Emmi Rothner hat sich nach ihrem Rückzieher, sich mit Leo zu treffen, ihrer Gefühle besonnen und versucht mit Leo wieder Kontakt aufzunehmen. Sie schreibt ihm eine e-mail nach der anderen und hofft auf eine Anknüpfungspunkt-e-mail. Allerdings sieht sie sich mit einem Unbekannten konfrontiert – mit dem Systemmanager. Dieser erklärt ihr ständig auf ihre e-mails: „Achtung. Geänderte e-mail-Adresse. Der Empfänger kann seine Post unter der gewählten Adresse nicht mehr aufrufen. Neue e-mails im Posteingang werden automatisch gelöscht. Für Rückfragen steht der Systemmanager gerne zur Verfügung.”
Das hindert Emmi allerdings nicht daran, ihre e-mails zu schreiben, wenn auch an den Systemmanager, so bekommt selbst dieser ihren Frust über das Abtauchen Leos ab.
Doch plötzlich ist Leo aus Boston zurück und antwortet. Und dann geht der liebevolle Schlagabtausch wieder von vorne los. Beide beschließen, sich ein allerallerallerletztes Mal zu treffen. Sie wollen einen „würdigen Abschluss” ihrer virtuellen Beziehung. Denn es gibt in Leos Leben eine neue Frau, Pamela. Allein der Name reicht Emmi schon, über Leos neue Liebe eine ätzende Bemerkung nach der anderen zu liefern. Genau diese „Pam” wird aus Boston Leo nachreisen, beide wollen ein gemeinsames, fühlbares und reales Leben führen. Das ist zumindest Leos formulierter Wunsch.
Alle sieben Wellen – zuerst kommen sechs ans Ufer geschwappt, und nichts Außergewöhnliches passiert. Aber Achtung vor der siebten Welle. Sie ist unberechenbar. Und dieser Unberechenbarkeit sollte man sich stellen, den Mut haben, sich in ihren Bann ziehen zu lassen. Und es kommt, so wie es kommen muss. Ein herrlich schönes Ende. Klar, sonst müssten wir noch einen dritten Roman bei Daniel Glattauer bestellen, müsste man das Buch wieder mit offenem Ende schließen. Aber das WIE-Ende….. das lest bitte selbst.
Nach großer Erwartung auf diese Nachfolgeroman von „Gut gegen Nordwind” endlich Erleichterung, dass die Geschichte gut ausgeht. Wortgewaltiger Schlagabtausch, klug und witzig, allerdings hat sich manchmal bei mir das Gefühl eingeschlichen, dass künstlich etwas in die Länge gezogen wird, um dann doch nur zu erfahren, dass Emmi und Leo schlussendlich auch gemeinsam im wirklichen Leben landen. Das Buch zu lesen war irgendwie schwierig für mich. Ich war nämlich bei einer Lesung, in der Daniel Glattauer dieses Buch vorgestellt hat. War so gesehen nicht so gescheit von mir, denn ständig hab ich, wenn Leo seine gepfefferten e-mails verfasst hat, den Autor vor mir gesehen.

