaft eingeschwenkt ist, dann neigt man/frau nun einmal zum Übersehen, zum Nicht-Zur-Kenntnis-Nehmen von Offensichtlichem.</p>
<p>Wenn es nun normalerweise zu einer gewissen Konsolidierung im weiteren Ausbau einer Beziehung kommt, so verhält es sich bei Hannes völlig anders. Der nämlich möchte jeden Tag ein neues, noch höheres  Gefühlslevel erreichen, er ist immer in der Nähe, Tag und Nacht,  und ..  jetzt sind wir beim Thema Bedrohung angelangt. Hannes ist allgegenwärtig, er macht Judith zur Gefangenen seiner überbordenden Liebe. Nicht körperlich, aber seelisch dringt er in Judiths Leben ein, die immer verzweifelter nach einem Ausweg aus dieser wie unter einem Zwang stehenden Beziehung sucht.</p>
<p>Diese Judith, irgendwie kenne ich sie. Oder zumindest kenne ich Menschen, die ihr sehr ähnlich sind. Das sind alles Menschen, die ich mag, und so ist es nur logisch, dass ich das ganze Buch über mit Judith mitleiden, mitverzweifeln, mitfühlen musste. Und Daniel Glattauer hat es mir mit der Art und Weise wie er dieses Buch geschrieben hat, immens leicht gemacht, die Geschichte zu erleben und zu erfühlen. Ich fühlte mich von Hannes fast  genauso bedrängt wie es Judith schon nach wenigen Beziehungswochen war, dann genauso bedroht wie sie, als sich Hannes&#8217; Leidenschaft als Obsession entpuppte, war gleichsam Co-Gestalkter und Co-Opfer und oft genauso gehetzt wie Judith selbst (Obwohl, nur um es zu erwähnen, Hannes und ich persönlich wohl kaum in eine solche Situation gekommen wären).</p>
<p>Zusammengefasst: Gut, dass Glattauer von einer Fortsetzung seiner Email-Erfolge absah und sich wieder der normalen Prosa zuwandte.</p>
<p>Denn deshalb gibt es ein enorm fesselndes Buch, bei dessen Lektüre ich öfters selbst fast atemlos war, so sehr geht die Geschichte zuerst unter die (Gänse)Haut und dann durch Mark und Bein. Und das Schlimmste/das Beste dabei ist: man kann sich vorstellen, wie so etwas tatsächlich passiert.</p>
<p>&#8220;Ewig Dein&#8221; hat &#8211; das war mir schon nach den ersten 10 Seiten völlig klar &#8211; erneut das Zeug zum (verdienten) Bestseller. Und mit einem solchen literarischen Erfolgslauf kann einem dieser Glattauer schön langsam richtig unheimlich werden.</p>
<p>PS: zu den 5 Sternen mindestens noch 2 dazu!</p>
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		<title>Benjamin Stein: Replay</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/02/benjamin-stein-replay/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 16:28:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Stein, Benjamin]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin Stein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man von Geburt an mit einem Handicap zu leben hat, dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1579" title="Replay" src="/wp-content/uploads/Replay.jpg" alt="" width="150" height="245" />Wenn man von Geburt an mit einem Handicap zu leben hat, dann ist es doch die beste Chance, die man bekommen kann: über eine Technik zu verfügen, die nicht nur über dieses Handicap hinweg hilft, sondern viel mehr Möglichkeiten eröffnet, als sie ein Mensch von Natur aus haben könnte.<span id="more-1578"></span></p>
<p>Ed Rosen hatte diese Chance. Sein entstelltes (und wie man sagen muss von Ärzten noch weiter verpfuschtes) Auge durch ein Implantat zu ersetzen. Zu verdanken hat er diese Chance dem Professor Matana, seinem Boss, der in seinem Unternehmen alles bereit stellte, was zur Entwicklung nötig war und ihn, Ed Rosen als ersten Träger eines solchen Wundergerätes auswählte.</p>
<p>Jetzt trägt er es, dieses künstliche Auge. Die grausame Zeit seiner Jugend ist längst überwunden, denn damals kam zum wirklichen Leid auch noch das eingebildete dazu, das war seine Vorstellung, wie sehr er auf alle abstossend wirken musste, etwas das ihn mit dem Erwachsenwerden zumindest nicht mehr belastete.</p>
<p>Er erinnert sich genau, wie es war an jenem Morgen, als er dieser physischen Transformation seiner selbst zustimmte, wie es war, als er an jenem Morgen erwachte und meinte, anstatt seines Fußes einen Huf zu sehen. Dort wo sein Fuß sein sollte, sah er einen Huf unter der Decke heraus ragen! Und genau da entschloss er sich, zu zu dem Prototypen für einen neuen, technisch verbesserten Menschen zu werden.</p>
<p>Magisch und hypnotisch, diese beiden Attritute kamen mir schon beim Lesen von Stein&#8217;s Buch &#8220;Die Leinwand&#8221; in den Sinn und hier ist es wieder, dieses Gefühl: es beginnt ganz unscheinbar, unauffällig, beiläufig und doch &#8211; schon nach wenigen Absätzen haben  sich ganz eigene Welten aufgebaut. Die Welt im Kopf des Ed Rosen und die Welt um ihn herum.</p>
<p>In Rückblenden erzählt sich sein Leben, Schritt für Schritt nähern wir uns über die Jahre hinweg der Zukunft, die gleichzeitig die eigentliche Gegenwart des Buches ist. Dabei wechseln sich Abschnitte, in denen Tage, Wochen in wenigen Sätze beschrieben werden, ab mit Abschnitten, in denen es seitenweise um nur wenige Minuten in Eds Leben geht.</p>
<p>Das gibt dem Buch einen ganz eigenen Rythmus, in dem sich auch noch der (zeitliche) Standort verschiebt, in dem sich die Frage nach Gegenwärtigem oder Vergangenem meistens nicht zweifelsfrei beantworten lässt -  oder anders ausgedrückt: es ist nicht klar was heute geschieht, was nur eine Erinnerung an gestern ist, denn wir wissen lange gar nicht, wann diese Geschichte spielt.</p>
<p>Und dann, fast nebenbei, mitten drinnen im Buch, liest man eine sehr interessantes Statement zum Thema Soziale Netzwerke: wie schafft es zB. ein Unternehmen wie Facebook (aber auch viele andere, machen wir uns da keine Illusionen), Millionen Menschen jede beliebige Information heraus zu locken, sie eines Teiles ihrer (Persönlichkeits)Rechte zu berauben und sie dazu auch noch dauerhaft an sich zu binden. Etwas, das einfach das ganze Leben durchschaubar, transparent macht, das es mit einer Zeile, einem Bild, einem Video zerstören oder aufbauen kann, hält uns schon heute fest in seinem Griff. Wir aber wollen es nicht bemerken, halten uns selbst für stärker als das System.</p>
<p>Nun: in der gar nicht so fernen zukünftigen Gegenwart des Ed Rosen hat etwas über unsere köperliche und geistige Seite schon längst die Oberhand gewonnen und wir lassen es uns genauso wie heute frohen Mutes gefallen.</p>
<p><strong>Ein futuristischer Roman, der zutiefst in der Gegenwart verwurzelt ist.</strong><br /><strong>Eine spannender Thriller über das Ausufern der Dinge.</strong><br /><strong>Ein beeindruckendes Bucherlebnis.</strong><br /><strong>Eine besondere Empfehlung.</strong></p>
<p>PS: Warum das Buch den Titel &#8220;Replay&#8221; trägt, findet man beim Lesen heraus. Für mich aber könnte dieses Buch mit dem Titel &#8220;Replay&#8221; auch eine Art moderne Neuinszenierung &#8211; ein Replay &#8211; eines anderes Buches sein. &#8220;1984&#8243;.</p>
<p>PPS: Und warum ist Benjamin Stein mit seinem Blog <a href="http://turmsegler.net/20091021/turmsegler-benjamin-stein-hat-0-fans/">Turmsegler</a> auf Facebook?</p>
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		<title>Wiens erster Buch-Expressdienst: soziales Engagement inklusive</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/wiens-erster-buch-expressdienst-soziales-engagement-inklusive/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 08:51:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[Ab sofort gibt es einen Buch-Webshop mit einem Buch-Expressbotendienst für ganz Wien. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ab sofort gibt es einen Buch-Webshop mit einem Buch-Expressbotendienst für ganz Wien. Wer jemanden mit einem Geschenk überraschen möchte oder keine Zeit für Besuche hat… – kann nun völlig unkompliziert und kostengünstig ‚ein Buch auf Besuch’ schicken. <span id="more-1575"></span></p>
<p>Falls man rechtzeitig bestellt (lt. &#8220;Buchbesuch.at&#8221; wochentags bis 15:30 Uhr), erfolgt die Zustellung sogar noch am selben Tag.</p>
<p>Die Besonderheit dabei ist, dass dieses Projekt gemeinsam mit der Organisation JUGEND AM WERK umgesetzt wird. Die gesamte Buch-Expresszustellung – von der Geschenksverpackung bis hin zur logistischen Abwicklung und persönlichen Botenzustellung – erfolgt seitens der ‚<a href="http://www.jaw.at">JUGEND AM WERK Werkstätte &amp; Tagesstruktur Landstraße</a>’ – wodurch Menschen mit Behinderung ein kleiner, aber wichtiger Schritt in unsere Gesellschaft ermöglicht wird.</p>
<p>Detailinfos mit Zustellzeiten, Preisen, Online-Shop unter: <a href="http://www.buchbesuch.at">www.buchbesuch.at</a></p>
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		<title>Georges Simenon: Der Mörder</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/georges-simenon-der-morder/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 00:14:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Simenon, Georges]]></category>
		<category><![CDATA[Georges Simenon]]></category>

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		<description><![CDATA[Hans Kuperus ist ein Mörder. Ein eiskalter Mörder, der seine Tat ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1562" title="Der Mörder" src="/wp-content/uploads/Der-Moerder.jpg" alt="" width="150" height="266" />Hans Kuperus ist ein Mörder. Ein eiskalter Mörder, der seine Tat ein Jahr lang vorbereitete. Von dem Moment vor einem Jahr an, als er den anonymen Brief erhielt, durch den er von der Affäre seiner Frau erfuhr. Von diesem Moment an wuchs in ihm die Wut und nun hatte er es getan.<span id="more-1561"></span></p>
<p>Seine Frau und ihr Liebhaber sind tot, er hat beide umgerbracht. Einen raffinierten Plan hat er sich zurecht gelegt. Er, der sein Leben in den immer gleichen geregelten Bahnen zu leben pflegte, hatte diese Routine für diesen Moment durchbrochen und seine Frau und ihren Liebhaber erschossen.</p>
<p>Sicher, man würde ihn, den Mörder, früher oder später finden, aber bis dahin wollte er seinen Erfolg auskosten und sich daran erfreuen, wie er alle anderen hinters Licht geführt hatte. Und er wollte sich seinen Rang in der Gesellschaft wieder holen, alles, wobei ihm dieser Mann, der sich zu allem Überfluss auch noch seine Frau ins Bett geholt hatte, im Weg gestanden war.</p>
<p>Der unweigerlichen Bestrafung durch das Gesetz kann er somit getrost ins Auge sehen, wenn sie denn kommen würde. Doch nichts geschieht, der Doppelmord bleibt ungeklärt und Kuperus mit sich und seiner Tat alleine. Niemandem kann er sich mitteilen, alles muss er in sich selbst behalten.</p>
