Deon Meyer: Dreizehn Stunden

verfasst am 07.03.2010 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Meyer, Deon

Der Tag beginnt für Inspektor Bennie Griessel um 5:37 Uhr, als ihn ein Anruf aus dem Schlaf reisst.Vusi Ndabeni ist einer von mehreren jüngeren Ermittlern, die Griessel als Mentor bei ihrer Arbeit unterstützen soll – helfen, Tipps geben, unterstützen, das eigene Wissen weiter geben. Und jetzt ruft Vusi an um seinen Mentor zum Fundort der Leiche einer jungen Frau zu bestellen.

Zur selben Zeit hetzt eine andere junge Frau durch Anhöhen rund um Kapstadt. Sie ist in Todesangst, schon seit Stunden auf der Flucht vor mehreren Männern, die ihr immer dichter auf den Fersen sind. Sie ist fremd in dieser Stadt, weiß nicht, wohin sie sich wenden soll.

Die Tote und die junge Frau auf der Flucht: schon bald ist für Griessel und die Ermittler klar, dass die beiden zusammen gehören, dass die Männer, die die junge Frau verfolgen auch die Mörder der anderen sind. Als sich auch noch heraus stellt, dass es sich umTouristinnen aus den USA handelt, wird der Fall noch komplizierter, denn nun schalten sich auch die vorgesetzten Stellen ein.

Das alleine wäre schon genug Arbeit für einen Tag, aber es kommt noch mehr: ein toter Musikproduzent, erschossen in seinem eigenen Haus. Neben ihm wird seine Frau gefunden, die Waffe in der Hand, doch Griessel zweifelt von Anfang an daran, dass sie die Mörderin ist.

Sobald die einzelnenen Handlungsstränge des Romanes aufgebaut sind, geht es erst so richtig los mit der der Spannung. Griessel versucht am Anfang noch, an seiner Rolle als Mentor fest zu halten und die Kolleginnen, die die einzelnen Ermittlungen leiten,  zu beraten und zu untzerstützen. Doch dass funktioniert nicht allzu lange. Denn je mehr die Polizei über die Fälle erfährt, desto mehr neue Unklarheiten treten zu Tage. Griessel muß mehr und mehr die Leitung übernehmen um die Arbeit zu koordinieren.

Immer näher führen die Spuren zueinander, immer öfter  kreuzen sich die Wege der ErmittlerInnen, wenn unterschiedliche Hinweise sie zu gleichen Ergebnissen führen und das ist genau das, was einen wesentlichen Teil der immer größer werdenden Spannung ausmacht.

Es sind Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, die in den Fällen ermitteln und alle müssen sich mit den sehr unterschiedlichen Reaktionen ihrer Umwelt  auseinander setzen. Die Volksgruppen, die Südafrika als Land ausmachen, sind noch immer nicht zu einer Gemeinschaft geworden. Ob man Farbiger, Schwarzer oder Weißer ist, das ruft nach wie vor sehr unterschiedliche Reaktionen hervor und das prägt die Menschen selbst in ganz unterschiedlicher Weise.

So schildert Deon Meyer nicht nur in einer immens dichten und fesselnden Handlung den Fortgang der Ermittlungen, er erzählt auch von einem Land, das sein Selbstverständnis als Nation noch lange nicht gefunden hat, in dem nach wie vor zuerst gefragt wird, welche Hautfarbe man hat, bevor man sich nach dem Menschen selbst fragt.  Das Mißtrauen anderen Volksgruppen gegenüber steht immer noch im Vordergrund, rasches Vertrauen fasst man nur zu Menschen der gleichen Herkunft, alles wird noch verstärkt durch viele unterschiedliche Sprachen und Dialekte.

Eine durch und durch rasante und spannende Geschichte. Normalerweise kann ich dabei nicht aufhören zu lesen, doch hier war es anders: hin und wieder musste ich das Buch zur Seite legen um selbst ein wenig Atem zu holen. Aber immer nur für ein paar Minuten, dann war die Neugier schon wieder stärker.


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