Rodrigo Rey Rosa: Stallungen

verfasst am 21.03.2014 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Erzählung, Rey Rosa, Rodrigo

„Über das hier sollten Sie schreiben“ – ein Fremder spricht den Erzähler an, wohl wissend, dass es sich bei diesem um einen bekannten Schriftsteller handelt. Anlässlich des Geburtstagsfestes zu Ehren des Großgrundbesitzers und Pferdezüchters Don Guido Carrion findet dieser Kontakt zwischen dem Erzähler und, wie sich herausstellt, dem Rechtsanwalt der Familie Carrion statt.

Schauplatz dieser teilweise skurrilen Geschichte, die von Rosa kurzweilig erzählt wird, ist die Finca Palo Verde des Gastgebers in Guatemala. Die wichtigsten Leute des Landes sind zu dem Geburtstagsfest geladen.

Mit einer Vorführung der prachtvollsten andalusischen Vollblutpferde beginnt das Fest. Star der Pferde ist Duro II, ein Zuchthengst. Plötzlich wird das Fest durch einen Brand unterbrochen. Duro II, eines der Lieblingspferde von Don Guido, und ein sehr teures Pferd ist das Opfer des Brandes.

Der Erzähler begibt sich, mit dem Anwalt an seiner Seite, in das Herrenhaus und findet sich dort im Kreise der Familie und einer etwas geheimnisumwitterten Pferdetrainerin, die schöne Frau stammt aus Deutschland, wieder. Er wird gebeten zum Essen dazubleiben. Und da beginnt dann die düstere, teilweise makabre Seite der Erzählung.

Claudio, der Enkel von Don Guido, von dem alle annahmen, dass er in den USA sei, taucht plötzlich auf, fuchtelt mit einer Pistole um sich, erschreckt alle Anwesenden und benimmt sich wie ein Verrückter. Er ist verrückt.

So nach und nach gräbt der Erzähler die dunklen Geheimnisse der Familie aus, gerät dabei in Lebensgefahr und findet sich wieder in einem düsteren Kellerverlies, wohl mit etwas wohnlichem Charakter, wo er voll des Unbehagens nach einer Fluchtmöglichkeit sucht. Und  er findet sie Gott sei Dank auch, jedoch ist sein Weg in die Freiheit aus diesem Verlies mit einer Leiche gepflastert.

Welche Leichen hat diese Familie noch im Keller? Lesen Sie dieses Büchlein, Es ist, mit 114 Seiten und dem Kleinformat ein „Snack“ für zwischendurch, und mit seiner schlichten Sprache auch leicht lesbar.  Und trotz „nur“ 114 Seiten dicht gefüllt mit einer spannenden Geschichte.


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