<p>So entsteht das Psychogramm eines Mörders, der über seine Tat immer wieder nachdenken kann und muss. So sehr er von Angang an damit rechnete, ausgeforscht zu werden, so sehr ist er nun darauf erpicht, unerkannt zu bleiben. Die Routine seines Lebens vermischt sich mit dem Misstrauen, dass er nun allem und jedem entgegenbringt. Nie ist ihm klar, ob es Einbildung ist, oder ob sich die Menschen ihm gegenüber nun anders verhalten. Die Kluft zwischen ihm und seinen Mitmenschen wird tagtäglich größer und er vermeint hinter jedem Blick hinter jedem Satz zu erkennen, dass man ihn für den Mörder hält.</p>
<p>Es ist ein Krimi von Georges Simenon und es ist einer ohne Maigret. Den vermisst man aber nicht wirklich, denn es ist auch ohne den Kommissar ein wirklich großer Krimi. Entstanden im Jahr 1937 hat man eine sehr moderne und aktuelle Form eines Psychothrillers in der Hand. Sein Entstehungsjahr merkt man diesem Roman nur anhand der Orte und Schilderungen des tägliches Lebens und der damaligen Lebensumstände an. Abgesehen davon könnte er auch im Jahr 2012 geschrieben worden sein.</p>
<p>Und wäre er im Jahr 2012 geschrieben und neu erschienen, dann wäre er unter dem besten des Jahres, fände sich mit Sicherheit in allen Bestenlisten (auch wenn sich hie und da ein paar logische Fehler eingeschlichen haben, aber die mag man beim Lesen selbst finden). Denn  &#8220;Der Mörder&#8221; ist einfach ein toller und beeindruckender Kriminalroman!</p>
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		<title>Wolfgang Ruge: Gelobtes Land</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/wolfgang-ruge-gelobtes-land/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 02:26:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biographie]]></category>
		<category><![CDATA[Ruge, Wolfgang]]></category>
		<category><![CDATA[Eugen Ruge]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Ruge]]></category>

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		<description><![CDATA[Von einem, der, wie er glaubte und hoffte,  ins Land der Verheissung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1549" title="Gelobtes Land" src="/wp-content/uploads/Gelobtes-Land.jpg" alt="" width="150" height="231" />Von einem, der, wie er glaubte und hoffte,  ins Land der Verheissung zog und dessen Überzeugung dort auf eine harte Probe gestellt wurde. Der Weg des Wolfgang Ruge aus Nazideutschland in Stalins Sowjetunion und wieder zurück in die DDR.<span id="more-1548"></span></p>
<p>Ein Lebensweg, den man wohl eher als Leidensweg bezeichnen muss. Wolfgang Ruge durchlebte fast alles, was Europa im 20. Jahrhundert an Diktaturen und Diktatoren und an Unterdrückung zu bieten hatte, Flucht vor den Nazis, Straflager und jahrelange Verbannung im Gulag inklusive.  Er durch- und überlebte es, was er angesichts seiner Erlebnisse lange Zeit wohl nicht als selbstverständlich annehmen konnte.</p>
<p>Wolfgang Ruge kehrte im Jahr 1957 aus der Sowjetunion nach Deutschland zurück und wurde in der DDR einer der führenden Historiker. Liest man seine Erinnerungen, dann muss man sich die Frage stellen, warum er trotz all der Unterdrückung, die er unter Stalin erleiden musste, in einem kommunistischen Land leben wollte und konnte.</p>
<p>In den Jahren 1984-1986, rund 30 Jahre nach seiner Rückkehr, schrieb er den ersten Teil seiner Erinnerungen nieder, 1998-1999 und somit erst 10 Jahre nach dem Ende der DDR verfasste er den den zweiten Teil, in dem es Straflager, Verbannung und Rückkehr geht. Die Veröffentlichung blieb allerdings seinem Sohn Eugen Ruge vorbehalten, der die Manuskripte, fünf Jahre nach dem Tod des Vaters, aus Herausgeber in Buchform heraus brachte.</p>
<p>Es sind die Erinnerungen eines damals noch jungen Mannes, der in seinem Innersten (es öffentlich zu tun hätte wohl das sofortige Todesurteil bedeutet) die Politik unter Stalin in Frage stellte, der unter dieser Politik jahrelang zu leiden hatte, einzig wegen des Umstandes, dass er Deutscher war. Und das, obwohl er sich, schon lange bevor Hitlerdeutschland die Sowjetunion überfiel, für den Kommunismus entschieden hatte und nach Moskau gekommen war um von dort aus die Revolution in die Welt hinaus zu tragen. Er schildert eine Welt, in der sich die Mehrzahl der Menschen in ihr Schicksal fügt, in der das Regime den Hunger als Waffe einsetzte. Wer täglich ums Überleben kämpft, hat nicht die Kraft für Widerstand. Und viele Millionen hatten auch nicht die Kraft zum Überleben.</p>
<p>Die beiden ersten Teile des Buches muten fast wie eine Erzählung an, manchmal so, als ob Wolfgang Ruge über die Erlebnisse ines andere Menschen berichete. Die Emigration, die Jahre in Moskau, die zeit, in der das Regime Schritt für Schitt brutaler wurde.</p>
<p>Es ist der dritte Teil in dem der Irrsinn und die Qual fast körperlich spürbar werden. Es sind die Leidensjahre im Arbeitslager, dominiert von Hunger, Kälte, Intrige und Angst. Jetzt wird die Ausdrucksform härter, jetzt bekommt man den Hauch einer Ahnung und kann dabei kaum verstehen, wie all dies zu überleben war. Und dann, wenn man glaubt, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann (und als Mitteleuropäer des Jahres 2012 keine Ahnung hat, wie zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch jemand am Leben sein konnte), folgt ein Kapitel mit dem Titel &#8220;Die schlimmste Zeit beginnt&#8221;.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund ist es schwer zu verstehen, wie tief der Glaube an den Kommunismus als Zukunftsmodell in einem Menschen verankert sein konnte. Da vermochten auch die Verbrechen des Stalinismus nichts daran zu ändern, die Kenntnis vom Leiden und Sterben vieler Millionen Menschen. Marx, Engels, Lenin blieben über jeden Zweifel erhaben, ihre Lehren und ihr Vermächtnis das Ideal.</p>
<p>Wolfgang Ruge beschreibt seinen Lebensweg in den Jahren 1933 &#8211; 1956. Die Welt zu dieser Zeit wird lebendig, aber nicht so lebendig, dass man sich vorstellen könnte, wie es damals war &#8211; das kann man aus heutiger Sicht einfach nicht &#8211; aber so real und lebensnah erzahlt, wie es ihm nur möglich war. Dabei zieht er immer wieder eine Grenze zwischen dem war gerade geschieht (die Diktatur Stalins) und dem wie es sein sollte (der reine Kommunismus als gelobtes Land für die Menschen). Es ist diese Grenzziehung, die ihm wohl den fortgesetzten Glauben an diese Ideologie ermöglichte.</p>
<p>Wir werfen einen Blick auf das Innere von Geschehnissen, über die nicht mehr viele erzählen konnten, denn die meisten haben die Lager nicht überlebt. Dann, langsam nach Ende des Krieges, beginnen sich die Lebensumstände zu etwas verbessern, doch die entscheidene Veränderung lässt noch viele Jahre lang auf sich warten. Erst mit dem Tod Stalins im Jahr 1953 geht ein Aufatmen durch das riesige Land.</p>
<p>Ruge berichtet darüber, wie schnell sich die Verhältnisse ändern, wie schnell die Kritik am toten Diktator einsetzt, wie schnell sich schon auf die kleinsten Veränderungen die Hoffnung auf das endgültige  Entstehen eines menschlichen Kommunismus/des wahren Sozialismus  gründet. Doch das ist, wie wir wissen, letztendlich auch nur ein kurzen Aufflackern gewesen. </p>
<p>Vor kurzem habe ich <a title="Timothy Snyder: Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin" href="/2011/10/timothy-snyder-bloodlands-europa-zwischen-hitler-und-stalin/">Bloodlands</a> gelesen, die wissenschaftliche Aufarbeitung der Zeit Hitlers und Stalins. Wolfgang Ruges Erinnerungen sind dazu eine sehr wertvolle, enthüllende und ehrliche Ergänzung: so fühlte sich an, was die unfassbar grausamen Regime des 20. Jahrhunderts mit und aus den einzelnen Menschen machten. Und manchmal berichten beide Bücher in sehr ähnlicher Art und Weise von den gleichen Begebenheiten.</p>
<p>Für mich ein wichtiges und lehrreiches Buch zum Verstehen dieser Zeit. Und eines jener Bücher, die man nützen sollte, um die damals begangenen Verbrechen niemals zu vergessen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Walter Fanta: Puschnig</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/walter-fanta-puschnig/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 00:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fanta, Walter]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Fanta]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Politik in Kärnten ist seit vielen Jahren ein praktisch unerschöpflicher Quell [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1442" title="Puschnig" src="/wp-content/uploads/Puschnig.jpg" alt="" width="150" height="250" />Die Politik in Kärnten ist seit vielen Jahren ein praktisch unerschöpflicher Quell an Kuriositäten, Peinlichkeiten und ein paar weiteren Eigenschaften, die beim Namen zu nennen die Gefahr eines gerichtlichen Nachspieles in sich bergen (weshalb ich sie nicht nenne, sondern es die Leserin/den Leser ersuche, sich selbst etwas auszusuchen).<span id="more-1441"></span></p>
<p>Anstatt sich also an einklagbare Fakten zu halten, kann man zwei unterschiedliche Dinge tun.</p>
<p>Variante 1 ist, einfach nur ein paar  Namen der Hautpdarsteller der Kärntner Provinzposse zu nennen und jede und jeder kann sich seinen Teil dazu vorstellen: Jörg Haider (vormals Landeshauptmann und Phaeton-Schnellfahrer, nun Landesheiliger), Stefan Petzer (immer auf der Suche nach einem sonnenstudiogebräunten Lebensmenschen/sonnenstudiogebräunt  immer auf der Suche nach einem Lebensmenschen), Gerhard Dörfler (das ist der Landehauptmann, der sich gerne mit einem Glas in der Hand in der Öffentlichkeit zeigt, ansonsten aber kaum erwähnenswert ist -  ausser vielleicht, dass gerichtlich festgestellt wurde, dass er&#8217;s nicht versteht), Uwe Scheuch (einer, der Englisch kann und dies mit dem Satz &#8220;Part Of The Game&#8221; grandios beweist und für den, wie für alle anderen auch, sicherheitshalber die Unschuldsvermutung gilt) und top-aktuell: Josef Martinz (für den 6 Millionen EURO für ein paar ausgedruckte Seiten auch nur ein Klacks sind, er muss das ja nicht aus eigener Tasche zahlen).</p>
<p>Variante 2 ist, eine Satire darüber zu schreiben, so wie es Walter Fanta getan hat. Das ist auch recht ungefährlich, vor allem dann, wenn man die Namen aus Variante 1 nicht nennt, sondern sich die Lebensgeschichte des Herrn Puschnig einfallen lässt (und nein, der Namen bedarf es nicht, um zu wissen, wen Walter Fanta meint). Im Unklaren bleibt dabei, ob Puschnig und seine Geschichte nicht doch etwa Realität sind/waren.</p>
<p>Ausnahmweise nehme ich für die Kurzbeschreibung des Buch-Inhaltes die Verlagstext, weil man kaum besser beschreiben kann:</p>
<p>Puschnig, der prototypische Kärntner, dient sich aus Ortstafeltälern ins Landeshauptmannsbett hoch und verschwindet 1990 als Zeuge eines ominösen Geschehens am Ulrichsberg. Der junge David P. stößt 2008 auf seine Fährte, recherchiert, entdeckt Grausliches, gerät in die Mühlen von Puschnigs Rache und in die Landeskatastrophe des 10./11. Oktober 2008. Die als Thriller/ Melodram getarnte Kärnten-Satire als Mittel der Katastrophenbewältigung lässt das Land über die Landespotentaten und die eigene Verführbarkeit lachen. Doch Kärnten ist überall.</p>
<p><em>(Variante 3 wäre, so wie einst Stermann &amp; Grissemann, ein paar der strammen Kärntner derart vorzuführen, dass man praktisch aus dem Land gejagt wird &#8211; das aber wollte sich Walter Fanta als Kärntner Bürger verständlicherweise nicht antun.)</em></p>
<p>Doch irrt man wenn man glaubt, dass es in Kärnten nur die Mitglieder der in die Jahre gekommenen Buberlpartie bei FPÖ, FPK, BZÖ sind, die für irritierende/skurrile  Schlagzeilen sorgen. Auch die Landesorganisationen von SPÖ und ÖVP lassen sich zum Thema Kleingeist und Machterhaltung schon seit Jahrzehnten nicht nachsagen, dass sie untätig wären (und hoffentlich habe ich jetzt keine der regionalen Gruppierungen vergessen, es täte mir leid..)</p>
<p>Wer also einen schrägen Blick auf das Kärntner Politbiotop werfen möchte, der/dem sei dieses kleine Büchlein ans Herz gelegt. Wenn man dazu noch regelmäßig die Nachrichten über Österreichs südlichstes Bundesland verfolgt, dann ist man rundum bestens unterhalten. Lei-Lei!</p>
<p><strong>Zum Weiterlesen: Infos aus dem Land der Politpossen<br /></strong>(eine kleine Auswahl)<strong><br /></strong></p>
<ul>
<li><a title="Link zu Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Part-of-the-Game-Aff%C3%A4re">Part of the Game</a></li>
<li><a href="http://derstandard.at/1326502895774/Causa-Birnbacher-Josef-Martinz-geht-als-Landesrat">Martinz tritt zurück (immerhin)</a></li>
<li><a href="http://www.florianklenk.com/2009/08/11/fall-eins-die-abgewurgten-ortstafel-ermittlungen/">Er versteht es halt nicht</a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=hhPnXxQA-s0">Dörfler und Strache auf YouTube: eine Posse fürs dumme Volk (dazu möchte ich nur sagen: rechts o)</a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=OULXKPYj7kU">Fehlurteile und Politjustiz &#8220;die Welt ist immer so böse zu uns&#8221;</a></li>
</ul>
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		<title>H.G. Wells: Von kommenden Tagen</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 02:17:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Science Fiction]]></category>
		<category><![CDATA[Wells, H.G.]]></category>
		<category><![CDATA[H G Wells]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ein richtiger utopischer Roman. Aus der Sicht des ausgehenden 19. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1546" title="Von kommenden Tagen" src="/wp-content/uploads/Von-kommenden-Tagen.jpg" alt="" width="150" height="238" />Es ist ein richtiger utopischer Roman. Aus der Sicht des ausgehenden 19. Jahrhunderts erzählt H.G. Wells über das 22. Jahrhundert. Heraus gekommen ist dabei die Beschreibung einer Welt, die einerseits einiges enthält, das schon wahr geworden ist, andererseits wird von einer Gesellschaft berichtet, die noch weiter auseinander gedriftet ist, als wir es schon heute erleben.<span id="more-1545"></span></p>
<p>Beim Lesen hatte ich andauernd die Bilder von Fritz Langs &#8220;Metropolis&#8221; vor Augen. Genau so erschien mir Well&#8217;s Schilderung der Stadt im 22. Jahrhundert: ein Moloch, in dem oben die kleine Schicht der Besitzenden viel Sonnen abbekommt, darunter die große Masse der praktisch zu reinen Arbeitssklaven verkommenen Mehrheit im Dunklen schuftet und ohne Aussicht auf Besserung dahin vegetiert. Keine gute und schöne Welt also, vor allem dann nicht, wenn man kein Geld hat.</p>
<p>Für die Oberschicht gibt es vieles, das wir auch heute schon kennen (Smartphones, Linienflüge), aber auch soziale Zwänge, die für alle Menschen dieser Zukunft das Leben einschränken. Da hat Liebe im heutigen Sinn keinen Platz mehr. Das ist der Punkt, an dem die Geschichte von Elizebeth und Denton beginnt, die sich ineinander verlieben, auf die ganz klassiche, altmodische Art. Doch Elizebeths Vater hat einen anderen für sie ausgesucht, einen, der aus einer höheren sozialen Schicht kommt, als der arme und fast mittelose Denton.</p>
<p>Wie die beiden gemeinsam aus dem engen gesellschaftlichen  Korsett ausbrechen wollen, wie sie daran scheitern, in dieser Welt eine eigene Nische für ihre Liebe zu finden und wie am Ende doch Mitgefühl siegt. Darum geht es in dieser kleinen aber feinen Erzählung.</p>
<p>PS: Ist es jetzt ganz falsch, wenn man, Parallelen zur Gegenwart zieht? Ich glaube das darf man schon: wir leben zwar nicht übereinander gestapelt, aber so etwas wie eine Clique an der Sonne (ich sage nur Spekulation, Hedgefond, Bank) hält sich eine Mehrheit, die fürs Geld und für die Produktivität sorgt (Steuerzahler).</p>
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		<title>Josef Rainer: Das Leben des Benvenuto Cellini und der Diebstahl der Saliera</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 01:32:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer, Josef]]></category>
		<category><![CDATA[Josef Rainer]]></category>

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		<description><![CDATA[Das &#8220;Leben&#8221; der Saliera, des berühmtesten Salzfasses der Welt, erzählt in einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/Rainer.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1405" title="Der Diebstahl der Saliera" src="/wp-content/uploads/Rainer.jpg" alt="" width="150" height="210" /></a>Das &#8220;Leben&#8221; der Saliera, des berühmtesten Salzfasses der Welt, erzählt in einer Form, die dem durchaus bewegten Leben des kleinen Kunstwerkes und seines Schöpfers entspricht.<span id="more-1404"></span></p>
<p>Vom Diebstahl der Saliera haben wir alle gehört &#8211; zumindest wenn wir in Österreich wohnen. Denn nicht oft können wir in der Kategorie Kunstraub mit dem Rest der Welt mithalten. Die großen Diebe wenden sich lieber an publikumswirksamere Orte wie zB.  den Louvre in Paris.</p>
<p>Nun, da wir endlich auch unseren eigenen Jahrhundertraub hatten, war es folgerichtig und an der Zeit, dies auch künstlerisch umzusetzen.</p>
<p>Also schuf Josef Rainer ein Bilderbuch, in dem er die Geschichte des Kunstwerkes, über das Leben seines Schöpfers und jenes des Diebes erzählt.</p>
<p>Eine kleine Geschichte, in der man überraschen viel erfährt &#8211; so auch, dass Schöpfer und Dieb in gewisser Weise über die Jahrhunderte verbunden, in mancher Hinsicht Verwandte im Geiste sind. Nicht in jeder, denn der gute Benvenuto Cellini war nicht nur ein begnadeter Künstler sondern auch Mörder und Betrüger,</p>
<p>Ein amüsantes Heftchen, geeignet und unterhaltsam für Alt und Jung.</p>
<p>Zum Thema findet am im Web jede Menge Informationen, u.a.:</p>
<ul>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Saliera">Wikipedia</a></li>
<li><a href="http://derstandard.at/2313508">Der Standard</a></li>
<li><a href="http://www.zeit.de/2003/21/Der_Raub_der_Saliera">Zeit Online</a></li>
<li><a href="http://www.josefrainer.net">Josef Rainer</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Michael Hjorth, Hans Rosenfeldt: Der Mann, der kein Mörder war</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/michael-hjorth-hans-rosenfeldt-der-mann-der-kein-morder-war/</link>
		<comments>http://www.literatur-blog.at/2012/01/michael-hjorth-hans-rosenfeldt-der-mann-der-kein-morder-war/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 01:06:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hjorth, Michael]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Rosenfeldt, Hans]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Rosenfeldt]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Hjorth]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Sie werden es lieben, ihn zu hassen&#8221; steht auf dem Buchrücken hinten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1543" title="Der Mann, der kein Mörder war" src="/wp-content/uploads/Der-Mann-der-kein-Morder-w.jpg" alt="" width="150" height="231" />&#8220;Sie werden es lieben, ihn zu hassen&#8221; steht auf dem Buchrücken hinten drauf und das trifft es genau. Gemeint ist damit aber nicht der Mörder, der ja laut Titel gar keiner ist, sondern der Kriminalpsychologe Sebastian Bergmann. Und dann ist der Untertitel auch noch &#8220;Die Fälle des Sebastian Bergmann&#8221; &#8211; na toll, ein bekennender Ungustl, ein, Zitat,  &#8220;sozialer Super-Gau&#8221; als Hauptdarsteller eines Krimis!<span id="more-1542"></span></p>
<p>Dabei ist Bergmann nicht der einzige, den man nicht mögen wird in diesem Buch. Aber keine Angst, es gibt auch die Guten und Sympathischen, die Mitglieder der Mordkommission unter Kommissar Torkel Höglund.</p>
<p>Zum Einsatz kommt die Gruppe nach einem Mord an einem Teenager. Ein Ritualmord, so wird die Tat von den Medien genannt, denn was anderes soll es sein, wenn dem Opfer das Herz heraus gerissen wird. Eine schwedische Kleinstadt wird zum Schauplatz von Ermittlungen, Gerüchten und falschen Spuren. Der Täter beobachtet die Polizei bei ihrer Arbeit, versucht sie auf falsche Fährten zu locken. Doch auf Dauer kann das nicht gelingen, immer mehr rückt die Privatschule, die das Mordopfer besuchte, in den Mittelpunkt des Geschehens. Eine Schule, zu der Bergmann auch noch sein ganz persönliches und spezielles Verhälnis hat.</p>
<p>Bergmann, der Ungustl, ermittelt zunächst gar nicht mit, nur ein Zufall führt ihn zum Ermittlungsteam. Er hat seine eigenen Pläne, die Mordermittlung interessiert ihn im Grunde überhaupt nicht, doch er braucht das Informationsnetzwerk der Polizei um für sich selbst Informationen zu sammeln. Also spielt er seinem früheren Kollegen Höglund ungeniert eine Charade vor, heuchelt Interesse und schafft es prompt, ins Team aufgenommen zu werden. Sehr zum Missfallen der anderen Teammitglieder.</p>
<p>Doch das Unerwartete tritt ein: war es zu Beginn nur pures Eigeninteresse, das Bergmann zum Team stossen ließ, so wächst in ihm fast unmerklich und gegen seinen Willen die Faszination an der Arbeit und bald schon findet er sich ungeplant, dafür aber umso engagierter mitten drin.</p>
<p>Es ist fast wie in einem Film. Wie in einem guten und intelligentem Kriminalfilm. Wie auch immer die Autoren das hinbekommen haben, jedenfalls konnte ich die Ereignisse wie auf einer imaginären Leinwand mit verfolgen, so real und lebensecht erschienen mir die Charaktere, die Orte, die Ereignisse  (Aber das ist in Wahrheit ja auch kein Wunder, immerhin kommen die beiden aus der TV-Branche).</p>
<p>Auch wenn die Sache mit dem heraus gerissenen Herzen recht grauslich klingt, so wird uns beim Lesen jegliches Detail dazu (zum Herausreissen nämlich) erspart und auch sonst bleibt es &#8211; eher untypisch für skandinavische Krimis, könnte man sagen &#8211; eine recht blutarme Handlung. Dafür aber umso spannender und vor allem sehr logisch und realistisch: ich hatte immer das Gefühl, dass es genau so passieren muss, dass die Arbeit der PolizistInnen genau so abläuft.</p>
<p>Ich mag Krimis, in denen die Ermittlungsarbeit im Mittelpunkt steht. Wenn man genau miterleben kann, wie die Spuren analysiert, die Hinweise ausgewertet und schlussendlich die Lösungen gefunden werden. Wenn man also beim Lesen ganz genau nachvollziehen kann, wie sich die Sache entwickelt, wo man gerade steht und man auch selbst mitdenken (und mitspekulieren) kann. Genau so ein Krimi ist dieses Buch. Ein Erstling, der daher kommt kommt wie ein ganz großer.</p>
<p>Zurück zum Untertitel: der lautet &#8220;Die Fälle des Sebastian Bergmann&#8221; und das kann doch &#8211; denn in diesem Buch geht es nur úm einen Fall &#8211; nur bedeuten, dass noch mehr kommt!?<br />Das will ich aber auch hoffen!</p>
<p>PS: nicht zu verachten ist, dass man jede Menge Buch (fast 600 Seiten) fürs Geld bekommt !</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Miriam Pharo:  Isar 2066 Fall 1 &#8211; Jimmy der Mops</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/miriam-pharo-isar-2066-fall-1-jimmy-der-mops/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 01:21:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Pharo, Miriam]]></category>
		<category><![CDATA[Miriam Pharo]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum gerät man etwas mehr als 50 Jahre in die Zukunft,  schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1534" title="Isar 2066 Fall 1 - Jimmy der Mops" src="/wp-content/uploads/Isar-2066.jpg" alt="" width="150" height="212" />Kaum gerät man etwas mehr als 50 Jahre in die Zukunft,  schon erkennt man die eigene Welt nicht mehr. Detektiv Lucio Verdict lebt und arbeitet neuerdings (wir schreiben das Jahr 2066) in München. Nehmen wir aber einfach einmal an, dass es zu dieser Zeit auch anderswo so ähnlich ausieht: viel Technik, wenig Platz, kaum Natur und ein Hauch von Big Brother &#8211; nun eben genau so wie es unweigerlich kommen muss, wenn wir es in unserer Gegenwart einfach so weiter treiben.<span id="more-1533"></span></p>
<p>In diesem Kurz-Science Fiction-Kriminal-Fantasy-Roman hat Lucio seinen ersten Klienten in München. Ein Coiffeur (ja die gibts auch im Jahr 2066 noch) mit einem kleinen Sprengsatz in der Brust.  Dieser behindert ihn &#8211; es handelt sich beim Opfer um Jimmy &#8220;den Mops&#8221; Marquard &#8211; zwar praktisch nicht, ist aber ansonsten eine recht unerfreuliche Beeinträchtigung.</p>
<p>Unerfreulich, denn erstens hat Jimmy keine Ahnung, wie das Ding in seine Brust gekommen ist, zweitens nahm jemand in der beigefügten Botschaft Anleihen bei Wilhelm Busch und eben diese zwingt Jimmy drittens zu lautstarker Konversation.</p>
<p>Also dann: Lucio übernehmen Sie!</p>
<p>Miriam Pharo braucht gar nicht viele Seiten, um das Szenario dieser Zukunftswelt zu entwickeln und sie verzichtet dabei auch nicht auf den einen oder anderen Seitenhieb auf unsere Gegenwart. Flott, rasant und phantasievoll sind nur ein paar der durchwegs positiven Attribute, die für den Stil dieses Romanes zutreffen.</p>
<p>Der macht Spaß beim Lesen, nimmt sich nicht ernst, beschreibt aber gleichzeitig ein paar durchaus ernstzunehmende Perspektiven. </p>
<p>&#8220;Isar 2066&#8243; gibt es nur als E-Book. Das ist, zumindest für mich, recht schade, denn für mich wird es erst ein Buch, wenn es im Regal stehen kann. Weil das so ist, wäre ich von alleine nie dazu gekommen und es bedurfte eines kleinen Hinweises durch die Autorin selbst &#8211; danke dafür!</p>
<p>Denn jetzt bin ich ein Fan und freue ich mich schon auf weitere Fälle! (auch wenn es nicht wirklich ein Krimi ist)</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Helmut A Gansterer, Christiane Scholler: Erwin Pröll &#8211; Profil eines Politikers</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/helmut-a-gansterer-christiane-scholler-erwin-proll-profil-eines-politikers/</link>
		<comments>http://www.literatur-blog.at/2012/01/helmut-a-gansterer-christiane-scholler-erwin-proll-profil-eines-politikers/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 07:53:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biographie]]></category>
		<category><![CDATA[Gansterer, Helmut A]]></category>
		<category><![CDATA[Scholler, Christiane]]></category>
		<category><![CDATA[Christiane Scholler]]></category>
		<category><![CDATA[Helmut A Gansterer]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ausserhalb des Landes Niederösterreich der Name &#8220;Erwin Pröll&#8221; fällt, dann rollen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1528" title="Erwin Pröell" src="/wp-content/uploads/Erwin-Proell.jpg" alt="" width="150" height="241" />Wenn ausserhalb des Landes Niederösterreich der Name &#8220;Erwin Pröll&#8221; fällt, dann rollen die meisten mit den Augen, fallen wenig schmeichelhafte Bezeichungen wie &#8220;Landeskaiser&#8221;, &#8220;Parteibonze&#8221; (das sind noch die freundlichsten, weiteres dazu lasse ich unerwähnt, sonst verklagt mich noch jemand) und alle freuen sich, dass in ihrem eigenen Bundesland der Pröll nicht an der Spitze der Landesregierung sitzt.<span id="more-1527"></span></p>
<p>Über einen Politiker, der für die meisten ÖsterreicherInnen wohl der Inbegriff des Politik-Machtmenschen ist, haben Helmut Gansterer und Christiane Scholler ein Buch geschrieben, das bislang unbekannte Einblicke in den Menschen Pröll verspricht. Schön, denkt man sich da, warum nicht, vielleicht ist das Bild des Erwin Pröll ja ein ganz falsches und in Wahrheit ist er ein ganz lieber und umgänglicher Mensch. Und außerdem schätz(t)e ich Helmut Gansterer noch aus seiner Zeit beim &#8220;Trend&#8221;, als pointiert und zielsicher formulierenden Journalisten.</p>
<p>Das also war die Ausgangsbasis.</p>
<p>Gleich vorweg: das Ergebnis ist gleichsam erschütternd wie peinlich.</p>
<p>Was man geliefert bekommt, ist eine völlig unkritische Betrachtung des Erwin Pröll, die dieser den beiden AutorInnen sichtlich direkt in die Tastatur diktiert hat (wer hat das kürzlich auch noch gemacht? Genau! Der Herr von und zu Guttenberg!). Nicht nur unkritisch sondern gleichsam verklärend. Ein Politiker, der &#8211; verkauft wird uns LeserInnen das im Buch als &#8220;Zitate&#8221; &#8211; anscheinend in der Lage ist, Gedanken und Sätze aus dem Stegreif zu formulieren, wie sie jeden großen Lyriker und Denker vor Neid erblassen lassen, einer, der aber gleichzeitig -  ganz,  ganz ehrlich und wirklich -  einer von uns Normalsterblichen geblieben ist. Ist das nicht schön?! Er ist einer, der zu allem eine,  und dann auch immer genau die richtige, Meinung hat. Von dem Mann können wir noch so viel lernen.</p>
<p>Ganz lieb sind auch die &#8220;Handschriftlichen Notizen&#8221; des E.P., die man als Scan im Buch bewundern kann. Welch wunderbare Handschrift, welch wunderbare Gedanken uns da geboten werden &#8211; und anscheinend ganz spontan hingeschrieben und den beiden AutorInnen überreicht. Einfach nur schön und ergreifend.</p>
<p>Das alles ist ein paar Seiten lang amüsant, wird aber, weil es bis zum Ende dieses Buches in einer schier endlosen Leier und Lobhudelei dahin geht, bald langweilig und schlussendlich nur noch peinlich. Nichts wird hinterfragt, alles ist echt und ursprünglich, alles ist voll super und toll.</p>
<p>Erwin, der Freund der Mächtigen dieser Welt (untermauert mit so wunderschönen Bildern), der gütige Landesvater, der gute Übermensch, der uns behütet, für uns denkt und uns mit liebevoller Hand lenkt. Mariazell würde sich da für die Seligsprechung schon zu Lebzeiten direkt anbieten und irgendwer wird sich sicher bereit finden, mindestens ein Pröll&#8217;sches Wunder zu bestätigen. Personenkult vom Feinsten!</p>
<p>Auffallend ist, dass es zu diesem Buch bisher praktisch keine Besprechungen gibt, die über den vom Styria-Verlag herausgegebenen Pressetext hinaus gehen. Gefunden habe ich vielfache Erwähnung in den ÖVP Haus-und-Hof-Medien (inkl. ORF-NÖ, Niederöst. Nachrichten, etc.) aber wirklich gelesen hat es anscheinend kaum jemand. Ist aber auch logisch, denn wenn kritische Seitenblicke gänzlich fehlen, wie ernst kann man ein solches  Buch überhaupt nehmen?</p>
<p>Und genau an diesem Punkt macht sich bei mir Unverständnis breit: wie konnte ein ansonsten professionell kalkulierender Politiker (so hätte ich ihn bisher eingeschätzt) wie Erwin Pröll glauben, dass eine derart augenscheinliche Selbstbeweihräucherung ihm nützen könnte und warum hat er es also gemacht? Seinen gläubigen Jüngern muss er sowieso nichts mehr beweisen, alle anderen wird er damit mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht für sich gewinnen, eher abstossen. Bleibt nur anzunehmen, dass mit diesem Buch schlicht und ergreifend die Eitelkeit befriedigt werden sollte: wenn man ihn schon nicht als Bundespräsident haben will, dann bitte wenigstens eine Laudatio in Buchform mit einem echt coolen (!) Coverbild vorne drauf.</p>
<p>Fazit: reinster Personenkult in Wort und Bild, über den sich wahrscheinlich auch der selige Kim-Jong Il gefreut hätte. Da kann man sich nur erstaunt die Augen reiben und das Buch erschüttert aus der Hand legen.</p>
<p>PS: Frau Scholler kannte ich bislang nicht, da ist also auch nichts zu revidieren. Meine Meinung über Herrn Gansterer hat sich allerdings nach diesem Buch drastisch geändert, denn mit Journalismus hat das rein gar nichts zu tun, das ist nur noch willfährige &#8220;Hofschreiberei&#8221;.</p>
<p>PPS: weil ich nicht glaube, dass man den Herrn Pröll ausserhalb Österreichs oft kennt und auch als kleine, stimmungsvolle Ergänzung zum Buch: <a title="Link zu YouTube" href="http://www.youtube.com/watch?v=X2MLSZeEoUM">hier ein kleines Beispiel </a></p>
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		</item>
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		<title>Hugo Portisch: Was jetzt</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/hugo-portisch-was-jetzt/</link>
		<comments>http://www.literatur-blog.at/2012/01/hugo-portisch-was-jetzt/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 12:28:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Portisch, Hugo]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hugo Portisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Hugo Portisch hat den Österreicherinnen und Österreichern bis in die 1990er-Jahre hinein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1506" title="Was jetzt" src="/wp-content/uploads/Was-jetzt.jpg" alt="" width="150" height="217" />Hugo Portisch hat den Österreicherinnen und Österreichern bis in die 1990er-Jahre hinein fast im Alleingang Zeitgeschichte in Büchern und TV-Dokumentationen vermittelt und erklärt. Die aktuell angespannte Lage Europas bewog ihn zu einer Stellungnahme. Heraus kam ein kleines Büchlein, eine Art niedergeschriebener Vortrag, mit dem etwas irreführenden Titel &#8220;Was jetzt&#8221; (ohne Fragezeichen).<span id="more-1505"></span></p>
<p>Hugo Portisch ist einer der wichtigsten Zeitzeugen der Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges.  Die von ihm gestalteten TV-Serien wie Österreich I und II, die Bücher dazu und auch die Bücher zum Weltgeschehen &#8211; alles steht bei mir in der Bibliothek. Logisch, dass da auch &#8220;Was jetzt&#8221; dazu gehört.</p>
<p>Was man bekommt, ist eine sehr anschauliche, zusammenfassende Darstellung, wie Europa in den vergangenen 66 Jahren von einem seit Jahrhunderten kriegerischen und in Einzelinteressen zerrissenen Kontinent zu einer gemeinsamen Union ohne Grenzen wurde. Also ein Büchlein, das mit dem Titel &#8220;Was<em> war bis</em> jetzt&#8221; weitaus besser charakterisiert und betitelt wäre. Vor allem weniger irreführend.</p>
<p>Wenn im Klappentext steht, dass Portisch &#8220;die Antworten kennt und sie uns nicht schuldig bleibt&#8221;, dann freue ich mich darüber, finde aber nichts entsprechendes auf den folgenden Seiten.  Seine Begegnungen mit den wichtigen Persönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte sind natürlich interessant zu lesen, doch dafür hätte es m.A. eines anderes Buches bedurft.</p>
<p>Fazit: eine sehr eingängige Analyse vom Beginn der Montanunion in den 1950ern über die EWG bis hin zur heutigen EU mit all ihren Problemen. Welche Fehler wurden dabei gemacht, war wurde verabsäumt, aber auch was sind die positiven Errungenschaften, was hat die Union für Europa und für die einzelnen Menschan an Positivem gebracht. </p>
<p>Das Kapitel &#8220;Lösungen&#8221;, das gemäß Buchtitel eigentlich der Hauptinhalt sein sollte, kommt allerdings zu kurz (also: in Wahrheit gibt es dieses Kapitel gar nicht, nicht einmal einen Abschnitt).</p>
<p>Es ist also weniger eine Anleitung mit Lösungsideen, sondern soll wohl vielmehr so etwas wie ein Motivationsschub sein nach dem Motto: &#8220;Leute, wir schaffen das, das wäre doch gelacht&#8221; . Es ist ein Plädoyer für die Einheit und die gemeinsame friedliche Zukunft Europas und allein deshalb schon wichtig. Und es ist ein Aufruf, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen um die Europäische Union zu stablisieren und aus Ihr (auch) eine Union der Herzen zu machen.</p>
<p>PS: dass gerade jetzt unser Nachbarland Ungarn langsam aber sicher zu einer Einparteiendiktatur verkommt, ist nicht nur schlimm für die Ungarn (die anscheinend wieder einmal um ihr Recht nach Freiheit und Demokratie betrogen werden). Es ist vielmehr eine auch neue, nach meiner Meinung noch viel wichtigere Herausforderung für die EU, deren demokratische Grundsätze in Ungarn gerade mit Füssen getreten werden &#8211; vielleicht bleibt ja neben der ganzen Milliarden und Billionen-Herumschieberei noch ein wenig Zeit,  sich auch damit zu beschäftigen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Don Winslow: Zeit des Zorns</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2012/01/don-winslow-zeit-des-zorns/</link>
		<comments>http://www.literatur-blog.at/2012/01/don-winslow-zeit-des-zorns/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 19:24:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Winslow, Don]]></category>
		<category><![CDATA[Don Winslow]]></category>

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		<description><![CDATA[Schön, wenn man ein Buch liest und die Erwartungen daran erfüllen sich: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1458" title="Zeit des Zorns" src="/wp-content/uploads/Zeit-des-Zorns.jpg" alt="" width="150" height="236" />Schön, wenn man ein Buch liest und die Erwartungen daran erfüllen sich: Don Winslow ist wieder da! Nach der, für meinen Geschmack, schwer verunglückten Auftragsarbeit &#8220;Satori&#8221; meldet er sich mit einem typischen Winslow zurück. So cool, so lässig, so rasant wie man es sich wünscht.<span id="more-1457"></span></p>
<p>Im Zentrum stehen 3 KalifornierInnen, die so sind, wie man sich diese coolen Typen vorstellt. Bzw. so, wie sich jemand verhalten würde, der glaubt, dass er sich genau so verhalten muss um ultracool zu sein. Oder so cool wie es Nicht-Kalifornier von Kaliforniern erwarten. So in etwa.</p>
<p>Ben und Chon haben es sich mit einem Nischenprodukt im Drogenmarkt ausgesprochen bequem gemacht und O (die eigentlich Ophelia heisst &#8211; aber will will schon so gerufen werden)  holt sich von den beiden ihre Ration Sex ab. Oder umgekehrt, die drei machen in dieser 3er-Beziehung gegenseitig keine Schulden.</p>
<p>Jedenfalls lebt es sich gut und sorgenfrei. Wenn da nur nicht diese Nähe zu Mexiko wäre. Denn Mexiko = Drogenkartelle. Und Drogenkartelle = Ärger. So viel, dass selbst die friedlichsten Drogendealer irgendwann nicht mehr still halten können.</p>
<p>Dieser Zeitpunkt kommt, als 1. die Mexikaner das Geschäft von Ben und Chon übernehmen wollen und ihnen dazu 2. ein Video mit ein paar drastischen Beispielen über die Folgen einer Weigerung zukommen lassen. Und als sie 3. O(phelia) in ihre Gewalt bringen. Wobei &#8211; das war wohl klar, dass es praktisch dazu kommen musste: denn Ben und Chon hatten sich doch glatt geweigert, so mir nichts, dir nichts ihr Geschäft an die Mexikaner abzutreten und in Zukunft für das Kartel zu arbeiten.</p>
<p>Da mussten die großen Drogenbosse einfach reagieren und O kam ihnen gerade recht. Aber so groß und mächtig kann ein Kartell gar nicht sein: die Entführung der O (hat jetzt nichts mit Kleist zu tun) ist für Ben &amp; Chon zu viel und jetzt kennen sie keine Zurückhaltung mehr. Ab sofort wird es &#8230; nun, beschreiben wir es vornehm zurückhaltend &#8230; rauh! Weil Winslow seine Charaktere dabei vor kaum einem Mord zurück schrecken lässt, wird es zwar ziemlich brutal, bleibt aber immer gerade noch diesseits der Grenze zu &#8220;zu brutal&#8221;.</p>
<p>Winslow feuert eine (Wort) Salve nach der anderen ab. Kurze Sätze, machmal nur einzelne Worte, immer sehr direkt im Ausdruck. Andauernd passiert etwas, jeden Moment muss man wachsam sein, denn man könnte in einen (Lese)Hinterhalt geraten. Das wird in Summe eine enorm spannende und fesselnde Angelegenheit. Zwar nicht nobelpreis-verdächtig, aber so gut, dass es für mich, trotz einiger etwas in die Länge gezogener Abschnitte,  einer der rasantesten Thriller der letzten Zeit ist. Nebeneffekt: man lernt, wie schnell sich knapp 340 Seiten lesen lassen &#8211; sehr schnell nämlich.</p>
<p>Dass man dabei wie selbstverständlich mit Ganoven sympathisiert, das merkt man kaum. Denn Ben und Chon, die haben zwar selbst genügend Dreck am Stecken (Drogenhandel, Mord, Bestechung, um nur ein paar ihrer Unanständigkeiten zu nennen und von allem nicht gerade wenig) aber gegenüber diesen bösen Kartellbossen sind sie so etwas wie die unschuldigen Waisenknaben. Und ausserdem helfen wir ja immer gern zu den Kleinen und verzeihen ihnen gerne ihre kleinen Entgleisungen&#8230;</p>
<p>Neu ist, dass Winslow in einem Roman auch direkt auf das aktuelle Zeitgeschehen Bezug nimmt. So findet auch Barak Obama Platz, die Republikaner bekommen ihr Fett weg und wir werden mit einigen amüsant/sarkastischen Bemerkungen über die Amis und ihre für uns manchmal recht befremdlichen Ansichten und Lebensformen versorgt. Das gibt dem Buch eine zusätzliche Dimension (gegenüber den bisherigen Winslow-Büchern) und könnte von mir aus auch in Zukuft in dieser Tonart weiter gehen.</p>
<p>PS: Beim Lesen aufs Atmen nicht vergessen. Das kann bei einigen Abschnitten nämlich leicht passieren.</p>
<p>PPS: Obgleich &#8220;Zeit des Zorns&#8221; thematisch manchmal an &#8220;Tage der Toten&#8221; anknüpft, kann man diese beiden Romane nicht miteinander vergleichen. &#8220;Tage der Toten&#8221; war einer der besten Thriller der letzten Jahre während &#8220;Zeit des Zorns&#8221; (ob diese Ähnlichkeit der Titel wohl zufällig ist, lieber Suhrkamp-Verlag? hmmm?) einfach &#8220;nur&#8221; rasant und flott zu lesen ist. Aber das ist ja auch schon etwas!</p>
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		<title>Bill Bryson: Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2011/12/bill-bryson-eine-kurze-geschichte-der-alltaglichen-dinge/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 04:06:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bryson, Bill]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Bill Bryson]]></category>

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		<description><![CDATA[Weil wir es meistens vergessen, oder einfach nicht daran denken: neben den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1490" title="Bill-Bryson" src="/wp-content/uploads/Bill-Bryson.jpg" alt="" width="150" height="252" />Weil wir es meistens vergessen, oder einfach nicht daran denken: neben den paar ganz großen, weltbewegenden Erfindungen/Errungenschaften gibt es eine schier unendliche Zahl an kleinen, unbekannten, nicht beachteten. Aber die haben es in sich, denn ohne sie gäbe es unsere heutige Welt nicht (zumindest nicht in dieser Form).<span id="more-1489"></span></p>
<p>Bill Bryson hat sich wieder einmal an ein &#8220;kleines, überschaubares&#8221; Thema heran gewagt: all die kleinen Dinge aus unserer Umwelt, die wir als selbstverständlich nehmen, vor den Vorhang zu holen und ihnen die gebührende Aufmerksamkeit zu erweisen.  Alle diese Dinge sind es natürlich nicht geworden, aber eine ganze Menge, an die kaum jemand bewusst denkt.</p>
<p>Die Erfindung des Rades werden wohl die meisten Menschen als einen Meilenstein unserer Geschichte ansehen (auch wenn wir die Erfinder nicht kennen), ebenso die der Dampfmaschine, des Telefones usw. Aber was ist denn eigentlich mit der Türe? Oder dem Fenster? Wie kamen wir zu einem Bett und auf welchen Matratzen pflegte man sich früher &#8211; eher schlecht als recht &#8211; zu betten? Wann gab es bei einer Operation eine Narkose? Wie wurde aus der Baumwollpflanze ein Baumwollhemd? Wie kam der englische Rasen in unsere Gärten? Wie wuchs unsere Umwelt zu dem zusammen, was wir heute kennen und wie lange hat das eigentlich alles gedauert?</p>
<p>Hauptsächlich aus britischer und ein wenig aus US-amerikanischer Sicht erzählt Bryson schwungvoll über die Entwicklungen der vergangenen Jahrhunderte, wer für seine Erfindungen berühmt wurde und wem dieser Ruhm niemals zuteil wurde. Amüsante Anekdoten wechseln sich ab mit der Schilderung der oftmals menschenunwürdigen Verhältnisse (von wegen gute alte Zeit) in der die Mehrzahl der Menschen früher leben musste.</p>
<p>Bryson gibt sich nämlich nicht mit erfundenen Dingen zufrieden, er beschreibt auch die Welt und die Umstände. Da ist aus heutiger Sicht meist befremdlich und verusacht oft Übelkeit.  Und wenn man nun bedenkt, dass es einige Ecken auf dieser Welt gibt, in denen es heute nach wie vor so ähnlich zugeht wie früher hier bei uns, dann können wir uns ordentlich glücklich schätzen. Und hin und wieder etwas für die anderen, weniger priviligierten, tun.</p>
<p>Einiges von dem was Bryson berichtet ist den meisten von uns wohl bekannt und wird in diesem Buch gewissermaßen nur aufgefrischt, viele neue Details machen dabei das Bekannte lebendiger und ganz viel, das wir (oder sagen wir besser: viele von uns) vorher nicht wussten, rundet das Bild ab. Das alles zusammen in eine schwungvolle, fast liebevolle Form zu bringen schafft Bryson wie kein zweiter!</p>
<p>Durch das Vorhaben, möglichst Vieles zu erwähnen, bleiben natürlich viele Informationen unerwähnt. Für alle, die sich in das eine oder andere Thema detaillierter einlesen wollen, ist am Ende des Buches eine sehr umfangreiche Quellensammlung angeschlossen (an der man sieht, wieviel Arbeit in diesem Buch steckt). Wer will, kann sich also im Anschluss durch eine Vielzahl weiterer Werke lesen.</p>
<p>Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge ist gleichermaßen ein Sachbuch (eines über Geschichte und Naturwissenschaften) und ein amüsanter Roman.  Doch leider, leider werden nicht alle Fragen beantwortet, dafür reichen die fast 600 Seiten nicht. Und ausserdem: mit jeder Erklärung, Antwort oder Geschichte tauchen gleich wieder neue, weitere Fragen auf.  Logisch, dass man man dabei gleich unverschämt wird und alles wissen wollen würde. </p>
<p>Nach meinen Gefühl hat die Begeisterung die Übersetzerin manchmal ein wenig über die Stränge schlagen lassen. Da erscheinen mir ein paar Formulierungen fast wie wortwörtlich übersetzt, gleiten einzelne Sätze ein bisschen zu sehr ins Kalauerhafte ab. Doch das trübt das Vergnügen kaum, mir machten auch diese Mini-Sprachhoppalas fast genauso viel Spaß wie das Buch selbst &#8211; nur musste ich manchmal einen Satz mehrmals lesen, um dem sprachlichen Übermut folgen zu können.</p>
<p>PS: Die Beschreibung aus dem Blickwinkel der englischsprachigen Welt hat natürlich den klitzekleinen Nachteil, dass es wenig darüber zu lesen gibt, was ausserhalb erfunden und erdacht wurde (Europa, Asien, Afrika&#8230;) Vielleicht erbarmt sich jemand und schreibt ein Buch darüber?</p>
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		<title>Haruki Murakami: 1Q84 Buch 3</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2011/11/haruki-murakami-1q84-buch-3/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 05:10:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Murakami, Haruki]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Haruki Murakami]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist von Anfang an wieder da:  eingefangen von der klaren, manchmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-1460 alignleft" title="1Q84" src="/wp-content/uploads/1Q84.jpg" alt="" width="150" height="234" />Es ist von Anfang an wieder da:  eingefangen von der klaren, manchmal fast übertrieben einfachen Sprache des Buches versinkt man in der Welt von Aomame und Tengo, hat das gleiche vertraute Gefühl wie schon beim Lesen des ersten Buches (eigentlich Buch 1+2), ist mitten im Buch, mitten in der Erzählung, mitten in dieser anderen Welt.<span id="more-1459"></span></p>
<p>Die Lektüre des ersten Buches ist schon fast ein Jahr her, mehr als ein paar grobe Erinnerungsfetzen hatten sich da nicht gehalten. Haruki Murakami verwebt dann, so als ob es für den Fortgang der Erzählung genau an dieser Stelle nötig wäre, fortwährend ein ganze Menge an Hinweisen auf den Beginn der Geschichte, auf die Personen, auf den Ursprung der Situation, in der sie sich befinden &#8211; und siehe da: alles tauchte Schritt für Schritt wieder aus der Erinnerung auf  und selbst ein Nachlesen meiner eigenen Besprechung hier im Blog war nicht nötig.</p>
<p>Schwer, den Inhalt von Buch 3 so zusammen zu fassen, dass man nicht zu viel über das Ende von Buch 1+2 erfährt. Nur so viel: Aomame und Tengo haben an vielen Orten und Zeiten Hinweise gefunden, die beide zueinander führen können, doch es ist noch nicht soweit. In ihren Gedanken sind sie schon nahe beisammen, in diesem Jahr 1Q84, das nun schon so lange dauert. Anderseits ist es sehr einfach, den Inhalt zusammen zu fassen: das, was sich in Buch 1-2 zugetragen hat, wird nun weiter geführt. Mehr nicht, aber das reicht aus (wahrscheinlich auch noch für Buch 4,5,6, etc.)</p>
<p>Man hat einen Roman in der Hand, der neben Science Fiction, Fantasy, Thriller und Krimi auch noch ein Liebesroman ist. Oder gar nichts davon &#8230; oder noch viel mehr. Mit einfachen, klaren Worten und Sätzen zog Murakami mich in diese einerseits vollkommen reale andererseits völlig fremdartige Welt hinein. Wo gibt es denn bei uns &#8220;Puppen aus Luft&#8221;? Oder 2 Monde? Oder einen Gebühreneintreiber (dessen Identität ein neues Rätsel darstellt), der an Türen klopft, dabei aber unsichtbar bleibt? </p>
<p>Es kommt kein Wort zu viel in die Sätze, keine schriftstellerischen Kunstgriffe sind zu finden, hier gibt es schlicht und ergreifend nur die zum Geschehen gehörigen Worte in kurzen Sätzen. Das macht 1Q84 zu einer sehr einfach zu lesenden Lektüre.</p>
<p>Doch auch das sollte man wissen, bevor man sich ans Lesen macht:  die eigene Vorstellungskraft wird vehement gefordert. Denn Murakami liefert mit seinem Buch (nur?) den schnörkellosen Rahmen, um die verspielten, die bildhaften Details muss/kann/darf man sich, je nach Gutdünken in seinen Gedanken selber kümmern. Wenn man das will, dann wird sich eine tiefe Freundschaft zum Buch 3 entwickeln. Ich wollte das und wir (Buch und ich) wurden Freunde, die viele entspannde, ruhige Stunden miteinander verbrachten, in denen ich immer wieder abschweifte und ein wenige die beim Lesen entstandenen Bilder wanderte.</p>
<p>So wurde Buch 3 fast noch  mehr als Buch 1+2 eine phantasievolle Reise durch die Welt von Aomame und Tengo, immer scharf an der Grenze von Realtität und Fantasie. Und so viel kann man verraten: Tengo und Aomame finden zueinander (denn das ist in Wahrheit keine große Erkenntnis, denn darauf läuft es doch schon seit Buch 1 hinaus).</p>
<p>Es gibt Ausflüge in die Realität wenn sich ein Privatdetektiv an Anomames und Tengos Fersen heftet und Ausflüge in eine Art von Flower-Power-Welt mit zwei Monden, wandernden Seelen und überraschenden Schwangerschaften. Meistens aber ist gar nicht klar, wo man sich befindet, so sehr vermischen sich die Elemente miteinander -  typisch Murakami, bin ich fast versucht zu bemerken, jedenfalls erfüllt er damit die Erwartung seiner Leserschaft.</p>
<p>In Summe war es für mich nicht so überraschend wie Buch 1+2, das hatte wohl auch damit zu tun, dass in diesem Buch die (Handlungs-)Fäden zu einem gemeinsamen Finale zusammen finden sollten/wollten &#8211; oder auch nicht Finale, denn es ist nicht ausgeschlossen, dass es auch ein Jahr 1Q85 geben wird oder 1Q84 in eine Verlängerung geht.  In Summe auch nicht ganz so überzeugend,  oft ist es ein Spagat zwischen dem Fortschreiben der Geschichte und der Wiederholung von bereits Bekanntem aus Buch 1+2 (für alle, die sich nur mehr an wenig daraus erinnern und für NeueinsteierInnen). In Summe manchmal ein wenig langatmig, wenn Murakami viele Zeilen mit Themen verbringt, die doch keinen klärenden Fortschritt in der Handlung mit sich bringen.</p>
<p>Vielleicht nicht so ganz so gewaltig wie Buch 1+2 aber trotzdem eine unbedingte Leseempfehlung, wenn man zu den Menschen gehört, die es lieben in einem Buch zu versinken!! Und ein Muss, wenn man 1+2 gelesen hat &#8211; so ist das eben mit den Fortsetzungen, man kommt einfach nicht daran vorbei.</p>
<p>PS: im Übrigen gilt das, <a title="1Q84 Buch 1+2" href="http://www.literatur-blog.at/2011/01/haruki-murakami-1q84/">was über Buch 1+2 zu sagen war</a>, hier weiter, denn es ist eine einzige Geschichte.</p>
<p>PPS: praktisch jedes Jahr wird Haruki Murakami als ein Kandidat für den Literatur-Nobelpreis genannt. Ob er sich mit diesem Buch dafür empfohlen hat, oder ob er sich damit in Richtung Kommerz entwickelt, ist eine Frage, die die Leserschaft spalten wird. Und ich bin mir mit mir darüber auch nicht ganz einig.</p>
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		<title>Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2011/11/eugen-ruge-in-zeiten-des-abnehmenden-lichts/</link>
		<comments>http://www.literatur-blog.at/2011/11/eugen-ruge-in-zeiten-des-abnehmenden-lichts/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 01:35:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Ruge, Eugen]]></category>
		<category><![CDATA[Eugen Ruge]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach nur 2, 3 Sätzen hatte ich das Gefühl, dass mir in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1453" title="In Zeiten des abnehmenden Lichts" src="/wp-content/uploads/Eugen-Ruge.jpg" alt="" width="150" height="246" />Nach nur 2, 3 Sätzen hatte ich das Gefühl, dass mir in diesem Buch alles vertraut ist. So schnell in einen Roman hinein zu finden, das ist mir bis jetzt nur selten passiert. Eugen Ruge macht es mit seinem sehr persönlichen Stil möglich, dass schon nach wenigen Seiten das Gefühl aufkommt, hier schon ewig zu lesen und noch ewig lesen zu können.<span id="more-1452"></span></p>
<p>&#8220;In Zeiten des Abnehmendes Lichts&#8221; ist die Beschreibung des Weges einer Familie in der DDR über 4 Generation und 50 Jahre hinweg. Zuerst sind da die blind-gläubigen Kommunisten (Charlotte und Wilhelm), die nach dem Ende des Naziregimes in der Partei und in der DDR das Allheilmittel und Paradiesder neuen Menschen sehen.  Die 1950er Jahre sind die Zeit des Stalinismus, in der sie, wie die meisten Kommunisten aus Überzeugung, schon ganz bewusst weg sehen mussten, um nicht erkennen zu können/wollen/müssen, was wirklich in diesem entstehenden Staat an Willkür und Unterdrückung tagtäglich stattfand. Die beiden gehören nicht direkt im Inneren Kreis der Partei, sind aber doch so nahe am Zentrum der Macht, um zu glauben, etwas verändern und mitgestalten zu können.</p>
<p>Dann, im Laufe der Jahre, lässt sich die Realität nicht mehr komplett ausblenden. Die nächste Generation (Irina und Kurt) hat einen schon ein wenig klareren, manchmal sogar zynischen Blick auf das Leben und die Zwänge des Arbeiter- und Bauernstaates. Obwohl immer wieder und immer öfter Zweifel am Handeln Staat und Partei aufkommen, so werden beide doch niemals in Frage gestellt. Der Glaube an die Reformierbarkeit, an Wandel und Fortschritt des Kommunismus ist beinahe ungebrochen. Obwohl Kurt jahrelang im Gulag in Sibirien um seine reine Existenz ringen musste, und dabei aus einer anderenen Perspektive den Blick auf Stalinismus, Kommunismus und Partei werfen konnte, bleiben beide unbeirrbar (unbelehrbar?)  auf Linie.</p>
<p>Erst in der dritten Generation (Alexander) überwiegen zuerst die Zweifel und siegt dann die Erkenntnis, dass die DDR nicht die Zukunft ist sondern immer schon die Vergangenheit war. Alexanders Leben ist zugleich der Rahmen dieses Romanes, mit ihm beginnt es, mit ihm kommen wir an den (geographischen) Ausgangspunkt zurück, mit ihm schließt sich der Kreis.</p>
<p>Zwischen Humor mit Augenzwinkern und tiefer Traurigkeit, zwischen dem beinahe skurrilen Leben in der DDR und dem wie entwurzelten Leben nach der Wende &#8211; es sind viele bewegende Momente und man glaubt jeden einzelnen davon. Und die Geschichten über den Alltag in Ostdeutschland werden zu einer Geschichte über die DDR selbst.</p>
<p>Mit einem klaren und scharfen Blick auf die Menschen erzählt Ruge gleichzeitig über das Innere eines künstlich geschaffenen Staatsgebildes, das vom ersten Tag seiner Existenz an in Wahrheit schon auf dem Niedergang war. In dem gleichzeitig aber eine große Anzahl von Gutgläubigen und Gutwilligen unbeirrt (und vergeblich) daran arbeitete, doch noch eine Erfolggeschichte zustande zu bringen.</p>
<p>Diese Familiengeschichte, die, wie ich annehme, stellvertretend für die Geschichter vieler Familen der DDR stehen kann, ist eine Erzählung aus der Sicht von Menschen, die eigentlich das Rückgrat von Staat und Partei sein sollten, von beiden aber letztendlich nur als ideologisches Aushängeschild benötigt (missbraucht) wurden um den eigentlich Plan &#8211; die allgemeine Gleichschaltung, den absoluten Gehorsam &#8211; verwirklichen zu können.</p>
<p>Spannend ist es, wie Ruge den einzelnen Menschen nicht nur einen eigenen Charakter sondern jeweils auch eine eigene Sprache zuordnet, was sich manchmal bis hin zu unterschiedlichen Schreibstilen fortsetzt. Damit werden die Mitglieder der Familie in einem ganz außerordentlich hohen Maße lebendig und greifbar. Die Charakterisierung, die Betrachtung und Beschreibung ihrer Lebenswege über mehrere Jahrzehnte hinweg gehört für mich zum Einprägsamsten und Wirkungsvollsten, das ich in den letzten Monaten gelesen habe.</p>
<p>Ein Buch, das es schaffte mich von der ersten Zeite an zu interessieren und von dem ich wirklich praktisch jede der 425 Seiten genossen (von genießen, nicht von Genosse!) habe. Mit Menschen im Mittelpunkt, an deren Schichsal es leicht fiel Anteil zu nehmen.</p>
<p>Alles wirkt einerseits vertraut, berichtet andererseits aber aus einer so überaus fremden und unwirklichen Welt. Die verquere Sprache der Partei, das wie selbstverständlich praktizierte Denunzieren und Diffamieren von &#8220;Abweichlern&#8221;, das stereotype Vokabular: es war alles real, doch es erscheint jetzt, mehr als 20 Jahre danach, wie aus einem Endzeit-Science-Fiction-Roman.</p>
<p>Zusammengefasst: ich habe ein Buch gelesen, mit dessen Hilfe ich das Phänomen DDR ein wenig besser verstehen kann &#8211; werde aber noch viele mehr benötigen um (Aussenstehender, der ich bin) nur annähernd eine Ahnung davon zu haben.</p>
<p>PS: für mich ein wirklich würdiger Gewinner des <a href="http://www.deutscher-buchpreis.de/de/458579/">Deutschen Buchpreises 2011</a></p>
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		<title>E.L.Doctorow: Der Marsch</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2011/10/e-l-doctorow-der-marsch/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 23:56:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Doctorow, Edgar Lawrence]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[E.L. Doctorow]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Marsch beschreibt das Leben im Rahmen des Feldzuges von General William [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-1450 alignleft" title="Der Marsch" src="/wp-content/uploads/Der-Marsch.jpg" alt="" width="150" height="244" />Der Marsch beschreibt das Leben im Rahmen des Feldzuges von General William Tecumseh Sherman im Jahr 1865. Eine breite Spur der Gewalt und Verwüstung lässt der Heerestross auf seinem Marsch  durch die US-Staaten Georgia, South &#8211; und North Carolina hinter sich. Am Ende steht die Kapitulation von Joe Johnston, General der Südstaatenarmee und schärfster Gegner von Sherman.<span id="more-1449"></span></p>
<p>Ein Roman von Edgar Lawrence Doctorow ist immer eine Vermengung von historischer Wahrheit mit fiktiven Schicksalen. Im Mittelpunkt stehen in diesem Roman über und gegen das Kriegshandwerk somit nicht vorrangig die Strategien der Militärs und der Verlauf von Schlachten. Im Mittelpunkt stehen die Soldaten, die Opfer, die befreiten Sklaven, die entwurzelten Menschen.</p>
<p>Vom West-Point-gedrillten Offizier bis zum Jungen aus New York, der in den Krieg zog, weil er dafür Geld bekam. Vom Mädchen aus den Südstaaten, dessen Mutter eine Sklavin und dessen Vater der Massa, der Sklavenhalter war. Vom Leid und vom Entsetzen des Krieges, die in den Feldlazaretten ihrem sichtbaren und kumulierten Höhepunkt fanden. Von der Frau aus den Südstaaten, die ehemals der besseren Gesellschaft angehörte und nun zu einem mitfühlenden Menschen wird. Vom kleinen Gauner, der den Krieg zu seinem eigenen Vorteil nutzen möchte. </p>
<p>Das sind nur ein paar der Menschen die Doctorow beschreibt und  immer wieder kreuzen sich ihre Wege im Sog des Heeres, manche überleben, einige sterben, alle, die überleben kommen verändert aus dem Krieg zurück.</p>
<p>Ein Buch, das ein sehr glaubhaftes Bild darüber vermittelt, wie der Sezessionskrieg die Einzelnen betroffen, umgeformt, entwurzelt hat. Einige der Charaktere bekommen dabei ein sehr ausgepägtes Profil, einige ziehen   wie eine Nebelschwade vorbei und verschwinden wieder in der Masse.</p>
<p>Das ist auch die einige Schwäche dieses Romanes: Masse. Durch die schiere Menge an Personen und Handlungsästen gelingt es kaum, etwas davon wirklich zu vertiefen. Damit begreift man nur ein wenig, wie die Sklaven geknechtet und gequält wurden, welche Vorstellung die Herrenmenschen aus dem Südstatten von sich und der Welt hatten, mit welchen Ängsten ein Soldat in die Schlacht zieht. Doch es bleibt für meinen Geschmacht zu oft nur an der Oberfläche (aber vielleicht müsste ich dafür ein anderes Buch lesen).</p>
<p>Und manchmal geraten die Erzählabschnitte etwas zu episch und ausladend ohne dabei wirkliche Weiterentwicklungen zu bringen &#8211; solche Stellen konnte ich problemlos quer überlesen, ohne dabei den Faden der Handlung zu verlieren.</p>
<p>Als eine ergänzende Quelle zum Thema Sezessionskrieg liefert &#8220;Der Marsch&#8221; den Einblick in das Leid und die Qualen der Menschen, egal ob sie aus dem Norden oder dem Süden kamen, und macht die Zerissenheit des Landes zu dieser Zeit auch für Europäer etwas klarer und verständlicher. Das Allgemein-Gültige an diesem Buch, das verstehen wir in Europa auf jeden Fall: Kriege verändern nichts, sie zerstören nur das Miteinander.</p>
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		</item>
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		<title>Jasper Fforde: Im Brunnen der Manuskripte</title>
		<link>http://www.literatur-blog.at/2011/10/jasper-fforde-im-brunnen-der-manuskripte/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 01:28:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Fforde, Jasper]]></category>
		<category><![CDATA[Jasper Fforde]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer denkt , da setzt sich jemand hin, hat eine Idee und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1447" title=" Im Brunnen der Manuskripte" src="/wp-content/uploads/Brunne.jpg" alt="" width="150" height="239" />Wer denkt , da setzt sich jemand hin, hat eine Idee und schreibt daraus einen Roman, irrt sich! Aber dieser Irrtum ist verzeihlich, denn dieses Buch, das die Erkenntnisse über Literatur über den Haufen warf, erschien erst im Jahr 2003 &#8211; davor kannte wohl kaum jemand die wahre Geschichte zwischen Buchdeckeln.<span id="more-1446"></span></p>
<p>Nun, es stellt sich heraus, dass mitnichten eine Idee und eine Füllfeder/Tastatur ausreichen. Da ist noch viel mehr nötig, eine wahre Literatur-Industrie, und um alles richtig einzusetzen bedarf es einer gewaltigen Anstrengung. Wer hätte das gedacht!?</p>
<p>Wie inzwischen allgemein bekannt, gibt es Menschen, die sich durch die richtige Lesetechnik in ein Buch hinein versetzten können. Thursday Next ist so ein Mensch und sie sucht sich einen unbekannten, kaum gelesenen Krimi aus, um dort ihren Schwangerschafturlaub in Ruhe zu verbringen und sich nebenbei auch noch auf ihr Jurisfictions-Zertitifikat vorzubereiten.</p>
<p>Zu unserer (der Leserinnen und Leser-) Ehre muss man festhalten, dass auch Thursday nichts über den Brunnen der Manuskripte wusste, jenen Ort, an dem jedes Buch entsteht. Sie ist somit gleich erstaunt und überrascht wie wir, als sie erstmals davon erfährt &#8211; man muss sagen, es ist schon eine beeindruckende Organisation, die da zu Werke geht.</p>
<p>Wie jede Welt, ist auch die der Bücher von Viren verseucht und die Arbeit, diese Plage zu besiegen, endet nie. Genau so wie bei uns. Einige dieser Viren schaffen es dann auch ab und zu in unsere Realität vorzustossen. Da wird dann aus einem Literatur-Klassiker schenll einmal ein Groschenroman oder ein unleserliches Pamphlet &#8211; kommt ganz auf den Virus an.</p>
<p>Welche Viren sollen das sein, denkt man sich, denn so auf den ersten Blick sind gerade die Viren aus dem Brunnen der Manuskripte für uns nicht so leicht zu erkennen. Wer kennt aber nicht den &#8220;Am Ende des Tages&#8221;-Virus, der vor allem Politiker befällt, die dann dauernd englische Phrasen auf deutsch dreschen müssen. Oder den allseits gefürchteten &#8220;Schotter-Mizzi-Virus&#8221;! Der ist leicht zu erkennen, führt zu einer leiernden Aussprache, komplett sinnentleerten Inhalten der Sprache und dazu, dass die sprechende Person keine Ahnung von gar nichts mehr hat  (Nur zwei Beispiele aus unserer eigenen Welt, die belegen, dass Jasper Fforde nichts erfunden hat, sondern alles wahr ist).</p>
<p>Zurück zum Buch: So ruhig wie erhofft, wird es für Thursday nicht. Ich sage nur &#8220;Softwareupdate&#8221;, &#8220;Landen Parke&#8230;?&#8221;, &#8220;Bösewichte&#8221; und &#8220;Hades&#8221;.</p>
<p>Wer nun keine Ahnung hat, worum es hier überhaupt geht hat mit Sicherheit noch nie ein Buch mit Thursday Next gelesen &#8230; und sollte das genau jetzt schleunigst nachholen (Man beginne aber mit Band 1: Der Fall Jane Eyre). Wer das nicht macht ist selber schuld und versäumt eine der phantastischten Welten, die jemals in Büchern beschrieben wurden.</p>
<p>Für alle, die schon Jasper Fforde-Fans sind: man stolpert über eine Vielzahl an offensichtlichen und verstecken Hinweisen und Zitaten aus der Welt der Literatur und hinter jedem Absatz lässt sich ein schelmisches Augenzwinkern erkennen. Im Brunnen der Manuskripte, Band 3 der Thursday Next-Reihe, ist deren grandiose Fortsetzung.</p>
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		<title>Lizl Stein, Georg Koytek: Der Posamentenhändler</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 00:59:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Koytek, Georg]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Stein, Lizl]]></category>
		<category><![CDATA[Georg Koytek]]></category>
		<category><![CDATA[Lizl Stein]]></category>

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		<description><![CDATA[Conrad Orsini geht spazieren. Stundenlang, viele Kilometer weit. Die Gegend rund um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1443" title="Der Posamentenhändler" src="/wp-content/uploads/Der-Posamentenhandler.jpg" alt="" width="150" height="260" />Conrad Orsini geht spazieren. Stundenlang, viele Kilometer weit. Die Gegend rund um die Ringstaße in Wien ist dabei bevorzugtes Gebiet für seine Streifzüge. Jedenfalls in diesem Fall, denn der hat seinen Ausgangspunkt gleich hinter dem Volktheater, am Spittelberg.<span id="more-1377"></span></p>
<p>Dort, wo einander das alte und das neue Wien sehr hautnah begegnen, dort wo es hautpsächlich niedrige Häuser gibt, höchsten 1,2 Stockwerke, dort gibt es auch die alten Geschäfte, in denen noch der Eigentümer oder die Eigentümerin selbst im Laden stehen, wo man Altwaren, Waren aller Art, und Posamenten bekommt. Kleine Geschäfte, in denen die Zeit stehen geblieben ist. Wiener Vorstadt, so wie sie vor vielleicht hundert Jahren überall ausgesehen hat, trifft in so einem Viertel auf die Moderne. Moderne bedeutet hier Immobilienhaie und ihre wenig vornehmen Verhandlungmethoden mit unerwünschten Mietern und Alt- Eigentümern (so wie man es aus dem Fernsehen und aus der Zeitung weiß).</p>
<p>Es stellt sich also mit einer gewissen Berechtigung die Frage, ob der Tod des alten Posamentenhändlers etwas mit diesen Methoden zu tun hat. Er war einer, der mit seinem Haus noch mitten zwischen den Baustellen für neue Bürotürme und Appartementhäuser saß und der sich nicht einschüchtern lies. Das ist nur eine mögliche Spur, die Orsini verfolgt, eine andere ist die Familie (die ist ja, wie man weiß, meist die Quelle der bösartzigsten Verbrechen.</p>
<p>Conrad Orsini aus der langen Reihe an Privatdetektiven, die es bei der Polizei nicht mehr ausgehalten haben: Seine Methoden sind nicht die Telefonüberwachung, Wanzen in der Stehlampe oder Bundestrojaner, seine Methode sind das Hören und Sehen. Womit wir wieder bei seinen Spaziergängen sind. Dabei lassen sich herrlich die bisher bekannten Fakten durchdenken und kombinieren und sie bringen ihn gleichzeitig auf Schusters Rappen mitten hinein in die kleinsten Winkel, die kleinsten Geschäfte, zu den gesprächigsten Nachbarn. Dort lässt es sich trefflich plaudern und zuhören und immer finden sich neue Informationen und Tipps, die ihn ein kleines Stück weiter bei seinen Ermittlungen bringen.</p>
<p>Es ist ein Rundgang durch Wien, dessen Route durch einen Mordfall bestimmt wird, eine Rundreise durch das Wien im Schatten der großen und berühmten Gebäude. Orsini, der über hervorragendes Schuhwerk verfügen muss, verliert sich manchmal in den kleinen Seitengassen und dann verliert man sich auch ein wenig beim Lesen. Macht aber nichts. Es wird einfach umgedreht, Orsini auf dem Absatz, man selbst mit den Gedanken und schon ist man wieder auf der richtigen Straße.</p>
<p>Obwohl man beim Lesen viel Zeit mit Conrad Orsini verbringt, er ist ja der Hauptdarsteller, bleibt er doch distanziert, unpersönlich, fremd. Am Ende hatte ich mir von ihm nur gemerkt, dass er 1. zu viel und zu oft trinkt (der vieviel-tausendste Literatur-Detektiv mit einem Alkoholproblem ist das eigentlich?) und er 2. zu rüpelhaftem Verhalten neigt (fremde Leute werden gerne einmal angestänkert, weil ihm gerade etwas nicht passt).</p>
<p>Das Buch ist ausgesprochen lesefreundlich. Es entwickelt sich eine sehr runde, schlüssige und auch interessante Geschichte, die Spannung hält sich etwas im Hintergrund, blinzelt aber immer wieder hervor. So real, so wirklichkeitsnah sich alles entwickelt, so sehr man die Wege des Conrad Orsini druch Wien mitgehen kann &#8211; der Schluss ist dann etwas konstruiert.</p>
<p>Insgesamt auf jeden Fall ein Debutroman, der sich sehen lassen kann, mit dem Autorenpaar Kytek &amp; Stein werden wir, da bin ich mir fast sicher, noch einige Lesestunden verbringen!</p>
<p>PS: ein Krimi in und über Wien, der mit dem <a href="http://www.buecher.at/show_content.php?sid=94&amp;detail_id=4761">Krimipreis der Stadt Wien</a> ausgezeichnet wurde &#8211; ein würdiger Preisträger!</p>
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		<title>Mechtild Borrmann: Mitten in der Stadt</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Oct 2011 09:57:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borrmann, Mechtild]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Mechtild Borrmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Anfang ist es ein Überfall auf einen Juwelier, mitten in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1436" title="Mitten in der Stadt" src="/wp-content/uploads/Mitten-in-der-Stadt.jpg" alt="" width="150" height="246" />Am Anfang ist es ein Überfall auf einen Juwelier, mitten in der Stadt. Bei den Tätern kann sich dem ersten Anschein nach nur um die Bande halten, die schon einige Überfälle in dieser Art durchgeführt hat. Mit einem schweren Wagen durch die Schaufensterscheibe donnern, alles ausräumen und schnell wieder weg. Das Markenzeichen der Bande: auf keinen Fall dürfen Menschen zu Schaden kommen.<span id="more-1435"></span></p>
<p>Und genau an diesem Punkt setzen beim jüngsten Einbruch die Zweifel ein. Denn der Neffe eines italienischen Lokalbesitzers wird bei der Flucht des Räubertrios angefahren, absichtlich, wie es scheint, im Krankenhaus schwebt er zwischen Leben und Tod. Während sich die Polizei in der Stadt Kleve durch Spuren, Hinweise und Fakten arbeitet, entwickelt sich parallel eine, wie es zuerst scheint ganz eigene, unabhängige Geschichte.</p>
<p>Diese 2. Geschichte beginnt aber schon viel früher, viele Jahre in der Vergangenheit, in der Zeit gleich nach der Wende in Ostdeutschland. Westdeutscher Geschäftsmann beeindruckt ostdeutsches Mädel, eine Affäre, ein Kind. Ostdeutsches Mädel zieht zu westdeutschem Geschäftsmann und sie gründen eine Familie. Doch das neue Leben läuft für die junge Frau nicht so wie erhofft &#8211; ganz und gar nicht. Eine Fassade nach der anderen bröckelt ab und der vermeintlich erfolgreiche Businessmann entpuppt sich als Autoverkäufer, Alkoholiker und &#8211; vor allem &#8211; als schlagkräftiger Choleriker. </p>
<p>Eine Familiengeschichte entsteht, wie man sie leider viel zu oft findet, eine Spirale aus Gewalt, Armut, eine Hölle für die Frau und für die Kinder, eine von den Sprialen, aus denen man nur schwer, in Wahrheit gar nicht,  wieder heraus findet.</p>
<p>Diese 2. Geschichte holt rasch auf, nähert sich in hohem Tempo der Gegenwart, in der gerade der Überfall geschehen ist.</p>
<p>In sehr klarer Sprache mit einer sehr klar erzählten Handlung entwickelt sich einer von diesem &#8220;ich lese nur noch schnell ein paar Seiten, dann komme ich gleich&#8221;-Krimis. Nichts ist gekünstelt, alles könnte genau so geschehen. Alle Personen sich echt, wie die Menschen, denen man auch auf der Strasse begegnen kann. Somit lebt die Handlung nicht von überraschenden Wendungen, im Gegenteil, man kann sich schon recht bald vorstellen, wie alles wirklich abgelaufen ist.</p>
<p>Ein Krimi, bei dem man vergeblich auf wild erfundene Konstruktionen wartet, in dem man nicht auf psychisch abgewrackte Polizisten stösst, der auf literweise vergossenen Blut verzichten kann &#8211; kurz: genau so, wie ich es am liebsten habe, nur auf die Handlung und die Spannung ausgerichtet.</p>
<p>Der Roman lebt von der Spannung, die sich aus alltäglichen Dingen ergeben kann und davon lebt er ganz ausgezeichnet. Der 2. Roman von Mechtild Borrmann, den ich gelesen habe und sicher nicht der letzte!</p>
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